Frage von apfelheld, 242

GMX Abzocke - Widerspruch wie richtig eingelegt?

Hallo, meine Eltern haben hier ein Schreiben vom 11.08.2016 (Erstellungsdatum) von den BID AG (Bayerischer Inkasso Dienst) erhalten. In diesem werden sie zur Zahlung einer Forderung der 1&1 Mail & Media GmbH über 120,31€ (inkl. Inkassogebühren), bis zum 21.08.2016 aufgefordert?

Ich werde jetzt nachfolgendes Musterschreiben der Verbraucherzentralle an die 1&1 Mail & Media GmbH schicken. http://www.verbraucherzentrale.de/mediabig/218141A.pdf

Frage ist grad, ob der Widerspruch an die 1&1 Mail & Media GmbH oder an das Inkassounternehmen direkt zu richten ist?

Und wie sollte dieses am besten versandt werden? Bei einem Einschreiben mit Rückschein kann die Annahme verweigert werden? Daher werde auch noch zusätzlich per Fax mit Statusbericht abschicken.

Würde mich über weitere Tipp's freuen.

Antwort
von franneck1989, 181

Der Musterbrief ist gut, den emfehle ich auch immer. Ich würde den ans Inkasso schicken, und zwar per Einschreiben (ohne Rückschein). Den Einlieferungsbeleg hebst du auf. Nach ein paar Tagen kann man sich dann auch die Sendungsverfolgung nochmal ausdrucken. Parallel dazu ein Fax mit Statusbericht, und du bist so ziemlich auf der sicheren Seite.

In der Folge ist dann nur noch wichtig: Bitte einem gerichtlichen Mahnbescheid widersprechen! Alles andere kann kommentarlos ignoriert werden..

Kommentar von apfelheld ,

Danke für den Hinweis mit dem gerichtlichen Mahnbescheid. Habe darüber auch bereits auf einigen anderen Webseiten gelesen.

Kommentar von apfelheld ,

Sicher - Einschreiben ohne Rückschein?

Leider wird hier nirgendwo im Schreiben eine FAX-Nummer angegeben, so dass man sich nicht noch zusätzlich absichern kann.

Bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob das Schreiben an GMX oder das Inkassounternehmen richten soll oder eventuell direkt an beide.

Kommentar von franneck1989 ,

Ja - ein Einschreiben mit Rückschein bringt keine zusätzliche Sicherheit, aber dafür die Gefahr dass der Empfänger es einfach nicht annimmt oder nicht abholt.

Das Schreiben sollte zumindest an den gehen, der sich jetzt gemeldet hat - also das Inkasso. Eine Kopie kannst du auch an GMX schicken.

Kommentar von apfelheld ,

Werde direkt beide GMX und das Inkassounternehmen anschreiben. Was meint Ihr so OK? Oder womöglich doch lieber direkt die Verbraucherzentrale aufzusuchen.

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Schreiben an das Inkassounternehmen (Einschreiben und Fax)

BID Bayerischer Inkasso Dienst AG 
Weichengereuth 26 
96450 Coburg 

Ortxxx, 17.08.2016

Ihre unberechtigte Forderung Kunden-Nr. (1&1 Mail & Media GmbH): K77xxxxxxxxx / Email: xxxxxxxxx@gmx.de Inkasso-Nr. (BID AG, Weichengereuth 26, 96450 Coburg): 51xxxxxxxxxA 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

mit Schreiben vom 11.8.2016 machen Sie einen Betrag in Höhe von 120,31 Euro für die angebliche Inanspruchnahme einer Internet-Serviceleistung gegen mich geltend.

Rest wie im Musterschreiben von der Verbraucherzentrale

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Schreiben an 1&1 Mail & Media GmbH (Einschreiben und Fax)

1&1 Mail & Media GmbH
Elgendorfer Straße 57
56410 Montabaur 

Ortxxx, 17.08.2016 

Ihre unberechtigte Forderung Kunden-Nr. (1&1 Mail & Media GmbH): K77xxxxxxxxx / Email: xxxxxxxxx@gmx.de Inkasso-Nr. (BID AG, Weichengereuth 26, 96450 Coburg): 51xxxxxxxxxA 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

mit Schreiben vom 11.08.2016 von der BID AG (Bayerischer Inkasso Dienst AG) wurde ich darüber unterrichtet, dass Sie einen Betrag in Höhe von 37,44 Euro (bzw. insgesamt 120,31 Euro inkl. Inkassogebühren) für die angebliche Inanspruchnahme einer Internet-Serviceleistung gegen mich geltend machen.

