Frage von Fred4u2, 95

Gilt das Beichtgeheimnis auch noch nach Konfessionswechsel?

Wenn ein Kaplan, Pfarrer, Dechant, Ordenspriester oder Bischof Geheimnisse während der Beichte katholischer Sünder erfährt und er später vom Katholizismus zum protestantischen Christentum konvertiert ist er dann noch an das Beichtgeheimnis während seiner katholischen Amtszeit gebunden?

Antwort
von zippo1970, 67

Ja. Rechtlich, moralisch, und religiös.

Antwort
von Eselspur, 84

Ja.
Das Beichtgeheimnis gilt immer und jederzeit.

Antwort
von anniegirl80, 77

Meinst du wenn der Priester konvertiert? Das ist eher unwahrscheinlich - aber sollte das der Fall sein, gilt das Beichtgeheimnis natürlich weiterhin.

Wenn derjenige konvertiert, der zur Beichte geht, dann gilt dasselbe. Beichtgeheimnis ist Beichtgeheimnis.


Antwort
von Raubkatze45, 70

Das Beichtgeheimnis gilt solange der Priester lebt, unabhängig davon, was aus demjenigen wird, der ihm was anvertraut hat.

Antwort
von kdd1945, 36

 

Hallo Fred4u2,

mein lieber Freund, Deine Fragen sind ja fast immer sehr interessant - diese erscheint mir ziemlich konstruiert.

Vielleicht hätte die Frage besser lauten sollen:

Verlangt Gott, Sünden zu beichten? Ist der Ritus der Versöhnung, einschließlich der Ohrenbeichte (persönliche Beichte vor einem Priester), wie er von der katholischen Kirche gelehrt wird, schriftgemäß?

Wie der Priester angesprochen wird

Die traditionelle Beichtformel, die immer noch häufig gebraucht wird, lautet: „Segne mich, Vater, denn ich habe gesündigt. Ich habe zuletzt vor [Zeitangabe] gebeichtet“.

Mat. 23:1, 9 (JB): „Jesus [sprach] . . .: ,Ihr [sollt] niemand unter euch auf Erden Vater nennen, denn einer ist euer Vater, der im Himmel.‘ “

Sünden, die vergeben werden können

„Die Kirche hat stets gelehrt, dass jede Sünde, ungeachtet wie schwerwiegend sie auch sein mag, vergeben werden kann“.

Heb. 10:26 (JB): „Wenn wir nämlich mutwillig sündigen, nachdem wir die klare Erkenntnis der Wahrheit erlangt haben, dann bleibt kein Opfer für die Sünden mehr übrig.“

Mar. 3:29 (JB): „Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern ist ewiger Sünde schuldig.“

Wie sich Buße zeigen sollte

Häufig auferlegt der Beichtvater dem Büßer, eine bestimmte Anzahl „Vaterunser“ und „Ave-Maria“ zu beten.

Mat. 6:7 (JB): „Wenn ihr aber betet, plappert nicht daher [äußert keine sinnlosen Wiederholungen] wie die Heiden. Denn sie meinen erhört zu werden, wenn sie viele Worte machen.“

Mat. 6:9-12 (JB): „So nun sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, . . . vergib uns unsere Schuld.“ (Nirgends in der Bibel wird uns geboten, zu Maria oder durch sie zu beten; siehe Philipper 4:6)

Ermächtigte nicht Jesus seine Apostel, Sünden zu vergeben?

Joh. 20:21-23 (JB): „ ,Wie mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch.‘ Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und sagt zu ihnen: ,Empfanget heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden nachlasset, denen sind sie nachgelassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.‘ “

Wie verstanden die Apostel diese Worte, und wie wandten sie sie an? In der Bibel wird nicht ein einziges Mal davon berichtet, dass ein Apostel eine Beichte unter vier Augen abgenommen und Absolution erteilt hätte.

Allerdings sind die Voraussetzungen, unter denen man von Gott Vergebung erlangt, in der Bibel festgelegt.

Gelehrte sind sich über den Ursprung der Ohrenbeichte nicht einig

In der Catholic Encyclopedia von R. C. Broderick heißt es auf Seite 58: „Die Ohrenbeichte gilt seit dem 4. Jahrhundert als anerkannte Methode.“

In der New Catholic Encyclopedia wird gesagt: Die Lossprechung von geheimen Sünden zur Zeit der Beichte und vor Abgeltung der Bußauflage wurde jedoch erst im 11. Jahrhundert eingeführt“ (1967, Bd. XI, S. 75).

Der Historiker A. H. Sayce schreibt: „Aus den Ritualtexten geht hervor, daß sowohl die öffentliche als auch die private Beichte in Babylonien praktiziert wurde. Es hat tatsächlich den Anschein, als sei die Privatbeichte die ältere und üblichere Form gewesen“ (The Religions of Ancient Egypt and Babylonia, Edinburgh, 1902, S. 497).

Was sagt die Bibel hinsichtlich der Beichte?

Mat. 6:6-12: „Wenn du betest, geh in deinen Privatraum, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist . . . ,Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt. . . . und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.‘ “

1. Joh. 2:1: „Wenn jemand eine Sünde begeht, so haben wir einen Helfer beim Vater, Jesus Christus, einen Gerechten.“

Nach Daten der Wachtturm-Online-Bibliothek

Grüße, kdd

Kommentar von kdd1945 ,

Den Begriff "Beichtgeheimnis" gibt es nicht in der Bibel.

