Frage von BlackSad15, 71

Gibt es psychosomatische Kliniken wo man nebenbei eine Ausbildung machen kann?

Hey, also um direkt mal auf mein Problem aufmerksam zu machen. Bin 21 und seit 4 1/2 Jahren habe ich nicht mehr richtig gearbeitet oder zur Schule gegangen(seit meinem mittlere Reife Abschluss). Ich wurde früher gemobbt und dadurch entstand dann eine starke Sozialphobie, dann kamen noch schlimme Selbstmordgedanken und Zwangsstörungen dazu. Seit dem habe ich immer versucht mich Situationen auszusetzen in denen ich mich unwohl fühle, dass hat auch grösstenteils gut geklappt, die Zwänge und Selbstmordgedanken bin ich eigentlich komplett los. Die meisten denken bestimmt dass das wenig für die Zeit ist, aber es war echt schwer. Nun zu meinem Problem, in ein paar Wochen geht die Berufsschule los und ich habe total panik und die Zwänge und Selbstmordgedanken kommen auch zum Teil wieder. Falls ich die Schule nicht packen sollte (spreche aus Erfahrung, habe 2x eine Schule abgebrochen) muss ich eine andere Möglichkeit finden wieder einen normalen Alltag zu führen. Ich denke ein Klinik aufenthalt wird dann schon notwendig sein, aber gibt es nicht vielleicht Kliniken wo man nebenbei eine Ausbildung oä machen kann? Mir geht es im Moment wieder ziemlich schlecht, mir ist teils egal obich lebe oder sterbe usw (hört sich vielleicht lächerlich an aber das ist echt ein beschissenes Gefühl) Vielleicht weiss ja jmd weiter. Sry für den riesen Text. Gruß

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von superkeks888, 33

Hallo. Ich kann nur zu deinen Erfolgen gratulieren, dass du dich so hoch gekämpft hast! Ich weiß selbst wie sich so etwas anfühlt. Darauf kannst du stolz sein. Ich war auch in stationärer Behandlung. Ich würde es dir schon empfehlen. Mir hat es sehr geholfen. Es gibt ja auch Tageskliniken. Selbst wenn es nicht möglich ist (und das würde ich spontan von meinem wissen her sagen) würde ich es an deiner Stelle machen. Arbeite erstmal an dir selber. Und dann kannst du dich vollkommen auf deine Ausbildung konzentrieren. Wenn du den Wunsch hast, nochmal die Schule zu besuchen, kannst du dich ja da auch anmelden und die stationäre Klinik würde ja, wenn etwas wäre immer da sein. Allerdings würde es mit der Einweisung und Schulbeginn knapp werden. Bei sind damals von Ameldegespräch und Einweisung gerade mal drei Wochen vergangen. Da mussten andere länger auf ihren Platz warten. Deswegen würde ich sagen, melde dich an und hoffe das du schnell einen Platz bekommst.

Hast du es schon mit ambulanter Psychotheraphie versucht? Dein Psychologe kann dir dabei helfen, schneller einen Platz zu bekommen und gerade am Anfang kann er mit dir über deine Ängste reden (und das sie völlig unbegründet sein können). Das folgende mag total blöd klingen, aber lass es einfach auf dich zukommen. Ja ich weiß... Aber ich hatte manchmal bzw oft schon solche Ängste gehabt, im nachhinein unbegründet. Ich mache mir selbst immer zu viele Gedanken, was passieren könnte usw.. Aber das kann man in deinem Fall auch nicht so einfach sagen, ich weiß.
Mach dir eine Liste und schreib auf was für schlimme Sachen passieren könnten. Und schreib dann auch wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, das es eintrifft und wie du es evtl. vorbeugen könntest
Bsp: die schulische Leistung nicht schaffen - je nach schwierigkeit des Faches und die kompetenz der Lehrer - von Anfang an im Unterricht mitmachen und rechtzeitig lernen.

Nur so als Beispiel. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Ich hoffe das ich dir wenigstens etwas helfen konnte!

Kommentar von BlackSad15 ,

Hallo, vielen dank erstmal für die Antwort. Ja nur leider habe ich noch so viele schwierigkeiten und mich stört das schon ziemlich dass ich einige Sachen nicht so schaffe wie andere. Meine Psychologin hat mir damals auch öfters empfohlem in eine stationäre Behandlung zu gehen aber ich wollte es immer alleine schaffen, nun bereue ich dass ich ihr Angebot nicht angenommen habe. Genau Tagesklinik hatte sie auch mal erwähnt, aber dann geht bestimmt nur eins, entweder Tagesklinik oder Schule ?

