Frage von jayge13, 47

Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen Spanisch und Hispano?

Hi, also ich lerne seit diesem Jahr spanisch und wenn ich eine neue Sprache lerne, dann gucke ich überlicherweise Filme in dieser Sprache, Englisch, Französisch etc.

Aber irgendwie bin ich auf diese Hürde Spanisch und Hispanoamerikanisch gestoßen und habe mich gefragt, welches spanisch ich eigentlich lerne? Ich habe mal beide Filme im Internet zeitgleich laufen lassen, um irgendeinen Unterschied herauszuhören, aber irgendwie sagen die genau das gleiche.

Gibt es da einen Unterschied und ich bemerke ihn nur nicht? Und wenn es keinen oder einen solch geringen Unterschied gibt, warum werden dann die Filme extra nochmal synchronisiert?

Für welche Version soll ich mich jetzt entscheiden? Welche ist die "richtigere" oder die "bessere"?

Antwort
von Arya87, 38

"Schulspanisch" ist Castellano. ich würde aber lateinamerikanisches Spanisch nicht als Dialekt des Spanischen bezeichne! Das ist, als würdest du amerikanisches Englisch als Dialekt des brittischen Englisch bezeichnen. Ist aber eigentlich ein gutere Vergleich.

In der Schule lernt man in der regel auch britisches Englisch. Die meisten nutzen aber später das amerikanische, weil sie in Filmen, Musik etc. eher damit konfrontiert werden. Keins von beiden ist falsch.

Wie hier bereits geschrieben wurde, würde ich das danach entscheiden, wo es dich eher hinzieht. Wenn das Filme schauen es zur Unterstützung des Spanisch Lernens ohne konkrete Pläne für Reisen nach Süd- oder Mittelamerika ist, würde ich das Hochspanisch aus Spanien für den Film wählen. 

Kulturell ist es natürlich spannend, einen lateinamerikanischen Film auch in lateinamerikanischem Spanisch zu schauen und die Unterschiede kennen zu lernen. Für den Anfang ist das aber glaub ich ein bisschen viel. Versuch`s mal mit Almodovar-Filmem.

Kommentar von mambote ,

Castellano = Español = Spanisch. Da gibt es von der Bezeichnung her keinen Unterschied. Ob in Lateinamerika oder Spanien.

Es gibt auch in dem Sinne kein lateinamerikanisches Spanisch an sich, denn alles sind Dialekte des Spanischen und jedes Land klingt anders bzw. vermischen sich eher Regionen, als Länder (z.B. Río-Platense-Dialekt).

Nur eben, dass man in Nord- und Zentralamerika, den Karibikinseln, Kolumbien und Ecuador vorwiegend "Español" zur spanischen Sprache sagt und in Südamerika (bis auf Kolumbien und Ecuador eben) vorwiegend "Castellano".

In Spanien selbst findet man beide Begriffe an. Dort, wo es Regionalsprachen gibt, wird eher der Begriff "Castellano" zur Unterscheidung herangezogen, denn auch Galicisch, Baskisch und Katalanisch sind spanische Sprachen, aber eben nicht "Spanisch".

Antwort
von mambote, 47

Klar, es gibt grammatikalisch 2 Hauptunterschiede:

In Lateinamerika wird das Pretérito Perfecto (dort ersetzt durch das Pretérito Indefinido) und die 2. Person Mehrzahl (dort ersetzt durch die 3. Person Mehrzahl Höflichkeitsform) praktisch nicht angewandt.

Dazu gibt es länderspezifisch noch viele weitere Unterschiede, denn ein lateinamerikanisches Spanisch als Ganzes gibt es nicht. Auf Kuba redet man anders als in Bolivien und dort wieder anders als in Argentinien, was einzelne Wörter angeht und natürlich auch Einflüsse aus anderen Sprachen.

Wo sich die Sprache enorm unterscheidet ist vor allem in der Umgangssprache, nicht nur an der Wortwahl und Grammatik, sondern auch wie das Thema angegangen wird.

Aber: du sagst, du vergleichst Filme. Es ist so, dass jeder Spanischsprecher allgemeingültiges Spansich versteht. Viele Filme und Serien sind auch Co-Produktionen. Andere spanische oder lateinamerikanische Filme sind länderspezifisch, z.B. Telenovelas, Jugendserien etc.

Es ist völlig normal, dass eben ein Kubaner kubanischen Dialekt redet, ein Argentinier argentinischen. Das wird auch von vielen verstanden. Also braucht es hier keine Version für Spanien, für Argentinien und für Kuba, denn da würden die meisten Pointen und lokalen Besonderheiten untergehen. Bei vielen Filmen macht ja genau das den Reiz aus. Klar wird dort dann keine reine Umgangssprache gesprochen und Worte gewählt, die allgemein bekannt sind.

Ich meine, auf Deutschland gemünzt: Ein Berliner sagt ick hab dir lieb, ein Bayer sagt red koan Sch--ß und ein Hamburger am Nachmittag moin moin. Da würde jetzt niemand hergehen, und alles auf Hochdeutsch übersetzen, da es Teil der Charaktäre ist. Genau so verhält sich das mit dem Spanischen. Es gibt viele Worte, die eben sehr zonen- oder länderspezifisch sind. Die Leute können das im allgemeinen aber auch zuordnen.

