Frage von Emily4erdbeer, 42

Glaube und Religion - Wie seht ihr das?

Religion bedeutet ja Glaube und Glaube wird als "feste Überzeugung, die nicht auf Fakten, Beweisen, sondern auf dem Gefühl beruht" definiert. Ein Gefühl hat jeder persönlich und ich finde das sollte auch nicht manipuliert werden, indem man Kindern eine Religion einflößt. Ich möchte damit nicht sagen, dass es Gott nicht gibt, aber ich glaube nicht an ihn und finde es nicht gut, dass ich in meiner Kindheit quasi dazu gezwungen wurde an ihn zu glauben. Jeder sollte an das glauben dürfen, was er eben glaubt und für richtig hält. Ich finde es sehr unfair, dass man Nachteile in sozialen Berufen nur aufgrund seiner eigenen Gefühle hat, für die man nichts kann. Sehe das nur ich so? Und warum werden Menschen, die keiner Religion angehören in vielen Dingen benachteiligt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ShmuelRotkraut, 34

So funktioniert Religion aber. Würde niemand seinen Kindern den Glauben aufzwingen, wäre Religion sehr schnell weg vom Fenster. Es ist auch alles so aufgebaut: Man muss bei der Eheschließung schwören, seine Kinder christlich zu erziehen etc.

Antwort
von Eselspur, 21

Die Definition ist falsch.

Religion beruht nicht auf einem Gefühl, sondern auf einer Entscheidung (die manchmal mit Gefühlen verbunden ist.)

Eltern müssen Entscheidungen für ihre Kinder treffen. das ist eine wichtige Elternaufgabe! Beispielsweise müssen Eltern entscheiden, welche Werte sie ihren Kindern näherbringen wollen und welche Sprache sie ihnen beibringen!

Kommentar von vonGizycki ,

Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Aufgrund meiner Gefühle entscheide ich mich für eine Religion. Damit ich das tun kann, müsste ich eigentlich etwas wissen, damit die Vernunft walten kann. Ein Kind zu einer Religion zu erziehen, dessen Werte ja anerzogen werden, halte ich nicht für richtig, es kann sich nicht dagegen entscheiden, weil es noch nichts bis wenig weiß. Mit einer Ausnahme, nämlich so wie es Albert Einstein empfindet. Religion sollte aus einem selbst heraus und aus dem Inneren wachsen.

Kommentar von youarewelcome ,

Dann machst DU das eben anders, wobei ich sicher bin, dass Du noch keine Kinder großgezogen hast. Ich habe meine Kinder großgezogen, habe Ihnen auch Gott näher gebracht, den Glauben näher gebracht, sie mit in die Kirche genommen. Sich dem Glauben oder einem Glauben anzuschliessen, durften/mussten Sie dann als sie alt genug waren und reif genug waren, dann selbst entscheiden...damit habe ich meinen Kindern nicht verwehrt Gott ab frühester Kindheit an kennenzulernen, habe sie aber auch nicht zu etwas gezwungen und dennoch sind beide meiner Kinder heute gläubige Christen, getauft und Mitglieder der römisch-katholischen Kirche.

Kommentar von Eselspur ,

es ist schade, das heute so viele Kinder aufwachsen und ihnen vorenthalten wird, überhaupt eine Sprache für Religion lernen zu dürfen. Es ist gegen die Vernunft, nicht zu glauben.

Antwort
von vonGizycki, 29

Wikipedia

Eine„klassische“ Definition nach Gustav Mensching lautet: „Religion ist erlebnishafte Begegnung mit dem Heiligen und antwortendes Handelndes vom Heiligen bestimmten Menschen.

Es (das Heilige) bedeutet etwas Besonderes, Verehrungswürdiges und stammt wortgeschichtlich von Heil ab, was sich abgeschwächt noch inheil („ganz“) wiederfindet (vgl. englisch: holy, „heilig“,von whole).

Wenn Du das Heilige in einem Gott suchst, dann bindest Du Dich erstmal an etwas, was außerhalb von Dir liegt. Zusätzlich wird behauptet, das dieser Gott Verhaltensregeln über Propheten und Heilige Bücher den Menschen gebracht habe und das der Mensch sich danach richten müsse. Aber das ist nicht gut und Du hast mit Deinen Einwürfen völlig Recht.

