Frage von Evoluzzer213, 220

Globuli/Homöopathie?

Glaubt ihr heutzutage echt noch daran dass sich die Kraft eines Wirkstoffes mit zunehmender Verdünnung steigert? Das ergibt für mich keinen Sinn, eure Meinung. LG

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von uteausmuenchen, 58

Hallo Evolzzer213,

warum auch im 21. Jahrhundert der Glaube an irrationale Heilsysteme derart weit verbreitet ist, hat verschiedene Ursachen. Dazu zählen sowohl tiefenpsychologische Grunde als auch kulturelle Gründe.

Falls Dich das interessiert: einen sehr guten Essay dazu findest Du von Uwe Heyll in Norbert Schmackes Buch "Der Glaube an die Globuli".

Ich versuche einmal kurz zu umreißen, was die wesentlichen Gründe sind, warum sich rationale naturwissenschaftliche Einsicht gerade im deutschsprachigen Raum so gar nicht durchzusetzen scheint.

  • Sehr viele Anwender wissen überhaupt nicht, wie irrational die Homöopathie überhaupt begründet ist. In einer Allensbach Umfrage 2009 konnten gerade 17% der Anwender eines der Prinzipien "Simileprinzip" und "Potenzierung" nennen. Die meisten verwechselten die Homöopathie mit Phytotherapie. Wer nicht weiß, was er anwendet, kann also gar nicht darüber nachdenken, ob er das Prinzip für plausibel hält.
  • Die Homöopathie wird reichlich beworben. Vom Image her spielt sie mit den Ängsten der Patienten vor Nebenwirkungen, indem sie sich als sanft und natürlich anpreist.
  • Die Homöopathie ist ein Riesengeschäft mit "nichts". Es stehen finanzielle Interessen an der Homöopathie. Apotheker  verkaufen gerne "zustätzlich" (als "unterstützend " beworben...) "was Homöopathisches zu dem, was der Patient holen kam. Da der Rezeptumsatz vom Apotheker nicht beeinflussbar ist, findet der Überlebenskampf der Apotheken nun einmal auf dem OTC ("Over the Counter") - Markt statt. Da verkauft man halt gerne was extra. Da es wirkstoffrei ist, braucht man sich auch´keine Sorgen machen, in irgendwelche Allergien zu laufen, wie das bei echten Phytopharmaka schon mal sein kann. Krankenkassen übernehmen die Kosten, weil Homöopathie bei Familien beliebt ist - und junge Familien die liebsten Kunden der Kassen sind. Politiker schaffen hierzu gerne gesetzliche Sonderregelungen: Denn so ersparen sie sich Ausgabern für das, was wirklich notwendig wäre: Dem Arzt mehr Zeit zu geben, seinen Patienten zuzuhören. Diese "sprechende Medizin", die Förderung vertrauensbildender Gespräche zwischen Arzt und Patient, sowie eine bessere Ausbildung der Ärzte in Gesprächsführung, würde aber mehr kosten als ein Extraparagraf, der Pseudomedizin in die Apotheken bringt. So lange der Wähler sich mit der Billigvariante zufrieden gibt, freut es den Politiker. Der Patient allerdings hat oft gerade aufgrund der gesetzlichen Sonderregelungen und der Werbung (die nicht selten gegen das Wrzneimittelwerbegesetz verstößt) gar nicht mehr die Möglichkeit, den eminenten Unterschied zwischen echter Medizin und Homöopathie zu erkennen.
  • Sehr viele Anwender kommen mit der Homöopathie erstmalig bei Bagatellen oder auch bei chronischen Leiden in Kontakt. Gerade Bagatellen heilen natürlich auch dann noch aus, wenn man vor dem natürlichen Abklingend er Symptome ein Placebo einnimmt. Wenden viele Patienten Placebos bei Bagatellen an, ist das Kursieren von "Erfolgsgeschichten" unvermeidbar. Es entsteht ein selbstverstärkender Kreislauf: Wer die Werbung und die schwärmenden Bekannten gehört hat, probiert bei der nächsten Erkältung halt auch mal "was Homöopathisches" - und stellt nach ein paar Tagen fest, dass es ihm besser ging.Dieser "Post-hoc-ergo-propter"-Irrtum ist vom Patienten nicht zu erkennen - oder zumindest nur sehr schwer. Es sind diese persönlichen Eindrücke "es kann doch kein Placebo sein, wenn es mir schon so oft geholfen hat", die den Glauben an die Homöopathie aufrecht erhalten. Demselben Trugschluss können natürlich auch Ärzte (und Heilpraktiker) selbst unterliegen, denn auch der Therapeut sieht nur die Besserung und kann nicht wissen, ob es die verordnete Therapie war, die dafür verantwortlich ist, oder ob es dem Patienten ohne diese Therapie genauso schnell besser gegangen wäre.
  • Die Homöopathie gibt dem Patienten ein Gefühl der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit: Mit bunten Ratgeberlein oder auf Internetforen kann man sich schnell selbst ein Mittelchen aussuchen und sich selbst behandeln. Man braucht weder Arzt (dem man oft böse ist, weil er sich so wenig Zeit nimmt) noch echte Medikamente (hinter denen man nur Chemie, Nebenwirkungen und Machenschaften der Pharma vermutet). Die Alternativmedizin wird hier zum Auffangbecken der Ängste des Patienten, die entstehen, weil aus seiner Krankheit Profit zu ziehen sein könnte. Die Anbieter der Homöopathie spielen hier geschickt die "David-gegen-Golliath"-Karte" und machen den Patienten in seiner Trotzreaktion vergessen, dass sie selbst dasselbe tun.
  • Die Homöopathie schafft in Anamnesegesprächen - wo nicht selbst behandelt wird - ein besonders intensives Therapeut-Patientenverhältnis. Er darf sich endlich aussprechen und wird gehört. Das ist vielen Patienten wichtig.
  • Homöopathie ist eine Inszenierung der medizinischen Intervention: Die medizinische Behandlung wird in einer Art und Weise inszeniert, wie der Patient Medizin gerne hätte: Vertrauensvolle, empathische Therapeuten; ein einfacher Weg zur sicheren Genesung (Globuli) ohne Nebenwirkungen; als "ganzer Mensch und Individuum" wahrgenommen werden: Der Patient WILL wahrhaben, dass er hier nicht belogen wurde. Er WILL, dass es funktioniert. Und das ganz im Gegensatz zu den oft unangenehmen Wahrheiten, die er beim Arzt erzählt bekommt.
  • Homöopathie transportiert Mythen, die uns emotional und tiefenpsychologisch ansprechen: den Mythos, einzigartig zu sein; den Mythos, dass es ein einfaches Heilmittel für das Problem gibt; den Mythos der Wissenschaftlichkeit (auch wenn sie der Physik widerspricht: Homöopathen geben sich gerne wissenschaftlich und reden von Quanten oder Nanopartikeln); den Mythos, im Einklang mit der Natur zu sein; ...

