Frage von Vilma3340, 40

Gilt das Wegerecht oder ist Pacht berechtigt?

Vor 6 Jahren wurde um unser Grundstück und das vom Nachbarn Grünland zum Kauf angeboten. Damit es kein Fremder kauft, haben wir es gemeinsam gekauft, der Nachbar trat als Käufer auf, wir machten schriftlich eine Vereinbarung und kauften sozusagen ein Stück von ihm. Der Verkauf erfolgte damals unter der Vorraussetzung, dass den Bewohnern, also uns und Nachbar, ein Wegerecht zur Ausfahrt auf die Straße,einzuräumen ist. Mein Nachbar wollte unsere ehemalige Ausfahrt selbst nutzen und gab uns ein anderes Stück mit den Worten: Das Stück könnt ihr haben und nutzen wie ihr wollt. Seitdem errichteten wir dort unsere Ausfahrt( Laterne, Befestigung und mähten das Stück Grünland). Nun möchte er dafür Pacht haben, und zwar für ca. 300qm 150 Euro. Richtwerte in unserem Dorf sind 100 Euro für 1 ha Grünland. Er liegt also deutlich drüber. Nun die Fragen: Gilt die Aussage in der Ausschreibung von damals nicht, dass das Wegerecht eingeräumt werden muss? Kann er dafür jetzt Pacht verlangen? Wenn ja, wieviel, muss er sich an Richtwerte halten? Problem: Wir verstehen uns nicht mehr so gut, also reden wird wohl zwecklos. Wäre für Antworten dankbar.

Antwort
von deKlaus, 30

entscheidend ist, was im Grundbuch verankert ist. Pacht wäre meiner Ansicht nach ungewöhnlich bei Wegerecht. Schau mal bei immo-magazin.de, dort gibt es einige Beiträge zum Thema ...

http://www.immo-magazin.de/nachbargrundstuck-hinterlieger-haben-wegerecht/

Antwort
von tryanswer, 24

Ich vermute mal an Grundbucheinträge hat damals keiner gedacht? Dann ist das eine Frage der Beweisbarkeit. Ihr könnt euch einen Anwalt nehmen und die Sache vor Gericht klären, was in der Regel eine Menge Zeit und Kosten verursacht und euer Verhältnis sicher nicht verbessern wird.

Alternativ würde ich aber empfehlen euch irgendwie so zu einigen - ggf. solltet ihr einen Mediator hinzuziehen.

Kommentar von Vilma3340 ,

sein Grundstück wurde vor 4 Jahren dann eingetragen, sicher ohne das Wegerecht. Unser Teil ( zu dem leider nicht unsere Ausfahrt gehört) soll jetzt eingetragen werden. In der Aussschreibung des Grundstücks stand damals das mit dem Wegerecht. Also ist das null und nichtig ohne Grundbucheintrag?

Kommentar von tryanswer ,

Das ist im Grunde genau das Problem. Im Grunde gilt was im Grundbuch steht. Allerdings kann der Grundbucheintrag durchaus falsch sein! Zumal du schreibst, ihr hättet damals noch einen Landtausch vorgenommen(?). Um das Ganze zu ordnen muß man jetzt jeden einzelnen Schritt juristisch nachvollziehen und den Grundbucheintrag entsprechend anpassen.

Erst wenn das so weit geklärt ist, geht es um ein mögliches Wegerecht. Welches theoretisch auch ohne Grundbucheintrag bestehen könnte.

Wie gesagt, versucht euch nach Möglichkeit irgendwie außergerichtlich zu einigen.

Antwort
von TreudoofeTomate, 24

Wenn er "als Käufer aufgetreten ist", ist nur er im Grundbuch eingetragen und damit alleiniger Eigentümer des gesamten Grundstücks. Was ihr vereinbart habt, ist unwirksam. Denn zur Wirksamkeit eines Grundstücksverkaufs braucht man die Grundbucheintragung.

Als Eigentümer des Grundstücks kann er natürlich Pacht verlangen. Nett von ihm, dass er es nicht bereits seit 6 Jahren macht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten