Frage von JesterFun, 72

Gleichberechtigung oder Sexismus?

Das was jetzt in den letzten Jahren passiert ist, macht mir doch extrem Sorgen. Ich möchte wissen ob ich alleine bin oder ob es andere hier gibt die das genauso sehen.

Vor einziger Zeit wurde ja die Frauenquote eingeführt. Ein Fortschritt möchte man glauben, aber ist das nicht sexistisch? Damen müssen aktiv sich nicht beweisen um eine Führungsposition zu bekommen. Das fällt ja weg.

Dann jetzt mit den Frauenabteil in Zügen. Ist ganz neu das Thema. Das ist ja auch sexistisch. Wieso gibt es keine Männerabteile? Vielleicht belästigen mich ja auch die ganzen Frauengespräche? ;)

Dann gibt es in München tatsächlich Tage wo nur Frauen in die Sauna dürfen. Aber Männertage gibt es nicht.

Es gibt Frauenhäuser, aber Männerhäuser nicht.

Und dann wirds noch lächerlich: Auf der Seite der Grünen Jugend konnte man bei der Geschlechterwahl zwischen "weiblich" und "nicht weiblich" wählen. Dann kommt noch die Sache hinzu, dass auf er Ampel das Ampelmännchen durch ein Ampelweibchen ersetzt werden sollte. Ja das war politisch ernsthaft im Gespräch.

Da stellt sich mir die Frage: Wenn Frauen Sonderregeln brauchen, wie passt das dann zur Gleichberechtigung? Ich meine... Das heisst doch gleiches Recht für alle ohne Ausnahme? Oder ist es jetzt doch nicht so?

WIe seht ihr das?

Antwort
von regex9, 32

So manche Diskussion mag lächerlich sein, dennoch sollte man nicht vergessen, welches Frauenbild in der Vergangenheit bereits geprägt wurde.

  • In der Sprache: Gruppen werden unter maskulinen Bezeichnungen geführt (z.B. Zugführer, Bauarbeiter), das frz. Wort homme bedeutet Mann oder Mensch, auch in der dt. Sprache ist Mensch maskulin
  • Sozialer Stand: Frauen, die Sex mit mehreren Männern haben, werden eher als Schl*mpe abgestempelt, als Männer
  • Damalige Rollenverteilung: Frau galt als Objekt ohne freie Entscheidung, spätere Rollenverteilung bspw. in den 50ern: Frau gehört hinter den Herd, der Mann macht Karriere
  • Die Wahlberechtigung mussten sie sich erst erkämpfen

Deswegen können so manche Themen gern einmal diskutiert werden, so lange man sich dennoch auch mit den Konsequenzen befasst und diese dann für die letztendliche Entscheidung berücksichtigt. In der Hinsicht gibt es noch einige Schwächen, da gebe ich dir Recht.

Ich denke, die Gesellschaft braucht dahingehend Zeit, sich zu entwickeln. Dabei wird noch öfter diese von dir gestellte Streitfrage auftreten und sie wird wohl auch berechtigt sein. Aber im Umkehrschluss kann man wieder daraus lernen und besser abstimmen, wie es weitergeht.

Wenn wir uns in diesem Prozess schließlich alle einmal neu ordnen, wird es irgendwann auch Saunatage für Männer geben und mehr Frauen in Führungspositionen, ohne eine notwendige Frauenquote.

PS.: Es gibt Männerhäuser. Das sie so rar vertreten sind, liegt wohl an Bedarf und finanziellen Überlegungen.

Kommentar von JesterFun ,

Da muss ich mal kontern. Es gibt viele Nachteile die heute Männer haben.

  • Vorurteil: Männer die sich alleine auf Kinderspielplätzen rumtreiben sind potentielle Pedofile (zumindest werden sie komisch beäugt)
  • Voruteil: Männer sind potentielle Vergewaltiger.Deshalb gibt es ja diese ganzen Gesetze, weil man eben dieses Vorurteil hat. Erst kürzlich wurde ein verschärftes Gesetz dazu verabschiedet: Ein "Nein" reicht auch!
  • Voruteil: Männer wollen nur das Eine!

Aber gut. Wollen wir das nicht so sehr auf die Waagschale tun. Ich denke es sollte nicht relevant sein was "damals" war. Wir sind bei vielen Dingen schon längst darüber hinaus. Das ist ein Erfolg. Deshalb muss es ja nicht in die andere Richtung laufen.

Mit der Frauenquote sehe ich das sogar schlecht für die Frauen. Das folgende habe ich schon sinngemäß öfter von Männern gehört. Frauen werden oft in den Führungsposition nicht ernst genommen, weil es eben nicht klar ist ob sie sich das jetzt verdient haben oder nur wegen dem Gesetz dort sind. Ergo, fehlt der Grundrespekt. Sie hat es sich nicht erkämpft. Und ja, auch Männer müssen sich ihren Status erkämpfen. Das war bisher immer so.