Kritik an der Homöopathie wollen Viele gar nicht hören: Das wäre ja wie Verrat am besten Freund. ;-)

Das nur als Auwahl. Einfach nur zu sagen "die Leute müssten es doch wissen" greift zu kurz. Auch Aderlass, Quecksilbereinläufe und andere sogar schädliche Verfahren hielten sich, weil "Erfolge" überall weiter erzählt wurden. Der Patient heute reagiert auf seine Krankheit genauso emotional wie jeder Patient aller Jahrhunderte: Und was der Patient wirklich hören will, ist, dass es einen einfachen Weg gibt. Ohne Nebenwirkungen. Und das glaubt er halt GERNE... ;-)

Ich denke, aus der Antwort geht hervor, dass ich persönlich als Physiker um den Placebocharakter der Kügelchen weiß.

Grüße

Kommentar von Tigerkater ,

Hallo, Du hast Dir wieder einmal unglaublich viel Mühe gegeben. Es erübrigt sich jede weitere Antwort. Es sei denn, man möchte weiter allgemein über die H. diskutieren.

Kommentar von charmpagner ,

Mühe allein reicht nicht (undwäre auf dem Arbeitszeugnis gar eine furchtbare Abwertung ). Aber ich will die Leistung gar nicht schmälern. Leider haben sich einige inhaltliche Fehler eingeschlichen, ich will aber nur einen wesentlichen Punkt hinzufügen:

Um gesundheitliche, oder auch krankmachende, Reize im Körper auszulösen, braucht es kein einziges Molekül, das dem Organismus verabreicht werden müssste!

Gerne wird, wie hier auch, das "Placebo"Argument platziert. Ohne genau zu wissen, wie der Placeboeeffekt medizinisch genau wirkt. Dazu werden leider aum Forschungsgelder bereitgestellt, die ja normalerweise aus der Pharmaindustrie stammen.

