Frage von Neunmalschlauer, 179

Glauben Wissenschaftler an Gott?

Da die Wissenschaft und die Religion nicht immer miteinander übereinstimmen wie zB bei der Evolutionstheorie.Können Wissenschaftler den an Gott glauben oder verlassen sie sich vollkommen auf Theorien,Wissen,Experimente,...?

Antwort
von Rosenblad, 14

Vielleicht in diesem Sinnverständnis: "Wir Denker suchen uns Gott zu nähern, indem wir die Welt von ihm abziehen."  (Hermann Hesse)

In diesem Kontext sollten Glaube, Religion und Sakralität nicht mögliche Zugänge verstellen.

Die Wissenschaft kann nie verneinen, dass es andere mögliche Entitätszustände (als Lebensformen in "höheren" Ebenen - sprich räumlichen und seinsinhaltlichen Formationen) geben kann - i.S. von Hawkins "Universum in der Nußschale" - was dann unserem Universum entsprechen würde.

Antwort
von Philipp59, 58

Hallo Neunmalschlauer,

da sich Religion und Wissenschaft nicht grundsätzlich gegenseitig ausschließen, glauben auch eine ganze Reihe Wissenschaftler an die Existenz Gottes. Oder anders ausgedrückt: Um zu glauben, braucht ein Wissenschaftler nicht sein wissenschaftliches Denken aufzugeben. Viele sind sogar erst durch ihre Forschungen auf einem Gebiet der Naturwissenschaften zu der Überzeugung gelangt, dass es einen Gott geben muss. Nachfolgend möchte ich Dir drei Wissenschaftler vorstellen, denen es genau so ergangen ist.

Da ist z.B. Dr.  Irène Hof Laurenceau, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie. In ihrer Jugendzeit zweifelte sie zwar an Gott und glaubte, das Leben sei durch evolutive Prozesse ins Dasein gekommen. Doch im Laufe der Jahre überdachte sie ihre Einstellung und besonders aufgrund ihrer medizinischen Erkenntnisse kam sie schließlich zu dem Schluss, dass der menschliche Körper durch einen Schöpfer ins Dasein gekommen sein muss. Das war in der Zeit, als sie sich besonders mit der Kniechirurgie beschäftigt hat. Sie sagt:

"Den komplizierten Kniemechanismus hat man erst ab Ende der 1960er-Jahre besser verstanden. Man hat erkannt, dass sich das Knie nicht nur wie ein Scharnier um eine Achse dreht, sondern es laufen auch Roll- und Gleitbewegungen ab  — eine geniale Kombination, durch die wir mehr Bewegungsmöglichkeiten haben: Wir können gehen, tanzen, skaten und viele andere Dinge tun.

Seit über 40  Jahren versucht man nun schon, künstliche Kniegelenke herzustellen. Doch das menschliche Knie ist derart komplex, dass es sich nicht so leicht kopieren lässt. Außerdem sind künstliche Gelenke vergleichsweise schnell verschlissen. Trotz verbesserter Materialien ist man heute froh, wenn sie 20  Jahre halten. Unser Knie besteht natürlich aus lebenden Zellen, die ständig erneuert werden. Für mich ist das Knie ein Beweis für Gottes Weisheit und nicht für ungerichtete evolutionäre Prozesse" (Erwachet, August 2013).
Ein anderes Beispiel ist das von Dr.  Céline Granolleras, Fachärztin für Nierenheilkunde in Frankreich. Lange Zeit war sie überzeugte Atheistin. Auf die Frage, ob es ihr als Ärztin schwerfiel, an einen Schöpfer zu glauben, sagte sie:

"Nein. Ich habe immer bewundert, wie genial unser Körper funktioniert. Zum Beispiel wie die Nieren die Menge der roten Blutkörperchen steuern. Da kann man nur staunen. Die roten Blutkörperchen transportieren ja Sauerstoff. Wenn man viel Blut verliert oder sich in große Höhe begibt, entsteht ein Sauerstoffmangel im Blut. Die Nieren stellen das durch spezielle Sensoren fest und kurbeln die EPO-Produktion an. Der EPO-Spiegel kann so bis zu tausendfach erhöht werden. Das EPO wiederum regt die Produktion von roten Blutkörperchen im Knochenmark an, die den Körper dann mit mehr Sauerstoff versorgen. Das ist einfach fantastisch! Seltsamerweise habe ich das alles zehn Jahre lang erforscht, bis mir aufging, dass hinter so einem ausgeklügelten System nur Gott stehen kann" (Erwachet, September 2013).

