Frage von Eisenkoenig, 31

Große Angst vor Nabelbruch, wer kennt das?

Hallo,
Manchmal wenn ich zu schwere Sachen getragen habe, tut mir am Abend mein Bauchnabel weh, das dauert dann je nach dem über 8 Stunden.
In der Zeit kann ich nicht auf die Toilette gehen, mein Bauchnabel fängt beim Urinieren an zu ziehen, so gegen ende und die Schmerzen sind manchmal wenig, manchmal unerträglich :-(.
Den "Stuhl" kann ich da auch schon vergessen.
Schlafen kann ich dann auch nicht, erstens fällt es mir unnormal schwer mich hinzulegen, ihr könnt euch vielleicht denken wieso, zweitens habe ich totale Panikattacken, mein Herz rast weil ich weis das jede kleinste Bewegung zum ziehen führt, das sind dann die Horrormomente, ich habe dann auch große Angst weil ich daran denke das es noch schlimmer werden könnte und ich in die Notaufnahme eingewiesen werden muss, aber das Problem wäre, das ich alleine im Zimmer bin und mich keiner beim Hilfe rufen hören würde, weil erstens dadurch mein Nabel wieder zieht und zweitens meine Eltern 2 Zimmer weiter weg sind.
Das andere ist, das ich seit dem Problem am Bauchbereich sehr empfindlich geworden bin, ich habe angst zu duschen, angst das mir jemand gegen den Bauch schlägt, angst zu schwere Sachen zu heben.

Ich bin mittlerweile 17 Jahre alt und das hat sich immer nich nicht gebessert. Eine Beule habe ich nicht.
Der Chirurg hatte nicht mal 5min. Zeit mir zuzuhören und meinte nach kurzen abtasten(wobei ich sehr empfindlich bin) das eine Op nicht nötig wäre und ende :-(

Gibt es jemanden, der manchmal den selben Horror mitmachen muss?

Antwort
von ASRvw, 14

Moin.

Nun, erstens würde ich mir an Deiner Stelle mal einen anderen Arzt suchen. Es gibt durchaus Nabelhernien, die sich nicht durch eine äußerlich sichtbare Beule äußern. Die Diagnose erfolgt dort dann in der Regel per Sonographie. Die sollte bei Dir erst mal gemacht werden. Dazu solltest Du statt zum Chirurgen, mit Deinen Beschwerden erst mal beim Gastroenterologen vorstellig werden.

Denn gerade bei kleinen Bruchpforten besteht das Problem, dass sie a) sich nicht durch eine sichtbare äußere Beule äußern, b) dass in der Bruchpforte Teile des Darm eingeklemmt werden, was diese Art Hernie sehr schmerzhaft macht und c) es dort bei längerer Verschleppung zu einer Inkarzeration kommen kann. Letzteres heißt, dass das dort eingeklemmte Bauchorgan, in der Regel der Darm, dort einen meist bösartigen Tumor ausbilden kann. Das soll Dir jetzt keine Panik machen. Aber es ist eben möglich. Und gerade deswegen ist eine zeitnahe, bildgebende Diagnostik bei Dir erforderlich.

Was die OP einer Nabelhernie angeht, erfolgt diese in den meisten Fällen als Laparoskopie, also als Bauchhöhlenspiegelung. Dabei werden zwei Operationsinstrumente und ein Sichtinstrument in Vollnarkose durch drei kleine Schnitte in die Bauchhöhle eingebracht und mittels diesen das eingeklemmte Organ aus der Bruchpforte entfernt und die Bruchpforte anschließend mit einem Netzimplantat aus Kunststoff verschlossen, welches mittel kleinen Kunststoffhaken in der Bauchwand verankert wird.

In der Folge der OP musst Du drei bis vier Wochen einen stramm anliegenden Bauchgurt tragen. Eine weitere Folge der OP, bei der Deine Bauchhöhle zum "Platz schaffen" mit CO2 "aufgeblasen" wird, ist das Du ersten 36 Stunden nach der OP leichte Schmerzen in der Schulter verspürst. Ansonsten ist das Operationsgebiet nach Ende der Narkose weitgehend Schmerzfrei und ein leichtes Sticheln der Haken in der Bauchwand. Wenn die nach 3 bis 4 Wochen konsequent getragenem Bauchgurt voll eingewachsen sind, spürst Du sie nicht mehr.

