Frage von FunkyShit, 66

Glauben oder Zweifel?

Hallo Ihr,

ich habe ein mehr oder weniger großes Problem.Es ist so, dass ich (15, Christin) in den letzten Tagen sehr an meinem Glauben zu zweifeln angefangen habe. Eigentlich bin ich ziemlich religiös; besuche den Religionsunterricht und werde bald getauft (wirklich spät, aber besser als nie). Meine Mutter ist Atheistin, mein Vater Christ - beide sind getrennt und ich glaube, mir wurde der religiöse Glaube nie anerzogen, sondern ich bin ganz allein darauf gekommen (sogar mein Vater hat sich nicht eingemischt).

Allerdings sind wir nur 12 im evangelischen Religionsunterricht und nur wenige davon glauben tatsächlich. Ich habe oft das Gefühl, mich vor anderen rechtfertigen zu müssen - kein Mensch an meiner Schule scheint es lassen zu können, wenn er erst einmal bemerkt hat, welcher Religion ich mich zugehörig fühle. Meiner besten Freundin ist es egal, was meine Religion angeht - ich muss mir regelmäßig anhören, wie gern sie in die Hölle kommen würde und wie toll sie den Teufel findet (wegen des Animes „Black Butler“), scheint aber nicht zu merken, wie lachhaft das ist und dass ich mich unwohl dabei fühle. Es ist einfach so, dass jeder eine Begründung von mir will oder versucht, mich umzustimmen; als ob das einfach so ginge.

Neuerdings habe ich den Drang, allen zu erklären, wie es ist als Christin und knautsche Texte zusammen mit dem Inhalt warum es Gott gibt, was die Bibel für einen Sinn hat - einfach alles und ich denke, das ist auch teilweise so, weil ich auch mir beweisen will, dass meine Religion kein Unsinn ist (alle reden dagegen) und dass ich dankbar sein sollte. Aber ich fing an zu zweifeln und ich bin am Verzweifeln!

Ich bin sehr emotional, wenn es um meinen Glauben geht (aber auch sonst) und ich liebe es, Christin zu sein, denn ich glaube - aber in letzter Zeit zweifle ich auch daran - , meine Klassenkameraden finden Gott und Jesus lächerlich und argumentieren gegen meine Ansichten, was mich fraglich stimmt über die Zeit und nun zweifle ich sehr und fühle mich elend..

Bitte findet mich nicht schräg, aber könnt Ihr mir helfen? Ich weiß nicht, was ich tun, sagen oder denken soll.

Habt ihr auch gezweifelt? Muss ich mich jetzt schuldig fühlen? Wie hört das auf?

Lg Funky, Danke im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von CalicoSkies, 25

Hey,

Ich vermute, dass du dich zu stark ausschließlich oder größtenteils über deinen Glauben definierst.

Das du hier von "Verzweifeln" schreibst, weil Menschen deinen Glauben nicht teilen oder sich darüber lustig machen spricht für mich in die Richtung - denn eigentlich ist es ja so:
Egal was jemand glaubt, egal was für eine Lebenseinstellung er hat, egal was für eine Weltanschauung er besitzt - er wird immer Menschen finden, bei denen er aneckt.

Mal völlig ungeachtet dessen, was meine Einstellung bei der ganzen Geschichte ist - denkst du nicht, dass du dir das viel zu sehr zu Herzen nimmst?

Ich persönlich folge der Einstellung, dass Religion für den Menschen da sein sollte, nicht der Mensch für die Religion - wenn du in ein Abhängigkeitsverhältnis kommst, bei dem du bemerkst, dass die Religion eher eine Last für dich ist, du an ihr zweifelst und du mit der negativen Einstellung anderer dazu nicht zurechtkommst, wo liegt dann der Sinn der Religion?

Rein logisch gesehen haben deine Freunde das gleiche Recht auf ihre Meinung wie du auf deine Meinung - denn egal ob die Meinung "Gott existiert, Christentum hat Recht" ist oder "Christentum ist blöd, stimmt eh alles nicht" - beide Meinungen sind völlig gleichberechtigt.

