Glaube der Modernen Indianer?

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3 Antworten

Also: Mit der Bezeichnung "Manitu" wäre ich vorsichtig! Fast jedes Volk hatte eine eigene Bezeichnung und eine eigene Schöpfungslegende. Bei den Sioux z.B. "Wakan tanka", bei den Cheyenne "Maheo". "Manitu waren eher kleine Helfergeister ... Wichtig ist Folgendes: 1883 kam es zum Religious Crime Act, der den Indianern die Ausübung ihrer Religion verbot. Medizinmännern wurde das Ausüben ihrer Zeremonien verboten. Viele Indianer (bewusste Generalisierung) wurden zwangschristianisiert oder ließen sich taufen, weil die alten Zeremonien und Glaubensvorstellungen ihre Schutzwirkung verloren hatten. Erst durch das American Indian Movement in den 70 iger Jahren des letzten Jahrhunderts, die mit Waffengewalt auf ihre desolate Situation in den Reservationen hinwiesen, aber sich auch für eine Rückbesinnung auf alte spirituelle Werte einsetzten, kam es 1978 zum "American Indian Religious Freedom Act". D.h. seitdem ist es Indianern überhaupt wieder erlaubt, ihre eigene Religion auszuüben. Seither gibt es die Native American Church, aber vielerorts werden wieder alte Zeremonien aufgenommen. z.B. der Sonnentanz bei den Sioux, die Big-Drum Zeremonie bei den Menominee, alte Riten bei vielen Stämmen, Visionssuche, Schwitzhütte, Zeremonien durch Medizinmänner etc .... Zugleich gab es eine New-Age-Entwicklung, die angeblich alte Zeremonien der Indianer ins heutige Jahrhundert übertrug. Krafttiere oder z.B. das "indianische Horoskop" sind klassisches New Age und haben mit ursprünglichen Kulturen nichts zu tun. "Das Medizinrad" z.B. ist New-Age, obwohl von einem Indianer verfasst. Er schreibt jedoch in seiner Einleitung, dass es eben NICHT altes Wissen seines Volkes ist.

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Da man die Frage nicht pauschal beantworten kann (immerhin gibt es DEN Indianer nicht, sondern sehr viele Stämme in verschiedenen Regionen), würde ich aufzeigen, wie der Manitu-Glaube war in den Zeltdörfern, wie dann durch die Weissen das Missionieren begann und teilweisse auch Erfolg zeitigte, wie vielen Indianern jedoch der Boden unter den Füssen damit weggezogen wurde und sie teils in eine Orientierungslosigkeit gerieten, dem Whiskey-Gott und Spielcasino (anstatt Manitu, Monetarismus) sich zuwendeten.
Auf diesem Stand ist es heute (bei allen Vorbehalten, dass man einfach nicht sagen kann, was ein Volk glaubt,  und es viele verschiedene Gruppen gibt mit verschiedenen Glaubensrichtungen. Halt genau so wie bei uns auch, wo wir ja sogar immer mehr Islam als 'unsere' Religion antreffen, (Merkel: 'Der Islam gehört zu Deutschland') und Christen Scharenweise aus der christlichen Kirche austreten.

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Kommentar von webschamane
19.03.2016, 12:14

In Bezug auf die deutsche Situation würde ich das so nicht sehen. Der Westen ist einfach zunehmend sozialistisch geworden. Und im Sozialismus ist eben der Staat Gott.

Und an Symbolen staatlicher Macht in Deutschland wird wohl kaum Mangel herrschen.

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Indianer haben nach wie vor eine ausgeprägte schamanische Tradition.

So ist den Indianern in den Reservaten der rituelle Gebrauch von Meskalin, Psylocybin, Amanita Muscharia (Fliegenpilz) oder Salvia Divinorum (Aztekensalbei) nach wie vor gestattet und auch verbreitet.

Nachdem die Indianer aus einer nomadisch, halbnomadischen Kultur stammen, haben sie keine Götter. Götter an sich gibt es eigentlichen nur bei Ackerbaukulturen.

Manitu meint entsprechend mehr die Weltseele, im Grunde beschwören sie in Zeremonien Geister und wandern ins Totenreich.

Interessant ist, das die schamanischen Praktiken weltweit recht einheitlich sind. So unterscheiden sich die Amerikaner in Nordamerika von denen in Südamerika, Sibirien oder Zentralasien nur graduell.

Der nordamerikanische Manitu wäre bspw. Tengri in Sibirien.

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