Frage von Schwesternherz, 35

Gipswand/Dachschräge verputzen oder gibt es andere Lösungen?

Hallo Community. Wir renovieren gerade den zweiten Stock unseres Hauses.

Die Vorbesitzer hatten auf die Dachschrägen Styroporplatten zur Dämmung geklebt, diese haben wir abgemacht. Ein Teil der Styroporhaftpaste hat beim Abreißen kleine Teile der Gipswand mitgenommen sodass man auf die Schilfmatten, auf die die Gipswand direkt aufgebracht wurde (keine Lattung dazwischen!) (Dach ist also so aufgebaut, von außen nach innen beschrieben: Ziegel, Dachbalken, Schilfmatten,Gipswand).

Wir können es uns leider nicht leisten, das Dach abzudecken, zu dämmen und die Schilfmatten herauszureißen und eine neue Wand einzuziehen. Daher habe ich die Löcher, durch die man das Schilf sehen kann, mit Rotband zugespachtelt. Wenn ich allerdings mich gegen diese Dachschräge lehne, bewegt sich diese Dachschräge stellenweise etwas, also gibt nach. Diese Gipswand ist auch recht weich, also man kann sehr leicht auch mit Werkzeug diese Wand beschädigen.

Jetzt kam der Stiefvater meines Mannes auf die Idee, wir sollen die Dachschrägen im Obergeschoss richtig verputzen. Da habe ich mich im Internet darüber informiert und das ist (wenn man von Putz von der Rolle absieht) wohl ein größerer Akt der eigentlich eine kundige Hand verlangt und sicher 2-3 Mann die da Anmischen und Auftragen. Der Stiefvater meint, das Verputzen würde die Stabilität der Dachschrägen besser gewährleisten und sie würden nicht so schnell reißen wenn das Holz des Dachgebälks mal "arbeitet" oder wir dort mal irgendwas befestigen müssen.

Ich frage mich, ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt, die nicht so arbeitsintensiv und für uns Handwerkslaien einfacher zu bewältigen ist. Geld für Profis haben wir leider nicht.

Das die Schrägen aufgrund der Schilfmatten sowieso für mich "unbelastbar" sind, und man an Dachschrägen eh keine Regale oder schwere Bilder montiert, frage ich mich eh was sein Stiefvater da meint. Später hin sollen die Wände einfach gestrichen oder tapeziert werden.

Ich hoffe ihr Profis könnt mir helfen!

Liebe Grüße

Antwort
von HorstBayerV, 17

Ich denke ihr seid da nicht auf Schilf, sondern auf Heraklithplatten gestossen.

Diese kann man schon verputzen, hat man frueher auch so gemacht.

Vom Daemmwert her waere aber einer Querlattung, also quer zu den Sparren, und darauf 12er Gipsplatte , event. mit Styroporschicht, besser.

Normalerweise muesste da aber noch zwischen Dachlatten und Sparren eine Dachlane, also eine  Art Folie sein?? Das waere schon wichtig, als Dampfsperre, bzw Abwehr von Feuchtigkeit und Kondenswasser.

Antwort
von Topotec, 24

Ganz ehrlich, die Idee mit dem Verputzen ist absoluter Murks, genau so wie der Gesamtaufbau es schon ist!

Wie sind die Gipskartonplatten befestigt auf den Schilfplatten? Wenn sich dass alles jetzt schon bewegt, wie sollen diese Platten das Gewicht einer Putzschicht zusätzlich tragen? Da reden wir ja von einer Putzschicht von Minimum 10 mm!

Und was soll die Putzschicht da stabilisieren? Gerade, wenn ihr eine komplette Putzschicht auf diese Platten aufbringen würdet, würde diese anhand der Beschreibung ziemlich schnell Risse zeigen, denn der Putz kann so gut wie keine Bewegung aufnehmen.

Mein Tipp: Wenn ihr es richtig machen wollt, Platten runter, Schilfplatten runter, alles weg bis auf die Sparren, dann eine Dämmung einbringen, darauf eine Dampfsperre und dann darauf eine Lattung mit Konterlattung und da drauf dann neu beplanken mit GK!

Alles andere ist Blödsinn!

 

 

 

Antwort
von Moreppo, 12

Also was ist denn da mit der Dampfbremse? Ist da nirgendwo eine "Kunststofffolie"?

Wenn die fehlt, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass Tauwasser in der Dämmung ausfällt (vorausgesetzt ihr beheizt und nutzt das Dachgeschoss als Aufenthaltsraum) relativ hoch. Dann gibt es Schimmel.

Also für Handwerkslaien ist das Dachgeschoss immer eine heikle Sache. Bei geringem Budget würde ich lieber einen fachkundigen Handwerker/Freund organisieren, der das ganze mal wenigstens einschätzt.

Styropor im Dachgeschoss ist auch auf der Innenseite suboptimal, weil die Platten oft nicht wirklich dicht gestoßen werden können. Eher Mineralwolle.

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