Globaler Killer auf dem Weg zur Erde- schon gehört?

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5 Antworten

Hallo HugotheJugo,

das ist mal wieder ein gutes Beispiel, warum man solche Dinge nicht in der Boulevard-Presse nachschlagen sollte, sondern auf seriösen, von Wissenschaftlern bereitgestellten Seiten.

Stellen wir uns also der Frage, ob da wirklich ein globaler Killer auf dem Weg zur Erde ist...

Also zunächst einmal wechseln wir den Blick auf die originale Pressemeldung:

http://english.cas.cn/newsroom/news/201609/t20160909\_167557.shtml

Da steht, dass man mit einem 1,2 Meter-Teleskop am 5. September einen nahe vorbei fliegenden Asteroiden namens 2009 ES beobachtet hat. Nirgends steht dort, das Ding wäre ein globaler Killer. Es gibt lediglich einen Nachsatz, der beschreibt, dass der Einschlag eines großen Asteroiden sehr gefährlich wäre. Es gibt aber keinen Bezug zu 2009 ES. Es ist nur eine zusätzliche Information, die begründen soll, warum solche Beobachtungsprogramme durchgeführt werden.

Es ist auch falsch, dass das Ding erst "erst vor einigen Tagen entdeckt" worden wäre, wie Du schreibst. Der Asteroid heißt "2009 ES"... weil man ihn 2009 entdeckt hat.

Das wiederum kann man rauskriegen, wenn man die - für jedermann einsehbare - Datenbasis aller bekannten "near Earth objects" schaut.

Da ist unser Pappenheimer "2009 ES" nämlich auch zu finden: 


http://ssd.jpl.nasa.gov/sbdb.cgi?sstr=2009%20ES;orb=1

Da steht zum Beispiel, dass man bereits 132 Durchgänge von ihm beobachtet hat (" # obs. used (total)  132 ") zuletzt eben vor einigen Tagen, die Daten wurden bereits eingetragen). Da steht auch, dass seine Umlaufbahn sehr gut bekannt ist ("condition code     0 ") und wenn Du oben rechts auf "close approach data" klickst, dann klappt eine Tabelle auf, auf der Du sehen kannst, dass man seine Annäherungen  bis 2200 vorausberechnet hat. Das Ding wird bis dahin nicht hier einschlagen.

So schaut man so was nach... oder auch hier, der Tabelle mit dem Impact Risk. Da stehen alle Objekte drin, die man unter diesem Aspekt beobachtet. So lange in der Spalte gaaanz rechts nur lauter Nuller stehen, trifft uns nichts, zumindest nichts Großes. Sternchen bedeutet, dass die Daten noch ungenau sind, z.B. weil es bis zur nächsten Annäherung seeehr lange dauert oder/und zu wenig Daten vorliegen.

Wenn das nächste Mal die Boulevard-Presse also den globalen Killer verkündet, schaust Du einfach hier nach:


http://neo.jpl.nasa.gov/risk/

So, jetzt zur Frage mit dem Laser und den "Vorsorgemaßnahmen".

Nein, da gibt es leider tatsächlich nichts in petto. Astrophysiker weltweit drängen ihre Regierungen, man müsste investieren, aber gerade weil da eben nichts in Sicht ist, fasst keine Regierung aktuell Geld an.

Das ist bedauerlich, denn selbst wenn aktuell nichts in Sicht ist, so steht doch mit Sicherheit fest, dass irgendwann mal einer der vielen Asteroiden oder Kometen bei uns einschlagen wird. Das ist eine Frage der Wahrscheinlichkeiten: Wenn man lange genug wartet, dann passiert eben auch irgendwann einmal etwas Unwahrscheinliches.

Ein Laser oder auch wahlweise eine Bombe wäre dann aber eine sehr, sehr schlechte Idee. Und zwar wegen des Impulserhaltungssatzes. Die Physik ist da gemein: Wenn Du das Ding zertrümmerst, dann behalten die Trümmer weitgehend denselben Impuls wie ursprünglich der ganze Asteroid.

Wir reden hier von Relativgeschwindigkeiten von einigen 10 000 km/s. Das bisschen Unterschied, den Du beim Zertrümmern machst, ändert den Impuls nur wenig und vor allem unkontrolliert: Zertrümmern oder Sprengen passiert irgendwie. Es entstehen zufällig größere und kleinere Trümmer - die Wahrscheinlichkeit eines Impaktes würde eher steigen.

Besser wäre es, ein schweres Objekt neben dem Asteroiden auf seinem Orbit zu platzieren und ihn dadurch über ein, zwei Umläufe hinweg minimalst und eben kontrolliert(!) zu verzögern oder zu bremsen. Bei den genannten Relativgeschwindigkeiten reicht es, den Asteroiden um wenige Sekunden zu verzögern und ein eventueller Einschlag fände nicht mehr statt.

Das ist technisch im Rahmen des heute Machbaren, man müsste mit der Entwicklung aber halt mal anfangen - was leider eben an der Politik scheitert, nicht an der Physik.

Falls Du Dich für das Thema interessierst: Gibt ein schönes Buch dazu von Florian Freistetter "Asteroid now" - ist deutsch, trotz des englischen Titels.

Grüße


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Kommentar von uteausmuenchen
22.09.2016, 21:14

Ach ja, ich habe vergessen zu erwähnen: Die Daten ergeben, dass 2009 ES einen Durchmesser von unter 500 Metern hat. Das ist SEHR weit weg von den 10 Kilometern, die auf der Pressemeldung zur Veranschaulichung erwähnt wurden. Wie gesagt: DEr Nachsatz hat keinen Bezug zur aktuellen Beobachtung...

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Was, schon wieder Weltuntergang??? Hatten wir doch erst vor 14 Tagen oder so ...

So einen Laser haben wir leider nicht. Ist auch nicht so toll, wenn man einen ganz dicken Brocken in 10 dicke aufsprengt und die dann unseren hübschen blauen Planeten treffen.

Momentan ist unser Kenntnisstand so, dass - wenn wir genügend Zeit haben - so einem Asteroiden einen kleinen Schubs versetzen, damit er uns verfehlt. Also z.B. müssten wir dort einen Antrieb installieren.

Wenn wir den aber erst ein paar Tage vorher finden, funktioniert das leider nicht. Die dicken Dinger hat man glaube ich ganz gut im Visier.

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Kommentar von HugoTheJugo
22.09.2016, 16:16

Die Zeit seiner Ankunft soll zwischen 25. September 2016 und 2013 liegen, kannst dir also aussuchen, wann du sterben willst^^

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Ich geb zu ich hab von Astrologie und dem ganzen keine ahnung aber ich würde mir da nicht so viele gedanken machen unseren Planeten gibt es schon ziemlich lange. Es gibt auch viele forscher die das All erforschen und nicht zulassen würden das etwas passiert. Aber die Idee mit dem Laser könnte ich mir gut vorstellen und ich denke mal das es darauf ankommt wo der Asteroid Komet oder wie auch immer die dinger genau genannt werden auf die Erde einschlägt, kommt es darauf an wo und wie weit weg du dich davon befindest. Hoffen wir mal das wir soetwas nie erleben müssen.

Grüße.

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Stand noch gar nix in der Bild


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Kommentar von bertkowalski
22.09.2016, 20:17

Nee, nicht mal die NASA meldete sich zu Wort, ziemlich unheimlich das Ganze

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