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Gott ist tot Theologie. Was ist das?

gefragt von TealCTealC am 03.08.2009 um 20:51 Uhr

Ich habe letztens diesen Begriff im zusammenhang mit der 60er Jahren der US Geschichte gehört. Es wurde nicht weiter drauf eingegangen. Also habe ich schon bei verschieden Seiten geguckt. Leider habe ich keine richtige/zufriedenstellende Antwort bekommen. Was bedeutet Gott ist tot Theologie? Ist das eine Glaubensrichtung? Wird dies irgendwo praktiziert? Thx für Antworten! gzn. TealC


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veganAlicia
beantwortet von veganAlicia am 3. August 2009 21:02
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Wikipedia:Der Titel des Time-Magazins vom 8. April 1966 und der Leitartikel bezogen sich auf eine Bewegung in der US-amerikanischen Theologie, die in den 1960er Jahren unter dem Schlagwort „death of God“ bekannt wurde. Die Gott-ist-tot-Theologie ist nach einem Nietzsche-Zitat benannt, das sich u.a. in Aphorismus 125 der Fröhlichen Wissenschaft findet. Sie wird manchmal auch als „Theothanatologie“ bezeichnet, was aus den griechischen Begriffen theos („Gott“) und thanatos („Tod“) herzuleiten ist.

Die Hauptvertreter dieser Theologie waren die christlichen Theologen Gabriel Vahanian, Paul van Buren, William Hamilton und Thomas J. J. Altizer sowie Rabbi Richard Rubenstein.

1961 wurde Vahanians Buch The death of God publiziert. Vahanian erklärte, die moderne säkulare Kultur habe jeden Sinn für das Sakrale verloren, kenne keine sakramentale Bedeutung, kein transzendentes Ziel oder Vorsehung. Er folgerte, für den modernen Geist sei Gott tot. In Vahanians Vision ist eine transformierte nachchristliche und postmoderne Kultur nötig, um eine erneuerte Erfahrung des Göttlichen zu schaffen.

Van Buren und Hamilton stimmten darin überein, der Begriff der Transzendenz habe jede Bedeutung im modernen Denken verloren. Nach dessen Normen ist Gott tot. Als Antwort auf diesen Zusammenbruch der Transzendenz boten Van Buren und Hamilton säkularen Menschen die Entscheidung für Jesus als dem vorbildlichen Menschen an, der in Liebe handelte. Die Begegnung mit dem Christus des Glaubens werde in einer kirchlichen Gemeinschaft eröffnet.

Altizer schlug eine radikale Theologie des Todes Gottes vor, die sich auf William Blake, Hegelsches Denken und Nietzsches Ideen stützte. Er begriff Theologie als eine Form der Poesie, in der die Immanenz (Gegenwart) Gottes in Glaubensgemeinschaften erfahren werden könne. Jedoch erkannte er nicht mehr die Möglichkeit an, an einen transzendenten Gott zu glauben. Altizer schloss, dass Gott in Christus Mensch geworden sei und seinen immanenten Geist weiter gegeben habe, der auch nach dem Tod Jesu in der Welt blieb, womit er im Gegensatz zu neutestamentlichen Aussagen wie 1 Petr 1,2 EU stand. Anders als Nietzsche glaubte Altizer, Gott sei wirklich gestorben. Er wird als der führende Vertreter der Gott-ist-tot-Theologie angesehen.

