Frage von dream2Bhappy, 105

Glückliches leben mit einer Essstörung?

Was ist denn eigentlich, wenn man seine ES liebt und sie nicht aufgeben möchte- Ist es denn unmöglich ein Leben lang mit einer ES zu leben und glücklich dabei zu sein?

Mich interessiert das, weil ich oft gehört habe, dass beispielsweise Magersüchtige sich gegen eine Therapie oder einen Klinikaufenthalt entscheiden. Angenommen man ist nicht im lebensbedrohlichen Untergewicht (oder Übergewicht) kann man mit der ES ein gutes Leben führen?

Antwort
von moopel, 43

Ich selbst kämpfe seit Jahren gegen die Magersucht. Ich bin da unbewusst reingerutscht und machte die erste Therapie. Danach war es gut. Aber dann nahm ich wieder ab. Da kam ich dann auf Pro Ana. Ich fand es toll und wollte weiter abnehmen. Wollte meine Magersucht behalten. Doch es verlies mich die Kraft. Mein Körper baute ab und ich konnte nur noch zu Hause liegen und nichts machen. Ich war zu schwach für alles. Und wieder war ich in einer Klinik. Und heute? Hänge ich bei einem Gewicht von 38/39 kg bei 161 cm. Warte auf einen Therapieplatz. Kann nicht arbeiten und nichts. Wenn ich gute Tage habe, dann schaffe ich vllt mal 4 Stunden aktiv zu sein. Meine Schwestern können alles machen und darum beneide ich sie. Ein gutes Leben - nicht möglich?

Für ein gutes Leben fehlt die dir Kraft, du kannst nichts mehr unternehmen. Du wirst einsamer und einsamer. Ich habe damals gesagt, dass ich nie Kinder will. Jetzt mit 25 Jahren bekommen einige meiner Freunde die ersten Kinder und heiraten. Und ich weiß, ich werde nie Kinder haben. Einen Partner habe ich auch nicht, könnte niemals intim werden. Gerne würde ich reisen, kann es aber nicht. Würde ich weiter so machen, gibt mein Arzt mehr keine 5 Jahre mehr. Ein Leben was vor 30 schon vorbei ist und die meiste Zeit unter der Decke auf der Couch verbracht wurde? Wenn man sich in der Öffentlichkeit in die Hose macht? Wenn man ein Leben alleine verbringt? Wenn man keine Zukunft hat? 

Ich glaube keiner würde es als glücklich Leben einstufen. Klar am Anfang, wo der Körper noch mit macht ist das toll. Man fühlt sich frei und hat die Macht. Aber später geht das alles über in ein Gefängnis voller Einsamkeit. Nein, es ist in meinen Augen nicht möglich.

Kommentar von dream2Bhappy ,

Danke für deine Antwort:)

Ja ich glaube manchmal ist die Realität einer Essstörung anders als die Vorstellung davon. Und wenn man wirklich drinnen ist, dann ist es schwer wieder ein normales und glückliches Leben zu führen.

 Ich hoffe aber sehr, dass es bei dir besser wird. Hoffentlich bekommst du auch bald den Therapieplatz. Ich drück dir die Daumen:)

LG dream2Bhappy

Antwort
von Mehkoenigin, 22

Man kann da nicht von lieben sprechen, du kannst dir nur kein Leben mehr ohne diese ES. Dein Ziel willst du auf keinen Fall los lassen. Dünn zu werden, dass man jeden Knochen sieht.

Du bist aber niemals glücklich damit. Die ES zerstört dich mehr und mehr. Es macht dich fertig, wenn du siehst, dass du dein Ziel immer noch nicht erreicht hast. Du willst weiter machen. Das ist der einzige Grund, warum du nicht ohne die ES leben willst. 

Auch wenn du weißt, dass dich das nicht glücklich macht, machst du weiter weil du die Hoffnung hast iwann doch noch dein Ziel zu erreichen.