Rest wie im Musterschreiben von der Verbraucherzentrale

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Hier nochmal der Rest aus dem Musterschreiben der Verbraucherzentrale:

Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich keinen entsprechenden kostenpflichtigen Vertrag mit Ihnen abgeschlossen habe. Sollten Sie anderer Meinung sein, so weisen Sie mir bitte nach, wann, wie und zu welchen Bedingungen es zu einem Vertragsschluss gekommen sein soll.

Ich bestreite, dass der Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages auf der betroffenen Internetseite überhaupt hinreichend kenntlich gemacht war, da ich in Kenntnis dieser Umstände keine Bestellung getätigt hätte. Insofern mache ich Sie auf Ihre Beweislast dahingehend aufmerksam, dass Sie mir unmittelbar vor Abgabe meiner angeblichen Bestellung klar und verständlich in hervorgehobener Weise Informationen über die wesentlichen Merkmale der Dienstleistung, die Mindestlaufzeit des Vertrages sowie den Preis zur Verfügung gestellt haben und dass sich aus der Beschriftung der Schaltfläche zur Abgabe der Bestellung eindeutig die Kostenpflichtigkeit des Vertrages ergab. Ein Vertrag dürfte gemäß § 312j Abs. 4 BGB gar nicht zustande gekommen sein.

Ich erkläre hiermit hilfsweise den Widerruf des angeblich abgeschlossenen Vertrags nach den Vorschriften für Fernabsatzgeschäfte und die Anfechtung wegen arglistiger
Täuschung. Höchst vorsorglich erkläre ich die Anfechtung wegen eines Irrtums über den Inhalt der abgegebenen Willenserklärungen sowie die Kündigung des Vertrags.

Da es sich nunmehr um eine bestrittene Forderung handelt, weise ich ausdrücklich auf die Unzulässigkeit einer Übermittlung von Daten an Auskunfteien gem. § 28a Abs. 1 Nr. 4d Bundesdatenschutzgesetz hin. Bei Zuwiderhandlungen behalte ich mir alle in Betracht kommenden rechtlichen Schritte gegen Sie vor.

Eine Zahlung werde ich nicht vornehmen.

Mit freundlichen Grüßen

xxxxxxx

Antwort
von car123k, 166

Ihr müsst den Brief an die Inkasso Stelle schicken. Hatte auch schon mal Probleme mit gmx. Bin zuerst zur Polizei Anzeige erstatten. Hatte alle Unterlagen dass die Forderung zu Unrecht besteht. Hab dann das Aktenzeichen der Inkasso Stelle gegeben. Dann war Ruhe. Wär gut wenn ihr auch entsprechende Unterlagen zu eurer Entlastung habt

Antwort
von apfelheld, 109

Heute kam ein Antwortschreiben von GMX / 1&1 Mail & Media GmbH, die Rechnung wurde storniert und die Inkassokosten werden von denen übernommen. 

Der Musterbrief der Verbraucherzentrale ist direkt an die 1&1 Mail & Media GmbH zu richten. Habe den Brief ja an 1&1 und auch an das Inkassounternehmen per Einschreiben und FAX geschickt. Vom Inkasso kam lediglich ein Schreiben, dass die Forderung weiterhin zu begleichen ist.

So ein Saftladen. Frage mich echt wieso die sowas überhaupt machen. Aber anscheinend loht es sich, da es wohl genug Leute gibt, die diese unberechtigten Forderungen direkt zahlen, so wie meine Eltern auch direkt dazu bereit waren.

