Frage von Berndt45, 45

Gilt man bezüglich einer Prozesskostenhilfe als bedürftig, wenn man einen bestehenden Kredit für ein Wohnmobil tilgt?

Ich sehe mich gezwungen, einen Prozess gegen 2 ambulante Mediziner anzustreben, durch deren Fehldiagnose ich einen Schlaganfall erlitt und heute mit einer Halbseitenlähmung als EU-Rentner und Schwerbeschädigter eingestuft bin. Früher kerngesund und ohne jegliche Vorerkrankungen erlitt ich diese gravierende Problematik als Spätfolge. Nach zahlreichen lebensrettenden OP`s verlief zuerst alles wie erwartet und es schien gut gegangen zu sein. Doch nach 3 Jahren erlitt ich Epilepsie und daraus resultierte letztlich die Lähmung. Da jedoch eine der beiden Ärztinnen meine Behandlungsunterlagen weder der ärztlichen Schlichtungsstelle noch der von mir benachrichtigten Krankenkasse aushändigt, stagniert die Aufklärung bereits seit über einem Jahr. Ich hatte längst mit einem gutachterlichen Befund gerechnet, welcher mir die Eindeutigkeit der Fehldiagnose bestätigt. Doch auch die Krankenkasse kommt hier offensichtlich nicht voran.Ich befürchte zudem,dass die besagte Medizinerin die Eindeutigkeit ihres Behandlungsfehlers in der Patientendokumentation nachträglich manipuliert. Somit werde ich wohl selbst tätig werden müssen! Meine Frage ist nun: "Muss ich das Wohnmobil als Luxusgegenstand verkaufen um somit ohne einen vorhandenen Kredit als bedürftig zu gelten? Das Womo wurde 2007 hergestellt und ist somit nicht das Neueste, doch haben wir damalig 20000 Euro Eigenanteil entrichtet und den Rest finanziert. Abzugelten sind von unserer Seite noch immer 20000 Euro. Zu unserer finanziellen Situation: Meine Frau befindet sich zur Zeit in einer Umschulungsmaßnahme des Rententrägers und erhält 1200 Euro monatlich. Wir haben 2 Töchter (7 und 18 Jahre alt), wovon die Ältere zur Zeit als Au-Pair in Amerika einbgesetzt ist. Ich selbst war früher Angestellter beim Land Berlin. Heute berechnet sich mein monatliches Einkommen aus meiner EU-Rente sowie einem Minijob und beträgt 1520 Euro. Kann mir hier jemand weiterhelfen? Ich nahm lange Zeit an, mein Recht nicht einfordern zu können, da ich damalig nicht rechtsschutzversichert war. Doch die Krankenkasse brachte mich nun auf diese Variante.der staatlichen Unterstützung. Ich danke im Vorfeld allen, welche fachliche Meinungen zu meinem Anliegen beitragen können.

LG, Berndt

Antwort
von rena101955, 23

Ich habe etwas Ähnliches erlebt, mußte einen Arzt verklagen, der mich nicht über seinen Befund aufgeklärt hat und ich in der Folge eine Darmperforation bekommen habe und einen künstlichen Darmausgang bekam. Ich habe in der ersten Instanz Prozesskostenhilfe bewilligt bekommen. Dann ist der Arzt in die Berufung gegangen und in der Berufung wurde mir dann plötzlich keine Prozesskostenhilfe mehr gewährt! Da ich finanziell nicht in der Lage war, die weiteren Kosten zu tragen, mußte ich dann schweren Herzens meine Klage zurückziehen. Dann wurden mir auch noch die Gerichtskosten und die gegnerischen Anwaltskosten auferlegt und ich muß nun 1.800,-- € in monatlichen Raten abbezahlen! Es ist sehr, sehr schwierig einen Prozess gegen einen Arzt zu führen! Ich habe hier leider den Eindruck gewonnen, dass auch die Richter eher auf der Seite der Stärkeren sind. Es ist wirklich auch ein richtig guter Anwalt, der sich gut in Medizinrecht auskennt, erforderlich! Kann man denn nicht noch im Vorwege über die Schlichtungsstelle der Krankenkasse etwas erreichen? Viel Glück!

Kommentar von Berndt45 ,

Vielen Dank Rena!

Das hört sich auch sehr vermurkst und gefährlich an, was die angeblichen Ärzte dort anrichteten. Es hätte auch eine Sepsis mit Todesfolge ergeben können. Schwein gehabt!

Mit der Schlichtungsstelle hatte ich schon Kontakt, doch die besagte Ärztin war zur Kooperation nicht bereit, weshalb man dort nichts für mich tun konnte.