Letztlich bewirkt der sog . Placeboeeffekt  jedoch eine Mobilisierung der Selbstheilungskräfte des Körpers. Gesund wird der Mensch übrigens ausschließlich durch seine Selbstheilungskräfte. Ein Drittel jeder therapeutischen Maßnahme geht auf diesen Effekt zurück. Gelänge es, diesen Effekt zu verdoppeln, wäre eine echte Heilungschance schon bei über 60 Prozent!

Ich glaube nicht an eine Bösartigkeit der homöop. Ärzte weltweit. Wenn diese keine Erfolge mit der Therapie hätten, gäbe es sie heute nicht mehr.

Kommentar von Spielwiesen ,

Danke für deine Zustimmung und das Kompliment zu meinen Kommentaren - das hat mich sehr gefreut! Es war etwas mühsam mit diesem kalt lächelnden Publikum...!

Inzwischen habe ich mit dem verlinkten Blog-Artikel eine spannende Erweiterung des Themas 'Placebo' bekommen, die mir erklärt, wieso sogar auch symptomunterdrückende Mittel wirken können, obwohl sie ja die Ursache nicht beheben!eggetsberger-info.blogspot.co.ke/2016/11/placebos-wirken-auch-ohne-tauschung.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed:+Eggetsberger-info+(Eggetsberger-Info)

Allerdings erklärt mir das noch nicht die (objektive) Wirkung homöop. Medikamente auf Babys und Tiere hinreichend.
Sollte das etwa mit Quantenenergie funktionieren? (eggetsberger-info.blogspot.co.ke/2016/11/quantenphysik-neueste-experimente.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed:+Eggetsberger-info+(Eggetsberger-Info)).

Danke, dass du mitmachst!

Kommentar von uteausmuenchen ,

Vielen Dank für das Sternchen!

=)

Antwort
von napoloni, 71

Ich bin großer Anhänger der Homöopathie. Ich fahre schon seit Jahren mit derselben Tankfüllung herum und fülle einfach Wasser nach. Das kostet quasi gar nichts, und die Wirkung des Treibstoffes potenziert sich zusehends. Ist mir immer wieder eine Freude, wenn ich mit meinem rostigen Polo die Bonzenschlitten an der Ampel stehen lasse. Nur der Verschleiß an Bremsklötzen ist hoch...

Kommentar von matmatmat ,

Das funktioniert doch gar nicht! Oder liegt das dran, das man an meiner Tankstelle diesen 4-mann Service der einem das Auto auf ein Katzenfell klopft nicht mehr anbietet?

Kommentar von Belladonna1971 ,

Schon mal vorurteilsfrei durch einen Homöopathen incl. Anamnese über mehrere Krankheiten ausprobiert?

Ich lasse mich seit über 40 Jahre homöopathisch behandeln. Mein Hausarzt und Frauenarzt unterstützen es und beobachten es interessiert.

Kommentar von matmatmat ,

Ja, ich war aus Neugier schon beim Homöopathen und habe auch vom ein oder anderen Facharzt mit Homöopathischer Weiterbildung schon solche Medikamente empfohlen bekommen.

Ich war aber auch habe eine Naturwissenschaft studiert (mit Humanphysiologie als Nebenfach), mehrfach versucht (auch mit einer Überdosis!) irgend welche Wirkung mit solchen Mitteln bei mir zu erzielen und habe mich ein Abendessen lang mit Edzart Ernst (der mehrere Jahrzehnte in der Hoffnung das es funktioniert dran geforscht hat) darüber unterhalten.

Meine Erfahrungen stehen in jedem Lebensbereich deinen entgegen. Das ist der Grund, warum "Anekdoten" eben nicht als Beweis gelten.

Was hingegen als Beweis gelten kann ist, daß auch große Meta-Studien, also Wissenschaftliche Studien, die hunderte kleiner Studien - auch von Homöopathie-befürwortern und wer da sonst noch so forscht - auswerten und bewerten. Die sagen: Es gibt keinerlei Beweise, das es besser wirkt als irgend ein anderes Placebo.

Neben diesen Wirksamkeitsstudien widersprechen die Ideen der Homöopathischen Medizinschule unseren Erkenntnissen in Chemie, Physik und Biologie ganz fundamental.

Es gibt also nicht nur keinen wissenschaftlich erklärbaren Wirkmechanismus, sondern überhaupt keine Wirkung.