Die Frage ist, ob die Zweifel bei dir auch von Innen kommen oder ob die Zweifel nur dadurch entstanden sind, dass deine Mitschüler / Freunde dich beeinflusst haben.

Wenn die Zweifel nicht von Innen kommen, dann solltest du lernen, dass die Meinung anderer zur eigenen Weltanschauung völlig egal ist (solange sich die Weltanschauung in einem gewissen Rahmen bewegt, was aber verständlich ist :D).

Falls sie doch von innen kommen, dann hast du zwei Möglichkeiten:

(a) Du gehst den Zweifeln nach und denkst nochmal über die ganze Glaubensgeschichte nach (was dann auch dazu führen kann, dass du Atheistin wirst, aber sich auch zum Gegenteil entwickeln kann)

(b) Du verdrängst die Zweifel - was ich dir nicht empfehlen würde, da die Zweifel nicht "weg" sein werden, sondern irgendwann wiederkommen.

Habt ihr auch gezweifelt? Muss ich mich jetzt schuldig fühlen?

Ich habe gezweifelt und bin deswegen Atheist geworden.

Schuldig fühlen? Wegen was oder wem denn? 

Es ist deine eigene, private Einstellung - und für die muss man sich nicht schämen ;)

Wie hört das auf?

Indem du den Zweifeln nachgehst - das ist meiner Meinung nach die einzige Lösung.

Lg

Antwort
von Andrastor, 58

Es hört dann auf wenn du für eine der beiden Richtungen Gewissheit gewinnst.

Egal ob es jetzt für den Glauben oder den Atheismus ist, sobald du wieder Gewissheit hast, wird es dir besser gehen. Du musst dich in keinem Fall schuldig fühlen.

Ich würde dir raten beide Seiten aufzuschreiben, was sind die Dinge die dich glauben lassen und was die Dinge die dich zweifeln lassen.

Dann lies dir die beiden Seiten durch und führe ein Zwigespräch mit dir selber. Suche dir 2 Sitzgelegenheiten, stelle sie gegenüber und setze dich auf eine. Stell dir dann vor du bist eine der beiden Seiten, Gläubige oder Zweiflerin und zwar nur diese Seite. Erkläre der anderen Seite was du denkst und fühlst. Tausche dann die Plätze und reagiere als die andere Seite. Nur als die andere Seite.

Entwickle so ein Gespräch und du wirst deine Unsicherheit überwinden können.

Antwort
von Hyperdinosaurus, 55

In jeder Gesellschaft schon seit Menschengedenken stehen die Gruppen unter Rechtfertigungsdruck, die nicht die Überzeugungen der Mehrheit vertreten - in einem anderen Kontext zum Beispiel in der Gemeinde stehen Atheisten unter Druck, ihre Ansichten zu verteidigen.

Das Phänomen geschieht auch unabhängig von den Inhalten, die vertreten werden. Wenn die Mehrheit deiner Freunde auch Christen wären, würden die Atheisten in Freundeskreis ihre Ansichten mehr begründen müssen und mehr unter Druck stehen ihre Ansicht zu ändern - sich der Mehrheitsmeinung anzupassen.  

Die Zweifel sind ein fester Bestandteil des Glaubens - vielmehr notwendig zur Entwicklung eines widerstandsfähigen Glaubens - der sich nicht von Außen so schnell beeinflussen lässt. Jeder Mensch zweifelt an seinen Ansichten und Überzeugungen, da stehst du längst nicht alleine mit.

Meiner Meinung nach entdeckt man erst die Tiefe des Glaubens, wenn man sich vielen Fragen gestellt hat, die diesen hinterfragen.

Sogar große Persönlichkeit als Sinnbilder für einen standhaften  christlichen Glauben hatten ihre Zweifel - wie zum Beispiel Mutther Theresa, die sehr gespalten in ihrem Glauven war.

Lässt dich nicht beängstigen von den Zweifel.

Zu deinen Freunden:
Viele wissen nicht wie sensible man auf Anfechtungen des eigenen Glaubens reagiert - dass man sich emotional getroffen fühlt - vielleicht kann man ihnen das kommunizieren, dass du dich von den Provokationen die deinen Glauben betreffen verletzt fühlst. Meistens nehmen Freunde dann mehr Rücksicht auf dich.

