Griechische archäologie studieren, Voraussetzungen?

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3 Antworten

Für die klassische Archäologie reicht in der Regel ein Abitur. Oft stehen zwar auch Latinum, Graecum sowie wissenschaftsrelevante Fremdsprachen (Englisch, Französisch) unter den Voraussetzungen, doch diese kann man in der Regel im Laufe des Studiums erwerben und muss sie dann zu einem bestimmten Punkt nachweisen. - Das musst du aber von Uni zu Uni separat checken, weil das überall etwas anders gehandhabt wird.

Günstig ist also auf jeden Fall ein Abi in Englisch und/oder Französisch und vielleicht sogar ein Latinum.

Beruflich vor Ort wirst du im Rahmen deines Studiums wahrscheinlich schon gelegentlich über Exkursionen sein. Wenn du wirklich an den Stätten der alten Griechen und Römer forschen willst, dann könnte es aber auch von Vorteil sein, Arabisch, Türkisch, Spanisch, Italienisch oder Neu-Griechisch zu können. Ich könnte mir vorstellen, dass das die Forschungsaufenthalte etwas vereinfacht.

Diese Sprachen (Arabisch/Türkisch/Spanisch/Italienisch/Neu-Griechisch) sind aber mit Sicherheit nicht Bestandteil des Studiums, du kannst sie aber sicher an der Uni nebenbei erlernen und dürftest damit ein paar kleine Vorteile haben.

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Kommentar von BuchLover
18.07.2016, 20:51

Danke für die Antwort, ich bin leider kein so großer Sprachen Fan. Ich habe 2. Fremdsprache Spanisch vielleicht versuch ich selbst ein wenig Latein oder so zu lernen

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Kommentar von BuchLover
19.07.2016, 08:09

mit "ein wenig " meinte ich schon genügend, also ich beschäftige mich dann auch ein bisschen mehr damit.

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Was du meinst, heißt Klassische Archäologie, heute meist in Kombination mit anderen archäologischen Disziplinen als Archäologische Wissenschaften o.ä. studierbar.

Deine Fächer im Abi sind irrelevant, je mehr Sprachen du beherrschst, desto besser. Englisch ist unerlässlich, je nach Uni können an irgendeinem Punkt Latein und Altgriechisch gefordert werden. Französisch ist mehr als wünschenswert. Wer sich mit der Archäologie Griechenlands beschäftigen will, kommt - und das dürfte nun wirklich nicht überraschen - ohne Neugriechisch spätestens vor Ort nicht mehr allzu weit.

An Voraussetzungen sollte man in der Archäologie generell ein gutes Gedächtnis für Formen und Proportionen haben und Abweichungen von diesen rasch erkennen können. Dreidimensionales Vorstellungsvermögen ist ebenfalls unerlässlich. Eigenständiges Denken, Erfassen von Zusammenhängen und Kombinationsgabe brauchst du ebenfalls. Das Erstellen und Interpretieren technischer Zeichnungen wird eine große Rolle spielen. Dazu kommt zumindest ein grobes Verständnis verschiedener naturwissenschaftlicher Zusammenhänge und Arbeitsmethoden.

Mindestens genauso wichtig wie der Rest ist mächtig viel Frustrationstoleranz. Die Stellensituation im Fach ist mehr als überschaubar. Spätestens nach dem Studium werden einst gute Freunde zu mißgünstigen, reissenden Bestien. Gute Noten und Können allein bringen dich nicht weiter. Um im Fach auch nur eine befristete Stelle zu bekommen, braucht man gute Verbindungen zu anderen Wissenschaftlern und muss zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Dazu gehört auch eine ordentliche Portion Glück.

Ohne all diese Punkte wirst du jenseits einer Lehrgrabung nicht in Griechenland arbeiten können. Und selbst wenn alles gut läuft: Wer bietet Stellen im Fach in Griechenland? Außer dem Deutschen Archäologischen Institut kaum jemand. Und so viele Stellen gibt es dort nicht. Einige Institute deutscher Universitäten haben Grabungen in Griechenland, aber auch hier ist die Zahl überschaubar.

Ich würde dir dringend raten, mehrere Praktika im Fach zu machen, auch in der praktischen Archäologie in Deutschland. Stell einen Realitätsabgleich her, ob das, was du dir unter dem Fach vorstellst, auch etwas mit der Wirklichkeit im Fach zu tun hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Traum ein Traum bleibt, ist hoch. Wer im und nach dem Studium flexibel bleibt und in der Lage ist, sich in andere archäologische Disziplinen einzuarbeiten, kann und im Zweifelsfall auch geneigt ist, die bei klassischen Archäologen oft verpönte Drecksarbeit zu machen, kann seine Möglichkeiten zumindest erweitern.

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Diese Fächer die man sich fürs Abi zusammenwählen kann sind ne feine Sache aber keine Grundvoraussetzung für ein Studium.
Eine Uni wird dich nicht ablehnen weil du die Fächer nicht hast und du wirst auch inhaltlich nicht großartig hinterher sein.
Diese Fächer sind allerdings sehr geschickt, damit man schon mal merkt was einem so liegt.
Wenn du da altgriechisch oder latein hattest und das mega interessant fandest ist das ein toller Wegweiser aber nicht mehr.

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