Antwort
von bikerin99, 23

Glücklich leben - das bestimmst du selbst. Weshalb kann ein Mensch, der krank ist, nicht trotzdem glücklich sein? Denke nur an Menschen, die durch einen Unfall an den Rollstuhl gebunden sind, die ebenso glücklich sein können.
Übrigens Glück ist immer nur kurzfristig. Besser wäre der Anspruch zufrieden sein, das Beste aus seinem Leben machen. Das kannst nur für dich selbst definieren.

Antwort
von MonkeyKing, 30

Zum einen kommt es darauf an inwiefern die ES deinen Körper belastet - es kann eben auch zu Krankheiten führen und dann lebt es sich nicht mehr so glücklich. Zum anderen ist eine ES ja meist nur ein Symptom für ein Tieferlegendes Problem. Das kann man eine Zeitlang, oder sogar sehr lange ignorieren aber irgendwann holt es einen dann doch ein.

Antwort
von Alica04, 14

Ich habe die Krankheit jetzt seit 15 Jahren. Ich war in unzähligen Krankenhäusern, Fachkliniken etc aber hab nie losgelassen. Die Essstörung war für mich alles. Ich habe alles hinten angestellt, Familie, Freunde, Beziehungen, Uni, alles einfach ignoriert und nur in den Tag hinein gelebt und meiner sucht gehuldigt. Ich dachte es geht, ich werd so leben können, aber irgendwann schlägt es zurück und du stehst vor dem Abgrund. Es gab eine Zeit da hatte ich meine Familie verloren, weil sie nicht mehr damit umgehen konnte. Meine Uni habe ich nie zu Ende bringen können, bin jetzt mit 27 noch nie richtig berufstätig gewesen. Ich lag mit nierenversagen auf der intensiv, mir sind meine Zähne ausgefallen, ich wurde entmündigt usw. Dann fragt man sich, wenn man noch in der Lage zum klaren denken ist, ob es das wirklich gewesen sein soll. Für mich mittlerweile ein klares Nein und deswegen gehe ich jetzt bald auch nochmal in eine Fachklinik um den Mist wirklich loszuwerden. Man kann damit kein schönes Leben leben, es ist einfach so, alles andere ist eine Farce 

Kommentar von dream2Bhappy ,

Danke für die Nachricht:) Ich wünsche dir alles Gute auf dem Weg zur Besserung!

LG dream2Bhappy

Antwort
von AuroraRich, 43

Niemand der eine ernsthafte ES hat, liebt seine Krankheit.

Ich lang nachher mir 37kg im KH und konnte einfach nicht anders. Anfangs fand ich es gut, weil ich abgenommen habe. Aber da war nie Liebe. Man kann sich teilweise nur kein Leben ohne vorstellen, aber auch das hat nichts mit Liebe nur mit Abhängigkeit zu tun.

Und nein, wenn man magersüchtig ist, kann man damit kein glückliches Leben führen, weil das leben sehr schnell beendet sein wird.

Antwort
von voayager, 23

Ein gutes Leben in einem entkräfteten Körper, wie soll das denn gehen?


Antwort
von Kittylein16, 38

Ich kenne niemand, der mit einer Ess-Störung glücklich ist. Ihre Gedanken drehen sich zu sehr ums Essen. Vor längerer Zeit hatte ich eine Freundin, die war zwar intelligent, aber Alkoholikerin und essgestört. Hat sie nicht überlebt.

Antwort
von Dahika, 10

Wenn du glücklich damit bist, dann kann dir eh keine Therapie helfen.

Behalte die Esstörung und lebe mit den eventuellen Folgen.

wen juck´s?

Kommentar von aida99 ,

Magersucht ist die tödlichste aller psychischen Krankheiten, ca. 10 Prozent der Betroffenen sterben daran, oder sogar mehr. Das kann man nicht mit 'wen juckt's?' abtun, finde ich. Auch Bulimie kann tödlich sein: die Betroffenen sind zwar normalgewichtig, können aber durch das häufige Brechen einen Herzinfarkt bekommen (Elektrolyt-Ungleichgewicht im Blut).

Antwort
von djstini, 45

Jo warum nicht ist dann ein Ungesundes glückliches Leben

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