Die Krankenkasse blitzt trotz vorhandener Patientenrechte und erlaubter Einsicht in die Behandlungsdokumentation ebenfalls regelmäßig ab.Die ständigen Fristen, welche sie der Ärztin setzen, verstreichen stets erfolglos.

Offensichtlich befinde ich mich in einer Sackgasse, was sehr deprimierend ist.

LG, Berndt

Antwort
von akkurat01, 26

So einen Prozess könne Sie nur mit Hilfe eines Anwaltes durchführen.

Dort sollten Sie sich auch unbedingt vor Einreichung einer Klage die Erfolgsaussichten erklären lassen. Den Sie tragen mit hoher Wahrscheinlichkeit das volle Prozesskostenrisiko. Da benötigen Sie bereits im Vorfeld sehr viel Geld.

Auch zu Fragen der Prozesskostenhilfe informiert Sie ihr Anwalt.  

Kommentar von Berndt45 ,

Vielen Dank für Ihre Antwort. Beim Anwalt war ich bereits. Er meint, ich solle besser das Gutachten abwarten, welches die Krankenkasse hoffentlich irgendwann in Auftrag geben kann. Dann würde er wissen welche Aussichten ich hätte. Doch da die Ärztin ja um ihren Fehler weiß, wird dies wohl ewig dauern. Alles weitere werde ich dann fortführend mit ihm klären können.

LG

Antwort
von Deepdiver, 34

Für die Gewährung einer Prozesskostenhilfe zählt ganz alleine das zu versteuernde Einkommen.

Wieviel Kredite du abbezahlen musst ist in diesem Fall uninteressant. Das ist deine eigene Sache.

Hier kannst du ausrechnen, ob und wieviel du bekommst.

http://www.pkh-rechner.de/

Kommentar von Berndt45 ,

Vielen Dank für die Antwort. Laut Rechner könnte es funktionieren! Doch warte ich besser noch auf das Gutachten, welches sicher in ferner Zukunft erstellt werden kann.

LG, Berndt

Antwort
von Seanna, 19

Natürlich nicht!

Sonst könnte ja jeder einfach auf Pump leben und dann alles vom Staat zahlen lassen.

Das wäre wie Hauskauf mit Kredit und dann zum Amt gehen für ALG oder ergänzendes Hartz4, weil das Geld zum Leben nicht langt, weil man das Haus abzahlen muss.

Wer solche Investitionen tätigt, muss auch bedenken dass er Rücklagen für solche Fälle braucht.

Kommentar von Berndt45 ,

Hört sich schon rotzfrech an, was Sie da von sich geben. Sie sollten vielleicht bedenken, dass solche Prozesse sämtliche Sparguthaben in Windeseile aufbrauchen. Da kann man so viel ansparen wie man möchte, dass wäre schnell weg.

Offensichtlich haben Sie auch nicht verstanden, dass mein Leben ruiniert ist, durch die Blödheit von Ärzten, die ihr Handwerk nicht verstehen.I

Ich bin selbst Mediziner (Rettungssanitäter,Physiotherapeut), ging zu 2 Ärzten und nannte meine richtig gestellte Diagnose. Beide Ärzte verharmlosten dies und konstruierten daraus eine komplett falsche (es hieß, es sei irgendeine Infektion).Zudem unterließen beide sämtliche ambulant mögliche Notfalldiagnostiken.Kurz darauf kostete mich dies fast mein Leben!

Zudem bin ich nicht der Schmarotzer, zu dem Sie mich hier gern machen würden. Hätten Sie vielleicht weiter gedacht und meine Diagnose berücksichtigt, so käme Ihnen vielleicht in den Sinn, dass unsere Wohnmobil so ziemlich die einzige Variante ist, womit ich familiären Erholungsurlaub genießen kann. Fahren kann es nun natürlich nur noch meine Frau. Wenn Sie es nur darauf abzielen, solche erniedrigenden Kommentare zu hinterlassen, dann sind Sie hier ganz sicher falsch. Auf so etwas können andere und sicherlich auch ich gern verzichten.

Ich schreibe so etwas nicht gern. Doch Leuten wie Ihnen wünsche ich Ärzte wie die meinen und auch solche unverschuldeten Diagnosen an den Hals. Sie können ja schon mal ansparen und leisten Sie sich bloß nichts auf Kredit! Wenn dann hoffentlich auch Sie das Unglück erwischt hat, können Sie ja dann wunderbar auf Balkonien  Ihren Urlaub verbringen. Viel Spass dabei!

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