Antwort
von matmatmat, 66

Hahnemann hat damals mit seiner Medizinischule der Homöopathie großen Erfolg gehabt, das erklärt sich so:

Andere Medizinschulen hauptsächlich Gifte als Medikament eingesetzt haben. Das hat auch funktioniert, z.B. um Läuse zu vergiften wenn man sie hat, aber es war für die Patienten gefährlich, viele erlitten Vergiftungen.

Hahnemann hat die Beobachtung gemacht, das viele Krankheiten von selbst besser werden (den placeboeffekt der noch zusätzlich wirkt kannte er noch nicht). Er hat seine Gifte dann so stark verdünnt, das es vielen Leuten tatsächlich damit besser ging als mit den hochdosierten Giften mit denen andere Ärzte hantierten. Gesund wurden die nicht deswegen, aber auch nicht von der Medizin krank.

Dazu hat er sich eine etwas verrückte Geschichte ausgedacht, wie es zu diesen Heilungen kommt, obwohl kein Wirkstoff mehr in den Mitteln ist. Diese Hypothesen sind mittlerweile gründlich widerlegt, wir wissen heute, das es nur ein Placeboeffekt ist, der aber auch helfen kann. Placebo gegen Kopfschmerzen? Ja. Placebo gegen Ebola? LOL. Aber auch da muß es kein teures Homöopathisches Placebo sein, irgend eins geht.

Kommentar von Belladonna1971 ,

Danke für diesen lustigen Beitrag!

Semmelweis und seine Aufforderung die Hände nach der Leichenschau zu waschen wurde auch sehr belächelt. Leider starben viele Frauen im Wochenbett. Bei den Hebammen, die keine medizinsiche Schule besuchten, passierte es wesentlich seltener. Und die legten die Frauen auch nicht auf den Rücken, für die bessere Sicht der Wissenschaftler...

Die ersten Röntgenapparate wurden auch zur Belustigung eingesetzt....

Sie befinden sich mit Ihrer Haltung in der Tat in guter Gesellschaft!

Schönen Tag auch noch

Kommentar von matmatmat ,

Semmelweis und Röntgen hatten eine Hypothese die sich als gute und richtig herausgestellt hat nach wissenschaftlicher Überprüfung.

Mantovani's expandierende Erde, Hahnemann Wassergedächtniss, Kelvins Hypothese zum Alter der Erde, Boyles Ideen zu Phlogiston, ... und hunderte weitere Ideen haben sich als grundlegend falsch und unhaltbar herausgestellt. Sie widersprechen fundamentalen Erkenntnissen der Naturwissenschaft, sowohl in Theorie als auch im Experiment. Sie haben sich also als falsch herausgestellt nach wissenschaftlicher Überprüfung.

Die Augen vor nachweisbaren, meßbaren Fakten verschließen macht nicht, das die Fakten sich in nichts auflösen.

Fettdruck ersetzt keine Argumente.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Semmelweis und seine Aufforderung die Hände nach der Leichenschau zu waschen wurde auch sehr belächelt

die wurde anfangs belächelt - aber da die Erfolge letztlich nicht übersehbar waren hat sich sein Vorschlag eben doch durchgesetzt.

Die Datenlage war einfach überwältigend.

Die Datenlage zur Homöopathie ist auch nach über 200 Jahren alles andere als überwältigend. Noch immer (trotz intensiver Bemühungen) können Homöopathen nicht belegen, dass Hochpotenzglobuli irgendwie besser oder auch nur anders wirken als Zuckerpillen.
Und es deutet auch nichts darauf hin, dass sich das in Zukunft ändern wird - ganz im Gegenteil kann man durch die Fortschritte in Chemie und Physik auch immer besser erklären WARUM Hochpotenzglobuli nicht anders wirken können als Zuckerpillen....

Vielleicht wäre es ja mal an der Zeit damit aufzuhören gegenüber Kranken Menschen zu behaupten Globuli hätten eine spezifische Wirkung über den Placebo-Effekt von Zuckerpillen hinaus.
Jedenfalls solange bis man das auch mal halbwegs solide belegen kann

Die ersten Röntgenapparate wurden auch zur Belustigung eingesetzt....

Und?

Funktioniert haben sie trotzdem....was man von homöopathischen Globuli nicht behaupten kann wenn man unter "funktionieren" etwas anderes versteht als das was auch ein Zuckerkügelchen kann.

