Gibt es überhaupt Gut oder Böse. (Lesen)?

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20 Antworten

Ich denke schon, dass ich verstehe, was du meinst. Wenn es keinen freien Willen gibt (dies ist freilich umstritten), dann würde auch eine Sanktionierung unerwünschten Verhaltens wenig Sinn ergeben (womit Moral, Justiz, und Himmel/Hölle in Frage gestellt würden). Freilich gibt es nur wenige Wissenschaftler, die konsequent die Existenz des freien Willens abstreiten würden. Google mal "Libet-Experiment".

Die Lehre der Prädestination (der "Vorherbestimmung") würde durch eine Abwesenheit des freien Willens an Gewicht gewinnen (meiner Ansicht nach). Wenn das passiert, was passieren muss (einfach aufgrund einer Folgerichtigkeit), dann sind wir lediglich Ausführende eines bestimmten Ablaufs (wie Schauspieler auf einer Bühne, die eine schon lange festgelegte Handlung ausführen). 

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Die Moral einer Gesellschaft stellt die Regeln auf, was als gut oder böse befunden wird. Die Ethik bewertet das Verhalten dann mit Hilfe der Regeln der Moral.

Die gesellschaftlichen Regeln verhelfen es uns, besser miteinander umzugehen und zu überleben. So haben wir dadurch eine begründete Legitimation erschaffen, Verbrecher zu verurteilen und abzustrafen.

Im Grunde gibt es also wohl wirklich kein Gut oder Böse (außerhalb unserer Gesellschaft). 

Das wir nur durch unsere Umwelt und Gene getrieben werden und nicht für unser Handeln verantwortlich sind, lehne ich jedoch ab. Ich kann auch selbst Abscheu vor etwas empfinden, obwohl es mir anders gelehrt wurde. Ich kann auf Basis von mir übermittelten Lehren neue Thesen aufstellen oder in komplett andere Richtungen gehen, so wie es Galileo Galilei bezüglich der Erdkugelthese gemacht hat. 

Damals wurden Menschen als Sklaven gehalten, auf Scheiterhaufen verbrannt oder gehängt. Heute hat sich das auf den meisten Orten der Welt geändert, man hat Entwicklungen vollzogen. Ein weiteres Beispiel sind Konzentrationslager. Sollten in ihnen Menschen getötet werden, nur weil es jemand anders nicht besser wusste, weil er vielleicht in Kindheitstagen einmal schlecht von ihnen behandelt wurde? Das würde mir als Reaktion und Begründung etwas extrem vorkommen.

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Zu dem Thema würde ich dir die Sendung von Precht empfehlen: 

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Kommentar von HumanistHeart
03.07.2016, 22:35

Precht zu hören sollte zur "Pflicht" werden.

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Natürlich gibt es beides, aber nicht "absolut" sondern nur "relativ", bezogen auf die virstellungen der jeweiligen kultur!

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Himmel und Hölle lassen wir mal außen vor, denn das was du schilderst hat ja wenig mit Religion zu tun. 

Gut und Böse sind Empfindungen eines jeden einzelnen. Das Böse denkt von sich ja auch nicht das es böse ist. Im Gegenteil, es hält sich für gut.

Somit bin ich mit deiner Theorie halbwegs auf einer Wellenlänge. Aber ich bin schon davon überzeugt, daß der Mensch in seinem Inneren verdorbene ist durch Hass, Neid, Gier und so weiter. Diese Eigenschaften kann man in der zivilisierten Welt durch aus als "Böse" betrachten. 

Zudem wird Böse gerne im Zusammenhang mit Gerechtigkeit verwendet, aber Gerechtigkeit ist im Grunde auch nur ein Mittel der Schwachen um sich vor den Starken zu schützen. Ob dies gut oder schlecht ist, das ist jedem selbst überlassen. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Gut und Böse sind Empfindungen eines jeden einzelnen. Gut ist etwas, was mit den eigenen Zielen und Idealen übereinstimmt, Böse hingegen ist etwas, was gegen diese Ziele und Ideale geht.

Dies ist selbstverständlich nur meine bescheidene Meinung und über Kritik, ob gut oder schlecht, freue ich mich gern.

MfG Blue

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Kommentar von HumanistHeart
03.07.2016, 22:42

...über Kritik, ob gut oder schlecht, freue ich mich gern. 

