Frage von Brieftasche1982, 64

Gibt es wissenschaftliche Untersuchung über denn Zweck der Jagd in Deutschland für Hege von Wald und Wild?

Man hört ja immer: Jagd ist notwendig. Aber stimmt das wirklich? Welche Belege gibt es?

Würde ein Wald ohne Jäger wirklich sterben?

Expertenantwort
von agrabin, Community-Experte für Biologie, 28

So einfach ist die Sache nicht.

Woher kommt es denn eigentlich, dass trotz Bejagung die Wildbestände steigen?

Hier wird gezeigt, dass die sogenannten Streckenergebnisse in einem kurzen Zeitraum deutlich angestiegen sind:

http://www.landesforstbetrieb.de/wald-forstwirtschaft-und-jagd/waldbau-und-jagd/

Ein etwas älterer Aufsatz zum Thema:

http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/M070.pdf

Gib als Suchwort mal Population Rehe ein, da gibt es jede Menge Infos.

Immerhin haben wir etliche Maßnahmen zum Schutz von Wäldern den Jagdinteressen der Feudalherren zu verdanken.

Antwort
von ichbinich2000, 41

Er würde zumindest schwere Schäden erhalten. Ob sterben... nun ja, nicht sofort. Die Tiere würden sich als erstes wahnsinnig schnell vermehren, bis die Natur den Riegel vorschiebt, weil nicht genug Nahrung für alle da ist. Rehe beissen die Triebe von jungen Bäumen ab, die verkrüppeln oder ganz eingehen. Wildschweine graben im Boden umher, scharren dabei auch Rinde von den Bäumen, die auch eingehen können. Das tun diese Tiere jetzt schon, aber weil sie weniger sind fällt das nicht so stark ins Gewicht. Die Folge, wenn junge Bäume absterben und alte Bäume sterben: Mehr Licht auf den Walboden, aber auch mehr Niederschlag. Dann ist die Frage, wie stark beides ausfällt. Wenn starke Sonneneinstrahlung herrscht, kann der Boden austrocknen, mit ihm auch die ganzen Lebewesen darin. Wenn starke Regenschauer kommen, kann er weggeschwemmt werden, dann ist das fruchtbare Material weg. Das alles führt nach und nach zu einem Waldsterben, denn wenn Lücken im Wald sind, kann auch noch der Wind seine zerstörerische Kraft mit ins Spiel bringen. Und das alles wegen ein paar Rehen und Wildschweinen...

Ich weiß, das klingt jetzt schwarzseherisch, es ist halt das worst case wie man so schön sagt.

Antwort
von Bolleka, 42

Natürliche Feinde hat der Mensch alle weggemetzelt. Und Nahrung finden die Tiere wegen der vielen Landwirtschaft auch genug. Leider ist Jagd notwendig.

Aber wenigstens wäre Wildfleisch das bei weitem Umweltschonenste, qualitativ beste und vor allem Schmerzfreieste Fleisch überhaupt.

Antwort
von FloTheBrain, 5

Das ist eine gesellschaftliche Frage, danach noch eine biologische.

Damit sich die Natur selbst regulieren kann, darf der Mensch nicht eingreifen. Aber das was wir hier haben ist keine Natur mehr. Alles was du siehst, jeden Wald und jedes Feld, wurde genau so vom Menschen erschaffen. Praktisch gibt es keine Urwälder mehr in Deutschland.

Jeder Flecken Erde wird bewirtschaftet. Nutztiere, Holzgewinnung, Anbau von Nahrungsmitteln. Dann wurden bis vor 150 Jahren die letzten großen Räuber vom Menschen ausgerottet.

Durch die Landwirtschaft gibt es ein riesiges Überangebot von Nahrung. Wildschweine und Maisfelder, da können viele Bauern ein Lied von singen.

Wollte man auf die Jagd verzichten, dann ginge das natürlich. Nur dürfte der Normalo nicht mehr in den Wald, die Holzgewinnung würde fast komplett einbrechen, die Felder und Nutztiere der Bauern müssten aufwändig gesichert werden und Wildschäden müssten aus der Steuerkasse entschädigt werden.

Die Landschaft müsste extrem umgestaltet werden, sodass die Gebiete wieder auf breiter Front miteinander verbunden wären. Aber selbst das klappt nicht immer. Rotwild aus dem Osten Deutschlands wandert teilweise nicht über die ehemalige innerdeutsche Grenze, obwohl das jetzt möglich wäre.

Würde zig Millionen Euro kosten. Vielleicht bekommt man ja die Menschen und die Politik davon überzeugt, glaube ich aber nicht.