Ich reagiere meistens auf Provokationen gegen meinen Glauben mit Humor - dann kann denen keine Chance weiterzumachen.

Antwort
von mwesterhoff, 15

Hallo Funky, ich kenne Dich nicht persönlich, habe aber großen Respekt, wenn jmd. wie Du in einem wenig aktiv-christlichen Umfeld wie z.B. der Schule zu seinem Glauben steht. Das verunsichert viele in ihrer Identität, deshalb gibt es teilweise überraschende Reaktionen der anderen, die Dich wiederum verunsichern können. Versuche mal, über diesen Deinen Tages-Alltag mit Jesus ganz menschlich ins Gespräch zukommen, wenn Du allein bist. Da kommt irgendwann etwas zurück. Ist auch nicht verkehrt, sich tagtäglich unter seinen Schutz zu stellen, auch die inneren Gedanken. Vermutlich bist auch Du nicht ausgenommen von unangenehmen aber natürlichen, normalen Begleiterscheinungen der Pubertät, die viel Potential für das Entstehen von Zweifeln und dem Sich-Hinterfragen mit sich bringen können. Immer wieder mal Stellen aus Psalmen zu lesen, die einen direkt ansprechen in ihrer Einfachheit und Menschlichkeit, kann auch guttun. 

Antwort
von Esther23, 61

Viele Menschen haben eine Zeit in der sie an ihrem Glauben zweifeln... bei mir war es genau so. Vielleicht ist es bei dir so wie es bei mir war und du lebst einfach nicht mit vollem Herzen mit Gott. Erst wenn man ganz mit ihm lebt spürt man, dass nicht alles nur ein Märchen ist, sondern dass Gott wirklich existiert, uns liebt und uns in allen Lebenslagen helfen will. Ich habe vor einiger Zeit einen sehr bekannten christlichen Redner und Prediger aus den USA getroffen und dieser Mensch hat so einen tiefen Frieden und so viel Freude ausgestahlt, dass ich mir gedacht habe, dass ich es auch unbedingt versuchen möchte. Und es klappt wirklich! Man spürt einfach dass Gott da ist und die Zweifel verschwinden von alleine.
Man braucht keine Religion erklären oder beweisen können. Das ist auch ziemlich schwierig, weil wir ja an etwas glauben, was man nicht sehen kann. Man sieht es nicht, man spürt es!

Hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen;)
LG

Kommentar von FunkyShit ,

Irgendwie hat deine Antwort die Tränen in die Augen getrieben xd ich weiß nicht recht warum, aber wahrscheinlich weil ich mich schlecht und verstanden fühle und aber auch weiß, du hast recht. Kp wieso aber das hat mich irgendwo getroffen :3 danke

Kommentar von Esther23 ,

och wie süß ;) gerne <3

Antwort
von Philipp59, 33

Hallo FunkyShit,

ich bin wirklich beeindruckt, wie standhaft Du bisher Deinen Glauben verteidigt hast! Ich verstehe sehr gut, dass allmählich Zweifel in Dir entstanden sind, da Du ja hauptsächlich von Menschen umgeben bist, denen der Glaube nichts oder nicht viel bedeutet. Vor allem für Dich als jungem Menschen kann der Gruppendruck sehr stark werden und in Dir den Wunsch entstehen lassen, Dich den anderen anzupassen.

Mein Rat an Dich: Verfolge weiterhin unbeirrt Dein Ziel, auch wenn die Menschen um Dich herum ganz andere Wege gehen! Durch Deine Standhaftigkeit gibst Du den anderen ein gutes Beispiel, auch wenn sie durch ihr Verhalten Dir gegenüber eher Gegenteiliges zum Ausdruck zu bringen scheinen (insgeheim mögen Dich einige sogar um Deinen Glauben beneiden und fangen deswegen an zu mobben).

Grundsätzlich sind Zweifel auch nicht so schlimm, es sei denn, man unternimmt nichts dagegen. Was aber kannst Du gegen Deine Glaubenszweifel unternehmen? Vor allem brauchst Du Gründe dafür, glauben zu können und diese sind größtenteils in der Bibel zu finden.