Na dann....

Aber ich bin schon davon überzeugt, daß der Mensch in seinem Inneren verdorbene ist 

Das mag Semantik sein, aber die Vokabel "verdorben" ist unpassend, da sie nicht neutral ist sondern wertend. Eben als "Böse". Und das gibt es ja nicht als Entität. 

Wir sind gierig, neidisch, etc., aber das ist Teil unserer evolutionären Anlagen. (Genau wie auch die unserer positiven Merkmale).

Gut und Böse sind Konzepte. 
Aber da ist man sich ja einig.

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Ich bin Christ. Ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Sie können im Internet nach "Mädchen begegnet Jesus" und "Wissenschaftler
Nahtoderfahrung Buch" suchen (ohne Anführungszeichen). Das sind Gründe,
um an Gott und an ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Wenn Du mehr wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

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Das sehe ich anders. Erst einmal muss man festhalten, dass es den Freien Willen gibt. Das ist experimentell über die Ausschaltung des Freien Willens mittels einer Kombi von Geständnismittel und Hypnose belegt. Außerdem fußt der Freie Wille auf einer physikalischen Basis, nämlich dem Quanten-Zenon-Phänomen. 

Zweitens muss man festhalten, dass es z.B. sehr schwierig ist, einen Menschen davon zu überzeugen, dass Leiden etwas Gutes ist. Wir allen wollen intuitiv nicht, dass "unschuldige" Menschen oder Tiere leiden, oder? 

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Kommentar von OlliBjoern
03.07.2016, 23:46

Das Quanten-Zeno-Phänomen hat nichts mit "freiem Willen" zu tun, das ist Quantenmechanik. Und zudem: "Bisher wurde noch kein Anhalten des radioaktiven Zerfalls durch experimentelle Messungen eines Ensembles von radioaktiven Atomen oder gar eines einzelnen radioaktiven Atoms bestätigt, wie es die Theorie des Quanten-Zeno-Effekts erfordern würde. "

Das sog. Libet-Experiment sagt, dass Entscheidungen erst im Nachhinein als freie Entscheidungen bezeichnet werden (was auch auf sog. "Veto-Entscheidungen" zutrifft).

Das mit den "Geständnismitteln" kenne ich nicht. Hast du einen Link dazu?

Dass "Leiden etwas Gutes" ist, ist nicht sonderlich schwer zu beobachten (man bedenke die christlichen "Geißler" im Mittelalter; oder zahlreiche Anhänger islamischer oder hinduistischer Religionsrichtungen, die sich selber Schmerzen zufügen; oder Selbstmordattentäter, die anderen und sich selber bewusst den Tod zufügen).

Man darf nicht den Fehler machen, von der eigenen Ansicht und Kultur zu verallgemeinern.

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Jeder kann in gewisser Weise was für sein/ihr Verhalten. So wie du das sagst hört es sich an, als wären "schlechte" Gene eine plausible Begründung, dass man schlechte Dinge machen darf.

Zu den Umwelteinflüssen kann ich auch nur sagen, dass das kein Grund ist sich vom "Guten" abzuwenden. Natürlich hat jeder Mensch andere Möglichkeiten oder und Bedingungen. Dennoch liegt es an dem Individuum selbst, was es aus der Situation macht. Also kann der Mensch was fürs Handeln.

Und klar gibt es Gut und Böse. Nur kann man das nicht immer mega gut differenzieren und es gibt es halt auch eher selten in reiner Form.

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Gut und Böse gibt es tatsächlich nicht.

Es sind subjektive Bewertungen von Ereignissen, Personen, Taten und Umständen, jedoch keine realen Messwerte. So wie es "klein" und "groß" in Wahrheit nicht gibt, sind auch "gut" und "böse" nicht real.

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Gut und Böse gibt es nicht. 

Es hat hier keine übergeordneten Regeln, die weit vor unserer Zeit für uns erdacht, gar erschaffen wurden.

Es hat weder "Das Gute".
Noch hat es "Das Böse".

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Gut und Böse gibt es.

Sie sind Konzepte. Konzepte anhand derer wir das eigene Leben gestalten.
Richtschnur ist dabei das eigene Wohlergehen. Und als zur Empathie und Intelligenz begabte Wesen, eben auch das Wohlergehen anderer Menschen.