Danke für deine Worte und den Beitrag ;)

Kommentar von regex9 ,

Das veränderte Sexualstrafrecht, das kürzlich verabschiedet wurde, ist eine extrem gute Sache und schützt beide Geschlechter gleichermaßen. Diese Änderung gründet sich nicht auf irgendeinem Vorurteil sondern den tatsächlichen Begebenheiten in der Kölner Silvesternacht.

Gerade das, was damals war, ist aber relevant. Denn Ziel ist es ja, all diese Entwicklungen zu bewerten und gegebenenfalls zu bearbeiten/umzuwerfen. Einige sind dabei übereifrig und extrem, andere wehren sich gegen alles. Beide Seiten müssen einen Konsens finden, und der wird sicherlich früher oder später erreicht werden.

Ich denke, die Frauenquote sollte einfach gegen die häufig vertretene Meinung, sie seien in Führungspositionen ungeeignet, angehen. Demnach würde ein Mann stets Vorzug bekommen, wenn ein Posten zu vergeben wäre. Das diese Maßnahme noch keine gute Lösung ist, steht außer Frage.

Antwort
von Flash8acks, 27

Viele Punkte die du nennst sind ja zum Schutz der Frauen vor Männer die sich nicht zu benehmen wissen. Da  in der hiesigen Gesellschaft bis ins 19. Jahrhundert immer der Mann der Ernährer war und Arbeiten ging, sind in vielen Bereichen auch kaum oder keine Frauen vertreten. Leider sind viele Männer nicht bereit etwas von "Arbeits-Kuchen" abzugeben, daher die gesetzliche Regelung. Sexistisch ist es eher umgekehrt zu betrachten, da immer noch in vielen oberen Etagen die Männer-Domäne regiert, Frauen werden gerade mal geduldet wenn überhaupt.

Es wird auch immer solche Frauen und solche Männer geben die sich ungerecht behandelt fühlen, ein gesundes Maß ist das Ziel. Religionen möchte ich nicht noch hinzuziehen, denn dann wird es noch viel komplizierter, für Einige dieser sind Freizeit, Arbeit, Politik und Religion das selbe und in allen Situationen ist die Frau an 2.er Position und der Mann die göttliche Position.

Vor einige Zeit hatte einer hier die Frage gestellt warum es Frauen häuser gibt und keine Männerhäuser, der Fragensteller hat nicht verstanden, dass dies ein Zufluchtsort für Frauen ist die von Männern missbraucht oder genötigt werden. Die Emanzipation hat in vielen Frauenköpfen Einzug gefunden, und auch einige Männer akzeptieren dies. Doch bis die gesamte Gesellschaft dies auch akzeptiert ist noch ein weiter Weg. Aber ich hoffe dass wir irgendwann mal ankommen, das umdenken hat ja bereits Früchte getragen mit Angie z.B. ;-)... warten wir ab und schauen ob Frau sich bald gleichberechtigt fühlt. (Die Sorge das "Frau" irgendwann einmal durch diverse Schutzmaßnahmen und Gesetze/Regeln die Situation missbraucht ist nicht von der Hand zu weisen, und hat es sicherlich auch schon gegeben)

Kommentar von JesterFun ,

Das ist echt interessant

"Leider sind viele Männer nicht bereit etwas von "Arbeits-Kuchen" abzugeben, daher die gesetzliche Regelung"

Dagegen hätte ich ja gar nichts. Aber wieso gibt es dann beispielsweise keine Männerquote? Das wäre doch nur fair.

"Zufluchtsort für Frauen ist die von Männern missbraucht oder genötigt werden..."

Laut Polizeiberichten geht die meiste häusliche Gewalt mittlerweile von den Frauen aus. Und auch wenn das nicht so wäre, dann gibt es auch Männer die eben "missbraucht" werden. Ja das gibt es auch. Es ist doch anmaßend zu behaupten das nur Frauen Opfer sind. Das ist ja so als würde man sagen, nur die Ausländer sind böse oder so.

Kommentar von Flash8acks ,

Eine Männerquote würde bestimmt irgendwann auch eingeführt werden, wenn in den Positionen in denen es keine/kaum Frauen gibt plötzlich mehr Frauen und kaum noch Männer vorhanden sind. Also sich das Quotenbild zu stark verschiebt.

