Frage von KyaHaiNa, 50

Glaubenslehre Kant und Schleiermacher?

Hallo,

ich beschäftige mich ein wenig mit den Religionen und Glaubenslehren ect. Nun bin ich auf Kant und Schleiermacher gestoßen und würde gerne wissen was der Unterschied zwischen den beiden ist. Man liest zwar viel über die zwei aber leider aber den direkten Vergleich gibt es nicht, jedenfalls konnte ich nichts finden. Mir geht es wirklich im die Glaubenslehre, was sie verbreitet haben, wie sie die Religion und ihren Glauben an Gott verstanden und gedeutet haben. Die wichtigsten Punkte.

Danke im Voraus!

Antwort
von berkersheim, 26

Immanuel Kant war Philosoph, kein Theologe. Kant vertritt eine Philosophie der Vernunft, keine Glaubenslehre. Kant hat die seinerzeit vorgelegten Gottesbeweise samt und sonders widerlegt. Seine in der Ethik vorgetragene Rechtfertigung einer Annahme eines richtenden Gottes ist zweischneidig, weil Gott aus Sicht menschlicher Vernunft "instrumentalisiert" wird. Kant, als Fanatiker der Vernunft lehnt strikt alles Emotionale ab.

Friedrich Schleiermacher war lutherischer Theologe, auch Philosoph und Altphilologe. Nach Wikipedia "Friedrich Schleiermacher" kann man sagen:
"Zu einer der grundlegenden Behauptungen Schleiermachers wurde daher, dass die Religiosität genauso zum Menschen gehöre, wie das (deduktive) Denken und das (moralische) Handeln und somit beide als gleichwertig zu betrachten seien." und weiter: "In der Religion sollen nach Schleiermacher dann aber Anschauung und Gefühl, rezeptiver und spontaner Bewusstseinsakt, das Affizierende und das Affizierte wieder zusammenfallen. Beide Pole werden in der Religion überwunden, denn „[…] Anschauung ohne Gefühl ist nichts und kann weder den rechten Ursprung noch die rechte Kraft haben, Gefühl ohne Anschauung ist auch nichts: beide sind nur dann und deswegen etwas, wenn und weil sie ursprünglich Eins und ungetrennt sind.“

Diese Auffassung von Religion und Religiosität als "geläutertem Gefühltem" steht zu Kants Betonung der Vernunft in starkem Kontrast. Schleiermachers Religiosität ist stark von der aufkommenden Romantik bestimmt. Doch wenn Religion als Privatsache ausgegeben wird, verliert sie das Verbindliche, Vereinigende und kann sich im Privatisieren verlieren. Dass Offenbarung ihren alleingültigmachende Qualität verliert, ist nicht Schleiermacher anzulasten, das war in der Zeit gelegen.

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