Nach der obigen Definition und die finde ich gut, kann auch dies sein:

Das Leben selbst kann ja durchaus als heilig betrachtet werden. Das Leben ist etwas besonders Verehrungswürdiges, denn es ist das höchste Gut, das es gilt zu erhalten. Dazu ist kein Gott nötig. Das Leben ist Vielfalt und niemand kann es ganz ausloten. Sich daher an das Leben in Vielfalt zu binden, heißt dann auch, dieses zu verehren und auch zu wollen und dazu beizutragen, das es erhalten bleibt. Denn in den Tieren, in den Pflanzen und in den Menschen existiert dieses eine Leben, das uns miteinander verbindet und das wir zu bewältigen haben. Das kann durchaus geglaubt werden und dann wird es zu einer Religion, Deiner eigenen Religion. Und da schreibt Dir niemand etwas vor.

Religion bedeutet ja Glaube und Glaube wird als "feste Überzeugung, die nicht auf Fakten, Beweisen, sondern auf dem Gefühl beruht"

Religiosität als Gefühl kann sich aber auch als Bewunderung der Struktur der Natur ausdrücken:

Einstein:

Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet,sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzte Bewunderung der Struktur der Welt, soweit sie unsere Wissen­schaft enthüllen kann.

Dem kann ich mich gut anschließen!

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von kalippo314 ,

Sehr schöner Text

Antwort
von ArnoldBentheim, 26

Ich möchte damit nicht sagen, dass es Gott nicht gibt, aber ich glaube nicht an ihn und finde es nicht gut, dass ich in meiner Kindheit quasi dazu gezwungen wurde an ihn zu glauben. Jeder sollte an das glauben dürfen, was er eben glaubt und für richtig hält.

Kinder sind unmündig und können für sich keine Verantwortung übernehmen. Die Eltern bestimmen für ihre Kinder.

Das ändert sich, wenn die Kinder zu Jugendlichen werden und anfangen, etwas zu lernen und Verstand zu entwickeln, der sie befähigt, für sich erste Entscheidungen zu treffen. Der Gesetzgeber hat daher in Bezug auf die Religion festgelegt, dass Jugendliche mit 14 Jahren religionsmündig sind. Sie können dann selbst bestimmen, ob sie einer Religion und welcher sie angehören wollen oder nicht. Die Eltern dürfen ihre Kinder in Religionsangelegenheiten dann zu nichts mehr zwingen!

MfG

Arnold

Antwort
von Diimiitrii, 36

Du hast vollkommen Recht, dass das falsch ist. 
Es Grenzt in meinen Augen sogar an Kindesmissbrauch. Wenn man jungen Menschen von der Hölle erzählt und dass sie durch ihre schlechten Taten dorthin kommen.
Es sollte kein Kind bevor es nicht in der Lage ist selbst zu entscheiden in einem Glauben erzogen werden. 

Stattdessen sollte man die Kinder über die verschiedensten Religionen aufklären und ihnen beibringen um was es in diesen geht. Natürlich würde es hier reichen sich auf die Größten zu beschränken, also katholischen-, evangelischen-, muslimischen- (sunnitisch, schiitisch), hinduistischen- und Buddhistischen Glauben. Jedoch sollten sie auch darauf hingewiesen werden, dass es noch mehr als diese gibt. Selbstverständlich auch, dass sie an keinen davon glauben müssen.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Da bin ich voll deiner Meinung! :) Aufklären, damit sie sich orientieren können und dann selbst entscheiden können.

Antwort
von chrisquad2, 41

Die werden Benachteiligt? Ist mir noch nie aufgefallen, aber nein niemand sollte wegen seiner Religion oder seinem Glaube benachteiligt werden, das ist vollkommen richtig und im GrundGesetz für die BRD verankert! :D Ich z.B. galube an Gaben