Kommentar von Grobbeldopp ,
Kommentar von Tigerkater ,

@Belladonna1971 : Sollte das ein sinnvoller Beitrag zur Frage sein ???

Antwort
von charmpagner, 6

Je mehr wir in den Naturwissenschaften entdecken, desto mehr wissen wir, wie wenig wir wissen.
"Was wir wissen, ist ein Tropfen; was wir nicht wissen (dürfen/sollen), ein Ozean." sagte einst Isaac Newton.

Und der deutsche Physiker Lichtenstein sagte, was auch auf die meisten Antworten hier zutrifft:  "Bei den meisten Menschen gründet sich der Unglaube in einer Sache auf blinden Glauben in einer anderen."

Tatsächlich ist die Wissenschaft von heute immer der Irrtum von morgen. Das wissen aber nur hochrangige Wissenschaftler, die offen sind, neugierig und freies Forschungsinteresse haben. Die meisten Menschen klammern sich an ihr Halt gebendes Weltbild. Jeder Gedanke, der es erschüttern könnte, wird aggressiv bekämpft. Das sind keine guten Berater.

Zu deiner Frage einen kleinen Denkanstoß:

Du schaust im Kino einen Film, der dich sehr bewegt. In gruseligen Szenen spürst du, wie dein Atem schneller geht, dein Puls sich beschleunigt, dein Blutdruck steigt, sich deine Nackenmuskeln anspannen; in erotischen Szenen schwellen dagegen womöglich ganz andere Muskeln an. ;-)

Alles körperliche Reaktionen. Aber worauf? Aufgrund irgendeiner materiellen Einwirkung? Nein, denn du sitzt still in einem dunklen Raum, niemand fasst dich an oder gibt dir gar etwas zum Einnnehmen. Es sind nur bewegte Bilder, Lichtwellen, genauer gesagt, die dich erreichen.

Und diese bewirken eine ganze Kaskade von biochemischen Prozessen in deinem Körper. Die eine Reaktion stößt andere Körperprozesse an. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde werden Zellen mit Stoffen versorgt und mobilisiert. Dabei hat keinerlei Materie auf dich eingewirkt!

Selbst geschriebene Worte hier im Forum bringen offensichtlich andere Schreiber in Rage. Dabei sehen sie nur Schriftzeichen auf ihrem Monitor. Auch keine Materie...

Wenn du einen Wissenschaftler kennst, der schon jetzt diese nichtmateriellen Einwirkungen auf den Körper schlüssig erklären kann, lass es mich wissen.


Antwort
von BurkeUndCo, 17

Darauf kann man mehrere Antworten geben:

a) Physikalisch, chemisch und mathematisch: da wirkt wirklich nichts, weil wirklich nichts enthalten ist. Kann - mit Kenntnis der Atome - leicht ausgerechnet werden.

b) Medizinisch, statistisch: da gibt es keinerlei Wirkung, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Immer wieder in Studien belegt.

aber:

C) Ist halt ein schönes Märchen und wird gerne im Märchenladen, der als Apotheke verkleidet ist, gekauft.

D) Ist eine gute Verdienstquelle für die Homöopathie-Industrie, die deshalb auch entsprechende Werbung finanziert.

E) Ist immer eine Story in den buten Blättern oder der Apo-Zeitung-XYZ wert. Man braucht kein Wissen dazu, und kann plötzlich alles heilen (leider nur im Traum - aber das zählt).

F) Wer braucht schon echtes Wissen (Mathe, Chemie, Physik und so Zeugs) wenn er doch gut mit dem Glauben an Märchen leben kann?

Antwort
von Aliha, 83

Es gibt Menschen, die das glauben und gegen Glauben kannst du mit Vernunft nichts ausrichten.

Antwort
von pipepipepip, 62

Ich glaube nicht daran. Aber der Placebeffekt hat bei mir schon einiges bewirkt, zb. meine Allergie sehr verringert.

Kommentar von Blitz68 ,

würdesr du nicht daran glauben, würdest du es nicht nehmen -

deine Tat spricht lauter als deine Worte hier

Kommentar von matmatmat ,

Da ist ein Unterscheid zwischen "an hokus-pokus glauben" und "den placeboeffekt nutzen".

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Der Placeboeffekt tritt doch nur ein, wenn man an die Wirkung eines Mittels glaubt, was gar nicht wirkt.

Kommentar von pipepipepip ,

Ich hab es mir eingeredet, bzw. die Homöopathin hat es mir eingeredet. Glauben tu ich trotzdem nicht dran

Antwort
von FelixFoxx, 64

Es ist ein reiner Placeboeffekt, der aber erstaunlich stark sein kann.