Diese Beispiele sind nur zwei von vielen, die zeigen, dass oftmals auch naturwissenschaftlich denkende Menschen zu der Überzeugung gelangen können, dass es einen Gott gibt. Enrique Hernandez Lemus, theoretischer Physiker an der Universidad Nacional Autónoma de México, brachte seine Überzeugung wie folgt zum Ausdruck:

"Die Lebewesen sind einfach zu kompliziert aufgebaut, als dass sie durch Zufall ins Dasein kommen konnten. Man betrachte zum Beispiel den ungeheuren Informationsgehalt des DNA-Moleküls. Die rechnerische Wahrscheinlichkeit der zufälligen Entstehung eines einzigen Chromosoms ist geringer als 1  zu  9 Billionen, ein Ereignis, das so unwahrscheinlich ist, dass es als unmöglich bezeichnet werden darf. Ich halte es für absurd, zu glauben, dass ungelenkte Kräfte auch nur ein einziges Chromosom entstehen lassen konnten, geschweige denn die erstaunliche Komplexität, die allen Lebewesen innewohnt.

Beim Studium des hochkomplexen Verhaltens von Materie — von Phänomenen auf mikrophysikalischer Ebene bis zur Bewegung riesiger Sternwolken im All — beeindruckt mich die verblüffende Einfachheit der Gesetze, denen ihre Bewegung folgt. Für mich lassen diese Gesetze nicht bloß auf einen überragenden Mathematiker schließen — sie tragen den Schriftzug eines überragenden Künstlers" (Erwachet September 2006).

Die Schlussfolgerungen, die diese Wissenschaftler gezogen haben, teilen andere Wissenschaftler wiederum nicht. Es kommt letztendlich immer auf den einzelnen Menschen an - wie er denkt, was für eine Persönlichkeit er hat und welche Schlüsse er aus dem zieht, was er erkennt und beobachtet.
Und somit hängt die Glaubensüberzeugung von jemandem nicht in erster Linie davon ab, ob er Wissenschaftler ist oder nicht.

LG Philipp

Antwort
von danhof, 68

Wenn man Glaube und Wissenschaft strikt voneinander trennt, kann man diese beiden Dinge wunderbar miteinander vereinbaren.

Beispiel: Ich darf als Forscher nicht sagen "Das wird einfach Gottes Wille sein", statt nach einer wissenschaftlichen Erklärung dafür zu suchen, warum sich die Erde dreht. Denn dann wäre die Wissenschaft am Ende.

Wenn ich andererseits versuche, Gott in ein wissenschaftliches Raster pressen zu wollen, werde ich ebenfalls scheitern. Denn Gott lässt sich mit unseren Mitteln nicht verifizieren oder falsifizieren. Das ist, als würde ein Computerprogramm versuchen zu beweisen, dass es einen Programmierer hatte...

Antwort
von elenore, 47

Der nicht religiöse Naturwissenschaftler versucht, alles, was ist, auf physikalische Größen und Prozesse zu reduzieren. Für den gläubigen Forscher besteht der Sinn im Wirken des Schöpfers, der die Welt im Innersten zusammenhält. Beide Einstellungen sind Glaubenssache, sind möglich, sind naturwissenschaftlich weder zu beweisen noch zu widerlegen, beeinflussen auch keineswegs die Methodik und die Ergebnisse der Forschung. Sicher wissen können wir nur das, was uns die Naturwissenschaft sagt, aber sie schweigt zu vielen Fragen, die uns tief berühren. Ob ein Forscher diese Fragen als glücklicher Atheist oder als tief Glaubender beantwortet, bleibt seine persönliche Entscheidung.

