Frage von MsFrage1, 48

Gründe für Todesfälle bei Fettleibigkeit?

Hallo, hätte da mal eine Frage: Welche Gründe könnten vorliegen, dass trotz steigender Anteile von Fettleibigen die Todesfälle bei Herzerkrankungen und Erkrankungen der Hirngefäße zurückging, der Anteil der Todesfälle an Diabetes jedoch gleich bleibt ?

Danke im Voraus

Expertenantwort
von Pangaea, Community-Experte für Gesundheit, 4

Nicht jeder Fettleibige hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten, damit fängt es schon mal an. Menschen mit viel Bauchfett (Apfelform) haben so ein erhöhtes Risiko, Menschen mit Fett an Po und Oberschenkeln (Birnenform) aber nicht.

Hinzu kommt, dass der Anteil der Raucher massiv zurückgegangen ist, das erkärt sicher auch einen Teil des Rückgangs bei den Herzinfarkten und Schlaganfällen. Ebenso die Tatsache, dass Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck heute aktiver behandelt werden.

Diabetes ist in erster Linie genetisch bedingt. Wenn man genetisch vorbelastet ist, bekommt man Diabetes, wenn man zu dick wird - ohne eine solche Vorbelastung aber nicht.

Diabetes selbst ist eher selten die unmittelbare Todesursache. Ein schlecht eingestellter Diabetes führt aber zu vermehrter Atherosklerose, und das wiederum erhöht das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.

Über Epidemiologie lässt sich immer trefflich streiten.  Man muss sehr viele Einflüsse und "Störgrößen" mit bedenken.

Ich gebe dir ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich: Die Multiple Sklerose ist um so häufiger, je weiter du dich vom Äquator entfernst. In Nord- und Mitteleuropa, in Kanada und den USA und in Australien ist sie viel häufiger als in Südamerika, Asien und Afrika. Liegt es an der Sonneneinstrahlung, liegt es an der Ernährung, oder liegt es vielleicht einfach daran, dass in den Industrieländern viel mehr MRT-Geräte stehen und man die MS nun einmal damit diagnostiziert?

Expertenantwort
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 15

Es ist zwar so, dass die Menschheit immer dicker wird, aber gleichzeitig ist es auch so, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, die Folgen dieser Fettleibigkeit zu behandeln. Verstopfte Gefäße können aufgeweitet werden, erhöhter Blutdruck wird gesenkt usw. Man kann also medizinisch gesehen etwas dagegen unternehmen, dass diese Fettleibigkeit zum Tod führt. Daher nehmen die Todeszahlen hier auch kontinuierlich ab.

An Diabetes selber verstirbt man nur dann, wenn man sich falsch verhalten hat bzw. die Erkrankung nicht richtig behandelt wurde. Hat man z.B. zu viel Insulin gespritzt und dann nichts gegessen, kann es infolge einer Unterzuckerung durchaus auch mal zum Tod kommen.

Anders herum kann es bei einem schlecht eingestellten Diabetes dazu kommen, dass bei einem ständig zu hohen Blutzucker auch die Organe leiden, weshalb es dann irgendwann zum Organversagen (z.B. Nierenversagen) und in dessen Folge zum Tod kommen kann.

Man verstirbt also an den Folgen des Diabetes, nicht jedoch am Diabetes selber.

Alles Gute

Antwort
von user8787, 17

An Diabetes selber verstirbt man nicht...was tödlich enden kann sind die Folgeerkrankungen bei denen ein erhöhtes Risiko besteht.  ( Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenerkrankungen )

Du siehst also....der Vergleich hinkt . Letztlich handelt es sich hier um klass.  "Volkskrankheiten" .

Nicht jeder Diabetiker erkrankt automatisch daran, die Therapien heute ermöglichen eine ganz normale Lebenserwartung, man muss sich halt an gewisse Regeln halten. 

Lediglich das Risiko ist erhöht....das ist es aber auch bei Rauchern und Alkoholikern sowie bei vielen anderen Erkrankungen. ( z.B. Bluthochdruck )


Antwort
von Kurpfalz67, 15

Woher hast du denn diese "Daten"?

An Diabetes verstirbt in der Regel kein Patient.

Ein Typ-2 Diabetiker entwickelt aufgrund des Diabetes sehr häufig kariovaskuläre Erkrankungen, die letztlich die Lebenserwartung stark reduzieren, weil das Risiko für Herzinfarkt oder Hirnschlag stark erhöht ist.

Ein Typ-1 Diabetiker hat schon eher ein Risiko an seinem Diabetes zu versterben, wenn er z.B. extrem Unterzuckert und ins Koma fällt.

Kommentar von user8787 ,

Hypoglykämisch bedingte Todesfolgen halten sich, statistisch gesehen, sehr in Grenzen. 

Interessant hier ist, das vor allem ältere Typ 2 Diabetiker in so bedrohliche Hypo-Kriesen geraten und nicht selten werden die von Medizinern sehr spät erst bemerkt . Keiner rechnet halt wirklich damit.

Das ist auch ein Grund, warum seit einigen Jahren BZ Messungen zum 1. Hilfe Standard gehören. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten