Frage von naila00, 47

Glaubt ihr der Mensch ist von Geburt an böse oder kann böses in sich tragem?

Antwort
von Ini67, 11

(...) Bei den meisten Menschen, auch jenen mit schlimmen Kindheitserfahrungen, werden aggressive Impulse in Schranken gehalten. Durch die Fähigkeit zur Selbstkontrolle, die Fähigkeit zum Mitgefühl und durch die Akzeptanz moralischer Grundsätze. Wenn aber eine oder sogar alle drei dieser Fähigkeiten versagen, dann steigt das Risiko, Gewalt wiederholt zum eigenen Vorteil einzusetzen.

Experten unterscheiden bei Intensivstraftätern drei Typen, bei denen diese Schranken nicht zuverlässig funktionieren. Instrumentelle Täter, sie machen etwa 30 Prozent aus, sehen Gewalt als Strategie, um Konflikte zu lösen. Sie sind in einem Umfeld aufgewachsen, das sie gelehrt hat: Gewalt ist überlebenswichtig, effektiv und wird belohnt. (...)

Problematische Kindheit und Auffälligkeiten im Gehirn

Neben einer problematischen Kindheit finden sich bei diesen Menschen häufig noch andere Auffälligkeiten – und zwar im Gehirn. Neurowissenschaftler konnten zeigen, dass impulsive Gewalttäter Veränderungen in der Anatomie und Funktion des präfrontalen Kortex, einem Areal hinter der Stirn, aufweisen. (...)

Psychopathen zählen zur gefährlichste Gruppe

Kein Lernen nach Bestrafung oder auch Belohnung, eine Unempfindlichkeit gegenüber sozialen Sanktionen oder Bestärkungen, das ist auch typisch für die dritte Tätergruppe: die Psychopathen. Sie sind mit zehn Prozent die kleinste, aber gefährlichste Gruppe.

Auch bei ihnen gibt es Auffälligkeiten im präfrontalen Kortex, wie bei den impulsiven Tätern. Eines aber ist bei ihnen anders: Ihr Mandelkern, das Furchtzentrum, ist nicht hyperaktiv, sondern völlig still.

Psychopathen empfinden so gut wie keine Angst. Obwohl sie sehr risikofreudig sind, gehen sie daher meist sehr viel planender vor als die zweite Gruppe. Auch sie fallen bereits früh auf, im Grundschulalter. Sie sind manipulativ, gefühlskalt, lügen viel, und fühlen weder Reue noch Scham.

Adoptionsstudien zeigen, dass für impulsive Täter wie für Psychopathen gleichermaßen Folgendes gilt: Bei beiden gibt es eine genetische Anfälligkeit. Verschiedene Genvarianten scheinen dabei eine Rolle zu spielen – aber besonders viel diskutiert wurde eine Mutation des Enzyms MAOA, das auch als "Krieger-e" bekannt ist.

Die Mutation erhöht die Neigung zu aggressivem Verhalten und wird häufig bei impulsiven Tätern gefunden. Träger der MAOA-L-Variante zeigen eben jene Hyperaktivität des Mandelkerns und verringerte Aktivität des präfrontalen Kortex, der für diese Tätergruppe typisch ist.

Genetische Vorbelastung allein machen niemanden zum Mörder

Doch eine genetische Vorbelastung allein reicht nicht, um einen Menschen zum Schwerverbrecher zu machen, wie der Psychologe Avshalom Caspi von der Duke University nachwies. Denn Kinder mit der MAOA-L Variante werden nur dann eher aggressiv als andere, wenn Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch in der Kindheit dazukommen. Ansonsten bleiben sie völlig unauffällig. (...)

Quelle und mehr: http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article136831129/Warum-manche-Menschen...

Antwort
von MeGusta97, 22

Ich glaube es gibt immer einen Grund warum ein Mensch verkorkst ist. Man kann das gar nicht so sagen, ob ein Mensch "böse" geboren wird, denn ein Baby hat mit Sicherheit noch keine bösen Absichten. Aber jeder Mensch hat eine eigene Persönlichkeit und womöglich sind manche Eigenschaften tatsächlich schon angeboren, entwickeln sich aber erst später.

