Gilt die Biographie "Vita Karoli Magni", die Einhard über Karl den Großen geschrieben hat, als (Primär-)Quelle?

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1 Antwort

Ja, man kann die Biographie Karls von Einhard als "Primärquelle" sehen. Ich nenne sie lieber eine zeitgenössische Quelle, denn Einhard kannte Kaiser Karl und natürlich seinen Beraterkreis, zu dem Einhard selbst zählte, persönlich.

Einhards Vorbild waren die Kaiserbiographien des römischen Autors Sueton - und darin liegt auch ein Problem: hat er viele Passagen nur abgeschrieben bzw. nach dem rhetorischen Vorbild Suetons zusammengestellt, um Karls Regierung nach dem Vorbild der römischen kaiserlichen Vorgänger zu stilisieren, oder beruhen seine Ausführungen auf tatsächlichen Gegebenheiten und persönlich gewonnenen Eindrücken?

Um einen Einblick in das Hofleben Karls, zu seiner Beratergruppe und in die entsprechende Quellenüberlieferung zu bekommen, musst du zu einer Biographie Karls aus der Feder eines anerkannten Historikers greifen. Ich empfehle dir ganz besonders zu folgendem ausgewogenen, verständlich geschriebenen Werk:

Stefan Weinfurter: Karl der Große. Der heilige Barbar. 2. Aufl. 2015.

Zu Einhard gibt es ebenfalls eine historisch-biographische Monographie:

Steffen Patzold: Ich und Karl der Große. Das Leben des Höflings Einhard. 2. Aufl. 2014.

Wenn du noch Fragen hast, dann lass' es mich wissen.   :-)

MfG

Arnold

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Kommentar von artofdark
05.04.2016, 23:48

Lieber Arnold,

erst einmal ein großes Dankeschön für deinen Beitrag und die Mühe, die du dir damit gemacht hast!

Die Bücher, die du genannt hast, habe ich nun in der BIB bestellt und hole sie morgen schon ab. Dann lege ich auch richtig los...

Eine Frage hätte ich dann noch zur Gliederung des Vortrags, wenn das ok ist :-) :

Ich habe mir gedacht, dass ich zuerst ALLE bisherigen Gelehrten Karls NENNE, dann auf die drei wichtigsten zwischen ihnen (Theodulf, Alkuin und Einhard) näher eingehe, indem ich ein Mix aus biographischen Daten jedes einzelnen Gelehrten und den jeweiligen Beziehungen zu Karl schildere. Und dann irgendwie noch dazwischen was mit den Quellen... Der Vortrag selbst darf nicht länger als 20 Minuten dauern. Was sagst du dazu?

Achso, und der Dozent nannte einschlägige Literatur u. A. von Fleckenstein. Dann noch irgendwie was von Brunhölzl... Hab irgendwie keine klare Struktur im Kopf. Die Sprechstunde hat mich heut nur noch durcheinandergebracht.

Viele Grüße !

Lisa

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