Antwort
von freakedgirl, 23

Das ergibt für mich keinen Sinn für mich auch nicht. Alles nur Geldmacherei und Abzocke smile

Antwort
von Arteloni, 38

Für einige der Antworter hier sähe so wahrscheinlich das optimale Krankenhaus aus :-)

Antwort
von pritsche05, 67

Naja, die Wirkung von Globuli und Homöopathie ist auch eine Glaubenssachen. Ich glaube nicht daran und Futtere dieses Zeug auch nicht !

Antwort
von Blitz68, 65

es ergibt keinen Sinn-

es ist entweder Zauberei,

oder eine Art Placebo Effekt

Kommentar von Grobbeldopp ,

Beides :-)

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Es gibt keine Zauberei, alles ist empirisch begründbar, alles was nicht begründbar ist, existiert nicht.

Kommentar von Grobbeldopp ,

Ich nenne es aber gerne Zauberei, weil sich das so albern anhört.

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Also in dieser Hinsicht passend zu den Homoöpathen ;)

Antwort
von Belladonna1971, 86

Nein- ich glaube nicht daran, habe aber die Gewissheit, dass Homöopathie unter Einhaltung der homöopathischen Regeln heilen kann. Da diese sehr komplex sind und die Mittel äußerst vielfältig, ist ein Selbstversuch nur begenzt möglich und führt bei entsprechender Nichtbeachtung zu Enttäuschungen.

Ich habe kein Interesse daran, es zu diskutieren. Jeder Mensch hat die Freiheit es selbst zu erfahren und entsprechend zu beurteilen.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Und wenn ein Selbstversuch nur begrenzt möglich ist woher stammt dann deine Gewissheit, dass Homöopathie heilen kann?

Wobei natürlich jede Methode heilen kann - man kann auch Masernkranken mit dem Holzhammer auf den Kopf schlagen (die sogenannte Holzhammer-Therapie) und ein Großteil der derart "Behandelten" wird von Masern geheilt und wieder gesund....

Die Frage ist also vielmehr, ob eine Methode BESSER heilen kann als die Methode "Abwarten und Tee trinken + Zuckerpillen verabreichen"

Kommentar von Belladonna1971 ,

Ich mache keine Selbstversuche sondern lasse mich homöopathisch durch einen Homöopathen behandeln. Frauenarzt und Hausarzt unterstützen und beobachten interessiert.

Meine Gewissheit, dass sie mich und meine Familie unterstützt und auch oftmals heilt, reicht mir.

Die kaiserliche Homöopathiegesellschaft in Japan hat diese Tage zum Weltkongress eingeladen. In Japan und Indien ist die Homöopathie anerkannt. Vllt. tauschen Sie sich mal in diese Richtung aus?

Wir dürfen gerne unterschiedliche Meinung sein. Ich vertraue meiner Erfahrung!

Kommentar von matmatmat ,

Das viele Leute den gleichen Fehler mache und die Pharmaindustrie - die Milliardenumsätze damit macht Wasser zu verkaufen - das sponsern bedeutet nicht, das es funktioniert, oder?

Kommentar von Belladonna1971 ,

Wasser?

Welche Fehler andere Menschen machen interessiert mit nicht! Ich spreche von meinen Beobachtungen und von meiner Wahrnehmung.Jeder hat das Recht auf eine eigene Überzeugung. Ich respektiere Ihre Meinung und sehe auch, dass Sie mich überzeugen wollen. Für mich zählt dennoch das eigene Erleben.

Kommentar von matmatmat ,

Ja, Wasser, das sich dann was "merken" soll und das dann z.B. so verabreicht wird oder auf Kügelchen getropft wird...

Prinzipiell ist mir erstmal egal, was sie glauben. Wir haben da zum Glück große Freiheiten in unserer Gesellschaft. Ich will auch keinen Profit machen, sie werden nicht erleben, daß ich ihnen hier eine Alternative vorschlage. Ich sage auch nicht, das sie den Kram den sie schon zu Hause haben, wegwerfen sollen, es verursacht einen Placeboeffekt, bei harmlosen Erkrankungen ist der Ausreichend zur Linderung und wenn das ihre Art ist ihn auszulösen, machen sie bitte weiter.

