Frage von EllieJade, 100

Glaubt ihr, dass es Liebe wirklich gibt?

Philosophieunterricht bei mir an der Schule, 11. Klasse, mit dem Thema Liebe sieht ungefähr so aus:

Ein paar sind total deprimiert, sagen, dass Liebe ja eh nicht existiert nur weil sie verlassen worden sind. Vor ein paar Monaten. Nach einer Woche Beziehung.

Ein paar andere sind so überzeugt von der Liebe und erwarten von ihr alles, dass sie das Leben besser macht. Allerdings, wenn man sie fragt, was sie von ihrem Partner erwarten, bekommt man Antworten, die in etwa aussagen, dass der andere perfekt sein muss, aber die Fehler an einem selbst sogar lieben soll. (Und dann wird man angeschnauzt, wenn man sagt, dass sie weiter Twilight gucken gehen sollen)

Und wieder andere sitzen da und meinen, wird schon kommen, wenns kommt, darf man halt nicht suchen.

Dann ich daneben: Hey Leute, ich war noch nie verliebt, aber meint ihr echt, dass es sowas überhaupt wirklich gibt und nicht nur von euren Hormonen zur Fortpflanzung vorgespielt wird und dass dieser ganze Verliebtheitsblödsinn bloß in eurer Einbildung existiert?

Gut. Möglich, dass ich da echt ein schwerer Fall bin, die so gut wie kein Verständnis für vorgegaukelten Liebeskummer und so ein Zeug hat... Aber mal Hand aufs Herz: Glaubt ihr, dass es Liebe überhaupt gibt?

Antwort
von Nikita1839, 39

Ja. Das es verschiedene Arten von Liebe gibt kann man aber auch nicht leugnen. Liebe zur Familie ist was anderes als Liebe zu einem Partner. Genauso wie es Liebe zu Haustieren gibt.

Aber jeder hat eine andere Definition von Liebe.

Für mich ist Liebe Geborgenheit und Vertrauen. Ehrlichkeit. Das man miteinander reden kann. Miteinander Lachen kann. Das man jemanden so akzeptiert, wie er ist. Ohne wenn und aber.
Ich bin asexuell. Der sexuelle Aspekt untermauert meine Gefühle zu meinem Freund sehr wenig.

Genau deswegen braucht Liebe Zeit. Liebe ist keine Verliebtheit. Keine Schwärmerei. Verliebtheit, Bauchkraulen, Rosa Rote Brille
sind nicht von Dauer. Ca. 3 Jahre. Dann ist das vorbei. Nichts mehr mit Schmetterlingen. Es beginnt der Ernst. Was hat dein Partner, was du liebst? Welche Eigenschaften? Wie macht er dich Glücklich? Welche Fehler hat er, die man akzeptiert?
Liebe ist, wenn das alles ohne rosa rote Brille klappt. Wenn man trotz allem zu einem steht. Zusammen passt.

Unser Kopf gaukelt uns vieles vor. Viele, die nie geliebt wurden, verlieben sich in irgendwelche Idioten. Weil der Kopf das so will. Aber nicht alles gaukelt der Kopf einem vor. Dein Kopf kann dir alles vorgaukeln. Liebe, Ängste, Sorgen. Aber es muss nicht immer so sein. Wer hinterfragt und nicht alles glaubt, lässt sich nicht so einfach veräppeln. Wer aber leichtgläubisch ist, wird alles glauben. Aber was vorgegaukelt ist, und was nicht, ist wohl selber rauszufinden, soweit es möglich ist.

Antwort
von MaxMuller, 24

Hey Elliejade!

Soll ich dir mal ein Geheimnis verraten Elliejade ? Alles was du siehst, riechst und fühlst also wahrnimmst ist frei erfunden und existiert nur in deiner Einbildung. Dein Gehirn sammelt all die Daten von deinen Sinnesorganen und schafft daraus eine Einbildung die wir Realität nennen. Du siehst einen Hund? Einbildung. Dein Auge nimmt Licht wahr und dein Gehirn macht daraus erst ein Bild. Du fühlst etwas? Dein Gehirn schüttet irgendein Hormon aus das dich dazu bringt.

Es ist sinnlos Liebe als Einbildung zu bezeichnen in dem man es dem Attribut eines  Hormoncocktails zuschiebt der einen dazu zwingt quasi und einem etwas vorgaukelt was nicht da. Der Punkt ist es durchaus real für denjenigen der diesen Hormonen ausgesetzt ist, sogar überaus real. Es ist REAL für ihn. Für dich nicht, aber für ihn. Es ist kein Blödsinn, es ist simple, einfache, brutale Realität für die Person die verliebt ist. Er kann es nicht abstellen, er kann es nicht ignorieren. Es ist real, es steuert sein handeln und seine Emotionen. Es existiert in ihm und damit ist es real. Liebe existiert.