Was Deine Angst angeht, im Patientenzimmer nicht um Hilfe rufen zu können, ist diese völlig unbegründet. Denn heute muss niemand mehr rufen. Man drückt einfach den Klingelknopf und eine Schwester kommt.

Angst vor dem Duschen brauchst Du ebenfalls nicht zu haben. Du solltest es nur vermeiden, großen Druck auf den Nabel und die umliegenden 5 cm auszuüben. Schweres Heben solltest Du allerdings bis zu einer abschließenden Klärung unterlassen. Ein Grund mehr, schnell den richtigen Arzt aufzusuchen.

Ich für meinen Teil habe inzwischen zwei Hernien-OPs hinter mir. Der eigentliche Nabelbruch war bei mir auch eher klein, die Beule gerade mal Erbsengroß. Die ersten zwei Wochen war dies recht schmerzhaft, aber als ich nach drei Wochen endlich meinen Arzttermin hatte, waren die Schmerzen weg. Folglich wurde erst mal nichts daran gemacht. Zwei Jahre später, nach einem erneuten, schweren Heben, kamen die Schmerzen umso heftiger zurück und blieben, was zu meiner ersten OP führte.

Nach der Netzimplantation folgten drei Beschwerdefreie Jahre, bevor ein erneutes schweres Heben beim Umzug einem Kollegen (alte Miele Waschmaschine) zwei der Haken aus der Bauchwand riss. Danach wurde in der zweiten OP das Kunststoffnetz durch eines aus Titangewebe ersetzt und mit der doppelten Anzahl an Haken verankert. Seitdem habe ich Ruhe mit diesem leidigen Thema.

Also: Ab zum Gastroenterologen, dort Deine Beschwerden schildern und auf einer Sonografie bestehen. Und dann Deine leidige Angst vergessen. Die ist völlig unnötig. Nach einer Hernien-OP in Laparoskopie wirst Du keinen großen Schmerzen haben.

Nur mach das bitte zeitnah und vermeide möglichst weiteres schweres Heben, weil sonst eine ggf. schon vorhandene Bruchstelle weiter aufreißen kann. Und das tut dann richtig weh. Deshalb zeitnah zum Facharzt.

- -
ASRvw de André

Kommentar von Eisenkoenig ,

Vielen dank Andre für deine Ausführliche Antwort,

Du meinst ich soll mit keine Sorgen machen?
Diese OP kann zu einer geringen Wahrscheinlichkeit tödlich enden, habe ich gelesen.

Zweitens habe ich noch ein paar Fragen,
wie war das mit der OP
Warst du auf Schmerzmittel?
Wie lange musstest du im Krankenhaus bleiben?
Hattest du direkt nach der OP schmerzen oder ein ziehen?
Wie bist du zur Toilette gegangen und hattest du da schmerzen beim Urinieren und beim Stuhl?
Wie geht es die heute?

Wäre echt toll wenn du mir diese Fragen auch noch beantwortest, denn das würde mir etwas Ruhe verschaffen.

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Du solltest das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber letztendlich kann jede OP tödlich enden. Narkosemittel-Allergie, Verletzung großer Blutgefäße, Infektionen. Die können bei jeder OP passieren. Aber im Rahmen einer Laparoskopie sind sie eine Ausnahme und betreffen etwa einen bis zwei von tausend.

Da gibt es ganz andere Kaliber. Zum Beispiel die Kausch-Whipple OP der Bauchspeicheldrüse. Dort liegt das Sterberisiko bei einem von fünf Operierten.

Ich hatte bereits einige größere OPs und nicht zuletzt eines Unfalls wegen komme ich aktuell auf 21 Vollnarkosen. Und ich lebe noch. Also gib nicht zuviel auf statistische Werte. Vertaue den Ärzten. Keiner von denen will, dass ihm sein Patient auf dem Tisch unter der Hand wegstirbt. Klar, es kommt trotzdem vor. Aber Dir kann auch, wenn Du das nächste Mal an einem Baugerüst vorbeigehst, ein Stein auf die Birne fallen.

Zu Deinen anderen Fragen:

Postoperativ war ich für die ersten 24 Stunden auf Tilidin. Das ist nach einer OP normal.