Unsere Sinne sind jedoch erstaunlich unzuverlässig, nicht nur bei "optischen" Illusionen (und es gibt solche Illusionen für alle Sinne), sondern ganz normal im Alltag erzeugen wir ständig Fehlleistungen. Kombiniert mit einem leicht manipulierbaren, selektiven Gedächtnis und den Denkfehlern in die wir alle immer mal wieder laufen macht das die Einzelperson extrem unzuverlässig. Wenn man diese Fehler kennt kann man gegensteuern, aber das ersetzt nicht die wissenschaftliche Methode Hypothesen aufzustellen und zu überprüfen.

Wenn wir das aufgeben, erschlagen wir auch morgen wieder Krähen, damit das Gewitter aufhört, weil wir gestern nach dem Gewitter eine tote Krähe gefunden haben. Wir sind nur so weit gekommen wie wir heute sind, weil wir sowas überprüfen und verwerfen wenn es sich als unrichtig erweist. Das ist das einzige was ich dich bitten würde: Diese Ideen mit einer weiteren Methode testen.

Kommentar von Belladonna1971 ,

Zum ersten Absatz: sie suchen sich nur einen Teil heraus und haben sich offensichtlich nicht viel Mühe gegeben.

2. Absatz: harmlose Krankheiten? Damit liegen Sie meilenweit daneben.

3. Welche Methode würde denn Ihrem Weltbild gerecht werden?

Und nein- ich fühle mich dafür nicht zuständig. Ich will nicht die Welt verbessern. Ich berufe mich lediglich auf meine Erfahrung.

Sie können es aber umdrehen: begegnen Sie der Homöopathie ohne Vorurteil und begeben sich in die Hände eines Homöopathen. Eigenversuche zählen nicht- da sind Fehler vorprogrammiert.

Und ja- ich hatte umzugs- und altersbedingt schon mehrere Homöopathen in 40 Jahren und hatte immer gute Erfahrungen, Linderungen und Heilungen.

Alles Gute Ihnen und bleiben Sie gesund!

Kommentar von matmatmat ,

In meinem Weltbild müßte es - wie andere Behandlungsmethoden auch - in doppel-blind Studien getestet werden und gegen ein Placebo antreten und nach statistischer Auswertung mit hoher Wahrscheinlichkeit besser wirken.

Das ist gemacht worden, mehr als ein mal. Nimmt man sich diese Studien vor, bewertet sie wie gründlich sie waren und so weiter, kommt man zum Ergebnis: Globuli & Co lösen einen Placeboeffekt aus, aber haben keine darüber hinaus gehende Wirkung. Das deckt sich gut damit, das die Chemie kein Wassergedächtnis findet und die Biologie keine Anzeichen für ein Funktionieren des simile-prinzips findet.

Unsere persönliche Wahrnehmung und Erfahrung ist leider erstaunlich unzuverlässig.

Ja, bleiben sie bitte auch Gesund, dann kommt man gar nicht in Versuchung sowas zu nutzen ;)

Kommentar von Evoluzzer213 ,

Globuli hilft nur gegen harmlose Krankheiten.

Wenden sie Globuli auch bei Leber- oder Nierenversagen an? Bei Bluthochdruck, Schlaganfällen und Herzinfarkten?

Das gleicht einem Suizid.

Die Wirkung eines Mittels verschwindet mit der Potenzierung, das ist wissenschaftlich erwiesen. Damit sind potenzierte Mittel nicht mehr als Zuckerkugeln und Zuckerwasser.

Dabei kann man da ganz vorurteilsfrei herangehen. Dann sieht man allerdings, dass die Wissenschaft beweist das Zuckerkügelchen nicht wirken und dann hat sich das mit dem vorurteilsfrei auch schon wieder

Kommentar von Grobbeldopp ,

Ich respektiere Ihre Meinung und sehe auch, dass Sie mich überzeugen wollen. Für mich zählt dennoch das eigene Erleben.

Ist ok, aber damit kann man jede Diskussion, wirklich egal zu welchem Thema einfach beenden.

Kommentar von Belladonna1971 ,

Wenn Sie diskutieren wollen, machen SIe doch einen eigenen Thread auf. Ich habe lediglich auf die ursprüngliche Frage geantwortet.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Belladonna,


Welche Fehler andere Menschen machen interessiert mit nicht!

Vielleicht liegt hier das Problem?