Der jüdische Denker Richard Rubenstein, dem unter anderem die Prägung des Begriffs Genozid zugeschrieben wird, versuchte die Schockwirkung des Holocaust auf radikale Weise zu durchdenken. Auf der Grundlage der Kabbalah hielt er im formalen Sinn daran fest, dass Gott bei der Erschaffung der Welt „gestorben“ sei. Jedoch argumentierte er, für die moderne jüdische Kultur sei der Tod Gottes in Auschwitz eingetreten. Obwohl dieser nicht im wörtlichen Sinn an diesem Punkt geschah, war es der Zeitpunkt, an dem die Menschheit zu dem Gedanken erwachte, dass ein theistischer Gott nicht existiere. In Rubensteins Werk war es nicht länger möglich, an einen Gott des Abraham-Bunds zu glauben, der der allmächtige Urheber des historischen Dramas ist, denn dann müsse Hit. sein unwissentliches Werkzeug sein. Auch die Lehre der Erwählung des jüdischen Volks gibt er auf, es hat keine entscheidende Rolle in der Heilsgeschichte, der Gott der Geschichte ist gestorben. Die Natur lässt individuelle Formen entstehen und negiert sie. Dieser Sinn für das Tragische oder auch die Ironie menschlicher Existenz wirkt technologischer und ideologischer Hybris entgegen.[1] Rubenstein steht Nietzsches Idee der ewigen Wiederkehr nahe, von der dieser sagte: „Es ist die wissenschaftlichste aller möglichen Hypothesen. Wir leugnen Schluß-Ziele: hätte das Dasein eins, so müßte es erreicht sein.“[2]

Hier sieht sich Rubenstein im Gegensatz zu Altizer, der an der christlichen Eschatologie festhält: In Jesus ist der Messias gekommen, und „wir wissen, dass er in seinem Wort gegenwärtig ist, und dieses Wort versöhnt die Welt mit sich selbst.“[3] Die „Inkarnation bleibt ein zentrales historisches und theologisches Ereignis, das es unmöglich macht, an einen transzendenten Gott zu glauben; Gott ist in die Geschichte gestorben. Stattdessen ist die Inkarnation - als reales und anhaltendes Ereignis - das Versprechen und die Möglichkeit der letztlichen Transformation und Erlösung der Welt im Hier und Jetzt.“[4] Sie ist ein kontinuierlicher Prozess des Heiligen, das profan wird, und der Auferstehung des Profanen in einer schließlich heiligen Form.

Vertreter außerhalb der USA waren der anglikanische Bischof John A. T. Robinson und die deutsche Theologin Dorothee Sölle. Sie waren u.a. beeinflusst durch Dietrich Bonhoeffers Frage nach einem religionslosen Christentum.

Nachwirkungen und Kritik [Bearbeiten] Das Anliegen der Gott-ist-tot-Theologie stößt bis heute in weiten Teilen der christlichen Kirchen auf Unverständnis und Ablehnung. Dagegen sehen Stephen R. Haynes und John K. Roth darin eine neue Art der Verbindung zwischen theologischer Reflexion und gegenwärtiger Erfahrung. Besonders das Nachdenken über den Holocaust bewerten sie als Impuls zu einem Gespräch derjenigen, die an der Beziehung von Theologie auf das Überleben der Menschheit interessiert sind.[5]

Hubert G. Locke kritisiert die weiße, westlich orientierte Perspektive und weist darauf hin, dass etwa Harvey Cox in Stadt ohne Gott?[6] die Erfahrungen der religiös geprägten afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung ignoriert. Der Tod Gottes sei in der Theologie im gleichen Jahrzehnt proklamiert worden, in dem schwarze Christen ihre politische Motivation aus dem Glauben an den Gott des Exodus bezogen. Schwarze und radikale Theologen lasen Bonhoeffer auf ganz unterschiedliche Weise. Während diese die Mündigkeit der Welt betonten, die ohne Gott auskomme, hörten jene seinen Ruf zum Leiden mit Christus in der Geschichte. Obwohl der Holocaust die Fortschrittsidee der Aufklärung zur Parodie habe verkommen lassen, hätten radikale Theologen die Illusion westlicher Humanität nicht aufgegeben, sondern es weniger beunruhigend gefunden, den endgültigen Untergang eines Gottes zu verkünden, den die westliche Tradition intellektuell nutzlos fand.[7]