Dabei geht es nicht darum, theoretisches Wissen über Gott zu erlangen, sondern vielmehr um eine enge, persönliche Bindung zu Gott. Diese fällt einem jedoch nicht so einfach in den Schoß. Wie in jede andere Freundschaft auch, muss man darin Zeit und Kraft investieren. Wenn man einen Menschen genauer kennenlernen will, dann muss man sich mit ihm unterhalten, um seine Denkweisen und Wertvorstellungen kennenzulernen. Möchte man Gott genauer kennenlernen, dann muss man sich näher mit seinem geschriebenen Wort, der Bibel, beschäftigen. Durch sie lerne ich seine Gedanken und seine Einstellung kennen, doch nicht nur das.

Durch die Bibel lerne ich auch kennen, wie sich Gott gegenüber Menschen verhält, wie er sie liebt, beschützt, geduldig mit ihnen ist, mitfühlt, rücksichtsvoll und sogar demütig ist. Ich lerne seine grenzenlose Macht und Weisheit kennen, die er immer wieder zu unserm Wohl gebraucht und einsetzt. Ja, je mehr ich diesen einzigartigen Gott kennenlerne, desto mehr entsteht ein Gefühl der Bewunderung, Faszination und des Hingezogenseins - allerdings nicht zwangsläufig, sondern nur dann, wenn ich mein Herz dafür öffne. Ich muss bereit sein, ihm vollständig und bedingungslos zu vertrauen und mich schließlich ihm hingeben (was übrigens sehr gut durch die Taufe zum Ausdruck kommt).

Wenn dann im Laufe der Zeit auch noch die persönliche Erfahrung hinzukommt, dass das in Gott gesetzte Vertrauen niemals zu Enttäuschung führt, sondern ganz im Gegenteil die Lebensqualität auf ein höheres Niveau bringt, dann wächst die persönliche Bindung an Gott mehr und mehr. Auf diese Weise wird Gott für einen auch immer mehr zu einer Realität, die keinen Zweifel mehr zulässt.

Da ist noch ein wichtiger Punkt zu erwähnen. Durch das Gebet hat jeder die Möglichkeit, eine direkte Verbindung zu Gott herzustellen und ihm alles zu sagen. In den Psalmen werden wir aufgefordert: "Vertraut auf ihn zu allen Zeiten.Vor ihm schüttet euer Herz aus" (Psalm 62:8). Sag ihm daher einfach alles, was Du denkst und was Du fühlst. Das bringt Dich ihm auf jeden Fall näher!

Zu wissen, dass dieser große Schöpfer, nie zu beschäftigt ist, sich meine Gedanken, meine Sorgen und Nöte anzuhören und auch darauf zu reagieren, schafft in mir ein Gefühl tiefer Verbundenheit. Besonders seine Liebe zu uns Menschen und auch zu mir ganz persönlich, ruft ein Gegengefühl hervor: Zuneigung und Liebe. Da ich all das, was ich hier gerade beschrieben habe, selbst erfahren habe, kann ich sagen, dass mir die Freundschaft zu Gott das Wichtigste und Wertvollste in meinem Leben ist! Heute kann ich sagen, dass ich nicht den leisesten Zweifel an seiner Existenz habe.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass es Dir gelingt, im Laufe der Zeit alle Deine Zweifel auszuräumen und Du Dich weiter dem Glauben zuwenden kannst!

LG Philipp

Kommentar von Whitekliffs ,

Darf ich noch ergänzen, dass es wichtig wäre, wenn du Kontakt mit anderen (echten) Christen hättest? Gott sagte schon gleich am Anfang der Schöpfung: 'es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist'.

Im Neuen Testament lesen wir, wie Gott selber uns die 'Gemeinde' gegeben hat, damit wir nicht allein sind. Als Christen brauchen wir die Gemeinschaft mit anderen Christen. Ich wünsch dir, dass du reife Christen findest, die dem Herrn Jesus wirklich von Herzen nachfolgen und von deren Glauben du 'lernen' kannst. 

Antwort
von aicas771, 43

Christsein ist im Kern die persönliche Beziehung des einzelnen Menschen zu Gott, also etwas sehr vertrauliches, intimes und subjektives. Was andere darüber denken, ist völlig belanglos, dein Christsein geht sie schlicht nichts an. Deshalb musst du dich auch nicht verteidigen oder rechtfertigen.