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gut/böse gibt es nicht wirklich, denn es ist immer nur REALTIV..... dabei kommt es auf viele faktoren, an, z.b. die entwicklung des menschen, die eigene moralische denkweise, das umfeld, die möglichkeiten, die gründe usw...usw.....

was du als böse empfindest, ist für andere menschen gut............ wenn ich z.b. einen menschen als böse ansehe, nur weil er hunde isst, dann ist dass nur MEINE sichtweise............. der hunde-esser hat einen ganz anderen moralischen denkwert und für ihn wäre der hund nur was normales zum essen.............selbst mörder haben ihre eigenen vorstellungen und gründe, warum sie diese tat dann ausführen.............

ALLES ist immer nur relativ und die natur zeigt uns seit milliarden von jahren, dass es ihr völlig schnuppe ist, was gut/böse wäre, denn sie tut ALLES täglich...........denn ALLE dinge die der mensch macht, kommen auch in der gesamten natur vor..........wirklich ALLE.....missbrauch, mord, diebstahl, täuschung usw...... JEDE spezie lebt und überlebt auf seine weise mit allen möglichkeiten, die ihm zur verfügung stehen............:)

und die ganzen eigenen moralischen werte werden in dem moment nach unten geschraubt, wenn es um das eigene überleben geht.........dann kommt in JEDEM menschen wieder der naturinstinkt zum vorschein.....:

leben UND überleben um JEDEN preis............. und das macht die natur schon seit milliarden von jahren genauso so................:)

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Man kann einem kleinen Kind beibringen das töten etwas gutes ist und er wird es als etwas gutes auffassen.

Wie ist das bei Dir? Wie fasst Du das Töten auf: Als etwas schlechtes, oder als etwas gutes? Und woran machst Du die Unterscheidung fest: Als Ergebnis (D)einer (An)Erziehung, oder als Ergebnis (D)einer eigenen Empfindung?

Gehen wir doch mal bei Deinem Beispiel der Genetik soweit zurück (jedes Kind wurde von seinem Vater erzogen, dieser wiederum von dessen Vater und so weiter), dass wir beim ersten Menschen angelangt sind - als religiöses Beispiel können wir hier als ersten 'Vater' den Adam heranziehen: Woher hatte dieser die genetische Eigenschaft des Tötens vererbt bekommen?

Oder betreffend der Anerziehung (Umwelt): Wieso konnte ein Vater, der eine wohlgesonnene Erziehung genossen hatte, sein eigenes Kind plötzlich eine andere Sichtweise angedeihen lassen, als jene, welche er von seinem Vater anerzogen bekam?

Drittens: Wie konnte ein Mensch, welcher als Kind eine sittlich einwandfreie Erziehung erhielt, sich plötzlich zu einem IS-Terroristen wandeln?

Viertens: Weshalb wurde zB eine Swetlana als Stalins Tochter  nicht ebenso zu einer Verbrecherin bzw. zu einer despotischen Charakterpersönlichkeit?

Fünftens. Alles ist Energie und alles unterliegt gewissen Schwingungen, so auch Gedanken, Emotionen, Gefühle...

Sechstens: Und, und, und...

Deine / eure (philosophischen) Gedanken sind noch nicht zu einem guten Abschluss gelangt...

Gruß Fantho

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Kommentar von HumanistHeart
03.07.2016, 22:45

In der *Genetik* zurückgehen – um dann bei *Adam* zu landen.

Das kann nur einer. 

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Kommentar von OlliBjoern
04.07.2016, 00:03

Jeder Mensch ist sowohl durch seine Erziehung (Eltern, Umwelt...) als auch durch seine eigenen Empfindungen geprägt. Diese Dinge können, müssen aber nicht, in einem gewissen Widerspruch zueinander stehen.

Der "Adam" ist lediglich eine von sehr vielen Figuren, die sinnbildhaft für den Beginn der Menschheit stehen, diese sind je nach Kultur unterschiedlich beschrieben.

Das "Töten" muss keine genetische Eigenschaft sein. Ich denke mal nicht, dass die Eltern des amerikanischen Serienmörders Ted Bundy (übrigens ein beliebter Lokalpolitiker) jemanden umgebracht hätten. Sehr viel hängt von der individuellen Historie ab (und auch körperliche und psychische Krankheiten können sehr individuell sein, ohne dass die Eltern in jedem Falle etwas damit zu tun hätten).