Gerade angesichts von „Auschwitz, Hiroshima und der Südafrikanischen Union“[8] halten jüdische Theologen wie Arthur Lelyveld, Norman Lamm, Emil Fackenheim oder Eugene Borowitz transzendente Normen für notwendig:

„Und hier stehen wir, gefangen und eingesperrt in ein Paradox: Wenn solche schrecklichen Dinge geschehen, wie können wir an Gott glauben? Aber wenn wir nicht an Ihn glauben als den Maßstab, der unsere menschlichen, bestialischen, animalischen Neigungen übersteigt und von uns verlangt, mehr zu sein als wir sein möchten, warum protestieren wir so sehr? Wir lehnen uns auf, weil wir wissen, dass wir mehr sind als das, als was wir uns sehen, dass wir ständig danach streben müssen, mehr zu sein als wir sind, dass die menschliche Geschichte nicht weitergehen darf wie bisher. Gott verlangt das von uns, selbst wenn wir mit Ihm streiten.[9]“

Kommentar von 2db70fafa42bd848629f8684b91f90a4smallTealC am 3. August 2009 21:12

Ich wollte NICHT Wikipedia! Deswegen habe ich hier gefragt.

Kommentar von B691f2417e6415f064daaa48b52e72cbsmallveganAlicia am 3. August 2009 21:21

Wieso ist doch informativ. Ich glaube nicht das es dir jemand anderes erklären kann. Wollt mir ja bloß Mühe geben dir zu helfen.

Kommentar von 77d38bd1b5a106d41b59d39348b81510smallNowka am 22. November 2009 22:41

diese schreibe ist intellektueller dünschiß,den alle fragen um gott herum kann man nicht mit dem verstand bearbeiten (da kleckert man sich etwas zusammen, was ungeheuer logisch ist, aber wirklichkeitsfremd)


Eldor
beantwortet von Eldor am 4. August 2009 13:17
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Nach den Erfahrungen von Ausschwitz (und den anderen KZs) fiel es vielen Menschen schwer, noch an Gott zu glauben. "Gott ist tot", war daher in den 60-ger Jahren eine überzeugende Erklärung. Durch Dorothee Sölle ist die im Rheinland bekannter geworden. Es fehlte einfach die kritische Auseinandersetzung mit dem Verhalten der beiden großen christlichen Kirchen zum Dritten Reich in der Öffentlichkeit.

Parallel dazu lief ein ganz heftiger Streit zwischen "Alarm um die Bibel"-Anhängern und Bultmann-Schülern.

Grundlegend ist die Frage nach der politischen Haltung der Kirche. Die Antwort ist selbst heute noch nicht da.

Kommentar von Simple_avatar4smallevangelista am 4. August 2009 14:03

In meinem Beitrag habe ich nur allgemein auf den Hintergrund hingewiesen. Du hast sehr ausführlich die Stimmung der 60er Jahr dargelegt. Deshalb finde ich Deiner Erklärung sehr gut.


veganAlicia
beantwortet von veganAlicia am 3. August 2009 20:53
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Vielleicht war das auf Elvis bezogen??????????????Wann ist der gestorben??? Glaube nicht das es was mit einer Glaubensrichtung zu tun hat.oder was soll denn "praktiziert"?

Kommentar von 2db70fafa42bd848629f8684b91f90a4smallTealC am 3. August 2009 20:54

Ich dachte, dass das vllt. ein Glaubensrichtung ist. Vllt. ist praktiziert das Falsche Wort.

Kommentar von B691f2417e6415f064daaa48b52e72cbsmallveganAlicia am 3. August 2009 20:57

Ich habe das noch nie gehört. Nach Theologie hört sich das eigentlich nicht an. Ich googel mal gleich, damit ich verstehen kann, was du meinst


drpest
beantwortet von drpest am 3. August 2009 20:57
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das ist keine theologie, das ist realität

Kommentar von 77d38bd1b5a106d41b59d39348b81510smallNowka am 22. November 2009 22:39

aber nur für dich und deine genossen, die so denken wie du.

diese frage ist herzenssache und keine verstandessache (falsches werkzeug)


baer1
beantwortet von baer1 am 3. August 2009 21:00
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Stammt von Friedrich Nietzsche.Zaratustra.


evangelista
beantwortet von evangelista am 4. August 2009 10:59
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Es gibt zu dieser GOTT TOT Aussage zwei Aussprüche.