Lass die anderen reden und genieße deine ganz private Beziehung zu Gott. "Der Kenner schweigt und genießt ..." lautet ein Sprichwort.

Besprich das alles auch mit Gott, dazu ist er schließlich da. Er hat sich freiwillig gemeldet als "Klagemauer", und nun muss er liefern :-))

Nimm Gott beim Wort. Sag ihm ,was dich bewegt und erwarte eine Lösung von ihm.

Kommentar von FunkyShit ,

Danke :) deine Antwort find ich sehr hilfreich :)) bringt mich auf jeden Fall  weiter!

Kommentar von aicas771 ,

Das freut mich!

Antwort
von wellies, 38

Hör ja nicht auf mit dem Zweifeln! ;-)

Zweifel bildet das Fundament unserer aufgeklärten Gesellschaft - denn Zweifel bedeutet nicht, wie von manchen Glaubensgemeinschaften suggeriert wird, Resignation, Aufgabe oder Abkommen vom Rechten Weg, sondern, dass man sich vertieft mit einem Problem auseinandersetzt, um so zu neuen Erkenntnissen und Fortschritten zu kommen.

Wozu nicht hinterfragter Glauben führen kann, hörst Du ja tagtäglich in unseren Medien; hinterfrage Inhalte Deines Glaubens, und wenn Du mit Kritikern konfrontiert wirst, so profitiere doch von der Gelegenheit, mit ihnen über Deine Ansichten zu diskutieren.

Diskussion heisst ja nicht, die Meinung Deines Gegenübers zu übernehmen, sondern Deine eigene zu vertreten und Dich somit noch mehr mit Deinem Glauben auseinanderzusetzen. Dies kann natürlich nur der Fall sein, wenn das Ganze in einem Klima des gegenseitigen Respekts stattfinden kann.

Deshalb verzweifle nicht, sondern stell' Dich Deinen Fragen und lass' Dir Zeit dafür - selbst Greise plagen sich noch mit vergleichbaren Problemen, wohingegen Du mit Deinen 15 Jährchen noch ganz grün hinter den Ohren bist! :-)

Zwei kleine Tipps noch für's Argumentieren mit Atheisten:

- Wirf ihnen doch an den Kopf, dass auch sie gläubig sind! Denn sie glauben, dass es keinen Gott gibt. Beweisen, dass dem auch so ist, können sie natürlich nicht; beim Gottesbeweis wärst Du eigentlich, rein hypothetisch, sogar im Vorteil. Denn bedenke, es ist immer einfacher zu beweisen, dass etwas existiert, als dessen Nicht-Existenz aufzuzeigen.

- Es gibt viele hochintelligente Menschen, die gläubig sind. Denn der Glaube fängt dort an, wo unser Wissen endet. Und eine solche Grenze ist zum Beispiel der Ursprung unseres Universums; als kleiner Denkanstoss kann man sich ja einmal fragen, wie denn der Urknall zu Stande gekommen ist. Du wirst schnell merken, dass auch Physiker religiös sein können! ;-)

PS: Ich bin Agnostiker, somit kein Atheist, sondern ein waschechter Ungläubiger. Somit ist es mir Wurscht, ob es einen Gott, mehrere, oder keinen gibt. Oder Feen und Zwerge. Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden, solange er sich selbst und anderen damit nicht im Wege steht.

Kommentar von CalicoSkies ,

Wirf ihnen doch an den Kopf, dass auch sie gläubig sind! Denn sie glauben, dass es keinen Gott gibt.

Was ziemlich schwachsinnig ist, da du hier belief und faith völlig durcheinanderwürfelst ;)

Da ist zwischen "Ich glaube, dass es morgen regnet" und "Ich glaube an einen Gott" ein großer Unterschied.

Denn bedenke, es ist immer einfacher zu beweisen, dass etwas existiert, als dessen Nicht-Existenz aufzuzeigen.

Nur dass derjenige, der eine Behauptung aufstellt (Existenz eines Wesens) hier auch in der Beweislast liegt...

als kleiner Denkanstoss kann man sich ja einmal fragen, wie denn der Urknall zu Stande gekommen ist.

