Frage von Katha1511, 33

Grundgesetz und pluralistische Gesellschaft?

Hallo, Wir hatten neulich im Powiunterricht die Frage "Was kann man für Folgen erwarten, wenn ein bestimmtes Thema aus dem politischen Entscheidungsprozess herausgehalten wird?" Allerdings wurde dies nicht richtig geklärt, doch trotzdem meinte mein Powi Lehrer, dass dies in der nächsten Klausur dran kommt. Kann mir vielleicht jemand das leicht und verständlich erklären? Danke im voraus für die Antwort

Antwort
von berkersheim, 10

Da ist eine ganze Palette von Reaktionen möglich, je nachdem, wie die Konstellationen sind. Aktuell kannst Du das Problem in den Wahlergebnissen der AfD studieren. Dann wird, wenn man ein Thema meint, nicht mit den Bürgern diskutieren zu können und es ihnen von oben überstülpen will, eine Partei stark, die keiner der Verhinderer wollte. Das ist ja jetzt ein bundesweiter Flächenbrand und den kannst Du aktuell weiterverfolgen, denn der ist noch lange nicht gelöscht. Es kann auch nur zu örtlichen Umbrüchen kommen wie bei "Stuttgart 21", wodurch die CDU in BaWü ihre Mehrheit an die Grünen verloren hat. Ausschlaggebend ist immer, wie sehr das missachtete Thema den Menschen auf den Nägeln brennt und in welcher Breite, lokal oder national.

Was die AfD angeht hast Du einen Vergleich. Da hat sich ja die ALFA abgespalten, die im Wesentlichen viele Punkte der AfD beibehalten haben, sich aber von der stärkeren nationalistischen Ausrichtung und Abwehr von mehr Zuwanderung fernhalten. Die sind im Gegensatz zur AfD unter ferner liefen und werden irgendwann in der Versenkung verschwinden. Die AfD dagegen wird nicht durch ihre Programmatik stark, sondern durch das Verhalten der Regierenden, dass diese ein Thema unter dem Teppisch halten wollten, das den Leuten auf den Nägeln brennt, soweit sie nicht vor Idealismus blind geworden sind. Und die verdrängten Probleme werden, so meine Meinung, eher schlimmer als besser.

Antwort
von xXNachtschatten, 2

Atomstrom istn super Beispiel: Atomstrom ist superbillig, WENN man die Entsorgung von Atommüll nicht auf den Preis rechnet.

Der Gesetzgeber fordert"eine sichere Lagerung über eine Million Jahre".
Mal Angenommen ein Ortschild mit der Aufschrift "Atommüll Endlager" wäre eine "sichere Lagerung". Wenn man alle hundert Jahre ein Ortschild neu aufstellen muss, weil das alte verblichen ist, oder sich die Sprache verändert hat kann man ausrechnen, das man 10000 Schilder benötigt. Und man benötigt den kleinsten Bauhof den man sich vorstellen kann. Mit einem einzigen Mitarbeiter. Was zahlt man diesem Mitarbeiter pro Stunde so?
Bei 50 Wochen im Jahr mit 35 Stunden Woche 1750 Arbeitstunden pro Jahr ergibt das 1750 Millionen Arbeitsstunden.
Die Atomindustrie hat 23 Milliarden € bezahlt und nun
verdient unser Sicherheitsbeauftragter mit Schwerpunkt Schildwechseln ~1,31€/Stunde.

Politik bedeutet nichts weiter,als "die Betrachtung der Lage". 
Ein Politiker macht also im Prinzip nichts anderes, als Dir zu erzählen, solange es Leute gibt, die für weniger als einem Euro und 31 Cent arbeiten gehen, ist alles im Lot.
Schau Dir am Abend vor der Klausur mal das Stichwort "Diätenerhöhung" an.
Oder dieses Strassenschild von vor 80 Jahren:

wiki-commons.genealogy.net/images/thumb/3/36/Pogegen_Schild.jpg/430px-Pogegen_Schild.jpg

Antwort
von atzef, 7

Die Frage ist viel zu allgemein und zu wenig eindeutig und selbsterklärend, um sie beantworten zu können.

Welches Thema, welche Art von Entscheidungsprozess?

Platt und banal: Wenn ein Thema nicht in einem politischen Entscheidungsprozess behandelt wird, dann wird zu diesem Thema eben keine Entscheidung getroffen. Das kann positive, negative oder gar keine Konsequenzen haben.


Antwort
von frischling15, 12

Dass irgend jemand dieses Thema aufgreift , und das nicht ganz wasserdichte Programm in Frage stellt !

Antwort
von kzumollegah, 4

Wenn der Bürger nur über Wahlen Einfluss nehmen kann, kann er ja nicht über spezielle Themen Einfluss ausüben, nach den Wahlen haben die Parteien ja eh wieder alles vergessen. Dies führt dazu, dass wenn die Elite mal so gnädig sein sollte, ein Referendum auszurufen, die Bevölkerung das Vorhaben der Regierung stellvertretend für die allgemeine Machtlosigkeit des Volkes, abschmettert: 

Beispiel Großbritannien: Hier wäre es wohl auch nicht zum Brexit gekommen, hätte das britische Volk schon vorher zu Themen Einfluss ausüben können. 

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