Der eine lautet: "GOTT IST TOT." Nietzsche.

Der andere lautet: "NIETZSCHE IST TOT." Gott.

  1. DIE BEGRÜNDUNG FÜR "GOTT IST TOT". Diese Behauptung, dass GOTT TOT SEI, hat wohl Nietzsche aufgestellt, wurde aber in den 60er Jahren erneut populär, weil Leute im Hinblick des 2. Weltkrieges zu der Auffassung gelangt sind, wenn es einen Gott gäbe, dann hätte Er nicht teilnahmslos den Gräueltaten der Nazis zuschauen können.

Diese Schlussfolgerung ist kein Beweis, dass es Gott nicht gibt.

Genauso ist das Argument falsch, dass Gott hätte eingreifen müssen, um den Verbrechen der Menschen Einhalt zu gebieten.

  1. KONSEQUENZEN FÜR DAS EINGREIFEN GOTTES Wenn wir diesen Gedanken konsequent weiterdenken hätte das zur Folge, dass Gott bei jedem Verstoß seiner Ordnung sofort eingreifen müsste. Das würde bedeuten, dass die Menschen sofort für ihre verkehrten Handlungen bestraft würden.

Sie hätten damit keine Chance mehr auf Vergebung und auch nicht die Möglichkeit ihr verkehrtes Handeln zu ändern.

Diese GNADE wird dem Menschen aber eingeräumt, damit sie sich ändern können. Wenn es diese ZEIT der GNADE nicht geben würde, hätte kein Mensch mehr die CHANCE auf ERLÖSUNG.

  1. GOTTES EINGREIFEN ZUR ZEIT DES ALTEN T. Anderseits finden wir in der alttestamentlichen Zeit das Eingreifen Gottes, wenn Menschen trotz gegebener GNADEN ZEIT sich nicht von ihrer verkehrten Lebensweise abgewandt haben.

Aufgrund ihres beibehaltenen verkehrten Lebenswandel kam es zur SINTFLUT, wurde SODOM und GOMORRA zerstört, wurden Völker in Palästina im Auftrag Gottes bestraft, bzw. vernichtet, wurde Babylon zur Rechenschaft gezogen, aber auch das Volk Israel wurde wegen ihrer Untreue und ihres Götzendienstes nicht verschont.

  1. WIDERSPRÜCHLICHE AUFFASSUNGEN. Interessant dabei ist zu sehen, dass dieses Eingreifen Gottes in der alttestamentlichen Zeit heute von Humanisten und Atheisten auf das Schärfste verurteilt wird.

Für sie ist deshalb Gott ein grausamer und blutrünstiger Despot, weil Er die Menschen bestraft hat.

Wir sehen also, dass es gegenteilige Positionen gibt:

A. Die einen Leugnen die EXISTENZ GOTTES, weil ER nicht die GREUELTATEN der Nazis verhindert.

B. Die anderen lehnen Gott wieder ab, weil Er eingegriffen und die Menschen zur Rechenschaft gezogen hat.

Egal was also Gott macht: Es wird in den Augen bestimmter Menschen immer falsch sein.

Deshalb ist es notwendig das richtige Gottesbild zu haben.

GOTT ist weder ein DESPOT, wenn Er die Menschen zur Verantwortung zieht, noch wird mit seinem NICHT-EINGREIFEN bewiesen, dass Er nicht existiert.