Ganz einfach: Man weiß es nicht.

Ein Physiker, der dir eine religiöse Antwort darauf gibt, stopft Religion in eine Wissenslücke - wo sie völlig fehl am Platz ist :)

Da mit dem Urknall auch die Zeit entstanden ist, gibt es kein "vor dem Urknall" und dahingehend wird es bereits schwer, hier überhaupt von "Entstehung" zu sprechen, da das einen zeitlichen Verlauf suggeriert.

Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden, solange er sich selbst und anderen damit nicht im Wege steht.

Da kann ich dir zu 100% zustimmen :3

Kommentar von wellies ,

Was ziemlich schwachsinnig ist, da du hier belief und faith völlig durcheinanderwürfelst ;)

Da ist zwischen "Ich glaube, dass es morgen regnet" und "Ich glaube an einen Gott" ein großer Unterschied.

Hui, warum so eingeschnappt und meine Aussage gleich als Schwachsinn titulieren? "Belief" und "Faith" stellen, stark vereinfacht, quasi zwei Extreme eines Spektrums von ein und demselben dar - nämlich Glauben; unter diesem Standpunkt lässt sich der Begriff hervorragend für eine provokative Aussage beiziehen. ;-)

Denn man kann sehr wohl an Gott glauben, ohne an ihn in dem Sinne zu glauben, dass man ihm sein eigenes Schicksal (welch ein Wort...) anvertraut - quasi an ein höheres Wesen zu glauben, ohne der Meinung "Gott wird's schon richten" zu sein. Scheint meiner Erfahrung nach nicht einmal so selten anzutreffen zu sein...

Und zur Verteidigung der Atheisten möchte ich noch anfügen, dass ihr Glauben an eine Nicht-Existenz Gottes wohl doch näher beim Glauben an Ebendiesen als an einer Mutmassung über's kommende Wetter anzusiedeln ist. ;-)

Denn bedenke, es ist immer einfacher zu beweisen, dass etwas existiert, als dessen Nicht-Existenz aufzuzeigen.

Nur dass derjenige, der eine Behauptung aufstellt (Existenz eines Wesens) hier auch in der Beweislast liegt...

Natürlich liegt die Beweislast beim Behauptenden - somit auch bei demjenigen, der behauptet, dass etwas nicht so ist, wie ein anderer behauptet. In diesem Sinne sollen beide Parteien veruchen, Beweise vorzubringen, und die Argumente des jeweils anderen in Frage zu stellen. Hier sollen die Atheisten bitte keine Faulheit bei der überzeugten Abrede einer Existenz Gottes vortäuschen! :-)

Eigentlich finde ich es witzig, hier von Beweislast zu sprechen, da ich den Begriff bisher nur im Zusammenhang mit der Rechtslehre gekannt habe. Und dort soll sie ja beim Ankläger liegen. :-P

als kleiner Denkanstoss kann man sich ja einmal fragen, wie denn der Urknall zu Stande gekommen ist.

Ganz einfach: Man weiß es nicht.

Bravo, als Agnostiker ganz mein Reden! :-)

Ein Physiker, der dir eine religiöse Antwort darauf gibt, stopft Religion in eine Wissenslücke - wo sie völlig fehl am Platz ist :)

Wäre interessant zu hören, warum sie bei der Erklärung von Unerklärlichem fehl am Platz sein soll? Denn ob das Stopfen dieser Wissenslücke jemals möglich sein wird, wage ich wegen deinen weiteren Ausführungen doch stark zu bezweifeln:

Da mit dem Urknall auch die Zeit entstanden ist, gibt es kein "vor dem Urknall" und dahingehend wird es bereits schwer, hier überhaupt von "Entstehung" zu sprechen, da das einen zeitlichen Verlauf suggeriert.

Mit dem Urknall ist unsere Zeit entstanden - und sobald eine Zeit läuft, kann man auch einen zeitlichen Verlauf bestimmen. Ob es ein "davor", quasi eine andere Zeit gab, sei dahingestellt, denn das können wir ja nicht bestimmen, da die unsere erst mit dem Urknall begonnen hat. Der Urknall bildet somit (annäherungsweise) den mit unseren naturwissenschaftlichen Mitteln am frühesten erfassbare Zeitpunkt.