Das bringt mich zum nächsten Punkt. "Vorgegaukelter Liebeskummer". Warum sollte man dieses Gefühl vorgaukeln? Wo ist der Sinn darin so zutun als würde  einem die Trennung oder die Zurückweisung von einer geliebten Person so zusetzen? Warum sollte jemand freiwillig so deprimiert und traurig sein wie es Liebeskummer mit sich bringt? Warum sollte man das bewusst vorgaukeln? Gar nicht. Niemand würde freiwillig so tun als hätte er Liebeskummer, weil die Symptome einem garantiert den Tag verderben würden, wenn man versucht sie nachzuahmen.

Liebeskummer ist wie Schmerz. Schmerz ist nicht real, wir bilden ihn uns bloß ein und doch ist der Realität. Schmerz existiert, Liebeskummer existiert und das nur weil unser Gehirn es so will. Punkt. Es ist real, es ist nicht diskutabel. Wenn jemand sagt er hat Liebeskummer dann ist der damit zusammenhängende Schmerz für ihn REAL.

Ich sag dir was Mädchen. Du hast keine Ahnung wovon du redest. Absolut keine. Bis du dich verliebst, dann verstehst du es. Dann verstehst du warum die anderen so verrückt spielen aufeinmal "obwohl es doch nur Hormone" sind, warum sie so deprimiert sind "wo sie doch nur Liebeskummer vorgaukeln". Du verstehst alles, weil es für dich auch aufeinmal realität ist. Simple und brutale Realität. Du realisierst das LIEBE die stärkste Droge auf der Welt ist und das diese Droge abhängig macht, das diese Droge sehr wehtut bei einem kalten Entzug. Und wenn du an diesem Punkt bist wo du jemanden liebst und unbedingt jeden Moment, jede Sekunde bei ihm sein willst dann verstehst du was Liebe ist.

Und dann können wir darüber reden was Liebe darüber hinaus noch ist. Verstehen, Intimität, Hingabe, Hoffnung usw..

Ich hoffe für dich das du mal verliebt bist und dann glücklich, weil es wenig so traurige Dinge auf der Welt gibt wie einen Menschen der noch nie ernsthaft verliebt war.

MfG Müller

Kommentar von EllieJade ,

Danke für deine ehrliche Meinung.

So, also ich meinte diese Frage nicht als Beleidigung, ich sagte auch nie, dass ich will, dass jemand anderes diese Meinung vertritt. Also kein Grund, gleich so gereitzt zu reagieren und unhöflich zu werden, bloß weil du älter bist. Hab auch übrigens nie behauptet, ich hätte Ahnung, wie gesagt, ich war noch nie verliebt.

Gegaukelter Liebeskummer bezog sich auf die einwöchigen Beziehungen unter Schülern. Selbst wenn man sich die sehr romantischen in meinem Alter mal so ansieht kann da keiner behaupten, das sei die wahre Liebe. Also kein Grund, anderen so die Ohren deswegen zuzuheulen.

Nebenbei sagte ich auch nicht, dass ich unglücklich wäre, ich bin unglaublich zufrieden damit, wies ist. Man hat mehr Zeit zum Lesen oder für Musik, ohne einen Typen oder ein Mädchen, was einem ständig Stress macht, weil er oder sie einen sehen will. Wenn man keine Beziehung führt, kann man sie nicht in die Brüche gehen lassen und das wiederum bedeutet, dass man keinen Liebeskummer hat. Find ich eh ein bisschen albern, ist genauso wie mit einer alten Person, die stribt: Die Sonne geht auch ohne diesen Menschen wieder auf.

Jeder soll machen, was er für richtig hält. Aber wie gesagt, danke für deine Meinung. Auch wenn sie ein bisschen netter hätte formuliert werden hätte können. Ellie reicht übrigens.

Antwort
von Sonja66, 18

Hast du ganz bunt beschrieben....  :-)

Also ich glaube schon, dass es die Liebe gibt. In jedem Fall!
Liebe ist ein JA, Akzeptanz, ein Unbedingt-haben-wollen, Sehnsucht....

Aber es gibt auch wirklich so ne Art "Führung" oder so, die bestimmt, was du jetzt lieben sollst, damit du mit dem Richtigen in Kontakt kommst und dabei das gerade für dich Richtige lernen kannst und so weiter und so fort....  ;-))
Dem sollte man vielleicht schon auch vertrauen.....  denn das Leben will schon eine Weiterentwicklung, und genau die macht man optimal, wenn man sich dabei vertrauensvoll seinem eigenen Herzen hingibt.

