Soweit ich weiß, werden faule Trauben nicht geerntet bzw. aussortiert. Das im Wein Rückstände von Schimmel, oder Nebenprodukte aus Faulnisbefallenen Trauben vorhanden sind kann vorkommen, darf aber eigentlich nicht sein.
Jein! - Es gibt bei Weintreuben zweierlei Arten von Fäule. Die echte Fäule, wie wir sie auch von Obt oder Gemüse her kennen und die sog. "Edelfäule".
Normal faule Trauben werden selbstverstädnlich zur Weinerzeugung nicht verwendet. Anders ist diese bei den Trauben mit der sog. "Edelfäule". Diese entsteht durch eine Pilz, den "Botrytis", den der Winzer aber nur auf vollreifen Trauben mag. Wenn er er im früheren Stadium auftritt, muss er bekämpft werden, z.B. durch Spitzmittel. Bei reifen Trauben perforiert der Botrytis-Pilz die Beerenhaut, Der Traubensaft verunstet ein wenig und der Traubenmost wird dadurch etwas konzetrierter. Das erhöht die Mostqualität (und später die Weinqualität). oft kann man diesen "Botrytis-Ton" im Wein auch schmecken. Dieser Ton gilt als etwas sehr Edles.
30.12.06 - Bretzenheim
bei Trauben gibt es eine sogenannte Edelfäule, die durchaus erwünscht ist (Spätlese). Einer Überlieferung nach wurde diese wie folgt "entdeckt":
1780 im Schloss Johannisberg im Rheingau
Der Reiter, der die Leseerlaubnis, ohne die die Trauben nicht geerntet werden durften, vom Bischof in Fulda einholen sollte verspätete sich um einige Tage. Die Trauben waren inzwischen von Fäule befallen. Man erntete sie trotzdem, in der Hoffnung evtl. noch etwas daraus für den Hausgebrauch zu gewinnen und erkannte dadurch den Zusammenhang zwischen Fäule und Weinqualität.