stockholmer am 07.04.2008 um 8:08 Uhr
Ich brauche einen GPS-Empfänger für stationäre Ortsbestimmung. Da gibts ja einiges, von Garmin z.B. Aber keiner kann einem genau sagen, ob die Dinger nun brauchbar sind oder nicht. Und mal ausprobieren darf ich nicht, da sind die Firmen knausrig. Wenn man auf so ne GPS-Webseite geht und fragt, wird man mit Fachchinesisch zugetextet... Jörg

Die Vermessungsingenieure haben ein Gerät, das mit Toleranz von 3 cm arbeitet. Aber keine Ahnung, was sowas in der Anschaffung kostet.

Solche Geräte findest Du derzeit nicht im Handel. Ich kenne kein bezahlbares Gerät, das genauer als 6 bis 15 Meter wäre. Das hängt schon mit der Satelitendichte zusammen. Für mehr Genauigkeit braucht man bei heutiger Technik mehr Sateliten. Das System Galileo sollte genauer sein. Ebenfalls i.d.R. Genauer sind hybride Systeme, die Kartendaten mit Fahrzeugdaten und dem GPS-Signal kombinieren oder sogar nch die Handymast-Signale mit einbeziehen.
stockholmer am 7. April 2008 08:23 Galileo gibts ja noch nicht, meines Wissens. Was verbirgt sich hinter "hybride Systeme"?
Indy72 am 7. April 2008 08:29 Das Galileo noch lange nicht arbeitet, habe ich durch die Konjunktivform sum Ausdruck gebracht. Die "hybriden Systeme" sind im letzten Nebensatz hinreichend erklärt. Sie stützen sich nicht nur auf GPS-Signale, sondern auch Systemexterne Daten.
Jedes GPS Empfangsgerät ist auf 3 cm genau. Die GPS Daten selber sind dafür durchaus hinreiched aber die Satelitenpositionszeit wird verschlüsselt und zur zivilen Anwendung ist nur das etwas ungenauere Signal frei verfügbar. In der BRD wird das für Autos zurch zusätzliche stationäre Anlagen kompensiert so das eine Genauigkeit von 1-3 Metern realistisch machbar ist. Dafür sollten auch alle Mobilen Geräte taugen. (Garmin TomTom usw.)
Du kannst eine höhere Genauigkeit erzielen, aber Du musst mehr Geld ausgeben:
"Ein typischer GPS-Empfänger für die zivile Nutzung bietet heute eine Genauigkeit von bis zu wenigen Metern. Hierbei fällt jedoch die Anzahl der empfangen Satelliten und die Geometrie stark ins Gewicht, so dass im praktischen Gebrauch Genauigkeiten um 20 Meter erwartet werden können. Ausgefeiltere und teure GPS Empfängersysteme wie sie für die Landvermessung Verwendung finden kosten mehrere tausend Euro und erreichen Genauigkeiten im Zentimeter-Bereich. Mit eingeschalteter "Selective Availability" (SA) erreichten die Empfänger typischerweise Genauigkeiten von etwa 100 Metern (diese Angaben gelten immer für 95 % der Fälle). Nach der Abschaltung der SA stieg die Genauigkeit auf etwa 15 Meter, je nach verfügbarer Zahl und Stellung der Satelliten."
Dieser Auszug und weitere Informationen finden sich hier: http://www.kowoma.de/gps/Genauigkeit.htm
Wenn man genauer als 10 Meter messen möchte braucht man Refferenzsysteme. Nimmt man zum Beispiel 2 Empfänger gleichzeitig kann man dadurch so gut wie alle Fehler und Störquellen, auch die Verschlüsselungen herausrechnen. Damit erreicht man dann Genauigkeiten von ca. 1-2mm (mit entsprechenden Empfänger, statischer Messung und ausreichend langer Beobachtungszeit). Es gibt inzwischen einige Angebote von Herstellern, die diese Korrekturdaten per Funk (und Gebühr) an den jeweiligen Empfänger schicken. Damit können dann Genauigkeiten von ca. 10 cm erreicht werden. Solche Geräte gibt es ab ca. 25000 €
ein einzelnes Gerät kann ohne Zusatzinformation oder gleichzeitiger Refferenzmessung nie genauer als 10 Meter messen. Wenn dies aber gegeben ist sind Genauigkeiten von <2mm erreichbar
Keine Ahnung, wie die das machen. Habe mich mit einem Vermesser unterhalten, der für mich Grenzpunkte festgestellt hat. Er sagt Genauigkeit 3 cm, nur mit GPS. Er hat aber Auszüge vom Vermessungsamt dabei für die Feststellung der Grenzen. Aber gemessen wird nur mit dem GPS, unter Angabe dieser Toleranz (z.B. für Zaunbau auf der Grenze unter Zustimmung beider Nachbarn, Schnurgerüst-Einmessung unter Zugabe von ein paar Zentimetern..
Die Technik heisst Differential-GPS (DGPS). Man kann entweder bestehende Signalquellen nutzen (WAAS, EGNOS, LORAN), oder eine eigene aufbauen (letzteres empfiehlt sich bei der Geodäsie). Und so funktioniert es: http://www.allnav.com/wgps/wgps7-d.htm
Vielen Dank dolabella.
Grenzpunkte haben nie eine sehr hohe Genauigkeit. Die liegt vorallem daran, daß man früher nicht so genau messen konnte, es aber immer noch die gleichen Grenzen wie früher gibt. Man muß immer die Hirarchien und Nachschaftstreue beachten. GPS ist sicher nicht die genauste Methode (max. 1-2 mm Genauigkeit) aber eine schnelle Methode und für Grenzvermessung ausreichende. Es gibt Anwendungsgebiete in denen 1 mm nicht ausreicht. Die 3 cm beziehen sich auch weniger auf die Genauigkeit der GPS-Messung sondern auf die Genauigkeit der festzustellenden oder zu setzenden Grenzpunkte. Um Grenzpunkte zu setzen benötigt man nicht unbedingt GPS. Vor 30 Jahren gab es das noch nicht und wurde trotzdem mindestens so genau gemessen. Man kann dies auch mit Polygonzügen von Referrenzpunkten oder freier Stationierung über mehrere bekannt Punkte mit einem Theodolit erzielen