Gravitation - eine unendliche Kraft ohne Treibstoff (auch Magnetismus)?

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9 Antworten

Ich bin zwar ein Laie, aber versuche mal ein paar Kleinigkeiten zu erläutern.

Aktueller Stand ist ja, dass Energie an sich nicht verbraucht wird, sondern umgewandelt wird. Wenn wir von Energieverbrauch sprechen, meinen wir damit, dass sich Energie von einer nützlichen Form in eine unnützlichen Form wandelt (Paradebeispiel ist eigentlich die Glühbirne, die elektrische Energie in Licht und Wärme wandelt und gerade die Wärme als Müll bezeichnet wird).

Zur Gravitation muss man vielleicht wissen, dass sie stärker wird, wenn die Masse zunimmt. Ein Uranatom hat also eine höhere Gravitation als ein Wasserstoffatom, denn ein Uranatomkern hat eine wesentlich höhere Kernladungszahl als ein Wasserstoffatomkern. Die Kernladungszahl beschreibt die Anzahl der Protonen im Kern eines Atoms, welche den Großteil der Masse ausmachen (mitsamt den Neutronen). Im Periodensystem der Elemente findet man also quasi leichte Elemente vorne und schwere hinten.

Schwere Elemente mussten nach dem Urknall erst durch Kernfusion entstehen. Unmittelbar nach dem Urknall haben sich dann die ersten Protonen gebildet (aus Elementarteilchen wie Quarks und Gluonen) und zu den Protonen fanden sich dann die ersten Elektronen, welche ebenfalls nach aktuellem Stand Elementarteilchen sind. Somit gab es direkt nach dem Urknall überwiegenden nur Wasserstoff, etwas Helium und kaum nennenswerte Mengen Lithium, Beryllium und man munkelt auch Bor. Danach brauchten wir eben jene Gravitation, die auch die leichten Elemente schon "erzeugten".

Durch die zugebenermaßen recht geringe Gravitation (auf die Atome bezogen) bildeten sich quasi erste Wasserstoffwölkchen. Jetzt muss man Wissen: Gravitation kann unendlich weit wirken, breitet sich nach jetzigem Stand mit Lichtgeschwindigkeit aus, nimmt aber ab, je weiter man sich vom Graviation ausstrahlenden Objekt entfernt. Die Wolke zog also nach und nach weitere Wasserstoffatome an, bis ihre Masse in der Gesamtheit groß genug war um Kernfusion zu betreiben - der erste Stern war geboren. Im Stern werden dann Elemente bis Eisen erzeugt. Bei Kernfusionprozessen bis Eisen wird auch wieder die Umwandlung der Energie klar. Nehmen wir die beiden Wasserstoffatomkerne, die zu Helium fusionieren. Ein Heliumatomkern hat insgesamt etwas weniger Masse als zwei Wasserstoffatomkerne, was passiert dann mit dem Rest? Naja wer sich einen Stern ansieht, der weiß, dass daraus Wärme, Licht und Strahlung ensteht. Ab Eisen benötigt man aber um Kernfusion zu betreiben zusätzliche Energie von Außen, die oft erst beim Ableben des Sterns bzw. einer Supernova zur Verfügung gestellt wird. Daher weiß man auch, dass die erstene Sterngeneration keine terrestischen Planeten als Trabanten haben konnte. Um einen Planeten wie die Erde erschaffen zu können, muss also ein Stern schon sein Leben gelassen haben :)

Daher wissen wir: Masse erzeugt Gravitation und je größter die Masse ist, desto stärker ist die Schwerkraft. Masse entstand aber aus bisher unbekannten Gründen durch den Urknall. Eventuell würde man zu diesem Zeitpunkt einen Prozess finden, der eine andere Energieform in Masse wandelt, den wir aber natürlich nicht kennen.

Über das Higgs-Boson kann ich leider nicht allzuviel sagen, da die Elementarteilchenphysik nicht gerade mein Thema ist. Es soll irgendwie beschreiben, warum Masse Gravitation erzeugt. Wir Laien erkennen ja, nur dass sie es tut - quasi als physikalisches Gesetz. Masse und Gravitation irgendwie miteinander gekoppelt ist. Da muss ich mich aber selber erst mal weiter reinfuchsen. Zudem ist sicherlich die Lösung der Dunklen Energie hilfreich um Gravitation vollends zu verstehen. Etwas sorgt dafür, dass sich Objekte immer weiter voneinander entfernen, beobachtbar aufgrund der Rotverschiebung die nachweist, dass Galaxien sich in ihrer Gesamtheit voneinander entfernen. Irgendwas wirkt also gegen diese Gravitation und das Problem ist, es wirkt immer schneller und stärker. Wir nennen es als Arbeitstitel Dunkle Energie, aber im Grunde haben wir nicht ansatzweise einen Schimmer, was diese Beobachtungen verursacht. Ich schätze, dass diese Wissen ein Schlüssel zum weiteren Verständnis wäre.