Antwort
von mariaplt, 12

Böse oder gut sind zwei ''Wörter'' die wir benutzen um etwas zu ''beschreiben''. Wenn ein Mensch ''böse'' ist muss was vorgefallen sein, was den dann so verändert hat. Jeder Mensch hat seinen Charakter, und jeder Charakter ist einzigartig. Man sollte jeden akzeptieren, ob ''böse'' oder ''gut''. Es hat immer seine Hintergründe, weswegen einer so ist. :)

Antwort
von Matahleo, 15

Hallo Naila00,

nein, ein Mensch wird nicht böse geboren! Ein Kind ist immer unschuldig, jedoch hat es bestimmte Veranlagungen sozusagen in die Wiege gelegt bekommen. 

Es gibt Anlagen, die ein Kind ruhig, agil, introvertiert oder mehr extrovertiert werden lassen. 

Es ist mittlerweile nachgewiesen, dass Stress während der Schwangerschaft bereits Gene verändert und dadurch bestimmte Entwicklungen verzögert oder auch gar nicht herausgebildet werden können.

Über transgenerationale Gewalterfahrung gibt es eine tollen Vortrag von Michaela Huber, eine führenden Persönlichkeiten der deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie.  

http://www.michaela-huber.com/files/vortraege2016/kriminalitaet-und-transgenerat...

Das ist wirklich sehr interessant. 

LG Mata

Antwort
von Nitra2014, 15

Im Falle eines Serienmörders hat eine Frau herausgefunden, dass es ein Mörder Gen gibt.

Dieser Serienmörder war adoptiert und sie seine Pflegemutter. Er hatte eine glückliche Kindheit, liebevolle Eltern und trotzdem hat er sich zum Psychopathen entwickelt und zahlreiche Menschen ermordet. Den Namen weiß ich jetzt gerade nicht mehr.

Seine biologischen Eltern waren nämlich Schwerverbrecher. Er hat diese aber nie kennengelernt.

Also ja, ich denke, die Gene spielen schon auch eine Rolle. Erziehung, äußere Umstände, persönliche Entscheidungen, soziales Umfeld und Gene formen den Charakter.

Ist aber eine interessante Frage. Da würde ich zu gern eine Expertenmeinung hören.

Schau mal hier rein:

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.moerder-gen-fiktion-oder-wirklichke...

Antwort
von notLiamNeeson, 19

Böse und Gut existieren nicht. Es gibt moralische Grundsätze die wir erfunden haben damit alles besser läuft aber jeder Mensch hat Gefühle wie Gier und Hass in sich. Ich würde sagen das es keinen 100% guten Menschen gibt aber man kann sich an die grundlegenden Regeln halten. Das sollte ausreichen.

Antwort
von Digarl, 8

Gut und Böse sind beides subjektive Empfinden! Jeder versteht teilweise etwas anderen unter "gut" und unter "böse". Im Prinzip gibt es kein "gut" und kein "böse", wir erfinden es nur.

Und nein, niemand wird gut oder böse geboren. Auch Schäden im Hirn wie z.B. der Amygdala enstehen erst in früher Kindheit und nicht vor der Geburt. Z.B. wenn man zuviel Cortisol im Blut hat, was durch zu vielen Stress oder auch schlimmen Erlebnissen resultiert. 

Antwort
von RobertMcGee, 14

Nein, glaube ich nicht - ob etwas "gut" oder "böse" ist, hängt immer vom Standpunkt ab

Antwort
von FeeGoToCof, 29

Klar, gibt es entsprechende Veranlagungen, die sich - je nach "Beleuchtung" - ausprägen, oder eben auch nicht.

Aber sicherlich nicht so, wie ich jetzt mal "unterstelle", dass Du es meinen könntest ("eine dunkle Seite")...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community