Das mag schon wie eine Verarschung anmuten, schon klar, verweigert man diese "Führung" allerdings zu oft, zu intensiv..... wird man meiner Ansicht nach eher unglücklich / unzufrieden durchs Leben gehen....

Liebe ist meiner Ansicht nach somit also auch ein Wegweiser, dem wir uns vertrauensvoll anvertrauen sollten...  ;-)

Beides also gibt es!

Liebeskummer gibt es natürlich auch. Auch er ist echt dann.
Man vermisst etwas ganz stark, was dann auch immer. Weiß nicht, wie man sonst noch dazu kommen soll. Ist traurig über den Mangel dessen. Glaubt nur eine bestimmte Person könne es einem geben....

Auch wieder ne Art Wegweiser, wie ich meine. Auch recht gut geeignet, um über sich selbst etwas in Erfahrung zu bringen....., aber wer will das schon immer.....  :DD

Also ich finde es gut, wenn man sich mit dem Thema auseinandersetzt und weiter, dass man mit wahrer Liebe um einiges besser sein Leben leben kann, also ohne....  :-)))

Antwort
von NormalesMaedche, 40

Ich liebe meinen Freund.
Ich will niemals kinder, er auch nicht, darab liegt es also nicht.
Vorgegaukelt ist da auch nichts, sonst hätte ich meinen Freund in meiner Nähe "ausgesuchz" und nicht 500 km weg von mir

Antwort
von sojosa, 27

Natürlich, du solltest sie nur von dem ganzen Verliebtheitsblödsinn unterscheiden, weil der wirklich nur von den Hormonen gesteuert wird. Weil Liebe ist mehr, viel mehr.

Antwort
von Peppi26, 26

Oh jaaaa und wenn es dich einmal wirklich erwischt und du mit dem jenigen auch gemeinsame Jahre verbringen darfst, ist es das schönste der Welt! Zwanghaft suchen bringt garnichts! Jeder hat Fehler und ich finde auch die Fehler des Partners zu lieben ist sehr wichtig!

Antwort
von night, 19

Ich denke, es gibt Liebe.

Wir schieben alles, was irrational ist, auf "Liebe". Alles, was rein logisch nicht zu erklären ist. Was unserem eigenen System bei der Selbsterhaltung nicht förderlich ist und evtl. sogar dagegen strebt. Entgegen des sogenannten "Überlebensinstinkts".

Du hast recht, vielleicht gibt es weniger "Liebe", wenn wir nicht diesen Überlebensinstinkt haben und uns fortpflanzen wollen. Aber heutzutage (und auch früher nicht), kannst du nicht sagen, dass Sex gleichbedeutend mit Liebe ist. Dass Kinder kriegen gleichbedeutend mit Liebe ist. Dass diese Dinge Hand in Hand gehen.

Was ist es, wenn nicht Liebe, wenn du dir deinen Partner anschaust und ohne gerade Lust auf Sex zu haben, einfach nur seine/ihre Existenz genießt. Was ist es, wenn du deine Freunde anschaust und dir denkst, wie hab ich nur diese verrückten einzigartigen Leute kennengelernt, dankbar bist, dass sie in deinem Leben sind. Was ist es, wenn dir in einem Moment der Einsamkeit jemand bestimmtes fehlt. Wieso tust du nette Dinge für Menschen, die dir was bedeuten. Sag nicht, man muss sich so verhalten, um in einer Gemeinschaft leben zu können, weil man andere braucht, man kann mit viel weniger Nettigkeit überleben und miteinander klar kommen. 

Liebe liegt in unserer Natur, bedeutet es dann gleich, dass es nur ein Instinkt ist? Es gibt verschiedene Arten von Liebe. Nur weil du deine Freunde oder deine Familie anders liebst als deinen Partner, bedeutet es, dass du deinen Partner nicht liebst? Oder andersherum? 

Klar gibt es viele junge Menschen, die diesen komplexen Begriff noch nicht ganz begreifen (wer tut es schon wirklich?) und "mal so probieren wollen", "einen Freund haben wollen", "nicht alleine sein wollen, wenn die Freundinnen jemanden haben", "erwachsener sein wollen, weil die Kumpels schon jemanden rumgekriegt haben" und diese Beziehungen dementsprechend kurz sind. Aber macht die Dauer einer Beziehung oder der Gefühle wirklich die Validität und Intensität dieser aus? Eine Beziehung ist etwas anderes als die Liebe.