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/06/Religioese-Wissenschaftler-Pro-Contra

-- Die Religion formt das soziale Leben, gliedert die Zeiten, bestimmt oder rechtfertigt die Moral, interpretiert die Ängste, gestaltet die Freuden, tröstet die Hilflosen, deutet die Welt.
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007), deutscher Physiker und Philosoph

-- Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen.
Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie1

Antwort
von 3plus2, 42

Wissenschaftler die keine höhere Macht ausschließen!
Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg: Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott##
Physik-Nobelpreisträger Max Plank: Für dem gläubigen Menschen steht Gott am Anfang für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen##
Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein: Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft. Die gängige Vorstellung, ich sein ein Atheist, beruht auf einem großen Irrtum, wer das aus meinen wissenschaftlichen Theorien herausliest, hat sie kaum begriffen##
Stephan Hawking, Astrophysiker und Mathematiker, Die Zeit ist nur eine Eigenschaft des Universums, das Gott geschaffen hat##
Pascal Jordan, deutscher Physiker und Mitbegründer der Quantenmechanik: Die moderne Entwicklung hat die früheren Hindernisse einer Harmonie von Naturwissenschaft und religiöser Weltauffassung beseitigt. Die heutige naturwissenschaftliche Erkenntnis liefert keinen Einwand mehr gegeneinen Schöpfergott##
Der große amerikanische Erfinder Edison: „ den größten Respekt und die größte Bewunderung für alle Ingenieure, besonders für den größten unter ihnen: ist „Gott“##
Der britische Physiker und Radiotechniker J. Ambrose Flemming: Die große Fülle moderner Entdeckungen hat den alten Materialismus vollkommen zerstört…. Das Universum zeigt sich heute unseren Augen als Gedanke. Ein Gedanke setzt das Vorhandensein eines Denkers voraus.“##
Der deutsche Arzt und Physiker Julius Robert von Mayer: „Echte und wahre Naturwissenschaft und Philosophie müssen zum Gottesglauben führen.“##
Carl F. Gauß, deutscher Mathematiker und Physiker: „Wenn unsere letzte Stunde geschlagen hat, wird es unsere unsagbar große Freude sein, den zu sehen, den wir in unseren Schaffen nur ahnen konnten.“##
Der Physiker Hans P. Dürr: die Seele ist auch dann noch da, wenn der Mensch gestorben ist..

Antwort
von FooBar1, 71

Das ist sehr individuell. Ich hatte einen Kommilitonen der einer freien evangelischen Gemeinde angehört. Sehr positiv, das das nur auffiel, dass er keine Zeit hatte bei Geburtsstunden und bibelkursen. Das hat aber das Studium nicht beeinflusst. Im allgemeinen kann man wohl sagen das Personen mit höherer Bildung weniger gläubig sind und/oder glauben und Gott für sich anders definieren.

Antwort
von Andrastor, 28

Es gibt (leider) einige Wissenschaftler die trotz ihrer Arbeit an Gott glauben. Der Grund ist oft die religiöse Indoktrination, welche sie nicht in der Lage sind abzuschütteln.

Ein seriöser Wissenschaftler verlässt sich tatsächlich nur auf sein/ihr Wissen und die Experimente, ungeachtet des eigenen Glaubens,

Antwort
von chrisbyrd, 20

Die Studiengemeinschaft Wort und Wissen ist beispielsweise ein wissenschaftlicher gemeinnütziger Verein, in der Wissenschaftler sich austauschen und mitarbeiten. Thematische Schwerpunkte der Arbeit bilden Grundlagenforschung und Bildungsarbeit im Spannungsfeld "Naturwissenschaft und christlicher Glaube": http://www.wort-und-wissen.de

Auch ansonsten dürfte es einige christliche Wissenschaftler geben (Prof. Dr. Wener Gitt, Prof. Dr. Walter Veit usw.). Warum auch nicht?

Sehr interessant sind auch die folgenden Zitate berühmter Naturwissenschaftler:

"Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen." Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie

"Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. - Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler. Alle waren sie sehr mittelmäßige Philosophen." Sir Arthur Stanley Eddington (1882-1946), englischer Astronom und Physiker

"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott." Werner Heisenberg (1901-1976), deutscher Physiker

Antwort
von Eselspur, 30

Bei der Evolutionstheorie wie bei anderen Bereichen gibt es keinerlei Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glaube. 
 "denn derselbe Gott, der die Geheimnisse offenbart und den Glauben eingießt, hat in den menschlichen Geist das Licht der Vernunft gelegtGott aber kann sich nicht selbst verleugnen, noch jemals Wahres Wahrem widersprechen"  (Katechismus der Katholischen Kirche 159: http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P13.HTM)

Es gibt Wissenschafter die an Gott glauben, es gibt Wissenschafter die nicht an Gott glauben. Seriöse Statistiken sind mir nicht bekannt.

