Frage von cantonfreak, 49

Gleitzeitkonten Arbeitsrecht?

Guten Tag, Folgende Situation: Ich arbeite in einem großen Freizeitunternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Branchenbedingt kommt es da natürlich so Schwankungen im Betrieb. Diese sollen durch Gleitzeitkonten entsprechend aufgefangen werden.

Nun verschärft sich jedoch von Saison zu Saison zum gefühlten Nachteil der Arbeitnehmer.

Vertraglich ist eine durchschnittliche Arbeitszeit von 150-173 Stunden vereinbart.

Nun ist es das man mindestens einmal, teilweise auch mehrfach in der Woche erheblich früher nach Hause geschickt wird. Seit April haben sich dadurch schon zwischen 30 bis 50 Minusstunden pro Arbeitnehmer angesammelt. Auf mehrfache Anfrage wie nun die Stunden ausgeglichen werden sollen gibt eine keine konkreten Pläne oder antworten. Im Arbeitsvertrag ist lediglich der Umgang von Mehrarbeit im Rahmen der Gleitzeit geregelt. Diese soll innerhalb von 2 Monaten ausgeglichen werden. Für Minusstunden liegt keine Regelung vor. Nun ist es so das die Arbeitnehmer in den Vorjahren selbst in stark frequentierten Zeiträumen nur knapp über 150 Stunden gekommen sind. Die Arbeitnehmer sehen also keine Möglichkeit mehr wie sie die Stunden ausgleichen sollen, oder auch wann man den die Stunden ausgleichen soll.

Aus diesem Grunde sind viele Arbeitenehmer stark verunsichert.

Wie sieht es denn in rechtlicher Hinsicht aus ? Vielleicht kann mir da ja jemand helfen hier.

Vielen Dank im Vorraus!

Antwort
von frodobeutlin100, 17

Vertraglich ist eine durchschnittliche Arbeitszeit von 150-173 Stunden vereinbart

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ich nehme mal an es wird verstetigter Lohn gezahlt (also jeden moant das Gleiche)

ich sehe das so .. der Arbeitgeber muss mindestens 150 Stunden pro Monat vergüten ... und das jeden Monat - auch in der "aure Gurken Zeit" - wenn die vorhandene Arbeit nicht für 150 Stunden reicht ist der Arbeitgeber im Annahmeverzug und muss trotzdem 150 Stunden bezahlen ...

es gibt für die Arbeitnehmer aber keinen Anspruch auf die 23 Stunden extra (Korridor bis 173 Stunden), die dann zu bezahlende Mehrarbeit wären

.. wen also nur 150 Stunden oder weniger gearbeitet werden (Annahmeverzug) kann es gar nicht zu Minusstunden kommen ..

Kommentar von Nightstick ,

I "... kann es gar nicht zu Minusstunden kommen .." (Zitat)

Bei der reinen Zeiterfassung schon, denn Zeiterfassungsprogramme können nicht in die Zukunft schauen!

Aber der Fragesteller kann insofern beruhigt sein, als dass, wenn er eines Tages ausscheidet, die Minusstunden nicht in Abzug gebracht werden können.

Antwort
von Ursusmaritimus, 30

Der Arbeitgeber ist für die Arbeit zuständig und nicht der Arbeitnehmer. Wenn es keine Betriebsvereinbarung zur flexiblen Arbeitszeit gibt ist ein "früheres" Heimschicken eigentlich nicht möglich.

Aber ein vom AG gewünschtes Minus auf dem Gleitzeitkonto kann keinesfalls eine Lohnkürzung zur Folge haben.

Ihr bietet eure Arbeitskraft vertragsgemäss an, wenn der AG diese nicht abruft ist es sein Problem nicht eures.....

Kommentar von cantonfreak ,

Ja ich glaube was den Kollegen da eher aufstößt ist diese von-bis Regelung der Stunden. (150-173) . Da es sich um Standardverträge handelt die jeder Arbeitnehmer einer Abteilung bekommt haben alle den gleichen Vertrag. Nun es ist ja so das man eben bis zu 23 Stunden Mehrarbeit auch ausgezahlt bekommen kann. Nun haben die schon beschriebenen Kollegen nicht die Möglichkeit dies zu bekommen. Jedoch haben viele Mitarbeiter an anderen Arbeitsplätzen (selbe Abteilung) dieses Problem nicht. Hier liegt I.d.r eine Differenz von 30 bis 40 Arbeitsstunden vor. Ich glaube das lässt ein Gefühl von Ungleichberechtigung entstehen. 

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Habt ihr einen Betriebsrat? Der ist der erste Ansprechpartner, dann kommt die Gewerkschaft. Bist du in der Gewerkschaft?

Kommentar von frodobeutlin100 ,

es gibt kein m.E. "Anrecht" auf die 23 Stunden plus (inklusive Bezahlung) ...

Antwort
von Alexuwe, 25

Minderstunden, welche anfallen sind das Problem des Arbeitgebers. 

Sogenannte,  Vorhaltekosten für Arbeitnehmer 

diese Kosten muss der Betrieb bezahlen

Kommentar von frodobeutlin100 ,

Annahmeverzug ...

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