Frage von Phil2407, 88

Greift die Haftpflicht bei Handyschaden durch Vater?

Guten Tag,

Habe mir vor 3 Tagen das Samsung S7 EDGE geholt. Voller Stolz zeigte ich es meinem Vater. Dieser ließ es auf Knochensteinpflaster fallen. Die Spuren beim S7 Edge klar sichtbar. Das Glas hat oben Rechts einen Sprung. Sowie unten Links einen kleinen Riss und eine Fette Macke im Rahmen. Kosten für die Reperatur ca. 400€

Mein Vater wohnt getrennt. Bin über meine Mom versichert und dort gemeldet. Greift die Haftpflicht meines Vaters?

LG Philip

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Handy, 43

Eine Haftpflicht zahlt nur Schäden, die anderen Personen zugefügt worden sind. Lebt diese Person im selben Hausstand, greift die Versicherung meist nicht. Aufschluß bietet das Kleingedruckte / AGB's unter der Rubrik " Haftungsausschlüsse", oder frage einen Mitarbeiter der Hotline der Versicherung.

Kommentar von Phil2407 ,

Wie oben beschrieben wohnt mein Vater seit einigen Jahren nichtmehr in meinem Haushalt. Aber es wurde ja schon beschrieben das der Haftungsausschluss auch für Verwandte 1. Grades giltet.

Antwort
von RudiRatlos67, 33

Reichlich dummes Zeugs was hier geschrieben wurde....

Zunächst mal, Antwort NEIN die Hafgtpflichtversicherung Deines Vatersw deckt den Schaden in diesem Fall nicht, der Grund ist aber ein anderer als hier so vielfach beschrieben.

Grundsätzlich kann die Versicherung Deines Vaters schon Deckung für Schäden gegen Dich enthalten, aber nur wenn Du nicht zum Kreis der versicherbaren Personen gehörst. Dazu darf Dein Vater keine Familienhaftpflichtversicherung sondern nur eine Singlehaftpflichtversicherung besitzen und / oder Du müsstest Deine Ausbildung seit mindestens einem Jahr beendet haben. Ansonsten sind leibliche/adoptierte Kinder auch als Gast in den allermeisten Tarifen mitversichert.

Selbst wenn diese Ausschlusskriterien erfüllt wären, ist eine Deckung nicht möglich. damit dein Vater überhaupt haftpflichtig sein kann, muss er gegen den
§ 823 BGB versotßen haben, der da lautet:


(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die
Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines
anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus
entstehenden Schadens verpflichtet.

Dein Vater hat zwar fahrlässig gehandelt, aber nicht wiederrechtlich. Damit ist der Fall für jede Haftpflichtversicherung erledigt. Allenfalls wird sie Deine Ansprüche gegen Deinen Vater abwehren, das ist aber auch alles.

Kommentar von Loroth ,

Hallo,

warum sollte der Begriff der "widerrechtlichen Beschädigung" hier nicht gegeben sein.

Eine nicht-widerrechtliche Beschädigung wäre doch - vereinfacht und i.a.R. - nur dann gegeben, wenn der Besitzer einer Sache mit der Beschädigung einverstanden ist. Bsp.: "Hack doch mal Holz für den Kamin." In so einem Fall wird das Holz mit Vorsatz beschädigt, aber eben nicht widerrechtlich.

Im vorliegenden Fall ist eine solche Voraussetzung aber sicherlich nicht gegeben, oder?

Im Übrigen stimme ich aber zu: Es ist sehr bedenklich, mit welchem pawlow´schen Reflex häufig der Ausschlussgrund "mitversicherte Personen" angeführt wird, sobald es um Schäden von Familienangehörigen geht...

Kommentar von RudiRatlos67 ,

die Wierrechtlichkeit ist nicht gegeben, da der Besitzer dem Vater das Handy übergeben hat. Mit der Übergabe nimmt er auch in kauf, das es dem Vater genauso wie ihm selbst aus der Hand rutschen kann.

Es geht nicht darum das man mit der Beschädigung einverstanden ist, sondern das man mit der Benutzung eines dritten einverstanden ist und damit trotzdem die Gefahr an der Sache trägt.

