Frage von pinkuniiicorn, 80

GLauben buddhisten an Glück?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fagottist, 28

Na klar, Glück ist doch der ursprüngliche Zustand von uns, Erleuchtung ist Glück ohne Ende... Nur die Wege dahin sind verschieden, reichen innerhab des Buddhismus (von "harter Arbeit" wie hier schon gesagt) von Entsagung über Verwandlung bis zu Nicht_Handeln als Befreiungswege... Und Glück in diesem "normalen" Leben hier? Da finden Buddhisten wohl eher, dass es meistens "vergiftet" ist, weil man das, worüber man glücklich ist, am Ende wieder verlieren wird, Besitz, Gesundheit, geliebte Menschen, Erfolg etc. Glücklich-sein darüber kann man natürlich trotzdem, aber mit dem Bewußtsein der Vergänglichkeit und dem Wissen darum, dass wir diese Dinge letztlich niemals wirklich dauerhaft "besitzen". Das gibt Freiheit von vielen Zwängen und schafft eine andere Art von tieferem Glück, auch schon in diesem Leben

Antwort
von Diimiitrii, 46

Von welcher Art von Glück sprichst du? Von Glück im Sinne von Erfülltheit und einem schönen Gefühl? Oder von Glück im Sinne von Zufall?

Glück im Sinn von Zufall gibt es nicht. Alles hat einen Ursache-Wirkungszusammenhang. Selbst ein Münzwurf oder eine Losziehung hat nichts mit Glück zu tun. Es mag sein, dass der Gewinner gerne davon spricht, dass er "Glück" gehabt hat, aber es musste irgendjemand gezogen werden und Kopf oder Zahl musste gewinnen. Dass speziell diese Person gewonnen hat, ist irrelevant und hat nichts mit Glück zu tun. Es gibt einen Gewinner, wer das ist ist egal. Wenn man nur den winzigen Blickwinkel des Gewinners betrachtet, dann kann man den Begriff "Glück" dafür nutzen, aber wenn man die Komplette Ziehung betrachtet bzw den Münzwurf, dann war es vorherbestimmt, dass jemand gewinnt und der Rest verliert.

Kommentar von pinkuniiicorn ,

Meine Frage war auf das allgemeine Glück bezogen. Speziell jetzt das Glück im sinne von erfüllheit und einem schönen Gefühl , wie du es zu sagen pflegst, beeinflusst man, meiner Meinung nach, selbst.

Kommentar von Diimiitrii ,

Dann denke ich nicht, dass man daran "glauben" muss. Glücklich zu sein ist ein Zustand dementsprechend ist Glück nur das Nomen dafür.

Es würde mich sehr überraschen, wenn Buddhisten nicht glücklich sein könnten, weil soweit ich das verstanden habe ist der einzig valide Grund irgendeiner Religion anzugehören der Gedanke daran irgendeine Form von Glück zu erfahren.

Ob das nun ein Zugehörigkeitsgefühl ist oder der Glaube daran Gutes zu tun bzw richtig zu Handeln. 

Vor allem der Buddhismus der vermutlich mehr Wert auf Handlungen und deren Konsequenzen legt als jede andere Religion, sollte einem doch zum Glück verhelfen. Wenn man tatsächlich an das Nirwana glaubt und die 4 edlen Wahrheiten anerkennt, dann muss man doch zwangsläufig glücklich sein, wenn man mit dem Wissen lebt, richtig gehandelt zu haben und ins Nirwana zu kommen.

Meiner Meinung nach ist "Glück" der Sinn des Lebens und dafür braucht man keine Religion. Solange man sich seiner Taten bewusst ist und mit seinem Leben zufrieden ist, hat man ein gutes Leben geführt und das ist alles was zählt. 

Es gibt natürlich unendlich viele Wege "Glück" zu erreichen. Die einen fixieren sich auf materiellen Besitz, die anderen auf ein funktionierendes soziales Umfeld, für die einen ist das eigene Wohlergehen oberste Priorität und für die anderen ist Altruismus der Weg zum Glück. Das kann und muss jeder Mensch aber für sich selbst entscheiden. 

Ich sehe keinen Grund, warum Buddhisten nicht glücklich sein sollten.

