Frage von Psychoxx, 230

Gilt ,,Wegen Voollidiioten wie Ihnen'' als Beleidigung?

Guten Morgen liebe Gemeinde, ich hatte letzten Monat eine Gerichtsverhandlung und der ,,gegnerische'' Anwalt ist mir gegenüber ausfallend geworden. Er meinte: ,,wegen Voolliidioten wie Ihnen...''. Ich will jetzt hier keine Antworten über die vermeintliche Tat haben oder sowas wie ,,wenn man sich schlecht benimmt, muss man damit rechnen'' usw., ich möchte wissen, ob ich diesen Anwalt Anzeigen kann und was für ein Zeitlimit von der Beleidigung bis hin zur Anzeige herrschen kann, sodass sein Vergehen nicht verfällt. Danke im Voraus!

Antwort
von thetee99, 102

Natürlich kann man den verklagen, aber solche Verfahren werden fast immer wegen Geringfügigkeit eingestellt. Zudem, wenn man auf Schmerzensgeld klagt, erfolgt das Zivilrechtlich - da hier ja keine Straftat vorliegt sofern die Beleidigung keine psychischen Störungen verursacht hat - d. h. die Gerichtskosten muss der Kläger erstmal vorstrecken.

In der Rechtssprechung gibt es nur sehr wenig Fälle, in denen einem Kläger aufgrund von "extremer" Beleidigung Schwerzensgeld zugesprochen wurde.

Davon agesehen, wird der Anwalt schon gewußt haben, wie weit er sich aus dem Fenster lehnen kann.

Evtl. ist einem besser damit geholfen, sich zu hinterfragen, warum man als Vollidiot bezeichnet wurde und was man selber daran ändern kann ;)

Antwort
von Brainus, 106

wieso haben sie ihn nicht in der Verhandlung zurechtgewiesen. Es ist jetzt 4 Wochen her !!!!
Leider kann ich nicht beurteilen, was ihn zu der Äußerung veranlasst hatte.
Er hatte sicherlich einen Grund, dieses Wort zu benutzen. Ob seine Einschätzung, sie seien ein Vollidiot, zutrifft oder nicht, richtig oder nicht richtig war, vermag ich von hieraus in Unkenntnis der Sachlage aber nicht feststellen.

Es ist aber zu erwarten, dass er ziemlich sauer auf sie war. Vielleicht hatte er ja mit seiner Einschätzung recht und sie haben sich in einer Art und Weise verhalten, die diese Einstufung durchaus zulässt. Sollte das so sein, gehen sie in sich und verhalten sich beim nächsten Mal einfach anders.

Beleidigungsklagen sind generell eine schwierige Sache, ich würde das lassen.

Antwort
von schleudermaxe, 71

Nein, wenn es denn stimmt ist es ja richtig und nur eine Feststellung und die zu bewerten ist eine Sache des Gerichts. Schaue also vorsorglich in das Protokoll.

Antwort
von Lachlan, 18

Du wirst dem Anwalt schon Grund gegeben haben für seine Bemerkung. Aber das hätte der Richter gleich wärend der Verhandlung ahnden müssen. Wenn er es nicht getan hat, war diese Bemerkung wohl nicht so wertig zu betrachten, wie Du es uns nun vormachen willst. Überlege doch mal selber, ob da eine gewisse Berechtigung für diese Ansage vorlag. Du kennst die Details, wir nicht. Insofern ist es schwierig zu beurteilen, ob wirklch eine gravierende Beleidigung vorlag oder nicht. Nicht jede Feststellung über einen Mangel an IQ ist gleich eine Beleidigung, dazu muss man die Gesamtsituation kennen.

Antwort
von wolfgang1956, 15

Gilt denn der Beleidigungsparagraph noch?

Solche Unterstellungen führen doch höchstens zu Kosenamen … :-)

Natürlich könnten Sie den Anwalt „anzeigen“, der Sie dann ggf. vor Gericht noch mehr vorführt. Ist Ihnen dann damit geholfen? Zumal Sie dann auch noch die Gerichtskosten tragen dürfen – aber sowas von Huckepack … :-)

Es könnte sogar passieren, dass die Sache wegen Nichtigkeit im Sande verläuft und der Richter Sie an den lokalen Kindergarten verweist … :-)

Antwort
von Genoraldix, 79

Ja, das ist ein Beleidigung. Aber du kannst davon ausgehen, dass ein Profi auch mit Beleidigungen professionell umgeht. Wenn der Richter ihn gebeten lediglich gebeten hat, "nicht ausfallend" zu werden, scheint er ein gewisses Verständnis dafür zu haben. Auch spielt es eine große Rolle, in welchem Verhältnis zu deinem Vergehen dieser Ausdruck steht. Vielleicht ist er einfach angemessen - oder mindestens das...Ich denke nicht, dass du da etwas draus machen kannst in deiner Situation.