Soweit erst mal. Ich hoffe ich erschlage dich nicht mit dem Text :D

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Kommentar von IBAxhascox
29.07.2016, 11:27

Also was ich eigentlich wissen will: Die Gravitations-Energie wird ja nicht wirklich eine andere Energie Form... denn wenn ich von der Erde angezogen werde, hat die Erde mehr Gravitation (weil ich ihre Masse erhöhe) und ich könnte in meinem Fall zur Erde auch noch wärme erzeugen (Luftwiederstand, oder wenn ich mit meinem Gewicht ein Generator antreibe). Stimmt das soweit? Also hat sich die Gravitationsenergie nicht verringert, aber ich habe andere Energie "produziert".

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gravitation ist lediglich eine kraft. und da arbeit kraft mal weg ist, muss um arbeit zu leisten auch ein weg zurück gelegt werden. das heißt irgendwer oder irgendwas müsste zu nächst mal die arbeit da rein investiert haben, irgendwas entgegen dieser kraft zu bewegen...

das kann eine pumpe in einem pumpspeicherkraftwerk sein, die wasser hoch pumpt, oder die bayrische hausfrau, die die gewichte ihrer kukuksuhr wieder hoch zieht...

lg, Anna

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Gravitation eine Energie aufbraucht

Mal davon abgesehen, dass Energie nie (!) aufgebraucht wird, sondern nur die Form wechselt, wissen wir nicht, was Gravitation eigentlich ist.

Trotzdem darf man davon ausgehen, keine Wirkung ohne Ursache. Eine unendliche Kraft kann es daher nicht geben.

Immerhin weiß man, von welchen Faktoren die Stärke diese Kraft abhängt.

Würde man einen Kometen pulverisieren, wäre auch dessen Gravitation "weg" bzw. unter der Nachweisgrenze. Heißt die Energie, welche die Materie in zusammengeballter Form inne hatte, wird nicht mehr in Gravitation gewandelt, sondern in eine andere Form.

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Energie lässt sich wandeln und nicht "aufbrauchen". Und "unendliche Kraft ohne Treibstoff" ergibt schlicht keinen Sinn. Reale Kräfte sind endlich und haben nichts mit Treibstoff zu tun. Man zieht auch nichts "mit Gravitation an".

Im Gravitationsfeld lässt sich kinetische in potentielle Energie (Lageenergie) wandeln und umgekehrt. 

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An sich wird durch Erdanziehung keine Energie verbraucht. Man lässt einen Stein fallen...Stein kommt auf dem Boden auf. Um den Stein aber wieder von der Erdoberfläche anzuheben wird mehr Energie verbraucht, als man Theoretisch vorher gewonnen hat.

Gleiches Prinzip auch bei Magneten.


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Wo Objekte beschleunigt werden, entstehen Gravitationswellen - und die reduzieren die Masse der beschleunigten Objekte sehr wohl.

Jede Gravitationswelle ist eine sich durch den Raum mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitende Portion von Gravitationsenergie.

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Kommentar von grtgrt
30.07.2016, 11:08

Gravitationswellen hat man zunächst nur theoretisch gekannt: Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie sagt ihre Existenz voraus (wobei aber selbst Einstein nicht sicher war, dass sie tatsächlich existieren).

Experimentell nachgewiesen wurde ihre Existenz erst im Herbst 2015: Die damals als Erschütterung unserer Erde gemessenen Gravitationswellen waren extrem stark und entstanden durch den Zusammenstoß zweier Schwarzer Löcher, deren eines 36 mal und deren anderes 29 mal so viel Masse wie unsere Sonne hatte. Nach dem Zusammenstoß aber hatte das Schwarze Loch, zu dem sie verschmolzen, nur noch 62 mal so viel Masse wie unsere Sonne. Etwa 3 Sonnenmassen also hatten sich in Gravitationsenergie verwandelt.

https://urknall-weltall-leben.de/images/downloads/publikationen/LIGO.pdf .


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Massen ziehen eban anderen massen an umso gößer die Masse umso größer seinen Gravitation

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Kommentar von IBAxhascox
29.07.2016, 01:04

wow das hab ich jetzt doch noch nicht gewusst. -_- ja aber damit kann man ja zb strom erzeugen.

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Kommentar von max230
29.07.2016, 01:15

am ja klar ... z.b. Wasserkraft werke

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Wird dabei nicht die Energie des Urknalls verbraucht bei dem alles auseinandergeballert wurde?

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Kommentar von IBAxhascox
29.07.2016, 01:04

gute idee ^^ danke

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