Natürlich dürfen vertrauliche Angelegenheiten nicht zum Allgemeingut werden.

Aber auch ein Zeugnisverweigerungsrecht, das der Staat Geistlichen zubilligt, bedeutet nicht, dass nun andere weltliche Gesetze oder Gottes und Jesu Anordnungen außer Acht gelassen werden dürften.

Kommentar von omikron ,

Es ist immer schön zu sehen, was Außenstehende alles (vermeintlich) über die Beichte wissen. Da kommen manchmal die abenteuerlichsten Dinge zum Vorschein. xD

Kommentar von kdd1945 ,

Dein Kommentar ist freundlich, aber doch kritisch.. Für eine sinnvolle Erwiderung fehlt Konkretes.

Antwort
von WALDFROSCH1, 38

Natürlich ..es sei denn er ist ein meineidiger ...und hält sich nicht an seine eigenen Versprechen welche er mal gegeben hat .

Antwort
von eleteroj, 47

ja, selbstverständlich. Das Beichtgeheimnis hängt ja nicht vom Glauben des Beichtenden ab, sondern ist einfach eine Verpflichtung dessen, der die Beichte abnimmt. Es ist das älteste kanonische 'Datenschutzgesetz'. Die Verletzung zieht die Exkommunikation der Beichtabnehmers nach sich (can. 1388 §1 CIC)

Kommentar von Fred4u2 ,

Danke für Deine Antwort, doch ich habe den Eindruck Du hast die Frage falsch verstanden, gemeint ist nicht wenn der Beichtende konvertiert, sondern der katholische Amtsträger der die Beichte abnimmt zum protestantischen Christentum konvertiert. Die von Dir genannte Strafe (Exkommunikation) greift dann doch gar nicht mehr.  https://www.datenschutz-kirche.de/faq11

Kommentar von eleteroj ,

die Frage ist insofern obsolet, als ein geweihter Priester ja auch nicht vom Glauben abfallen soll. Was ein Apostat dann tut und woran er sich dann noch gebunden fühlt, das bleibt offen. Aber er wird natürlich schon allein wegen seiner Apostasie exkommuniziert, was heutzutage aber keine schlimmeren Folgen hat als dass ihm der Zugang zu den Sakramenten verwehrt ist.

Ob er sich ans Beichtgeheimnis gebunden fühlt, ist wohl auch eine individuelle Entscheidung. Denn das hat keine strafrechtliche Relevanz, wie zb die ärztliche Schweigepflicht.

Kommentar von Fred4u2 ,

Ein Priester soll nicht vom Glauben abfallen? Das sollte eigentlich keiner! Auch Dr. Martinus Lutherus kam aus den eigenen Reihen, wie alle Reformatoren, es passieren eben auch manchmal Ereignisse die nicht sein dürften.  http://www.offenbarung.de

Antwort
von hummel3, 57

Das Beichtgeheimnis gilt nicht nur solange ein Christ Katholik ist, sondern auch darüber hinaus, also wenn er sich einer anderen Konfession zuwenden sollte.

Oder glaubst du ein Priester/Pfarrer wäre menschlich so klein und niederträchtig, wie vielleicht manche Menschen auf der Straße, um sich beim Beichtgeheimnis auf Rache zu besinnen, wenn jemand das eigene konfessionelle Lager verlassen sollte? - Die andere Person bleibt trotzdem ein Bruder/eine Schwester im Herrn. Und das verbindet weit über die Konfession hinaus.

Kommentar von hummel3 ,

Tut mir leid, aber ich bin wieder einmal auf eine seltsame Frage von dir hereingefallen. 

Seltsam eigentlich nur deshalb, weil ich sicher bin, dass du die Antwort auf die Frage genau kennst, d. h. eigentlich gar nicht fragen müsstest. 

Kommentar von WALDFROSCH1 ,

Er ist dazu getrieben seinen Kampf gegen die R.K.Kirche auszutragen was immer auch ihn dazu bewegt ...vermutlich seine ZJ Vergangenheit ..

Kommentar von Fred4u2 ,

So seltsam ist die Frage gar nicht, sie wäre es wenn ich sie so gemeint hätte wie Du sie verstanden hast. Doch es geht nicht darum was mit dem Beichtgeheimnis passiert wenn der Beichtende konvertiert, sondern darum was mit dem Beichtgeheimnis passiert, wenn der sogenannte Beichtvater die Fronten wechselt, also vom Katholizismus zum protestantischen Christentum konversiert.  https://linksunten.indymedia.org/de/node/46258

Kommentar von hummel3 ,

Hallo Fred,

leider lässt sich dein Link nicht öffnen. Unabhängig davon vertrete ich aber die feste Überzeugung, dass man auch "auf protestantischer Seite" sich noch an anvertraute Geheimnisse, welche man unter der "katholischen Flagge" angenommen hat, weiterhin hält. Was wären das für christliche Vorbilder, wenn sie mit einer Konversion auch moralische und ethische Maßstäbe über Bord werfen würde.

Antwort
von josef050153, 37

Natürlich. Das Beichtgeheimnis gilt bis zum Tod.

Kommentar von hummel3 ,

Der Klarheit wegen: ....bis zum Tod des Priesters!

LG hummel3

Antwort
von ValerianII, 83

Natürlich gilt es noch, Beichtgeheimnis bleibt Beichtgeheimnis.

Punkt.

Antwort
von omikron, 26

Sicher.

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