Kommentar von Loroth ,

Okay, dann sind wir uns in dieser Sache uneins. ;-)

Einen derartigen - stillschweigenden -Haftungsausschluß sehe ich hier als nicht gegeben: Zwar ist die Übergabe zweifelsfrei einvernehmlich, dies alleine hebt die Widerrechtlichkeit einer Beschädigung durch den Vater aber nicht auf.  Und dass mit der Übergabe - quasi automatisch - ein Haftungsverzicht des Handybesitzers verbunden ist, dafür sehe ich hier kein Anzeichen.

Von derartigen Haftungsbeschränkungen geht man zumeist nur aus, wenn mit der damit verbundenen Handlung auch ein potentieller Vorteil für den eventuell Geschädigten entsteht. Dies ist zum Beispiel bei Gefälligkeitshandlungen u. U. gegeben.

Im vorliegenden Fall hat der Handybesitzer von der Übergabe des Handys an seinen Vater aber keinen Vorteil. Warum also sollte er - wie gesagt stillschweigend - die Haftung des Vaters bei einer schuldhaften Beschädigung des Handy einschränken?

P.S.: Dass man hier einmal gegensätzlich über ein Thema diskutieren kann, ohne dass gleich jede Sachlichkeit verloren geht, empfinde ich als sehr wohltuend. Bitte weiter so.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Ich will die Diskussion ja gern weiter führen.... natürlich sachlich.... Leider kann ich keine weiteren Argumente für oder gegen den Fall anführen, da die Rechtslage aus meiner Sicht ziemlich eindeutig ist.

Hätte der Vater sich das Handy zur Benutzung ausgeliehen, würde sich die rechtliche Seite anderes darstellen. In dem Moment wo er (nur Er... aber noch lange nicht seine Versicherung)  nach dem Handy verlangt ist er auch für Schäden schadensersatzpflichtig. Dann wiederrum handelt es sich aber rechtlich um einen Schaden an seinem eigenen Besitz. Er trägt solange er das Handy in Händen hält auch das finanzielle Risiko an der Sache und es ist in dem Fall von Seiner Hausratversicherung (auch nur die guten Tarife) gegen die Gefahren der Hausratversicherung geschützt. Von seiner Privathaftpflicht nur wenn er den Einschluss "Schäden an geliehenen oder gemieteten Sachen" eingeschlossen hat. 

In diesem Fall liegt aber ein anderer Sachverhalt zugrunde... Halt mal eben... oder Schau mal.... geht vom Gefahrträger aus der um die Besichtigung oder die Obhut bittet und wenn dabei etwas passiert kann er niemenden dafür haftbar machen. Zeig mal.... würde daran auch nichts ändern, ausser es läge ein geschäftlicher Hintergrund zugrunde. In dem Fall müsst eine betriebliche Haftpflchtversicherung den Schaden unter Abzug der vereinbarten Selbstbeteiligung zahlen.

Kommentar von Loroth ,

Halt mal eben... oder Schau mal.... geht vom Gefahrträger aus der um die
Besichtigung oder die Obhut bittet und wenn dabei etwas passiert kann
er niemenden dafür haftbar machen.

Durchaus interessanter Aspekt. Und wenn (!) der Vorgang sich tatsächlich so abgespielt hat, dass der Vater das Handy gänzlich ohne eigenen Antrieb erhalten hat (also ohne "Zeig mal her"), dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dass dies für die Haftungsverteilung Auswirkungen hat.

Zwei Aspekte gebe ich aber zu bedenken:

1.) Es ist m.A.n. aber auch in dieser Konstellation zweifelhaft, ob durch den Umstand, dass der Sohn dem Vater das Handy auf komplett eigenen Antrieb hin übergeben hat, bereits ein vollständiger Haftungsausschluß gegeben ist. Schließlich durfte er zu Recht davon ausgehen, dass - gerade aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein nagelneues Gerät handelt - der Vater besonders pfleglich mit dem Handy umgehen würde. Allenfalls käme in diesem besonderen Fall eventuell eine Haftungsverteilung in Frage.