Antwort
von joergbauer, 14

Ich denke eine Religion lässt einen Menschen dorthin gehen, wo er Gott zwar vermutet, aber wo er nicht zu finden ist. Viele religiöse Menschen suchen bestimmte Orte und Gebäude auf, weil sie dort Bestätigung für ihre religiösen Gefühle suchen - und sogar finden. Rein emotional kann man das sogar verstehen und nachvollziehen. Aber ein befreiender Glaube, der unabhängig von Äußerlichkeiten und Umständen ist, sieht anders aus. In Lukas 17, 20-21 steht geschrieben: ''Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch''. Es ist also eine innere Angelegenheit, die nicht zwangsläufig von Umständen oder gar Mitgliedschaften abhängt. Wenn Jesus in Johannes 8,26 sagt: ''Wenn euch der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei'', dann ist klar, daß hier nichts dazwischen ist, und man auch keinen Vermittler für den Vermittler benötigt (Johannes 14,6,: ''Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich''). Als Christ ist man kein Knecht der Sünde (nicht mehr) sondern ein Knecht der Gerechtigkeit - dank des auferstandenen HERRN Jesus Christus (Römer 6, 17-18). Gerechtigkeit und Freiheit gehören hier absolut zusammen - dafür steht der Name Jesus Christus, der uns zur Gerechtigkeit gemacht ist - 1. Korinther 1,30: ''Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung''. Jesus hat keine Religion gegründet, sondern ist gekommen, um zu suchen, was verloren ist (Lukas 19,10). Was hätte das auch für einen Sinn, wenn ein Verlorener den sucht, der ihn finden soll und kann? Er würde nie auf diese Idee kommen, weil er sich garnicht als Verlorenen erkennt (Römer 3,11). Ein religiöser Glaube macht aber genau dies: Er bildet sich ein, Gott suchen zu können, und Gott sogar entgegen zu kommen auf dem Weg in den Himmel. Religion ist der menschliche Versuch Gott nahe zu kommen, aber das Evangelium ist der göttliche Weg zu uns zu kommen. Gott kommt zu uns, weil wir nicht zu ihm kommen konnten wegen unserer Sünde. So richtig verstanden hatten es die Jünger Jesu anfangs auch nicht.


Petrus hielt die Botschaft von den drei Frauen am leeren Grab von Jesus zuerst für ''Geschwätz'' (Lukas 24,11). Er wunderte sich auch dann noch, als er am geöffneten Grab stand und außer den Leichentüchern nichts fand. Er hatte zwar einige Informationen und kannte wohl auch die damaligen Schriften, aber verstanden hatte er es irgendwie doch nicht (Johannes 20,9). Ebenso erging es dem Nikodemus, der sogar ein anerkannter Lehrer war im damaligen Israel. Kein Mensch wird von sich aus neu geboren - weder im Fleisch noch im Geist. Letzteres ist die Voraussetzung, um das Reich Gottes zu sehen und daran teilzuhaben (Johannes 3, 1-12). Ein religiöser Mensch kann demnach kein von neuem geborener Mensch sein, weil er meint, er kann irgendwie bewirken bzw. mitwirken an diesem neuen Leben aus Gott. Aber selbst wenn ein Toter wieder lebendig würde, um anderen von Gott zu erzählen und sie zum Glauben aufrufen würde, hätte es keinen Sinn, weil sie sich selbst im Weg stünden. Hier der entsprechende Text in Lukas 16, 30-31: ''Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde''. Es kann also geschehen was will, wir können nicht aus uns selbst heilsbringend glauben, und von uns aus ein neuer Mensch werden. Ein religiöser Mensch ist von seiner im Grunde menschlich ausweglosen Situation vor Gott nicht wirklich überzeugt. So wie wir dies auch beim selbstgerechten Pharisäer und dem bußfertigen Zöllner nachlesen können - Lukas 18, 11-13: ''Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig''! Gott war ihm gnädig.

Kommentar von vonGizycki ,

Du meine Güte, nichts als Zitate. Und Deine eigene Meinung?

Kommentar von joergbauer ,

Deine Güte? Wohl kaum. Wenn es um Glaube geht, geht's eben auch um die Bibel. Und wer sich Christ nennt, der beschäftigt sich auch mit Gottes Wort und antwortet das, was ihm wichtig und wertvoll ist. Religion und Glaube ist nicht zwangsläufig dasselbe - das ist meine Meinung, die ich biblisch versucht habe zu begründen. Das ist zumindest einmal mehr, als deine nebulöse und nichtssagende Kritik. Gruß.