Das gibt's auch innerspanisch, z.B. mit Filmen wie "Ocho apellidos vascos", wo ein Andalusier sich in eine Baskin verliebt, der Vater jedoch ein Holzkopf ist und er sich als Baske ausgibt, inkl. eben dem Dialekt (baskisch ist eine Sprache, aber Basken haben im Spanischen auch einen Dialekt; der ist gemeint).

Ansonsten, wenn es sich um internationale Filme handelt, die also keine Bezug zu einer spanischen Region haben, gibt es meist eine lateinamerikanische (meist mexikansiche) und eine spanische Fassung. Der Unterschied ist auch am Titel erkennbar, der meist anders ist. Wenn du in Europa eine DVD kaufst, wo auch Spanisch drauf ist, hast du normal immer die spanische Fassung, in den USA die lateinamerikanische. Im Internet (Youtube) hast du natürlich alles gemischt.

Kommentar von mambote ,

Und wenn du die Auswahl hast, dich zwischen 2 Versionen zu entscheiden:

Die Version für Spanien ist die grammatikalisch richtige, falls du Spanisch lernst oder vorwiegend nach Spanien willst.

Die Version für Lateinamerika (und ggf. dort sogar noch weiter unterteilt in Mexiko, Argentinien ...) wäre interessant, wenn du selbst vorwiegend nach Lateinamerika willst. Grammatikalisch ist diese leicht eingeschränkt, da sich Spanisch nach der Eroberung Amerikas in Spanien weiterentwickelte, in Lateinamerika jedoch teilweise noch mittelalterliche Formen verwendet werden (z.B. das voseo, was in Spanien nur in mittelalterlichen Filmen oder altertümlicher Literatur anzutreffen ist).

Kommentar von mambote ,

Beispiel für eine "Charaktäre" mit Dialekt: Che Guevara. Der hieß eigentlich Ernesto Guevara, aber da Argentinier in jedem 2. Satz "Che" (freundschaftlich ausgedrücktes: hey du, du hör mal ...) sagen, bekam er irgendwann auf seinen Reisen und Einsätzen im restl. Lateinamerika den Spitznamen Che verpasst. Das würde z.B. jetzt auch niemand in einem Film übersetzen, wenn der Darsteller betont Argentinisch sein sollte. Nachtrag: ich bin kein Che-Guevara-Fan, sehe ihn eher kritisch, aber das ist eben ein bekanntes Beispiel.

Antwort
von trelos, 22

vllcht eine hilfe. das spanisch welches man in der schule lernt ist quasi nur für spanien gut - aber in ALLEN anderen spanischsprachigen ländern spricht man eben latino spanisch. ich bin froh daß ich gleich letzteres gelernt habe und mich von mexico bis feuerland super damit unterhalten kann! nach spanien komme ich nie und die verstehe ich auch nicht (so) gut. finde das 2. auch (viel) einfacher! hispanoamerikanisch wird wohl eher von den latino einwanderern in die USA benutzt denke ich, den ausdruck kenne ich auch nur von den amis.

Kommentar von mambote ,

Hallo trelos. Dass du Spanier ggf. nicht so gut verstehst liegt eben genau daran, dass dort die Grammatik vollständiger ist.

Aus gleichem Grund tut man sich eben auch mit gelerntem spanischen Spanisch leichter als umgekehrt, denn lieber blende ich grammatikalische Aspekte eben lokal aus, als dass ich sie noch nie gehört habe und nun damit konfrontiert werden.

Mal abgesehen davon reden Spanier aber auch meist deutlich schneller als Lateinamerikaner, jedoch klingt Spanisch in Feuerland völlig anders als in Mexiko. Verständlich machen, kann man sich jedoch relativ leicht überall und man gewöhnt sich auch schnell dran. Spanischsprecher sind kommunikative Menschen, da geht es auch einfach.

Kommentar von trelos ,

"Aus gleichem Grund..."  Gott sei Dank muss ich mich mit dem Ausblenden nicht mühen, habe in Lateinamerika auf der Straße gelernt, bin nur dort, in Spanien nichts zu suchen .... bin froh daß "die Grammatik dort nicht so vollständig" ist, weil um einiges einfacher. Zw Mexico und Feuerland wissen sie zwar nicht wo sie mich einstufen sollen, halten mich aber für eine latina, so what?

Antwort
von xo0ox, 46

http://www.duden.de/rechtschreibung/Hispano

Gibt so wie ich das sehe auch keinen Unterschied, allerdings vermute ich das Hispanos eher eine Art Dialekt sprechen, der leichte Unterschiede zum Spanischen hat. Kann aber gut sein das es nicht zusätzlich Synchronisiert wurde aber so verkauft wird. Beispiel dazu, ich hatte einen Film den ich auf Deutsch oder Deutsch (Schweiz) schauen konnte, aber das war einfach so angeschrieben einen Unterschied gab es nicht.

PS: Ich bin auf dem Gebiet eig. Unwissend.

Antwort
von wfwbinder, 25

Also in Deutschland wird auf Schulen "Castellan" gelehrt. Also Hochspanisch aus Kastilien. 

Wenn Du damit nach Lateinamerika fährst, wirst Du alles verstehen,  abgesehen von ein paar Spezialausdrücken.

Auch wirst Du das Spanisch dort von den Leuten auf der Straße als eine Art Slang empfinden.

Bei genauer Betrachtung fallen geinge Unterschiede in den Zeiten auf (man kennt dort keine vollendet Vergangenheit und in den Personen.

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