Frage von mrymen, 82

Gründstücksüberbauung durch Nachbargrundstück. Wie reagieren?

Hallo. Ich hätte folgende Frage an das Forum. Ich kaufe mir eine ETW. Der Bauträger hat in den Vertrag geschrieben, dass das Nachbargrundstück ca. 2m in das "unsere" ragt (durch Zaun und Garagen). Mündlich hat er uns (Käufer) gesagt, dass er dies nach Abschluss der Baustelle angeht, und den Zaun 2m zurück versetzen läßt. Die Garagen von Nachbargrundstück kann er aber nicht mehr ändern. Unser Bauträger hat also das Grundstück mit alten Haus drauf gekauft, das alte Haus abgerissen und ein MFH gebaut.

Jetzt stelle ich mir die Frage, -muß der die Überbauung wirklich angehen, oder ist er nach der Übergabe aus dem Schneider? -wie regelt man eine solche geringfügige Überbauung? -und wer muß sich drum kümmern bzw. wer trägt die Kosten?

Ich hoffe, mein Anliegen wurde verständlich erklärt. DIe Überbauung war also schon vorhanden, als unser BT das Grundstück gekauft hat.

Dankeschön erika

Antwort
von abplatzer, 41

Also wenn ich das richtig verstehe musst du ganz schön aufpassen und vor Allem: LESEN. Wenn ein Bauteil, also Zaun, Mauer, Garage, auf dem Grundstück steht, daß Ihr erwerben wollt, dann lasst das entweder davor klären und Euch den "gesäuberten" Plan vom Amt nebst Grundbuchauszug vorlegen. Eigene Plänschen zeichnen kann jeder und wenn das Teil verkauft ist, das Geld geflossen, welchen Anreitz hat da der Bauträger noch, sich um Euch zu kümmern? Aber noch besser: Er darf es gar nicht mehr, da Ihr nun Eigentümer seid. Und Euere Rechtschutz macht auch nicht mit, da Baustreitigkeiten immer ausgeklammert sind. Ob der Überbau rechtens ist,erfahrt Ihr auch auf dem Baurechtsamt, wo Ihr die Bauanträge einsehen könnt. Davor aber mal beim Liegenschaftsamt vorbei, den Grenzverlauf klären. Und dann noch das Grundbuch vom Bauträger vorlegen lassen, um zu prüfen, ob der Nachbar nicht vielleicht sogar bauen durfte und ein Nutzungsrecht (Baulast) bei Euerem Grundstück eingetragen hat. Ist es tatsächlich ein illegaler Überbau, kauft erst, wenn es geklärt ist, sonst seid Ihr die Deppen die der Sache nachgehen müssen und die, die gegen Eueren Nachbarn klagen. Also weniger Streß und beim Nachbarn könnt Ihr später immer noch die Unschuldigen miemen......Ihr wohnt ja noch ´ne Weile neben ihm. Viel Glück

Kommentar von mrymen ,

hallo abplatzer. vielen lieben dank für deine hilfe. ich hätte da noch eine rückfrage. vielleicht kannst mir da ja noch mal helfen.

wir sind ja insegamt 6 eigentümer diese wohnanlage, welche wir (incl. grundstück) vom bauträger schlüsselfertig kaufen.

dieser hat das grundstück (da stand vorher ein einfamilienhaus, welches er abgerissen hat) bewußt überbaut gekauft. er weiß also,
dass dies noch mit dem nachbarn (auch mfh mit mehreren eigentümer) zu klären ist.

frage:

wenn wir also das gemeineigentum (da gehört ja das grundstück dazu) abnehmen, muß der bt bzgl. überbauung rechtlich nichts mehr unternehmen. obwol er uns mündlich versprochen hat, dies zu erledigen wenn der bau fertig ist....

was, wenn aber die abnahme wegen diesem thema nicht von uns erfolgt? und wir dies in mangelprotokoll aufnehmen lassen? dann muß er das auch rechtlich noch übernehmen. aber dann kann er uns beim einzug evtl. hindern...

auch kann es sein, dass einige der neuen eigentümer sagen "die überbauung ist mir egal" oder " das eilt nicht, hauptsache einziehnen" ... dann haben wir das Problem und nicht der bauträger...

Antwort
von Kalle2010, 56

Der Bauträger muss sich an die Vorgaben der Baugenehmigung halten, und diese wird nicht erteilt wenn die Abstandsflächen nicht eingehalten werden.

Antwort
von pharao1961, 41

Also: 2 Grundstücke können nicht ineinander hineinragen. Nur ein Baukörper kann ins nachbarliche Grundstück hineinragen, bzw. eine Abstandsfläche. Die Bauträger machen das gerne: Kaufen so ein Grundstück und drohen dann demjenigen der überbaut hat mit Rückbau - es sei denn, er verkauft ihnen das Nachbargrundstück für ein Apfel und ein Ei :-)

Nur der oder die Grundstücksbesitzer können die Überbauung des Nachbarn beanstanden. Das kann man mit Geldbeträgen regeln oder aber den Rückbau fordern. Grundbuchrechtlich sauber sollte es aber gelöst werden - im Sinne aller.


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