Kommentar von Giustolisi ,

"Bei der Evolutionstheorie wie bei anderen Bereichen gibt es keinerlei Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glaube."

Die Entstehung der Arten und der Schöpfungsmythos stehen schon im Widerspruch zu einander. 

Kommentar von Eselspur ,

Lies den oben zitierten kurzen Text und du wirst verstehen, warum nicht!

Wobei: Ich schreibe aus katholischer Sicht, nehme an, das die meisten evangelischen Christen mir zustimmen werden, Zeugen Jehovas und andere aber nicht.

Antwort
von JTKirk2000, 31

Manche ja, manche nein. Lustigerweise gibt es sogar Theologen, die nicht an Gott glauben. Da stellt man sich die Frage, warum sie das dann studiert haben.

Antwort
von suziesext06, 17

na sicher wird es auch Wissenschaftler geben, die an Gott glauben. Aber deren Glauben wird n anderes Niveau haben, denk ich mal, als n Glauben von nem Orientalen, der nicht viel mehr gelesen hat als sein Koran oder seine Torah.

Also Stephen Hawking oder Einstein haben so über Gott gesprochen, als würden sie dran glauben, aber sie nehmen Gott nicht dazu, um irgendwelche wissenschaftlichen Fragen zu erklären, also nicht so primitiv wie zb Kreationisten oder irgendwelche Fundamentalisten, die die Bibel 1:1 wie n wissenschaftliches Werk auslegen und dann glauben, die Welt ist erst 4000 Jahre alt, oder n andern Schmarrn.

Antwort
von SibTiger, 57

Es gibt schon gläubige Naturwissenschaftler, nur lassen sie ihren möglicherweise vorhandenen Glauben nicht in ihre wissenschaftliche Arbeit einfließen. Man nennt das auch methodischer Atheismus.

Bedeutende Naturwissenschaftler, die ihren Glauben vor sich hertragen, kenne ich kaum.

Gläubige Naturwissenschaftler sind oft auch keine Theisten, sondern Pantheisten oder Deisten. Das bedeutet, sie glauben entweder an keinen persönlichen Gott, oder an keinen Gott, der sich in das Geschehen im Weltall besonders einmischt.

Antwort
von hummel3, 25

Es gibt sowohl Wissenschaftler, welche an die Existenz eines Gott glauben, als auch solche, welche dies nicht tun, sondern sich nur auf ihr menschliches Wissen verlassen. Das verhält sich nicht anders, als beim Rest der Gesellschaft.

Wissenschaft schließt nicht grundsätzlich den Glauben an einen weisen Schöpfer allen Lebens aus. Im Gegenteil, manche Wissenschaftler glauben sogar gerade wegen ihres Spezialwissens und damit der Kenntnis mancher genialer Zusammenhänge an einen Gott.

Und, macht dich das schlauer? - Ich glaube kaum. - Jeder Mensch und so auch du, muss sich, was das Thema Gott angeht, individuell selbst entscheiden, was er glauben will.    

Kommentar von hummel3 ,

Wovor ich noch warnen wollte:

Man sollte nie zu sehr allein an Wissenschaftler und die Wissenschaften glauben. Auch diese haben es sich schon öfter in der Menschheitsgeschichte gefallen lassen müssen, im Laufe der Zeit als "inzwischen überholt" oder sogar "falsch" betrachten lassen zu müssen.

Antwort
von RobertMcGee, 89

Das hängt von dem jeweiligen Wissenschaftler selbst ab.

Es gibt viele (auch erfolgreiche bzw allgemein anerkannte) Wissenschaflter, die religiös sind.

Ob und wie weit das Forschungsergebnisse beeinflusst? Keine Ahnung

Antwort
von nowka20, 7

viele wissenschaftler glauben an gott, aber es ist der "gott ihrer väter", wie es die bibel im alten testament sagt

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