Somit bleibt viel Raum für religiös angehauchte Spekulationen...

PS: Würde mich über eine Fortführung der Diskussion freuen - allerdings mit einem etwas freundlicheren Ton. :-)

Antwort
von Viktor1, 38

Hallo Funky,

Zweifel zu haben ist das normalste auf der Welt und vor allem im Bereich des "Glaubens." Nur wenn ich (wirklich) weiß,  ist der Zweifel gering ! aber nicht ausgeschlossen. Besonders in deinem Alter ist es geradezu Pflicht, alles zu hinterfragen. Natürlich ist es verwirrend, wenn das Umfeld deine "Überzeugungen" abwertet ! denn nachvollziehbare Argumente gegen deinen Glauben bringen die auch nicht, mehr Statements oder gar Hetze.

Muss ich mich jetzt schuldig fühlen? 

Du hast durch die evangelische Kirche (Lehre !) Zugang zum christl. Glauben gefunden. Dort wird tatsächlich "Glaube" forciert, so als wäre dies Voraussetzung zum "Heil", allein notwendig.( "Sola Fide") Wenn dann Defizite bei dir auftreten fühlst du dich gleich schuldig. Dies ist eine angelernte Schuld, hat mit dem Christentum, der  Botschaft Jesu nichts am Hut.
Glaube kann man nicht erzwingen auch sich selbst nicht. Dabei braucht die richtig verstandene Botschaft Jesu kaum "Glauben" sondern Verständnis und guten Willen, weil sie nachvollziehbar ist.
Jesus sagt auch, daß seine Botschaft die Wahrheit (=Erkenntnis) ist, welche uns frei macht. Dies ist nicht nur eine Freiheit von Vorschriften, weil das Gewissen allein entscheiden muß, sondern auch eine Freiheit von Ängsten.
Ich möchte dir dringend raten, dich vorerst nicht konfessionell zu binden oder
auch taufen zu lassen, solange du noch mit Ängsten behaftet bist und die "Wahrheit Jesu" noch nicht verinnerlicht hast. Du bist jung und hast hast Zeit.
Es wäre schade, wenn du dich mit deinem Glaubensbedürfnis (oder suche nach Erkenntnis ?) jetzt auf etwas fest legen würdest was nicht "belastbar" ist, du also früher oder später wieder kippen mußt.
Ich empfehle dir bei deiner Suche die Botschaft Jesu zu studieren, nur diese.
Diese  ist nur in den Evangelien enthalten wenn auch in den Briefen des NT gelehrt. Alle anderen Schriften (AT) verlangen (fast) nur Glauben, welcher dort arg strapaziert wird.
Lass dich von anderen "Glaubenden" nicht belabern oder unter Druck setzen und vor allem - setze dich nicht selbst unter Druck.

Ich wünsche dir alles Gute auf deinem Weg zu einer tragbaren christlichen Überzeugung.

Gruß Viktor.

PS.
Die Rahmenerzählungen in den Schriften des NT sind nicht die Botschaften.
Ob wahr oder weniger zutreffend - sie sind (vorerst) zur Erkenntnisfindung nicht relevant weshalb man sich nicht daran festbeißen darf.

Antwort
von mia1286, 66

Es ist völlig normal zu zweifeln und Fragen zu stellen...du solltest dich nicht schuldig fühlen und schon gar nicht solltest du dich rechtfertigen müssen. Es steht doch jedem frei an etwas zu glauben oder auch nicht, man sollte niemandem etwas aufzwängen. Und so kannst du es auch jedem sagen.

Antwort
von qosimo, 10

Der Zweifel, das verteufelte Wort, ist eigentlich ein Ausdruck für selbstständiges Denken.

Glauben ohne Zweifel bedeutet das komplette Abschalten er Vernunft, das komplette Einstellen selbstständigen Denkens, der Reflektion, des Fragens zugunsten eines total angepassten Folgen der Aussagen anderer.