2.) Ob es umgekehrt eine sinngemäße "Zeig-mal-her"-Aufforderung des Vaters gegeben hat oder nicht, geht leider aus dem Ursprungspost nicht hervor. Im Gegensatz zu Dir bin ich der Meinung, dass eine solche Aufforderung aber - analog zu 1.) - sehr wolh Auswirkungen auf die Haftungsfrage haben kann. Und zwar eben weil mit einer solchen Bitte um Aushändigung des Handys dem Vater sehr wohl auch das Beschädigungsrisiko bewusst sein muss.

Aber so spannend (oder auch nicht *g*) das Thema auch sein mag, in aller-, allerletzter Konsequenz ist die Frage wahrscheinlich nur juristisch zu klären.

Und da erscheint es sinnvoller, dass der VN bzw. sein Vater den Schaden einfach einmal der Schadenabteilung meldet. Im für den TO besten Fall sieht der zuständige "Schädling" eine Haftungsgrundlage ebenso als gegeben an wie die notwendige Deckung und reguliert den Schaden. (Wobei die Tatsache, dass es sich um ein fabrikneues, quasi unbenutztes Gerät handelt, dem AS zum Vorteil gereicht. Kann man doch eventuell Betrugsabsichten zum Großteil ausschließen...)

Antwort
von ponyfliege, 45

nein. die privatehaftpflicht greift nicht.

in der regel steht im kleingedruckten ein ausschluss für den schadensersatz für erwachsene personen, die im gleichen haushalt leben, sowie für verwandte ersten grades, auch wenn sie nicht im gleichen haushalt leben.

da gabs einfach zuviel betrugsversuche.

du hast hoffentlich eine versicherung für dein telefon abgeschlossen - da wäre der schaden dann versichert. das blosse fallenlassen ist ja nicht grob fahrlässig.

Kommentar von Phil2407 ,

Leider keine Handyversicherung... Handy ist 3 Tage alt und somit hatte ich keine Zeit diese abzuschließen.

Danke

Antwort
von Roquetas, 43

Dein Vater sollte mal in die AGBs seiner Versicherung nachschauen.Dort steht bestimmt etwas darüber, dass geliehen Sachen nicht ersetzt werden.

Du hast Deinem in dem Moment der Übergabe geliehen, also wird die Versicherung nicht dafür aufkommen.

Kommentar von Loroth ,

Du hast Deinem in dem Moment der Übergabe geliehen, also wird die Versicherung nicht dafür aufkommen.

Nein, der Begriff der "Leihe" ist eben nicht automatisch schon dann erfüllt, wenn man jemandem sein Handy nur einmal übergibt...

Antwort
von fiibue, 30

Leider nein, die Privathaftlich deines Vater greift nicht bei Handyschaden ein, außer es sei Vertraglich zusätzlich geregelt. Deshalb gibt es auch eine Zusatzhandyversicherung.

Bei Fragen geb ich gerne weitere antworten.

Lg

Kommentar von Loroth ,

Es gibt keinen Ausschlussgrund "Handys". Die Begründung ist somit falsch, sorry.

Antwort
von chongzi, 30

Knochenstein? Vielleicht Kopftsein? Egal, aber muss dich leider enttäuschen, die Versicherung wird das nicht übernehmen. Da es eindeutig seine Schuld ist, soll er halt privat für den Schaden aufkommen. 

Antwort
von Phil2407, 14

Vielen Dank für eure Antworten. Ich sehe schon verdammt doofe Situation... Heißt hätte mein Vater das Handy einfach genommen und es dann fallen gelassen wäre das mit der Haftpflicht gegangen da mein vater nicht bei mir wohnt. Da merkt man wieder diese Logik des deutschen Staates... Naja muss ich halt selber Zahlen - danke nochmals LG Philip

Kommentar von Loroth ,

Nicht so schnell.

Wie die Antwort von RudiRatlos zeigt, besteht durchaus noch die Möglichkeit, dass der Schaden sehr wohl versichert sein kann.

Von daher kann sich eine Schadenmeldung durchaus noch lohnen, ehe man allzu früh die Flinte ins Korn wirft...

(Zumal einige Antworten hier zu Unrecht einen Grund für eine Ablehnung suggerieren...)

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