Es gibt einige wenige Männerhäuser das stimmt, ja häusliche Gewalt geht auch von Frauen aus... hast du dafür eine Quelle, dass mitlerweile mehr Frauen Gewalt an Männer verüben? Ich persönlich kann es mir das kaum vorstellen, aber gut sowas gibt es, ist ja auch ein "Tabuthema" und wird/wurde nicht so oft angezeigt. Niemand behauptet das NUR Frauen Opfer sind... Aber Frauen haben es in der Gesellschaft die eine andere Rolle gehabt und der Umschwung wird eben gefördert/geregelt. Einzug der Emanzipation gibt es auch erst seit Beginn des 18. Jahrhunderts.

Wenn du es so betrachtest, das sich die Quoten oder die Misshandlungen so stark verschoben hat, dass der Mann benachteiligt ist, dann reiche doch eine Gesetzesprüfung ein. Oder reiche ein Gesetz ein, das Männerquoten regelt.

Eröffne ein Männer-Cafe oder ein Männerhaus, geh in die Politik, die Wege stehen dir in Deutschland zum Glück offen.

Und dieses Thema mit Ausländern zu vergleichen ist die der berühmte Vergleich zu Äpfeln und Birnen ^^


Antwort
von freezyderfrosch, 22

Ja - ich bin bei der Frauenquote auch dafür, dass eher die Qualifikation zählen sollte, als das Geschlecht. 

Sachen wie Ampelstrichmännchen, Saunagänge für Frauen, Frauenabteile... interessiert praktisch im Alltag niemanden. Da haben wir andere Probleme. Damit beschäftigen sich nur Menschen, die sich damit beschäftigen wollen. Einfach nur um sich eben politisch darzustellen und das Gefühl zu haben etwas für die Gleichberechtigung getan zu haben. Wie viele Frauen kenne ich, die diese Forderungen nicht unterstützen oder denen das nicht juckt? Eine Menge lehnt selbst den so genannten "Third Wave Feminism" ab, der oftmals ins Absurde führt. Und daher sind viele Vorschläge aus Reihen einer bestimmten Gruppierung von Frauen. Eine Politik eben für bestimmte Frauen, aber keine Sache der Verallgemeinerung. 

Zudem erfindet der "Third Wave Feminism" oft auch Immunisierungen gegen Kritik. So ist jede Frau die gegen solche Vorschläge ist ein Opfer des verinnerlichten Sexismus. Damit hat man sich gegen jede Kritik geschützt - und man braucht nicht mal psychologische Belege - Voila! Somit ist jede Pornodarstellerin und jede Prostituierte, die ihren Job mag, Opfer eines verinnerlichten Sexismus. Doch wer so argumentiert, hat eher Angst, dass die eigene heile Welt leicht zusammenbrechen könnte - wenn jetzt auch noch die Gruppierung , in dem Fall Frauen, solche Politik, die ja genau diese Zielgruppe unterstützen will , für lächerlich erklärt oder nicht interessiert. 

Ich bin weder ein Fan von dem Wort "Männerrecht" noch von dem Wort "Frauenrechte" - sondern ich möchte in erster Linie in einer Demokratie leben wo man geschlechtsunspezifisch von Menschenrechten redet.

Würden Männer ein eigenen Abteil bekommen im Zug, wäre die Hölle los. Wer Gleichberechtigung will, sollte nicht ungleich gewichten.

Kommentar von JesterFun ,

Ich wäre auch in erster Linie dafür, dass geschlechterspezifische Gesetze/Rechte komplett rausgenommen werden.

Antwort
von MrMiles, 32

Da wird allgemein immer sehr viel pauschalisiert und Argumente unter einen Hut gebracht, die erstmal nichts miteinander zutun haben.

Grundsetzlich muss man unterscheiden - vieles wie Frauenparkplätze, Frauentage, Frauenzonen etc. sind Marketing, also pures werben um Käufergruppen. Das hat nichts mit Gesetzten zutun.

Dann sehe ich persönlich, Gesetzte wie eine Frauenquote sind genauso nur Marketing. Gesetzte für einzelne Geschlechter sind immer "sexistisch".

Um wirklich Gleichheit zu schaffen, muss alles "unisex" sein. Weder Frauen, noch Männer dürfen einen Vor- oder Nachteil haben. Unsere Steuerpolitik, unsere Familienpolitik, Bildung etc. muss den Menschen unabhängig seines Geschlechts betrachten.

Kommentar von JesterFun ,

"Um wirklich Gleichheit zu schaffen, muss alles "unisex" sein. Weder Frauen, noch Männer dürfen einen Vor- oder Nachteil haben. Unsere Steuerpolitik, unsere Familienpolitik, Bildung etc. muss den Menschen unabhängig seines Geschlechts betrachten"

Bin ich total dafür!