  1. GOTTES HERRSCHAFT GRÜNDET SICH AUF RECHT, GERECHTIGKEIT UND GNADE. In der Bibel können wir sehen, dass sich die HERRSCHAFT GOTTES auf RECHT, GERECHTIGKEIT und GNADE gründet.

Das wird an vielen praktischen Beispielen in der Bibel veranschaulicht.

Den HÖHEPUNKT finden wir im KREUZESTOD CHRISTI. ER ist für das UNRECHT der MENSCHEN GESTORBEN.

Weil Gott GERECHT ist kann Er auch nicht das UNRECHT ungestraft lassen.

Deshalb hatte Gott zwei Möglichkeiten offen:

A. Er bestraft den Menschen für das begangene Unrecht, oder ein anderer übernimmt diese Strafe. Wenn Gott den Menschen retten wollte, dann musste Er den zweiten Weg wählen.

B. Indem Christus für unser Unrecht gestorben ist kann Gott den Menschen zugleich begnadigen. Auf diese Weise kann Er die Menschen vor dem Endgericht bewahren.

GOTT hat immer wieder in dieser Welt eingegriffen, aber auf seine Weise. Er weiß am Besten was zu tun ist.

Wir können die Gewissheit haben, dass Er nichts Falsches macht. Er wird auch zu gegebener Zeit die Menschen für ihr UNRECHT zur VERANTWORTUNG ziehen.

Aber Er gibt den Menschen auch eine ZEIT DER GNADE, d.h. Er gibt jedem eine CHANCE seine GNADE in Anspruch zu nehmen und auch die Gelegenheit ihr Leben zu ändern.

Auf seine Gerechtigkeit und Gnade können wir uns verlassen, aber wir dürfen auch die Gewissheit haben, dass kein begangenes Unrecht in dieser Welt ungestraft bleiben wird.

WEIL GOTT EXISTIERT KÖNNEN WIR GERECHTIGKEIT UND GNADE ERWARTEN. Getrost dürfen wir Ihm das GERICHT überlassen, weil Er ein gerechter Richter ist.

Kommentar von B043ae9a3a111615e02b444c6737b100smallHarterkampfer am 6. August 2009 00:47

Evangelista, Gerechtigkeit ändert sich laufend! Ein gerechter Mensch unserer Zeit wird nicht auf die Idee kommen, einen anderen auf die starre Weise zu bestrafen, wie es vor 2.000 oder 3.000 Jahren üblich war! Er wird einen Mitarbeiter für eine Verfehlung vielleicht umsetzten, oder ihm eine andere Arbeit zuweisen – aber nicht auspeitschen. Bei einem dringen benötigten Angestellten oder Geschäftspartner wird er vielleicht gänzlich auf Bestrafung verzichten. Ein Kinderschänder dagegen wird (hoffentlich) lebenslang in Sicherungsverwahrung geschickt. Ein Seitensprung wiederum wird gar nicht bestraft, da unsere Auffassung sich grundlegend geändert hat…

Wenn der Mensch schon seine Auffassung von Bestrafung laufend ändert, wie sollte da nicht Gott seine Ansicht anpassen können?

Also, im Rechtsverständnis des heutigen Europa hat ein Gott keinen Platz, der im Falle einer menschlichen Verfehlung nicht anders kann, als eine festgelegte Strafe zu verhängen und zu vollstrecken! Der sein Strafbedürfnis nicht zurückstellen kann. Solch ein zwanghaftes Verhalten ist entweder krank oder kulturell zurückgeblieben hinter der gegenwärtigen Realität! Wir kennen dieses Motiv des zwanghaften und unaufhaltbaren Vergeltungsbedürfnisses von den Ehrenmorden her. Woher kommt dieses Verständnis? Aus der alten Tradition des Orient! Und das ist, was mir diese christliche Gottesauffassung so unglaubwürdig macht : ich sehe darin nichts Göttliches, sondern ein Stück orientalische Kultur vor 2.000 und 3.000 Jahren! Ein Gott, der nicht von seiner Vorstellung ablassen kann, Blut fließen zu lassen, wenn ein Vergehen vorliegt, der ist von Gestern, der besitzt in meinen Augen keine Autorität!