Irgendwas in Dir, damit Du selbst, scheint sich zu fragen, ob Du das wirklich willst. Annehmen ohne Abklärung, Folgen ohne Widerspruch, denn genau das ist Dir Folge Deines Wunsches, dem Glauben ohne Zweifel.

Selbstverständlich siehst Du das emotional, genau darauf sind Religionen auch aus, ihre Anhänger zu emotionalisieren, genau das ist der Trick. Dogmen sind z.B. nichts anderes als das ausdrückliche Verbot, zu denken.

Dein Zweifel bedeutet, Du kannst Deine Vernunft nicht einfach abschalten, besiehst Du Dir mal die Geschichte, nimmst Du auch nicht an etwas Teil, das groß und gütig ist, sondern an etwas, das man eingesetzt hat, um Menschen zu beeinflussen.

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Schalte das Denken ab, die Vernunft oder aber höre auf sie. 

Besiehst Du Dir das, was Du da annimmst in seiner Gesamtheit jedoch mittels Vernunft, wirst Du es ablegen müssen, denn geistesbegattete Jungfrauen, 1/3 - Götter, die hingerichtet werden um den Rest 2/3 dazu zu veranlassen, eine vermeitliche Sünde, welches dieses Gott selbst erfunden hat, abzuschaffen, sprechende Schlangen mit Beinen, verbotene Früchte eines Zauberbaumes und Liebe in einem Werk, aus dem das Blut unten raustropft, das passt bei Einsatz der Vernunft halt nicht.

Lächerlich ist daran gar nichts, es fragt sich nur, wie man dem begegnet.

Schaue auch drauf, warum willst Du unbedingt dazu gehören. Hast Du Angst ohne ein Netz, einen was auch immer, der Dich behüten sollte, oder ist es eine Gemeinschaft, die Dich anzieht. Ergründe, wie es kommen kann, dass Du sowas Dich einer Geschichte verschreibst, die selbst Deienr eigenen Vernunft nur als abwegig erscheinen kann.

Unglücklich bist Du vor allem, weil Du Dich zwingst, etwas anzunehmen, was Du unter Gehirnleistung nicht annehmen kannst, ohne dass Dir extrem störende Eckpunkte auffallen. Glücklicher könntest Du erst werden, wenn Du dem stattgibst, drüber nachdenkst und Deine Hoffnung, beschützt und behütet zu sein, nicht als absolute Zielsetzung ansiehst.

Antwort
von comhb3mpqy, 34

Wenn du deinen Glauben behältst, so wird Gott das sehr gut finden und du bist evt gestärkt im Glauben.
Wegen den Zweifeln, ich kann ja mal einige Gründe schreiben, warum ich an Gott glaube: Es gibt Menschen, die davon berichten, dass Jesus sie gesund gemacht hat. Es gibt keine wissenschaftliche Erklärung dafür, dass sie gesund geworden sind. Auch stehen in der Bibel erfüllte Prophezeiungen. Viele Jünger von Jesus sind verfolgt und getötet worden, sie hatten kein Interesse, sich die Religion einfach auszudenken. Auf dem Berliner Fernsehturm ist bei Sonnenschein ein Kreuz zu sehen.
Vielleicht konnte ich helfen. Du kannst auch gerne nachfragen.

Antwort
von nowka20, 6

-zweifel ist ein ergebnis des denkens

-glaube ist ein ergebnis des gefühls

Antwort
von Meatwad, 37

Lies mal etwas von Dawkins oder Hitchens. Oder noch besser: Lies die Bibel. Wenn du danach dann immer noch gläubig bist, dann soll es wohl so sein. Wenn nicht: Umso besser.

Kommentar von FunkyShit ,

Ich habe die Bibel nie komplett gelesen, aber vieles und ich bin stets gläubig geblieben :p eigentlich hat mich das noch bestärkt

Antwort
von KaeteK, 20

Ich bin jetzt seit 30 Jahren Christ, aber ich habe es noch keine Sekunde bereut.

Hier ein Vortrag, der gut zu dir passt:http://www.sermon-online.de/search.pl?lang=de&id=2683&title=&bibleve...

Auf dieser Seite findest du sehr viele gute Vorträge - kann ich nur empfehlen.

lg

Kommentar von Whitekliffs ,

Sehr guter link. 

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