nissaja am 02.01.2009 um 19:15 Uhr
Habe heute von Patienten ein Glückschwein aus Marzipan geschenkt bekommen zum Neuen Jahr. Frag mich - und jetzt Euch - warum das Schwein als Glückssymbol genommen wird, wo ihm doch sonst eher negative Dinge zugeschrieben werden. (Dreckschwein; dummes Schwein etc.) LG nissaja

Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen, wie es zum Schwein als Glücksymbol kam. Der Begriff "Schwein haben" bedeutet eigentlich, unerwartetes oder unverdientes Glück zu erhalten. Laut dem Deutschen Sprichwörter-Lexikon bedeutet "Schweineglück" haben = neidischer Ausdruck für unverdientes Glück. Die Herkunft dieser Redewendung kommt warscheinlich aus dem Mittelalter. Damals erhielt bei volkstümlichen Wettspielen der letzte, schlechteste begleitet von spöttischen Glückwünschen ein Schwein (Ferkel). Für diese Wettkampfverlierer war das Schweinchen trotzdem ein unerwartet erworbenes Wertobjekt und somit ein kleiner Glücksbringer. Der hieraus entsstandene Begriff Glücksschwein übertrug sich wohl auf unverdient/unverhoffte Schweine und später auch auf andere Dinge. Eine andere Hypothese besagt, das wandernde Studenten (Scholaren) im Mittelalter als Lohn für landwirtschaftliche Hilfe ein Ferkel mit Wünschen für Glück und Wohlergehen erhielten.
Zu einem Glückschwein konnte man früher auch durch ein Ferkelrennen/Ferkelgreifen kommen. Hierbei wurde ein Jungschwein in den Kreis der Teilnehmer ausgesetzt und wer das Schwein einfing, bekam es als Preis. Bei Schützenwettkämpfen war früher das Schwarze auf den Schießscheiben auch in Form eines Wildschweins abgebildet, wer also traf hatte Glück/Schwein.
Das Schwein als Glückssymbol kann auch ganz nüchtern auf seinen materiellen Wert betrachtet/entstanden sein. Das Schwein war als Nahrungs- und Einkommensquelle in knapper Zeit und bei teuren Lebensmitteln hoch einzuschätzen. Die Fruchtbarkeit der Tiere erwies sich als Grundstock zur Vermehrung des Vermögens der Schweinebesitzer.
Auf Spielkarten in Süddeutschland werden seit etwa 1500 auf den Daus (AS) oder anderen Karten öfters Säue abgebildet. Der Glaube an das Schwein als Glücksbringer bewirkte, daß das Daus (damals ein geringwertiges Blatt) mit der Sau zu einer überlegenen Karte wurde und sogar den König stechen konnte. In Bayern hieß die Dauskarte seit dem 16. Jahrhundert Eichelsau, Schellensau usw.

Weil es früher ein Glück war ein Schwein zu besitzen, ernährte die ganze Familie im Winter. Zumindest kam es so im Fernsehen und klang logisch

Glücksschwein: Das Schwein gilt schon sehr lange als glücksbringend und war auch ein Zeichen für Wohlstand und Fruchtbarkeit. Die alten Griechen opferten Schweine zu Ehren der Göttin Demeter und bei den Germanen galt der wilde Eber als heiliges Tier der germanischen Götter. Aus dem Altertum hat sich bis heute der Brauch erhalten, am Neujahrstag Schweinefleisch zu essen (Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpürree), damit soll einem das Glück im neuen Jahr treu bleiben und das Geld nicht ausgehen (deswegen ißt man Sauerkraut dazu). Früher gab es nur wenig Fleisch zu essen und so wurde die Menschen, die ein Schwein hatten, schon als reich und glück angesehen.
nissaja am 2. Januar 2009 19:24 Danke für Deine Antwort! Wieder ein bisschen schlauer geworden!

Es gelten die rosigen Hausschweine von jeher als Glücksbringer. Warum das Schwein für Glück steht, darüber gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, das Schweine ihre Besitzer reich machen. Bescheiden ernähren sich Schweine von allem, was ihnen vor den Rüssel kommt. Steckt man in ein kleines Ferkel Essensreste und Abfälle wird daraus ein prächtiges großes Schwein, das sich dann teuer verkaufen lässt. Eine beachtliche Wertsteigerung ohne großen Aufwand und Einsatz, also leicht verdientes Geld. Aus diesem Gedanken heraus ist dann später auch das Sparschwein erfunden worden. Erst wird es gefüllt und gemästet, um dann später geschlachtet zu werden. Außerdem ist es neben seiner Bescheidenheit und billigen Haltung vor allem die Fruchtbarkeit, die das Schwein zum Glücksbringer erhebt. Schon für die Germanen war der Eber heilig. Das Schwein galt als Symbol der Fruchtbarkeit und damit als Zeichen für Wohlstand und Reichtum. Wer über viel “Schwein” verfügte, galt bei den Griechen und Römern als privilegiert und gut situiert. Auch in anderen Kulturen spielt das Schwein eine Rolle: In Japan ist das Wildschwein ein Sinnbild der Stärke. In China dagegen ist das Schwein Symbol für Zufriedenheit und häusliches Glück aber auch für den Abschluss und die Vollendung.
http://www.die-sonnige-seite.de/entspannung-und-meditation/glueck/gluecksrezept_...
CrazyDaisy am 2. Januar 2009 19:19 Wer je freilaufende Schweine persönlich kennengelernt hat, der weiß, warum die Chinesen das Schwein als Symbol der Zufriedenheit kennen. So entspannt wie ein Schwein, das in der Sonne liegt und schläft, wäre mancher gern...
nissaja am 2. Januar 2009 19:23 Danke für Deine ausführliche Antwort!!! DH

weiß nich, aber freu dich über's marzipanschwein, die schmecken lecker =)
nissaja am 2. Januar 2009 19:25 Marzipan-ja. Aber nicht Marzipanschweine!Brrrr! Stelle es auf meinen Schreibtisch
Justina1990 am 2. Januar 2009 19:27 ich hab mal eins bekommen (oder zwei mal) und die waren ganz aus marzipan, hab ich nach und nach aufgefuttert ^^
:D les mal durch ich denke das ist die antwort;)
Bereits für die germanischen Völker war der Eber ein heiliges Tier. Das Schwein ist deshalb ein Zeichen für Wohlstand und Reichtum, da es als Symbol der Fruchtbarkeit und Stärke gilt. Darüber hinaus galt bei den Griechen und Römern derjenige als privilegiert, der über viel Schwein(e), also viele Tiere und letztendlich auch Nahrung, verfügte. Meist wird aber – besonders zu Silvester – kein lebendes Ferkel verschenkt, sondern symbolisch eine Nachbildung aus Marzipan, oft mit einem Schornsteinfeger als Reiter und einem Glückspfennig oder vierblättrigem Kleeblatt im Maul. Bei Wettbewerben im Mittelalter bekam der Letzte als Trostpreis ein Schwein. Er hatte damit das Glück, „Schwein gehabt“ zu haben.

Kann es dir astrologisch erklären. In der Astrologie geht es um senkrechtes Denken, Denken in Analogien. Wenn du nun also Jupiter nimmst, der für Glück und Fülle steht, ist ihm z.B. im Pflanzenreich der Klee zugeordnet, als Beruf der Pfarrer und der Schornsteinfeger, Tiere sind Pferde und eben auch das Schwein.

Ganz ganz dickes "Danke schön" (und natürlich ein DH!)für Eure -zum Teil - sehr ausführlichen Antworten! nissaja
Vielen Dank für die positive Bewertung.