Frage von mementomori5, 51

Gibt es wissenschaftliches nicht frei zugängliches Wissen?

Antwort
von ramay1418, 16

Dazu müssten wir "frei" erst einmal definieren: Frei im Sinne von "zugänglich für Jedermann", vielleicht aber nur gegen Geld oder frei im Sinne von "für alle kostenlos". 

Die meisten wissenschaftlichen Erkenntnisse sind frei zugänglich, wobei ich mit "frei" meine, dass sie für jeden Interessenten abrufbar sind. 

Frei heißt aber nicht automatisch kostenlos. Fachthemen gibt es als Normdatensätze in wissenschaftlichen Datenbanken. 

Noch vor ein paar Jahren musste man sich anmelden und bekam dann eine CD mit einer "Retrieval-Software", mit deren Hilfe man seine Suchanfrage zusammenstellen konnte. 

Bei Kosten im dreistelligen Bereich für wenige Minuten war es wichtig, die Anschaltzeiten in den Datenbanken kurz zu halten. Die Datensätze wurden dann auf den Rechner geladen und konnten ausgewertet werden. 

Solche Datenbanken gibt es auch heute noch, nur kann man sie ohne spezielle Suchsoftware benutzen. Das bedeutet, der Gebrauch selbst ist vereinfacht, aber die Nutzung selbst kostet natürlich immer noch Geld. 

Insofern sind die gespeicherten Information schon "frei" zugänglich, aber wegen der Datenpflege eben nur gegen Gebühr. 

Beispiele: 

1. Die Datenbanken des Deutschen Wetterdienstes. Die allgemeinen Daten sind für alle Bürger kostenlos abrufbar, aber die amtlichen Wetterdaten für Seeschifffahrt und Luftverkehr, Straße und Schiene, Energiewirtschaft und Katastrophenschutz gibt es nur gegen Geld. 

2. Dann gibt es Datenbanken mit Diplom- und Doktorarbeiten. Doktorarbeiten kannst Du z. B. auch über den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek aufrufen. Da musst Du aber schon ein wenig Wissen über das Thema haben oder den Namen des Autors kennen, ansonsten wirst Du von den Datensätzen erschlagen. 

3. Oder nimm den "Pschyrembel", das Referenznachschlagewerk für medizinische Fachbegriffe. Die Artikel werden von Fachärzten geschrieben und im Verlag lektoriert. Sie haben deshalb eine ganz andere Qualität als eine schnelle Suche bei Google (ist ja nicht unbedingt die beste Suchmaschine), kosten aber auch Geld. 

4. Eine ganz bekannte Datenbank ist GBI-Genios, wobei dies nur der Überbegriff (die Firma) für rund 1.000 Einzeldatenbanken mit Millionen von Datensätzen bezüglich Wirtschaftsinformationen ist. 

Natürlich darf jeder, der bezahlt, auch auf diese speziell aufbereiteten Daten zugreifen; sie sind nicht geheim, nur ist die Aufbereitung aufwendig - und dafür muss man bezahlen. 

Aktuelle Forschungsergebnisse z. B. des Militärs sind dagegen nicht für jeden zugänglich, kosten aber auch für die Beteiligten nichts. Und wir alle profitieren doch irgendwann davon, siehe Fly-By-Wire, Laserkreisel, GPS. 

Auch Erkenntnisse, die von den deutschen Botschaften ans Außenministerium geschickt werden, müssen nicht unbedingt für jeden einsehbar sein, weil sie eben Auswirkungen auf die deutsche Außenpolitik haben. 

Oder Neuentwicklungen von Unternehmen, die vielleicht zum Patent angemeldet werden sollten, bleiben erst einmal unter Verschluss. Klar, man will ja Geld damit verdienen. 

"Frei" und auch "nicht frei" zugängliches Wissen gibt es also schon in Hülle und Fülle. Ich denke, dass es mehr frei zugängliches Wissen gibt als gesperrtes. Es ist einfach nur eine Frage der richtigen Suche - und vielleicht der Definition. 

Vor dem Internetzeitalter musste man halt in der Bibliothek Mikrofilme auswerten, Notizzettel beschreiben und sich Bücher über die Fernleihe besorgen. Das Wissen war da, aber es war langwieriger, daran zu kommen, dafür war meistens die Qualität besser. 

Antwort
von voayager, 4

Jawohl, gibt es. Ich denke da u.a. an ein Buch des Schweizers Major von Dach. Es handelt sich um ein Militärhandbuch zur Anleitung für Partisanentätigkeit, falls ein Land mal besetzt werden sollte.

Es ist eine der Hirngrillen etlicher Schweizer, sie könnten je mal militärisch besetzt werden. Der Gedanke ist total abwegig, dennoch geistert er durch die Hirne etlicher Eidgenossen.

Das entsprechende Militärhanfdbuch ist in der Schweiz natürlich erlaubt. Der dortige Staat hat bei Weitem nicht das Mißtrauen gegenüber seiner Bevölkerung wie z.B. der deutsche Staat. Wie auch, die Schweizer bestimmen sich weitestgehnd selbst mit ihrer direkten Demokratie. Diese ist ein Garant für die Loyalität der Bürger gegenüber ihrem Land.

Antwort
von kami1a, 23

Hallo! Sicher gibt es das, z. B. im Bereich Waffenproduktion, alles Gute.

Antwort
von Nicodemus0815, 7

Wissenschaft beschränkt sich auf alles Zähl- bzw. Messbare. Das bedeutet auch, daß das daraus gewonnene Wissen unabhängig nachprüfbar ist.

Wissen, das durch z.B. Geheimhaltung nicht nachprüfbar gemacht wird, ist damit nicht wissenschaftlich.

Antwort
von Hamburger02, 8

Ja, das gibt es.

Speziell bei Drittmittelforschung, also Forschung für eine Firma oder Organisation gegen Geld, steht in den Verträgen häufig, dass die Ergebnisse geheim zu halten sind und nur der Firma zur Verfügung gestellt werden dürfen, in deren Auftrag geforscht wird.

Antwort
von burninghey, 28

Ja, und zwar jede Menge. Viele Datenbanken mit wissenschaftlichen Arbeiten sind nur unter hohen Kosten abrufbar.

Antwort
von realsausi2, 10

Ganz bestimmt. Nicht alles, was Wissenschaftler so treiben, ist für jeden zugänglich. Vielfach arbeiten Wissenschaftler auch im Auftrag von Firmen, die natürlich die Erkenntnisse vor der Konkurenz geschützt sehen wollen.

Für die meisten wissenschaftlichen Erkenntnisse ist aber schon das Unvermögen der Nichtwissenschaftler, sie zu verstehen, eine Barriere der Rezeption.

Die meisten Wissenschaftler werden allerdings ab einem bestimmten Status ihrer Forschungen diese auch veröffentlichen. Das gehört zum Erkenntnisprozess dazu, weil nur so die Möglichkeit der Falsifikation gegeben ist.

Antwort
von styli1000, 17

Ja.

Ein Beispiel: Treibstoff für Interkontinental-/Atomraketen

Antwort
von Schmallle, 23

Das gibt es bestimmt irgendwo. Nur wo stellst du dir vor sollte es das geben?

Antwort
von ShatteredSoul, 27

Super Frage!

Das gibt es bestimmt. Aber wie und wo - keine Ahnung.

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