Kommentar von Simple_avatar9smallTobias87 am 8. Oktober 2009 16:14

"Gott ist tot" ist eine der vielen Metaphern Nietzsches und nicht wörtlich zu nehmen, wie ohnehin vieles bei Nietzsche nicht wörtlich zu nehmen ist: Im Zarathustra schreibt er u. a. von Taranteln und Kreuzspinnen, meint damit aber Kommunisten und Priester. Laut Nietzsche ist Gott einerseits von den Menschen seines Zeitalters getötet worden, andererseits an seinem Mitleid für diese gestorben. Was er damit - wiederum metaphorisch - ausdrücken möchte, ist, dass die Menschen sich aufgrund der Schlechtigkeit der Welt und des Leids in ihr von Gott abwenden, die angeblich göttlichen Gebote als menschengemacht sehen und infolgedessen sie ebenso wie jede andere Ethik als nur bedingt gültig betrachten. Auf dieser Grundlage lässt sich auch verstehen, wieso der Tod Gottes erst den Übermenschen ermöglicht, der in einer "Umwertung aller Werte" sämtliche Normen, Gebote usw. hinterfragt und gänzlich nach eigenen Grundsätzen lebt. "Gott ist tot" ist also zu lesen als: "Die Religion hat ihre beherrschende Rolle in der Gesellschaft verloren und die Menschen emanzipieren sich von religiösen Vorstellungen." Eine ziemlich zutreffende Beschreibung, die von der Frage nach der Existenz Gottes gänzlich unberührt ist.


Kirisiyana
beantwortet von Kirisiyana am 5. August 2009 14:14
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"Gott ist tot" ist eine andere Aussage als "Gott gibt es nicht". Der Tod Gottes setzt voraus, dass es ihn gibt oder gab. Deshalb kann man im Zusammenhang der Aussage "Gott ist tot" überhaupt von Theologie sprechen.

Die Aissage ist also im strengen Sinne keine atheistische. Weietre Fragen schließen sich an: Warum ist er gestorben? Wann? Wo?

Möglich Antworten: Wegen Auschwitz. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Gräuel. In Herz und Gedanken der Menschen.

Und noch eine Frage: trauert jemand um ihn? Ich hörte, Nietzsche, der Urheber dieses Satzes, tat es.

Genaueres kann man sicher in der Primär- und Sekundärliteratur zum Thema finden.


morus
beantwortet von morus am 4. August 2009 20:38
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Die sogenannte Gott-ist-tot-Theologie, die seit den Sechzigerjahren von Amerika auf unseren Kontinent übergegriffen hat, wollte zeigen, dass der tote Gott die Signatur der Gegenwart ist. Dem steht freilich die andere Feststellung gegenüber, dass nach wenigen Jahren die Gott-ist-tot-Theologie am Sterben ist.

Wenn der kämpferische Atheismus seit der Mitte des 19. Jahrhunderts behauptet, es gebe keinen Gott, so etwas wie Gott habe keinen angebbaren Sinn, wenn ein Gottlosenmuseum errichtet wird, wenn der Atheismus zum Parteidogma erhoben wird, so wird auf diese Weise dem Worte "Gott" zur weiteren Existenz verholfen. Karl Marx hat gemeint, dass auch der Atheismus verschwinden werde, also das Wort "Gott" selbst - bejahend oder verneinend gebraucht - nicht mehr auftreten werde. Die Geschichte zeigt uns aber, dass das Wort "Gott" bestehen bleibt. Der Mensch erfährt sich als Wesen der Transzendenz, Verantwortung und Freiheit, das über sich hinausweist auf ein höheres Wesen, das wir Gott nennen. Würde der Mensch das Wort Gott nicht mehr sprechen können, "so würde er aufhören, Mensch zu sein. Er hätte sich zurückgekreuzt zum findigen Tier." "Eigentlich existiert der Mensch nur als Mensch, wo er wenigstens als Frage, wenigstens als verneinende und verneinte Frage „Gott“ sagt. Der absolute, selbst seine Vergangenheit tilgende Tod des Wortes „Gott“ wäre das von niemandem mehr gehörte Signal, dass der Mensch selbst gestorben ist" (K. Rahner) Von der Seite www.zum.de