Habe jetzt erst mal alle GMX-Account in der Familie gelöscht und bereits einigen im Bekanntenkreis dazu geraten und werde es weiterhin tun ;-)

Ebenfalls habe ich nun seit 2004 mein DSL- & Telefon-Anschluss bei 1&1 und war bisher auch recht zufrieden damit, so dass ich mittlerweile mindestens 10 Leute davon überzeugt hatte, dort Ihren DSL-Vertrag abzuschließen. Davon wird auch nur noch abgeraten ;-)

Werde wohl zu Vodafone wechseln. Finde die super kulant, z.B. Vertrag über einen Drittanbieter abgeschlossen und im kleingedruckten übersehen, dass der monatliche Rabatt auf die Grundgebühr nur bei Aktivierung der Sim-Karte vor einem bestimmten Datum gewährt wird. Was eigentlich gar nicht möglich war, weil die Karte erst ca. eine Woche nach dem Stichtag zugeschickt wurde. Habe Vodafone damals kurz über Facebook angeschrieben, wurde daraufhin zurückgerufen und habe den Rabatt nun doch jeden Monat. 

Und als z.B. vor ca. 3 Monaten umgezogen bin und dabei für den Umzug meines 1&1 DSl-Vertrages ca. 60€ gezahlt habe, da hatte ich bei 1&1 Angerufen, ob die mir für die Zeit bis zur Freischaltung in ca. 2 Wochen nicht meine 1&1 Sim-Karte (FritzBox und UMTS-Stick sind vorhanden) so einrichten könnten, dass ich darüber ins Internet kann. Lt. Support (habe mehrmals angerufen) geht das nicht, wollten einen UMTS-Vertrag andrehen. Habe mir dann überlegt bei ALDI eine Prepaid-Sim zu kaufen und mit der Tagesflat (1,99€ täglich mit 1GB Highspeed-Volumen, hätte ich bei 14 Tagen insgesamt 27,86€ gezahlt). Stand schon auf dem ALDI-Parkplatz, habe dann doch noch kurz die Vodafone-Hotline angerufen, der Mitarbeiter hat mir direkt für nur 5€ für die 2 Wochen unbegrenztes Datenvolumen freigeschaltet. Bin dann immer per Tethering ins Internet, aber die Verbindung war top. Nur noch 6 Monate dann wird gewechselt und nie wieder 1&1 ;-)

Antwort
von klugshicer, 107

Viel geschreibsel und wenig Inhalt - lass mich raten: Irgend einer von euch hat einen sogenannten "Freemail-Account" bei GMX und hat auf diesen Button geklickt wo man für 3 Monate ein kostenloses Premium-Paket bekommt.

Wenn man nach drei Monaten nicht rechtzeitig kündig, dann hat man dieses blöde Jahres-Abo an der Backe.....

Und aus so einem Abo resultieren nun die Forderungen die von der BID AG eingetrieben werden sollen?

GMX hat es zeitweise unterlassen den Abschluss des Vertrages mit einem Button auszuführen, der die Beschriftung "kostenpflichtig Bestellen" enthält und es gab im Jahr 2012 auch schon eine Abmahnung gegen GMX von der Verbraucherzentrale.

Die wesentliche Frage wäre, ob zum Zeitpunkt als das Abo abgeschlossen wurde der Abschluss als kostenpflichtig gekennzeichnet war? Wenn nein dann ist möglicher Weise gar kein Vertrag zu Stande gekommen und die Forderung ist unberechtigt - dieses würde ich dann an GMX schreiben.

Kommentar von apfelheld ,

Das können wir ja nicht nachprüfen, da wir bei GMX nie wissentlich ein Abo abgeschlossen haben.

Kommentar von klugshicer ,

Dann könnte es schwierig werden den entsprechenden Nachweis zu führen. In irgend einer Mahnung oder Rechnung sollte aber ein Datum zu finden sein, ab dem abgerechnet wird.

Dann könnte man die Zeit zurück rechnen und im Internet recherchieren, ob sich GMX an die entsprechenden Regeln gehalten hat (ich denke dass sie das nicht gemacht haben).

Ich selber nutze Freemailer wie GMX und WEB.DE übrigens nur über richtige Email-Clients wie Thunderbird - da ist die Gefahr dass man irgendwo falsch klickt wesentlich geringer.

Im übrigen frage ich mich, warum überhaupt noch jemand GMX oder WEB.de nutzt - wo doch inzwischen jeder Internet-Provider seinen Kunden einen kostenlosen Email-Account anbietet.

