Frage von ritar11779, 39

Gilt der Mindestlohn bei Praktika immer?

Ich habe jetzt meinen Fachabiabschluss aber habe jedoch keine Ausbildung für dieses Jahr gefunden. Deshalb wollte ich ein Praktikum für dieses Jahr machen. Bei einem Betrieb wollten sie mich sogar annehmen jedoch war ihnen dann der Mindestlohn zu hoch und sie haben mir abgesagt. Habe ich dann überhaupt noch Chancen auf ein Praktikum? Ich denke mal die meisten Betriebe werden mir ungern den Mindestlohn zahlen.

Antwort
von KleinerEngel18, 21

Bei Praktika von einer Länge von einem Jahr muss so viel ich weiß der Mindestlohn gezahlt werden. Das Einzige, was die Arbeitgeber machen könnten, wäre dich auf ein Teilzeitpraktikum einstellen. Das heißt du arbeitest dann vllt. nur 20 Stunden die Woche, oder je nachdem, wie ihr das eben ausmacht.

Die Frage ist allerdings, ob AGs dieses "Angebot" eher annehmen werden, ich glaube weniger. Da musst du dich mal erkundigen, bzw. eben weiter suchen. Ich weiß leider nicht, ob es andere Möglichkeiten gibt. Je nachdem in welchem Bereich du dein Praktikum absolvieren möchtest?

Kommentar von Familiengerd ,

Bei einem Praktikum, das freiwillig geleistet wird, besteht ein
Rechtsanspruch auf Entlohnung in Höhe des Mindestlohns, außerdem bei einem Praktikum zur Berufsorientierung, wenn es auf mehr als 3 Monate angelegt ist.

Kommentar von KleinerEngel18 ,

Sag ich doch? Wieso kannst du dann nicht deinen eigenen Kommentar schreiben, sondern kommentierst meinen, als wäre er falsch?

Antwort
von miezepussi, 22

Ein Praktikum kann durchaus unbezahlt sein. Einen "Mindestlohn" für Praktika gibt es meines Wissens nach nicht.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist falsch!

Auch bei einem Praktikum, das freiwillig geleistet wird, besteht ein Rechtsanspruch auf Entlohnung in Höhe des Mindestlohns, außerdem bei einem Praktikum zur Berufsorientierung, wenn es auf mehr als 3 Monate angelegt ist.

Antwort
von Frangge, 12

Google kaputt?:

Mindestlohn und Praktikum

Ob du in deinem Praktikum eine Vergütung nach dem Mindestlohn erhältst, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Diese sind:

Du bist mindestens 18 Jahre alt: 

Der Mindestlohn gilt nur für Erwachsene. Somit soll verhindert werden, dass ein Praktikant aufgrund des vergleichsweise hohen Lohns auf

eine Berufsausbildung verzichtet. Kurzfristig wäre das zwar finanziell

von Vorteil, langfristig aber nachteilig, da man mit einer

abgeschlossenen Berufsausbildung langfristig bessere Chancen am

Arbeitsmarkt hat sowie bessere und höhere Verdienstmöglichkeiten.

Das Praktikum dauert länger als 3 Monate

: Der

Mindestlohn wird nur dann fällig, wenn das Praktikum länger als drei

Monate dauert. Damit wird berücksichtigt, dass ein Praktikant i.d.R.

nicht sofort einen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens

leistet. Zuerst ist eine Einarbeitung nötig, die das Unternehmen Zeit und Geld kostet.

Es handelt sich um ein freiwilliges Praktikum

: Handelt es sich um

Orientierungspraktikum oder ein ausbildungs- bzw. studienbegleitendes Praktikum

,

das länger als drei Monate dauert, ist es ab dem ersten Tag der

Beschäftigung mit dem Mindestlohn zu vergüten. Auch wenn das Praktikum

nach drei Monaten verlängert wird, greift der Mindestlohn rückwirkend.

Hast du ein freiwilliges Praktikum, dass nur drei Monate dauert, muss

dein Unternehmen nicht den Mindestlohn bezahlen

Bei Pflichtpraktika hast du keinen Anspruch auf Mindestlohn

: Handelt es sich um ein

Pflichtpraktikum

,

das von Schule, Ausbildungseinrichtung oder Hochschule vorgeschrieben

ist, haben die Praktikanten keinen Anspruch auf den Mindestlohn.

Dasselbe gilt für ein Praktikum im Rahmen einer

Berufsausbildungsvorbereitung oder in einer betrieblichen

Einstiegsqualifizierung. Keine Anwendung auf Praktika findet das

Mindestlohngesetz ebenfalls im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung nach

dem SGB III und Maßnahmen einer Berufsausbildungsvorbereitung nach dem

Berufsbildungsgesetz.

Bestimmte Ausnahmeregelungen

: Für

einige wenige Branchen, Regionen und Personenkreise gibt es in der

Übergangsphase zeitlich befristete Ausnahmeregelungen. Zum Beispiel

haben Langzeitarbeitslose erst nach sechs Monaten Anspruch auf den

Mindestlohn – unabhängig davon, ob es sich um ein Praktikum oder einen

festen Job handelt.

Ansonsten sind keine Ausnahmen möglich. Der Mindestlohn ist zwingend.
Praktikanten und andere Arbeitnehmer können nicht auf den Mindestlohn
verzichten und sich freiwillig mit einer geringeren Vergütung
zufriedengeben.

Kommentar von Familiengerd ,

Der Mindestlohn gilt nur für Erwachsene.

Das ist falsch (auch wenn es im nicht gekennzeichneten Zitat aus einem nicht genannten Link [ https://www.absolventa.de/karriereguide/arbeitsrecht/mindestlohn-praktikum ] steht).

Minderjährige haben nur dann keinen grundsätzlichen Anspruch auf den Mindestlohn, wenn sie nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen.

Das wird zwar der Regelfall sein, trotzdem ist dem Gesetzgeber diese Differenzierung wichtig genug gewesen, um sie im Mindestlohngesetz MiLoG § 22 "Persönlicher Anwendungsbereich" Abs. 2 ausdrücklich zu formulieren!

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