Wer nur auf dem Horizont der eigenen "Erfahrung" bleibt, aber die Erfahrungen vieler tausender Patienten aus klinischen Studien nicht in seine Überlegungen einbezieht, der wird unvermeidlich in dieselben Fehlerquellen laufen, die die evidenzbasierte Medizin schon erkannt hat, post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss oder Confirmation Bias, um nur zwei davon zu nennen.

Zum Glück haben wir mit der Entwicklung sauberer, kontrollierter Überprüfungsmethoden heute die Möglichkeit, längst bekannte Irrtümer zu vermeiden... Man MUSS heute nicht mehr die Fehler anderer Menschen wiederholen. Und gerade im Gesundheitsbereich ist das doch sehr gut: Eigentlich gibt es aus Verbrauchersicht keinen Grund sich mit weniger als der bestmöglichen Überprüfung von Wirksamkeitsversprechen zufrieden zu geben.


Kommentar von Belladonna1971 ,

Ich bin eine einfache und ungebildete Frau. Diese Arbeit kann ich nicht leisten. Aber ich kann meinen Erfahrungen und die in meiner Familie beobachten. Und meinem Bauch vertrauen. Naturheilkunde ist Erfahrungsheilkunde.

Wenn andere Menschen die Homöopathie aus ihrem Kontext reißen, fühle ich mich für die daraus entstandenen Fehler nicht verantworlich.

Kommentar von MalNachgedacht ,

Und meinem Bauch vertrauen. Naturheilkunde ist Erfahrungsheilkunde.

Homöopathie ist aber keine Naturheilkunde....

Und auch Erfahrungen kann man systematisch erfassen und auswerten.

Kommentar von Belladonna1971 ,

Aber warum sollte ich es tun? Mir reichen meine Erfahrungen. Wenn es Sie so interessiert, machen Sie es doch selbst!

Viel Spaß!

Kommentar von uteausmuenchen ,

belladonna,

Aber warum sollte ich es tun? Mir reichen meine Erfahrungen

Allein schon der Ansatz, zu unterstellen, dass saubere Überprüfungen die Erfahrung missachten, ist falsch: Im Gegenteil: Saubere Überprüfung bedeutet nicht nur, Erfahrungen zu machen und diese auszuwerten, sondern diese auch noch mit anderen Erfahrungen zu vergleichen, um bekannte Fehlerquellen auszuschließen.

Es ist nämlich bekannt, dass natürliche Krankheitsverläufe und Placeboeffekte Wirksamkeiten vortäuschen können, wo keine sind. Man kann sogar messen, wie sehr man Therapieeffekte überschätzt, wenn man nicht sauber vergleicht. (http://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/386770?guestaccesskey=07c3bcdf-...)

Darum sollte man Erfahrungen vergleichen.

In Bezug auf bestimmte Beschwerden und ein Mittel gibt es 4 Fälle/Gruppen:

1) der Patient nimmt das Mittel und danach geht es ihm besser
2) der Patient nimmt das Mittel und danach geht es ihm nicht besser
3) der Patient nimmt das Mittel nicht und danach geht es ihm besser
4) der Patient nimmt das Mittel nicht und danach geht es ihm nicht besser

Die Erfahrung "mir hat das Mittel geholfen" bedeutet lediglich, dass dieser Patient in der ersten der 4 Gruppen war. Über die anderen 3 Gruppen und das Verhältnis der Gruppen zueinander hat man ohne Vergleiche keine Kenntnis.


Ich bin eine einfache und ungebildete Frau. Diese Arbeit kann ich nicht leisten.

Der Einzelne kann das auch nicht. Den sauberen Vergleich von Erfahrungen bekommt man in randomisierten, verblindeten Studien.

Man kann aber als Einzelperson das Problem der unverglichenen Erfahrung anerkennen und sich verdeutlichen, dass man als Einzelperson halt sehr leicht in bekannte Irrtümer und Fehlschlüsse läuft. (Eben die oben genannten post-hoc-ergo-propter-hoc-Fehlschluss oder Confirmation Bias)



Was genau veranlasst Dich zu der Annahme, dass Dein persönliches Bauchgefühl und die wenigen Eindrücke, die Du bei Dir und Deiner Familie gesammelt hast, aussagekräftiger sind als die letzten 150 Jahre gesichertes Wissen der Physik und anderer Naturwissenschaften plus die diese Erkenntnisse bestätigenden Erfahrungen zig tausender Patienten in klinischen Studien?

Kannst Du mir verraten, was Dich zu der Annahme bringt, dass die sich alle irren und Du keinesfalls?


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