Ich glaube auch nicht, dass jeder "plötzlich" zu einem IS-Terroristen werden könnte (für mich würde ich das ausschließen). Dazu braucht es wiederum individuelle Eigenschaften, die nicht allgemein gegeben sind (Frustrationen; der Hang, für "etwas Größeres" zu kämpfen; der Hang zum Kampf allgemein...).

Stalins Tochter war eben nur seine Tochter. Ein eigener Mensch. Nicht alles vererbt sich (siehe auch oben). Manche Eigenschaften verschwinden, manche kommen hinzu. Das Leben ist kompliziert, es lässt sich nicht auf einfache Formeln reduzieren.

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Es ist alles Definitionssache.

Ich habe mich mal mit ZJ gestritten.

Angenommen jemand belästigt meine Frau. Die einzige Möglichkeit den davon abzubringen ist, ihm eine zu scheuern. Ist das jetzt gut oder böse?

Gut ist es, weil ich meine Frau schütze. Böse ist es weil ich einen Menschen verletze. Aber was ist es im gesamten?

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Kommentar von Maarduck
04.07.2016, 01:03

>Aber was ist es im gesamten?

Das könnte nur deine Frau oder der liebe Gott entscheiden ;-)

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Kommentar von Fantho
04.07.2016, 22:40

Inwiefern belästigen?

Verbale Auseinandersetzung rechtfertigt keine brachiale Lösung....

Und Notwehrsituationen, in denen um Leib und Leben sich dreht, werden anders 'bewertet'...

Gruß Fantho

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Es gibt die Frage "Wie lang ist ein Stock?"

Braucht man einen langen  Stock, ist er zu kurz.

Braucht man einen kurzen Stock, ist er zu lang.

In Wirklichkeit ist der Stock weder kurz noch lang, sondern wird erst durch unsere Bedürfnisse und Wünsche dazu.

Das gleiche gilt für kulturell geprägte Werte des Menschen - sei es nun ein Schönheitsideal, oder das moralische Empfinden. Sie sind von Zeit und Ort abhängig.

Ob mollige Rubensdamen mit üppigen Rundungen, oder Magermodels mit Photoshop-Nachbearbeitung - die Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

So ist es dann eben auch in Fragen der Moral.

Für Westler ist die Vorstellung von Kannibalismus abstoßend. Bei anderen Völkern ist ritueller Kannibalismus dagegen Teil der Kultur.

Absolute Aussagen zu treffen ist eben nicht immer möglich.

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Du kannst bei mir vorbeischauen und ich schlage dir mit einem Hammer auf die Zehen. Ist das gut oder schlecht?

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Kommentar von Fantho
04.07.2016, 22:49

Es wird dann ein Gutes sein, zu wissen, dass Du eine böswillige Tat ausführen könntest...

Gruß Fantho

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Jede Handlung zieht Konsequenzen mit sich. Ob diese Gut oder Böse sind entscheidet immer der Betrachter. 

Wenn man von seinem Umfeld geprägt ist heißt das noch lange nicht, dass man nicht weiß was man tut. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich und kann dieses auch beeinflussen. Somit kann man nicht sagen das Umfeld ist Schuld, sondern jeder kann selbst entscheiden was man tut.

Bei Krankheiten ist das jedoch anders. Da kann man eben nicht mehr selbst entscheiden, deswegen kann man da keine klare Schuldzuweisungen machen.

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das böse ist ein gutes zur falschen zeit und in der falschen qualität und quantität

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Gut und Böse gibt's es nicht nur eine Moral. Aber durch Bosheit hat eine Gesellschaft kein gutes Leben. Man mag es ja selber auch lieber wenn jemand zu einem nett ist.

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Gibt es die Wahrheit? Gibt es die Lüge. Egal was es sein mag.. aus meiner Übersicht, urteilt nur das Ich in uns. aber das urteil, gegen allen urteilen ist auch ein urteil, hiernach gibt es wieder wahr und falsch. also auch gut und böse

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Jip und genau deshalb ist der freie Wille eine Illusion 

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Kommentar von Fantho
04.07.2016, 22:35

Schmarrn!

Gruß Fantho

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