Im Krankenhaus war ich, den Aufnahmetag vor dem OP-Tag mitgerechnet vier Tage.

Direkt nach der OP war ich schmerzfrei. Wie gesagt, gibt es standardmäßig postoperativ Schmerzmittel. Meist als Infusion.

Was die Toilette nach der OP angeht. Urinieren im Stehen ist kein Problem. Stuhlgang ist ein Problem. Und zwar vor allem, weil Du Dich des Bauchgurtes wegen nicht so tief hinsetzen kannst. Im Krankenhaus gibt es dafür eine WC-Sitzerhöhung. Damit gehts. Aber die ersten zwei, drei Tage zu Hause wird das noch Probleme bereiten, insbesondere bei recht festem Stuhl. Aber da kann man mit Macrogol recht gut vorbeugen.

Nach der ersten OP, bis ich mir quasi mit Gewalt das Netz aus der Bauchwand gerissen habe und nach der zweiten OP ging es bzw. geht es mir gut. Spätestens vier Wochen Post-OP, wenn man den Gurt endlich ablegen darf, ist man Beschwerdefrei.

Wenn Du noch was fragen willst, tue Dir keinen Zwang an. Aber die Antwort wird etwas auf sich warten lassen. Ich gehe jetzt erst mal pennen ...

- -
ASRvw de André

Kommentar von Eisenkoenig ,

Als du dann schmerzfrei warst, hattest du dann schmerzen?

Hast du kein Problem beim Urinieren?
Bei mir ist das nehmlich das schlimmste von allen.

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Sag mal, willst Du mich hier irgendwie verarschen, oder was?

Als du dann schmerzfrei warst, hattest du dann schmerzen?

Wer Schmerzfrei ist, das sagt schon das Wort an sich, hat keine Schmerzen.

Und Probleme beim Urinieren habe ich persönlich nicht gehabt. Dazu kann ich Dir also nichts sagen.

- -
ASRvw de André

Antwort
von Lucielouuu, 31

Wie wäre es wenn du dir einen anderen Arzt suchst, der dich nochmal untersucht und mit dir alles abklärt. Ärzte sind nicht feinfühlig, das sollte dir bewusst sein. Wenn du ihm schon beim vereinbaren deines Termins den Grund sagst, warum du den Arzt aufsuchst, kann er sich dementsprechend vorbereiten bzw. hat schon mal ein grobes Bild.
Ggf. solltest du dich vielleicht in psychologische Hände geben.

Antwort
von Naevi72, 8

Hast Du mit deinen Eltern schon darüber gesprochen?

Deine Symptome, die du bzgl. deinem Bauch und v.a. deinem Nabel beschreibst, halte ich schon für dringend abklärungs- und gründlich untersuchungsbedürftig. Einen Nabelbruch würde ich da nun nicht von vorneherein ausschließen, auch wenn keine Vorwölbung zu sehen ist, ist ein solcher dennoch möglich. Ich rate dir auch dazu noch mal zu einem anderen Arzt (evt. zuerst zum Hausarzt?) zu gehen.

Antwort
von Pantom0008, 24

Nein ich habe solche Schmerzen nicht. Hältst du denn deinen Rücken gerade wenn du schwere Sachen hebst? Ich würde auch mal zum normalen Hausarzt gehen, der schickt dich dann sicher zu einem Facharzt. Denn Normal ist das nicht. 

Und was ist das für Arzt der keine Zeit hat? Ich würde mir einen anderen suchen.

Kommentar von Eisenkoenig ,

Danke für deine schnelle Antwort, ja ich habe vergessen zu erwähnen das ich einen Rundrücken habe, mit Skoliose, es kann gut sein das es davon kommt.

Kommentar von Pantom0008 ,

Dann würde ich zum Arzt und zum Physiotherapeuten gehen.

Antwort
von veronicapaco, 22

Geh am besten mal zu deinen Hausarzt. Der kann sich mehr Zeit für dich nehmen.

Antwort
von Blaeckjak, 10

Was sagt denn dein Hausarzt dazu ?

Den solltest du diese Frage einmal stellen und dann möglichst, dich stets daran erinnern, wenn du was Scheres tragen sollst und es am besten lässt .

Dann nimm du die Noten und nicht das Klavier, wie es so schön heißt .

Geh zu deinem Hausarzt !

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