Frage von TgGt23061997, 39

Gilt ein Minijob auf 450€ - Basis auch weiterhin als Minijob wenn ich bis jetzt in diesem Jahr 6 Monate (Mai bis Ende Oktober) ...?

... beschäftigt war, in diesen 6 Monaten (hierzu zählt der Oktober 2016) bisher einmal die Gehaltsobergrenze von 450€ um 53€ überschritten habe und dies voraussichtlich im aktuellen Monat (Oktober 2016) wieder tun werde (da eine Auszahlung von Urlaubstagen und ein neuer Minijob sich in diesem Monat "überlappen" werden), dabei jedoch im Durchschnitt nicht mehr als 450€ verdient habe und eben die rechnerische Grenze von 2700€ für 6 Monate nicht überschreite? Fakt ist: Man darf diese Grenze überschreiten, etwa wenn Mehrarbeit anfällt (dies ist bei der 1. Überschreitung ersichtlich an einer Springer-Zulage - welche anscheinend zum Gehalt dazugerechnet wird). Mir ist auch bewusst, dass dies nur 2 oder 3 Mal im Jahr geschehen darf, nicht jedoch ob dies genauso gilt, wenn (durch den anderen (gekündigten und damit auslaufenden Vertrag) in einem Monat eine Überschreitung der 450€ - Grenze vorliegt und man dies ggf. mit Mehrarbeit oder ähnlichem begründen könnte.

Antwort
von mausespitz, 9

Hallo TgGt23061997, eine Geringfügige Beschäftigung liegt vor wenn, ich zitiere:

§ 8 SGB IV  Geringfügige Beschäftigung  und geringfügige selbständige Tätigkeit

(1) Eine  geringfügige Beschäftigung  liegt vor, wenn

1.das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt,

2.die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate
oder 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im
Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, dass die Beschäftigung
berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 450 Euro im Monat übersteigt.

dies gilt auch wenn wie bei Dir sich zwei Jobs überschneiden. Aber im Jahr darf dies 50 Arbeitstage nicht überschreiten. Ansonsten greift die Versicherungspflicht d.h. Du mußt Sozialabgaben zahlen sprich KV, PV, AV und PFV.

Kommentar von TgGt23061997 ,

Hallo mausespitz, vielen Dank für Ihre Antwort! 

Mich beruhigt Ihre Antwort sehr.

Konkret bedeutet dies also, dass ich mir keine Sorgen machen muss bezüglich der mit der Grenze zusammenhängenden Versicherungspflichten, sofern ich lediglich in den beiden betreffenden Monaten September & Oktober diese Grenze überschreite und dies an nicht mehr als 50 Arbeitstagen tue (ausbezahlte Urlaubstage werden hinzugerechnet? - würde aber auch mit Urlaub darunter liegen)? 

Muss der Arbeitgeber eine "Mehrarbeit" als diese ausweisen oder reicht es für mich als Arbeitnehmer, wenn ich mich an die Regelung halte, dass meine Tätigkeit, die zur Überschreitung der 450€ jeweils führt einfach nicht 50 Arbeitstage überschreitet?

Besonders interessiert mich das eben mit der "Mehrarbeit" wenn beide Löhne differenziert betrachtet unter 450€ liegen und nur zusammengerechnet über 450€ ergeben aber der voraussichtliche Lohn aus dem neuen Minijob (jedenfalls mir) nicht im Voraus ersichtlich ist?

Vielen Dank für Ihre Mühe! :-)

P.S.: Die Beschäftigungen sind nicht von vorneherein auf 50 Arbeitstage im Jahr beschränkt sondern etwa 2-3 Tage in der Woche abends ca. 4 Stunden angedacht, also etwa 48h pro Monat. Zur Überschneidung mit erhöhtem Gehaltsaufkommen kommt es praktisch nur wegen der Urlaubstage, die bei der Kündigung des ersten Jobs ausgezahlt werden und dies eben parallel zum neuen Job!

Kommentar von mausespitz ,

Der Arbeitgeber weißt die Mehrarbeit oder Urlaubszahlung nur auf dem Stundenzettel nach nicht auf dem elektronischen Lohnsteuerauszug. Für das FA wäre dann günstig den Lohnzettel mit beizulegen.

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