All die Sachen, die wir "aus Liebe" tun und fühlen, sind nicht notwendig für unser Überleben. Ist es noch ein Instinkt? Was ist mit Lesben, Schwulen, anderen die, die nicht hetero sind? Ist das dann Liebe, weil sie es nicht unbedingt aus dem Überlebensinstinkt tun (können)? Klar entsteht das Gefühl der Liebe in unserem Gehirn, von Hormonen, Neurotransmittern. Sind andere Gefühle dann auch nur vorgegaukelt, invalide? Schmerz, Trauer, Glück? Wofür das alles

Es hat (heutzutage) keinen biologischen Sinn (mehr) und es braucht auch keinen. Liebe ist angenehm (auch wenn viele behaupten es ist nur und zumeist das Gegenteil) und was angenehm für das System ist, danach strebt es. Man kann es Liebe nennen oder auch Idiotismus aber es ist ein weit verbreitetes Phänomen, das es tatsächlich gibt.

Die Frage, die du dir doch stellen solltest, ist doch eher "Was ist Liebe?" für dich, dass du sie in Frage stellst. Nur weil sie in deiner individuellen Welt gerade nicht wahrnehmbar ist, bedeutet es nicht, dass sie universell nicht existiert oder?

Kommentar von EllieJade ,

Das witzige ist ja grade, dass wir in dieser Stunde auch gelernt haben, dass es die romantische Liebe, wie wir sie heute kennen, vor etwa 100 Jahren in Romanen erfunden wurde.

Kommentar von night ,

was ist denn "romantische Liebe"?

Kommentar von EllieJade ,

Die Liebe, die du oben beschrieben hast.

Kommentar von night ,

du meinst eines der Arten

Was wahrnehmbar ist existiert, was nicht wahrnehmbar ist, muss nicht unbedingt fiktiv sein.

Antwort
von Daleduc, 42

11.Klasse? Man hätte das Abi lieber auf ein 14.Schuljahr erweitern sollen als auf 12 Jahre zu kürzen.. 

Kommentar von EllieJade ,

In welchem Zusammenhang meinst du das?

Antwort
von Midgarden, 32

Mein Beileid für diese Frage

Kommentar von EllieJade ,

War doch bloß ne Frage, was ist daran jetzt falsch?

Kommentar von Midgarden ,

Die Frage an sich war nicht "falsch", das Beileid bezog sich auf den Fragenhintergrund ("war noch nie verliebt" und der Vermutung, "dieser ganze Verliebtheitsblödsinn bloß in eurer Einbildung existiert" - für Dich Liebe also nur Blödsinn ist

Kommentar von EllieJade ,

Kann auch sehr angenehm sein, so hab ich mehr Zeit für andere Dinge. Mir fehlt da nichts ^^

Kommentar von Midgarden ,

Möglich, daß Dir aktuell nix fehlt, da Du wohl "Dinge" gegenüber den Menschen bevorzugst.

Hoffe trotzdem für Dich, daß irgendwann jemand nicht nur Deinen Kopf fordert, sondern auch Dein Herz berührt - das nämlich unterscheidet den Menschen von anderen Lebewesen ;-)

Kommentar von EllieJade ,

Och, ich denke nicht, dass der Mensch so arrogant sein darf und das behaupten darf. Es gibt Tierarten, die treuer als Menschen sind, wenn ein Partner da stirbt, wird kein neuer gesucht. Es ist auch passiert, dass die übriggebliebenen einfach weggestorben sind deswegen.

Kommentar von Midgarden ,

Interpretiere in meine Anworten nicht mehr hinein, als drin steht - zu Treue oder Untreue habe ich mich nicht geäußert ;-)

Obwohl es auch bei Menschen häufiger noch die lebenslange Treue gibt - Untreue also nicht der neue Standard ist *g*

Und - wenn Du in Biologe gut aufgepaßt hast - gibt es auch Tierarten, die promisk und / oder dabei auch noch bi sind

Aber - anders als rein von Instinkten oder Trieben gesteuert - hat homo sapiens noch die Möglichkein, sein Tun zu reflektieren und ggf, nicht Opfer, sondern Verwalter seiner Triebe zu sein

Antwort
von SchokoKeks0000, 32

Ja glaub ich.
Und das erst erkannt als ich mein neugeborenes Kind in Arm hatte. Und eins in mir wächst.

Antwort
von DerKingmitDing, 30

natürlich is liebe nur ein biologischer vorgang aber is ja trotzdem liebe also würde ich ja sagen

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