Frage von lokooj, 77

Gibt es überhaupt auf dem Radweg Geschwindigkeitskontrollen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von nadinedreamland, 45

Warum sollte ein Radfahrer auf einen Radweg eine geschwiendigkeitskontrolle haben? Das wäre mir neu

Antwort
von claushilbig, 19

Warum sollte man da kontrollieren?

Die bekannte Beschränkung von 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften gilt nach StVO nur für Kraftfahrzeuge, Fahrräder sind davon gar nicht betroffen.

Und außerhalb geschlossener Ortschaften darf man in der Regel auch schneller, bis zu 100 km/h, das schafft man mit dem Rad sowieso nicht ...

Kommentar von lokooj ,

Scheint ein weit verbreiteter Irrtum zu sein, oder Sie verstehen die Frage nicht richtig.

Wie bei meinem früheren Kommentar an anderer Stelle, weise ich darauf hin, daß die Gescheindigkeit für Fahrradfahrer auf Radwegen laut StVO "angepaßt" sein muß. Das ist mit Sicherheit nicht 50 km/h oder 100 km/h (gehts noch?).

Daher wäre eine Geschwindigkeitskontrolle durchaus sinnvoll z.B. an Wochenenden auf geteilten Fuß-/Radwegen mit deutlichem Fußgängerverkehr. Meine Frage ist, ob es dies in der Praxis überhaupt gibt ?

Kommentar von claushilbig ,

Scheint ein weit verbreiteter Irrtum zu sein

Ich verstehe nicht, wo da ein Irrtum meinerseits vorliegen soll. Die von Ihnen erwähnte von Radfahrern geforderte "angepasste Geschwindigkeit" kann ich in der StVO nur für "Gemeinsame Geh- und Radwege" (Zeichen 240) finden, in Ihrer Frage war aber nur von "Radwegen" (das ist für mich Zeichen 237) die Rede - und dort gilt eben nur, dass sich eventuell zugelassener anderer Verkehr an die Radfahrer anpassen muss. (Durch Angabe des entsprechenden Paragraphen lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren - §3(1) würde mir da aber nicht reichen, da der ja allgemein gilt.)

Aber unabhängig davon:

Wie sollte diese "Geschwindigkeitskontrolle" für eine "angepasste Geschwindigkeit" denn aussehen?

Ich verstehe unter Geschwindigkeitskontrolle so was wie eine Radarfalle - die ist grundsätzlich fest auf die höchste zulässige Geschwindigkeit eingestellt, alles andere ist technisch nicht realisierbar.

"Angepasste" Geschwindigkeit ist aber eben kein fester Wert, das kann sich von Situation zu Situation, von Sekunde zu Sekunde ändern, und ist außerdem immer subjektiv - eine objektive Überprüfung ist m. E. weder technisch noch inhaltlich möglich.

Das ist mit Sicherheit nicht 50 km/h oder 100 km/h (gehts noch?).

Warum sollte 100 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften nicht angepasst sein? Wenn die Situation weithin übersichtlich und kein anderer Mensch weit und breit zu sehen ist (also die Situation so ist, dass auch andere Autos 100 fahren können), und wenn der Straßenbelag des Radweges und die Bremsanlage des Rades das zulassen, kann und darf der Radler auch 100 fahren.

Und genau so (z. B. unter den gerade genannten Bedingungen) kann es durchaus der Situation angepasst sein, auf einem entsprechenden Radweg innerhalb einer geschlossenen Ortschaft 60 zu fahren, warum nicht?

Daher wäre eine Geschwindigkeitskontrolle durchaus sinnvoll z.B. an Wochenenden auf geteilten Fuß-/Radwegen mit deutlichem Fußgängerverkehr.

Natürlich könnte man an bestimmten Stellen, an denen es vielleicht öfters Probleme zwischen Fußgängern und Radler gibt, Polizisten postieren, welche die Geschwindigkeiten der Radler "nach Augenschein" bewerten - aber diese Bewertung ist eben immer subjektiv, ich glaube kaum, dass eine so vage Angabe rechtswirksam für ein Bußgeld herangezogen werden könnte.

Und solange nichts passiert, kann der Radfahrer immer darauf bestehen, dass seine Geschwindigkeit ganz offensichtlich nicht unangepasst war, da ja eben nichts passiert ist. Damit könnte jeder Bußgeldbescheid leicht angefochten werden.

Ich vermute mal, dass sie Fußgänger sind und vielleicht schon des Öfteren Probleme mit (Ihrer Meinung nach) zu schnellen Radler hatten, und kann Ihren Missmut nachvollziehen. Aber wie gesagt, die einzig mögliche Art, diese Geschwindigkeit zu überprüfen, ist m. E. rechtlich sowieso nicht belastbar, wäre daher wirkungslos und somit überflüssig.

Antwort
von Peter501, 54

Welche Geschwindigkeit sollte denn gemessen werden?Laut StVO sind 50Km/h erlaubt und die erreicht kaum ein Radfahrer auf einem Radweg.

Kommentar von lokooj ,

Irrtum.

Laut StVO muß mit angepaßter Geschwindigkeit gefahren werden. Das können auch schon mal 10 km/h sein.

Kommentar von Peter501 ,

Was eine angepasste Geschwindigkeit ist entscheidet doch wohl jeder selbst so lange es keine Begrenzung gibt.

Kommentar von lokooj ,

50 km/h jedenfalls nicht.

Kommentar von claushilbig ,

Das kommt immer auf die Situation an ...

Kommentar von lokooj ,

Was eine angepaßte Geschwindigkeit ist entscheidet nicht jeder selbst, sondern letztlich der Richter im Schadensfall. Mit 50 km/h auf dem Radweg wird man das früher oder später einsehen.

Kommentar von claushilbig ,

Das wird aber eben erst im Schadensfall relevant.

Solange es keinen Schaden (im weitesten Sinne) gibt, war die Geschwindigkeit ganz offensichtlich nicht zu hoch / unangepasst - zumindest aus Sicht des Radlers, der sich der Richter aber anschließen müsste, da es eben keine Belege für unangepasste Geschwindigkeit gibt.

Kommentar von claushilbig ,

Was "angepasste Geschwindigkeit" ist, kann aber durch eine Geschwindigkeitskontrolle niemals überprüft werden, da sich das von Sekunde zu Sekunde verändern kann ...

Kommentar von claushilbig ,

Laut StVO sind 50Km/h erlaubt

Stimmt innerhalb geschlossener Ortschaften - aber nur für Kraftfahrzeuge. Fahrräder sind von dieser Begrenzung nicht mal betroffen, die dürfen im Ort so schnell sie wollen (solange es nicht "unangepasst" ist) ...

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