Antwort
von Keehh, 121

Einschreiben ist schon der richtige Weg, die werden die Annahme nicht verweigern.

Jedoch ist fraglich ob das Sinn macht. Übers Internet können rechtlich gültige Verträge geschlossen werden. GMX gehört ja zu web.de und ich nutze web und da werden oft irgendwelche vermeintlich schönen "Gratis" Angebote beim Postfach angezeigt die man anklicken kann. Aber drunter steht noch klein dass es ab dem so und so Monat geld kostet. Wenn deine Eltern ausversehen nicht alles gelesen haben ist leider ein Vertrag zu stande gekommen.

Probieren würde ich es mit dem Widerspruch, gut möglich das die aber nicht locker lassen

Kommentar von apfelheld ,

Naja, meine Eltern sind sich sicher, dass sie kein Abo abgeschlossen haben. Sie rufen die eMails lediglich alle paar Monate, über Windows-Mail ab und dann meist nur im meinem Beisein oder wenn mein Bruder dabei ist. Weil sie sich wie gesagt mit den ganzen Dingen nicht auskennen.

Es gab vorher auch kein Mahnschreiben oder Ähnliches. Sie haben von dem Abo erst jetzt durch das Inkassounternehmen erfahren. 

Kommentar von franneck1989 ,

GMX gehört ja zu web.de und ich nutze web und da werden oft irgendwelche
vermeintlich schönen "Gratis" Angebote beim Postfach angezeigt die man
anklicken kann

Da kommen keine wasserdichten Verträge zustande. GMX ist auch nicht daran interessiert das ganze vor Gericht zu bringen.

Antwort
von Peter501, 98

Um sicher zu gehen würde ich den Vordruck der Verbraucherzentrale fertig stellen und 3x ausdrucken.1x für deine Akte,1x für 1 & 1 in Einschreiben mit Rückschein und 1x für GMX zur Kenntnisnahme.

Ich vermute ganz stark,dass dir GMX mitteilen wird,dass ihrerseits keine Forderungen bestehen. 
1&1 ist für diese Praxis bekannt.

Kommentar von apfelheld ,

Danke für den Tipp. Genau so mache ich das gleich auch.

Bringt es eigentlich etwas gegen die beiden Firmen bei der Polizei Anzeige zu erstatten? So wie es der User car123k gemacht hat?

Kommentar von Peter501 ,

Dann sollte aber gesicherte Erkenntnis bestehen,dass wirklich kein Vertrag abgeschlossen wurde.

Kommentar von apfelheld ,

Sry. ist grad doch nicht ganz klar.

"1x für deine Akte,1x für 1 & 1 in Einschreiben mit Rückschein und 1x für GMX zur Kenntnisnahme"

Vielleicht so?

1) Widerspruch per Einschreiben an 1&1 Mail & Media GmbH

2) Per Einschreiben zur Kenntnisnahme an die BID AG (Inkassofirma)

3) für die Unterlagen

Kommentar von Peter501 ,

Oh ja,so ist es richtig,sorry.

Kommentar von apfelheld ,

So ein Mist, mir fehlt gerade die Angabe eines Datums für den Widerspruch, da ich von GMX nie irgend ein Schreiben oder sonstiges erhalten habe.

Die an das Inkasso übergebene Forderung von 1&1/GMX (ohne Zinsen 0,37€, Bankrücklastkosten in Höhe von 15€ - eine Bankverbindung wurde nie mitgeteilt und Inkassogebühren) beläuft sich auf 37,44€.

Könnte man den ersten Absatz aus dem Musterschreiben der Verbraucherzentrale eventuell auch folgendermaßen anpassen?

Sehr geehrte Damen und Herren, 
mit Schreiben vom 11.08.2016 von der BID AG (Bayerischer Inkasso Dienst AG) wurde ich darüber unterrichtet, dass Sie einen Betrag in Höhe von 37,44 Euro (bzw. insgesamt 120,31 Euro inkl. Inkassogebühren) für die angebliche Inanspruchnahme einer Internet-Serviceleistung gegen mich geltend machen.

Kommentar von Peter501 ,

Das sollte auch so korrekt sein.Wenn du nichts anderes hast kannst du dich ja auch auf nichts anderes berufen.

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