Kommentar von 8d755ac3d5bb9127d76fdc5e04308e45smallGALLARIAOY am 27. November 2009 04:45

Könnten wir nicht sagen, der GOTT der Religionen ist tot, weil es den noch nie gegeben hat. Nur der wahre GOTT lebt noch immer, denn würde er nicht im Leben stehen, wären wir menschlich Irdischen auch nicht mehr. GALLARIAOY


anonym
beantwortet von Prausi am 5. August 2009 15:44
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Theologie bedeutet ja wörtlich übersetzt: Rede von Gott bzw. Lehre von /über Gott. Wenn Gott also tot ist, kann ich nichts weiter über ihn sagen. Besser wäre es daher von der "Gott ist tot-Philosophie" zu sprechen.

Diesen philosophischen Satz "Gott ist tot" hat vor allem Nietzsche vertreten und darauf seine Philosophie vom Übermenschen aufgebaut.

Wenn Gott tot ist, hat er keinen Einfluss (mehr) auf das,was in der Welt geschieht. Dann ist der Mensch allein für alles verantwortlich und auch nur sich selbst gegenüber verantwortlich. Sein Lebenssinn muss sich aus dem erschließen, was ihm hier auf Erden widerfährt.

Soweit in Kürze dazu. Ich selbst möchte noch hinzufügen, dass ich an Gott glaube, meinen Sinn in meinem Leben mit Gott finde und Gott als sehr lebendig erfahre.


ClintLeonPowers
beantwortet von ClintLeonPowers am 22. September 2009 15:02
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Hat auch nur einer Gott tot gesehen? Hat auch nur ein Mensch je Gott gesehen? Diese "Gott ist tot Theorie" ist zum Auswachsen. Nur weil wir Gott nicht sehen, heißt dies nicht, dass es ihn nicht gibt oder dass er tot ist.


Nowka
beantwortet von Nowka am 22. November 2009 22:37
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der philosph "nietzsche" fand in seinem ganzen leben keine antwort auf die frage: wer ist gott?

und so prägte er das geflügelte wort: GOTT IST TOD!

anschließend wurde er wahnsinnig.

Kommentar von 87659cf9337b5f07a504a64cf70e0ad8smallSolipsist am 23. November 2009 00:41

-.-

Kommentar von 8d755ac3d5bb9127d76fdc5e04308e45smallGALLARIAOY am 27. November 2009 04:47

Was willst du mit deiner Antwort ausdrücken!? Wer nicht erkennt, wer oder was GOTT ist, wird wahnsinnig!? GALLARIAOY


GALLARIAOY
beantwortet von GALLARIAOY am 27. November 2009 04:42
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GOTT hat, nach unserer Lebensphilosophie mit Theologie nichts zu tun, weil GOTT mit der Theologie nicht erfasst werden kann. Theologie ist letztlich nur ein Studium, wo man angeblich lernt, was GOTT ist. Herausgekommen ist nur der GOTT der Religionen, der mehr als zweifelhaft ist. Wer sich mit GOTT auseinander setzen will, muss sich auf diesen GOTT einstellen, besser mit seinen Auswirkungen in Resonanz gehen, um zu erfahren, was GOTT sein könnte. Die Mystiker, wie z.B. eine Meister Eckehart, hatten offensichtlich diesen so genannten Gotteskontakt, jedoch nicht der derzeitige Papst der Katholiken, der nur in Dogmen groß geworden ist, und in Dogmen lebt. GALLARIAOY


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