Und so wie es jetzt ist, braucht man die Jagd. Die Alternative wäre ein massiver Verzicht und hohe Kosten für die Gesellschaft.

Zudem kommt noch ein gewisses Gefahrenpotential dazu. Weltweit gibt es einige hundert Angriffe pro Jahr von Wölfen und Bären auf Menschen. Damit müssten wir uns wieder anfreunden. Alles andere wäre auch keine Natur.

Und selbst dann könnte sich vielleicht kein natürliches Gleichgewicht einstellen. Bei unserer Bevölkerungsdichte ließe sich eine Auswirkung des Menschen auf die Natur nicht vermeiden.

Kommentar von FloTheBrain ,

Um das zusammenzufassen:

Wir haben keine Natur, sondern Wirtschaftsflächen die Geld abwerfen müssen. Darin haben die Wildtiere eigentlich keinen Platz mehr. Ohne Jäger hätte der Mensch sie schon lange vor deiner Geburt komplett ausgerottet.

Nur durch die Jäger und ihre Regulation haben wir überhaupt noch Wildtiere in Deutschland. Die Jäger sind die Einzigen, die ein Interesse daran haben, dass es Wildtiere bei uns gibt. Die Bauern und die Förster eher weniger.

Der Naturschutzgedanke kam erst viel Später, als die Tatsachen bereits geschaffen waren.

Antwort
von voayager, 20

Kannst du mir mal verraten warum ausgerechnet ein Wald stirbt, wenn nicht gejagt wird ?

Es ist sogar so, dass durch die Bejagung einige Tierarten sich dann verstärkt vermehren, um so die Artverluste auszugleichen. Kommt noch hinzu, dass bei einem Jagdverbot auch die Wildfütterungen entfallen, so dass etlichegeschwächte Tiere dann eben im Winter umkommen. Wenn schon Jagd, dann eine durch Berufsjäger und nicht die der vielen bloßen Sonntagsjäger, die aus Spaß an der Freud Tiere abknallen.

Die Berufsjäger sind dann vor allem gefragt, wenn eine Seuche sich ausbreitet, so dass dann die Schußwaffe erforderlich ist.


Antwort
von Midgarden, 33

Der Wald würde vielleicht nicht sterben, aber Dir würden auf dem Weg zur Schule oder Arbeit einige Wildschweinrotten und anderes Getier begegnen

Antwort
von Fuchssprung, 39

Es gibt durchaus wissenschaftliche Untersuchungen. Nur verschließen die Jäger davor die Augen und Ohren. Sie wiederholen ihren Schwachsinn wie Mantras immer und immer wieder, obwohl längst bewiesen ist wie falsch sie liegen. Hier gibt es einen interessanten Text für dich.

http://umwelt.page4.com/75.html

Kommentar von Cardamines ,

Der Inhalt des Links ist kein wissenschaftlicher Text!!!

Kommentar von Fuchssprung ,

Wer hat das behauptet?

Kommentar von Cardamines ,

Ich wollte nur darauf hinweisen, da nach "Belegen" gefragt wurde und bei dem Link steht, dass es "wissenschaftliche Untersuchungen" zu dem Thema gibt. Sollte kein Angriff sein :-)

Antwort
von cg1967, 5

Gibt es wissenschaftliche Untersuchung über denn Zweck der Jagd in Deutschland für Hege von Wald und Wild?

Ja, gibt es. Dummerweise sind die einbezogenen Flächen viel zu klein, als daß man daraus irgendwelche Aussagen ableiten kann. Raubwild und -zeug wurde auf einer Fläche von vielleicht 500 ha bejagt, darüber lacht alles bejagte Wild und wandert von außen in die freigewordenen Reviere ein. Den Bodenbrütern hats nichts genutzt.

Würde ein Wald ohne Jäger wirklich sterben?

Nein. Er sieht nur anders aus. So wie sich das Unterlassen jeglichen menschlichen Eingriffs im Aussehen des Waldes niederschlägt.

Antwort
von 123phil, 32

Esist jetzt schon Schlimm genug mit den Wildschweinen das die vor den Menschen keine Angst mehr haben und immer mehr in die Städte kommen.

Gerade in Vororte von Berlin oder an der Ostsee wo Wildschweine mit ihren Jungen sich am Strand Suhlen.Jeden Morgen dürfen die Gärtner den Schaden beseitigen die die Wildschweine Nachts angerichtet haben.

Die Tiere im Wald haben keine natürlichen Feinde mehr,da muss der Mensch eingreifen.

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