Antwort
von Haldor, 13

Eine interessante Frage! Das Nirwana dürfte wohl von den Buddhisten nicht als Glückserfüllung angesehen werden, denn Eingang ins Nichts – ist das etwas Gutes, Glückliches? Eher sehe ich in der folgenden Konstruktion des
Buddhismus eine Möglichkeit der Glückserfüllung (ähnlich auch
beim Hinduismus und beim Jainismus). Es kommt bei den Buddhisten
darauf an, gutes Karma zu sammeln. Dann haben sie die Chance, bei der
nächsten Reinkarnation ein gutes bzw. besseres Leben zu führen. Der
Buddhist kann dann - ähnlich wie Aristoteles die Glückserfüllung
beschreibt (s. Nikomachische Ethik) – durch die besseren Umstände seiner zweiten, dritten oder vierten Reinkarnation seine Talente derart zur Entfaltung
bringen, dass er allgemeines Ansehen genießt und in einer guten
Familie eine Geborgenheit findet. Dabei muss er auch weiter ein
tugendhaftes Leben führen, andernfalls wird er in der nächsten
Reinkarnation seinen guten Lebensstandard wieder einbüßen und also
im Unglück landen. Derjenige Buddhist allerdings, der seine
Erfüllung im Erreichen des Nirwanas findet, wird auf keinen Fall
glücklich sein können, denn er muss durch Erfüllung der 4 edlen
Wahrheiten und durch Begehen des achtfachen Pfades ungeheure
Entbehrungen auf sich nehmen, er muss schließlich zur Erleuchtung
gelangen, indem er die Sinnlosigkeit und den leeren Schein der Welt erkennt
und verinnerlicht.

Antwort
von Draggyblackdots, 15

Das Glück aller Wesen ist das Ziel des Buddhismus.

So wie andere beten: "Vater unser..." so beten Buddhisten nicht zu einem Gott sondern z. B. "Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen sie leben ohne Leid, ohne Anhaftung und Ablehnung..."

Anhaftung und Ablehnung sind die Ursachen des Leids, wie z. B. an einem geliebten Menschen zu hängen, dann ist es schmerzlich, wenn man ihn verliert. Das Glück was im Buddhismus angestrebt wird ist nicht das Glück welches dadurch kommt, dass man irgendetwas "hat".

 Leicht zu verstehen, schwer zu realisieren.

Antwort
von TrangSooXO, 42

Sie glauben an HARTE Arbeit. Ihre Logik “Wer was erreichen will muss etwas dafür tun.” Aber eigentlich glauben die meisten schon dran.

Kommentar von Haldor ,

Jawohl! Siehe Glücksbegriff des Aristoteles. Neben harter Arbeit muss (nach Aristoteles) noch folgendes hinzukommen: Talent (das zur höchsten Entfaltung gebracht wird), Gesundheit, ein gewisses Vermögen, gute Beziehungen und angenehmes Äußere (jedenfalls kann der Hässliche nur sehr schwer glücklich werden). Diese "realistische" Auffassung des Aristoteles mag hart klingen, aber sie dürfte zutreffen.

Antwort
von nowka20, 5

glück in unserem sinne kennen die nicht

Antwort
von Diimiitrii, 10

Im Alter von 29 Jahren wurde Siddhartha Gautama bewusst, dass Reichtum und Luxus nicht die Grundlage für Glück sind. Er erkannte, dass Leid wie Altern, Krankheit, Tod und Schmerz untrennbar mit dem Leben verbunden ist, und brach auf, um verschiedene Religionslehren und Philosophien zu erkunden, um die wahre Natur menschlichen Glücks zu finden.

Grundlage der buddhistischen Praxis und Theorie sind die Vier Edlen Wahrheiten: Die Erste Edle Wahrheit, dass das Leben in der Regel vom Leid (dukkha) über Geburt, Alter, Krankheit und Tod geprägt ist; die Zweite Edle Wahrheit, dass dieses Leid durch die Drei Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung verursacht wird; die Dritte Edle Wahrheit, dass zukünftiges Leid durch die Vermeidung dieser Ursachen nicht entstehen kann bzw. aus dieser Vermeidung Glück entsteht und die Vierte Edle Wahrheit, dass die Mittel zur Vermeidung von Leid, und damit zur Entstehung von Glück, in der Praxis der Übungen des Edlen Achtfachen Pfades zu finden sind. 

Auf diesem Weg werden Leid und Unvollkommenheit überwunden und durch Erleuchtung (Erwachen) der Zustand des Nirwana, der Leidlosigkeit bzw. der Zustand des Glücks realisiert.

Zwei der vier edlen Wahrheiten sprechen explizit von Glück und wie man dieses erreicht, dh es besteht kein Zweifel daran, dass Buddhisten an Glück glauben. Es scheint sogar eines der wichtigsten Ziele der "Religion" zu sein.


Antwort
von biggestbrain, 42

von mensch zu mensch unterschiedlich...

Kommentar von pinkuniiicorn ,

Das heißt nicht alle glauben an das Glück im Buddhismus?

Kommentar von biggestbrain ,

naja glauben alle im christentum an glück? wahrscheinlich nur einige im buddhismus wahrscheinlich das gleiche...

Kommentar von Draggyblackdots ,

Auf jeden Fall ist die Formulierung das das Ende allen Leids angestrebt wird, für alle Buddhisten gültig. Vom Buddha gegeben als die vier Edlen Wahrheiten. Das ist Grundlage für alle buddhistischen Schulen.

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