Antwort
von Moooses, 7

Die Eltern sind für die Erziehung des Kindes zuständig. Warum sollen sie ihrem Kind nicht von ihrem eigenen Glauben überzeugen dürfen. Sie müssen das Kind ja auch in die Schule schicken. Oder sollte man das Kind aufwachsen lassen und wenn es dann mündig ist, selber entscheiden lassen, ob es in die Schule gehen will??

Antwort
von nowka20, 1

in deutschland werden solche menschen nicht benachteiligt

Antwort
von SaVer79, 42

In welchen Dingen wirst du denn z.b. Konkret benachteiligt?

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich habe schon gehört, dass Leuten im sozialen Bereich nach dem Kirchenaustritt gekündigt wurde und dass man wohl allgemein im Sozialen Bereich schlechtere Chancen hat eingestellt zu werden.

Kommentar von SaVer79 ,

"Ich habe gehört..." ....also weißt du nicht, wie es tatsächlich war! Wenn jemand auf Grund seines Glaubens (oder auch Nicht-Glaubens) benachteiligt wird, so kann er sich dagegen wehren!

Kommentar von vonGizycki ,

Das kann er, aber gerade in der katholischen Kirche wird das nichts fruchten - leider!

Kommentar von youarewelcome ,

Falsch

Antwort
von ApertureTech, 37

Wo werden konfessionslose denn benachteiligt?

Ich bin selbst überzeugter Atheist und wurde deswegen noch nie blöd angemacht oder sonst wie benachteiligt. Fände ich natürlich doof, aber ist wie gesagt noch nicht vorgekommen.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich habe schon gehört, dass Leuten im sozialen Bereich nach dem Kirchenaustritt gekündigt wurde und dass man wohl allgemein im Sozialen Bereich schlechtere Chancen hat eingestellt zu werden.

Kommentar von ApertureTech ,

Hmm. Also, ich glaube, das kommt stark auf die individuelle Person an. Es ist natürlich ungeschickt, wenn man durchblicken lässt, dass Religion ja so doof sei und man deswegen die Kirche verlassen habe. 

Nichtsdestotrotz kann ich mir gut vorstellen, dass du recht hast - allerdings glaube ich, dass sich diese Problematik mit der Zeit von selbst lösen wird. Junge Menschen geben nicht mehr so viel auf Religion, und junge Menschen von heute sind die Alten von morgen.

Antwort
von Fallschirm88, 13

Das sollte nicht sein, ich verstehe nicht, warum der deutsche Staat es zulässt, dass kirchliche Institutionen von ihren Angestellten eine Mitgliedschaft bei ihrer Kirche verlangen, auch wenn es für die ARbeit nicht relevant ist... Meiner Meinung nach widerspricht es der Glaubensfreiheit... Umso mehr, als der Staat diese Institutionen massiv subventionniert...

Kommentar von Moooses ,

Warum soll die kath. Kirche Leute einstellen müssen, die gegen diese Kirche reden und öffentlich zugeben, dass sie Atheisten seien. Keine Privatfirma würde einen Arbeiter einstellen, der öffentlich gegen diese Firma Reden schwingt. Den Bock zum Gärtner machen?? Einen Feuerteufel zum Feuerwehrmann?

Kommentar von Fallschirm88 ,

Das ist OK, aber dann sollte die kath. kirche für ihre Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Altersheime keine staatlichen Subventionen bekommen.

Die Staatlichen Subventionen sollten an die Auflage gebunden sein, dass die Religionsfreiheit der Mitarbeiter gewährleistet ist.

Der Staat sagt ja auch, dass kath. Schulen Schüler aller Konfessionen aufnehmen müssen (wenn sie Subventionen wollen). Das kann genauso gut für Lehrer (ausser Religionslehrer) gelten, ebenso für Krankenschwestern, Kindergärtner, etc...

Abgesehen davon widerspricht es dem Diskriminierungsverbot, wenn jemandem wegen einer Konfession ein Arbeitsplatz verweigert wird, es sei denn, die Konfession sei für den Arbeitsplatz essentiell (ich verstehe schon, dass der Pfarrer katholisch sein muss).

Und ja, du kannst auch für Microsoft arbeiten, wenn du privat apple benutzt...

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