Antwort
von Harald2000, 33

Gesetzlich geregelt neuerdings das Geschlecht: "Unbestimmt". Die Sonderregelungen (Abteile etc.) gibt es als Angebot für die, die es nötig haben (Musliminnen etc.), Frauenhäuser lohnen sich nur, weil überwiegend Frauen entsprechende Probleme haben (für misshandelte Männer - relativ selten - finden sich vorläufig noch andere Angebote). Für Saunen - dürfte es wohl für alle passende Lösungen geben. Tatsächlich sind aber Jungen in Schulen schon - nach all den Förderungen für Mädchen - benachteiligt. Musst eben politisch aktiv werden, wenn du was im Staate durchsetzen willst.

Kommentar von JesterFun ,

Mir geht es erst einmal um die Meinung hier. Vielleicht sehe ich gewisse Dinge nicht. Ich will ja offen für alles sein.

Antwort
von SteamTitanbein, 30

Ich bin da genau deiner Meinung. So sachen wie dass Frauen genausoviel verdienen wie Männer sind ja richtig aber vieles geht zu weit...

Kommentar von JesterFun ,

Interessant in dem Punkt ist es aber auch, dass wir Männer durchaus verhandeln. Ich behaupte mal, dass dies viele Frauen gar nicht tun. Sie wollen einfach mehr Geld ohne die Konfrontation mit dem Chef zu suchn. Das behaupte ich zumindest nach meinen Erfahrungen.

Antwort
von valvaris, 30

Ich finde, das ist teilweise übertriebener Feminismus, lieber etwas zu viel den Frauen recht machen als zu wenig und dann schreit einer.

Lustig zu sehen ist auch immer wieder, wenn jemand in nem Video halbnackte Videospiel-Charaktere verwendet. Die Mädels findens okay und lustig, aber die meisten Männer regen sich furchtbar drüber auf.... "Das kannst du nicht machen, zieh der mal was an"

Kommentar von JesterFun ,

Ich frage mich eh, wieso Frauen sich beschweren wenn Männer ihre Formen richtig toll finden. Das ist ein Bonus den ich mir nicht verspielen wollen würde.

Ein Kollege von mir hat gemeint, dass er eine brasilanische Freundin hat. Wenn die nach Deutschland kommt, bekommt sie voll die Krise weil die Männer ihr nicht hinterher schauen. So wie in ihrem Heimatland.

Kommentar von valvaris ,

ach ja das Ego... Ich muss immer sehr lachen, wenn ein Mann zufällig in ne Damenumkleide spatziert und alle in Unterwäsche herumkreischen, aber im Bikini an den Strand rennen

Antwort
von hamburgerjung69, 30

Meiner Meinung nach völlig überzogen, da niemand persönlich angegriffenere, wenn zum Beispiel nur ampelmännchen auf der Ampel zu sehen sind. Ich meine das ist ein verdämmtes strichmännchen, was in meinen Augen eigentlich neutral ist, nur weil es keinen Rock an hat und ein hut auf ist es doch nicht direkt männlich ?! Ist das Ergebnis von hardcore feministinnen die einen Hass auf das männliche Geschlecht haben und sich grundlos unterdrückt fühlen

Kommentar von JesterFun ,

"Ist das Ergebnis von hardcore feministinnen die einen Hass auf das männliche Geschlecht haben und sich grundlos unterdrückt fühlen"

Ja, den Eindruck habe ich auch. Leider.

Antwort
von Teodd, 22

Dann kommt noch die Sache hinzu, dass auf er Ampel das Ampelmännchen durch ein Ampelweibchen ersetzt werden sollte. Ja das war politisch ernsthaft im Gespräch.

Lol, niemand braucht das. Selbst die Frau interessiert darauf nicht... Diese nutzlose Änderungen kann Millionen Euro kosten!

Was mit dem Männerhäuser, weil vllt Männer es nicht brauchen... Ich glaube, das ist mehr nach Kundennachfrage zu tun.


Kommentar von JesterFun ,

"Was mit dem Männerhäuser, weil vllt Männer es nicht brauchen... Ich glaube, das ist mehr nach Kundennachfrage zu tun"

Ja das kann sein. Doch ich kenne auch ein paar Männer die durchaus Probleme haben. Nur Männer haben oft einen zu großen Stolz. Vielleicht ist das aber auch gut so.

Kommentar von valvaris ,

In Dresden gibts Ampelmännchen und -frauchen vor der Altmarktgalerie. Bei 3 Ampeln übrigens "nur" eine Frau und das VOR der Frauenquote ^^ Hat sich nie jemand beschwert, sondern es wurden Fotoapparate gezückt

Kommentar von valvaris ,

Es gibt übrigens durchaus "Männerhäuser". Sind nur nicht so im Gespräch, weil Frauen das Opferabo haben und meist als Täter von vornherein nicht in Bwtracht kommen.

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