Kommentar von Bitterkraut ,

Was hätte der Richter denn deiner Meinung nach machen sollen ode können? Und wie könnte eine Beleidung angemessen sein?

Kommentar von Genoraldix ,

Ich denke, bei Gewichtung dieses Punktes würde ganz reagiert werden, z.B. mit Verhandlungsabbruch und Vertagung, Protokoll und anschließender Erwägung, wie damit umzugehen ist (von Seiten seines Anwalts mindestens) - was hier zwischen den Zeilen durchscheint, war das eine milde Ermahnung des Richters, die einem Übergehen gleichkommt. Da darf man die Relation zum Prozessgegenstand nicht außer Acht lassen, die hier nicht bekannt ist. Richter sind auch nur Menschen und haben in der Prozessführung erheblichen Spielraum.

Antwort
von Hexe121967, 122

stell diese frage doch deinem anwalt. der war doch bestimmt bei der damaligen Verhandlung dabei.

Antwort
von frischling15, 23

         Da hätte der Richter , einschreiten-  oder Dein Verteidiger vor Ort , sofort Einspruch einlegen müssen .

Antwort
von ErsterSchnee, 132

Nein, das ist keine Beleidigung. Außerdem würde ich wegen solcher Lappalien niemals einen Anwalt verklagen.

Aber anzeigen kannst Du ihn natürlich. Danach passiert nur nichts.

Kommentar von Bitterkraut ,

Natürlich ist das eine Beleidung.

Antwort
von Doktorfruehling, 46

Das ist genauso wie" am liebsten würde ich Arscmloch zu Ihnen sagen " sicher eine Beleidigung.

Antwort
von neeleKL, 78

Frag doch mal deinen Anwalt, der wird es wohl am besten wissen. Aber ich habe mal in einem Artikeln gelesen, dass ein Mann einen anderen "Vollidiot" nannte und daraufhin eine Geldstrafe bekam.

Kommentar von neeleKL ,

Aber ich denke, dass du gegen einen Anwalt, der sich selbst verteidigen kann wenig Chancen hast...

Kommentar von VeganerKevin ,

ja, weil das supermänner sind, ihr plebs seid immer so unfreiwillig komisch

ich war 18, war zivilrecht und der andere hatte einen anwalt, ich hab die so lang gemacht, aber ich hab auch ninjaskills

Kommentar von PatrickLassan ,

Einbildung ist auch eine Art von Bildung.

Kommentar von Lachlan ,

Veganerkevin, an Deiner Antwort kann man erkennen, dass Vegan auch negative Nebenwirkungen haben kann.  :-) Selbstüberschätzung wäre da ein Beispiel, wie man an Deinem Kommentar erkennen kann.

Antwort
von hauseltr, 68

Da werden schon mal Strafen bis 1000,00 € und mehr ausgesprochen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Antragsdelikt

Antwort
von pfandLaie, 78

Wichtigste Frage: Kannst du es beweisen?

Falls nein: Wem wird man glauben, einem Rechtsanwalt oder jemandem, der wegen was anderem schon vor Gericht steht?

Zu guter Letzt: Wenn du schon vor Gericht stehst, dann hast du doch sicher selbst einen Anwalt und könntest einfach den fragen.

Ansonsten google halt nach "Beleidigung", dann wirst du die Verjährung etc. finden.

(Diese Antwort stellt keine Rechtsberatung da, ich bin kein Jurist)

Kommentar von Artus01 ,

Wichtigste Frage: Kannst du es beweisen?

Na und ob. Es war bei einer Verhandlung, da wird Protokoll geführt bzw. mittlerweile Tonaufnahmen gemacht.

Kommentar von pfandLaie ,

Achso, na dann wird es wohl gehen. Ob viel bei rauskommt, ist die andere Frage. Trotzdem hättest du moralisch recht, bzw. sogar fast die Pflicht, den Kerl in seine Schranken zu weisen.

Antwort
von Bitterkraut, 25

Ja, das ist eine Beleidigung.

Antwort
von Potts86, 34

Ein Beileidigung ist es wenn es speziell auf dich bezogen ist. Wenn es an die Masse oder Mehrheit gerichtet ist dann nicht. Du Aloch = Beleidigung
Ihr Alöcher = keine Beleidigung

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