Ich bin mir so unsicher ob ich das schaffe mit der Schule, ich hab so eine Panik immer wenn ich dran denke fang ich an zu weinen. Aber ich möchte auch endlich mal vorran kommen und eine Ausbildung braucht man ja heutzutage einfach. Dann habe ich noch total Angst wenn ich die Schule nicht schaffe dass ich mir meine Zukunft kaputt mache und als Harz4 er ende. So eine Liste mach ich mir immer im Kopf, ich sage mir was passieren kann und ob das wirklich passieren kann, aber mir geht es sofort danach wieder schlecht.

Die schulische Leistung oder die Lehrer sind nicht mal das Problem, ich weiss auch nicht genau woran es liegt, ich hatte das schon früher als kleines Kind in der Grundschule und es ist nie ganz weg gegangen und dann das mobbing hat das alles erst so schlimm gemacht. Ich weiß einfach nicht mehr weiter und habe so ein starken innerlichen druck.

Aber vielen dank noch mal für die Hilfe und ich werde mit meiner Psychologin noch mal über eine Klinik sprechen, ich erinnere mich auch daran dass sie sagte sie kennt die Leute dort und fährt öfter da hin um Patienten zu besuchen und die kann bei der Aufnahme bestimmt was machen.

Kommentar von superkeks888 ,

Ich bin froh, dass ich dir etwas helfen konnte! Was sagt bzw wie hilft dir deine Familie bei all dem?
Ja dann würde ich es wirklich mit deiner Psychologin bereden. Vielleicht solltest du dich wirklich erstmal auf dich konzentrieren. 21 Jahre ist jetzt noch nicht die Welt. Lieber die Ausbildung jetzt verschieben anstatt dich zu übernehmen und in drei Jahren noch da stehen, wo du jetzt stehst. Aber wie gesagt, berede das alles mit deiner Psychologin.
Und solche Fehler können passieren. Meine Eltern haben mich damals dazu gezwungen. Man kann so etwas leider nicht alleine schaffen. Das geht nicht, von daher ist es nicht schlimm.
Mir hat die Zeit dort wirklich geholfen. Es braucht Zeit, aber danach kann man besser in die Zukunft starten.
Schade, dass es mit der Liste nicht klappt. Meine Psychologin hat mir auch mal eine langzeit Therapie empfohlen um auf den Ursprung meiner Ängste zu gelangen und dagegen mich zu therapieren. Vielleicht wäre das etwas nach deinem stationären Aufenthalt.

Darf ich Fragen, was für eine Ausbildung du machst? Machst du sie auch weil du eine machen musst oder weil du sie machen willst aus Spaß? Denn wenn du etwas machen musst, bringt es ja nichts und die Ängste sind da noch größer. Bei dem Spaß solltest du es locker angehen (es klingt so blöd wenn ich es sage, ich weiß. Ich meine es mehr, dass ich mir auch immer zu viel den Kopf zerbreche, wegen die Sachen, die nicht sein müssen) und dann wird es meistens schon. Und in dem Alter ist mobben eigentlich nicht mehr. Und wenn können dir diese Affen die du mal in der Berufsschule siehst, egal sein. Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Glück und viel Erfolg!!

Kommentar von BlackSad15 ,

Meine Familie ist sehr verständnisvoll und hilfsbereit und die unterstützden mich egal wie ich mich entscheide. Habe es heute bei meiner Psychologin mal angesprochen, sie war erstmal überrascht dass es doch noch so schlimm ist, aber haben uns dann so geeinigt dass ich erstmal ein paar Tage zu der Schule gehe und dann merke es geht nicht gucken wir weiter, und als nächstes käme dann Klinik. Sie sagte die Wartezeiten sind aber 3/4-halbes Jahr. Ja habe jetzt auch gemerkt dass ich alleine einfach nicht packe. Ich hoffe dass für den Fall die Klinik wirklich hilft, nicht dass ich dann später am selben Punkt stehe wie jetzt und alles nur aufgeschoben hab. Ist langzeit Therapie nicht ein normaler Besuch bei der Psychologin? ansonsten wäre das ne Überlegung wert.

Ich gehe auf eine Berufsschule und mache Fachabi im Bereich Grafikdesign (da ich dort auch 8 Wochen Praktikum mache hab ich dann hinterher auch die abgeschlossene Ausbildung in dem Bereich)

Ein bisschen von beidem, es ist genau der Bereich in den ich wollte. Heut zu tage braucht man ja sowieso eine Ausbildung.

Ja deshalb hab ich letztes Jahr abgebrochen, das war dann meher weil ich es machen müsste und das hätte keinen Sinn gemacht mit den Ängsten.

Stimmt das sagen alle so einfach, höre immer wieder "geh doch einfach hin und zieh es durch" . Aber so einfach ist das nun mal nicht und vielleicht liegts auch daran dass das direkt von 0 auf 100 wäre, direkt in so ein Berufsschulalltag mit so viel Druck einzusteigen. Ich bezweifle auch das auf Berufsschulen gemobbt wird, da macht ja jeder eigl sein Ding.

Vielen dank dir!

Kommentar von superkeks888 ,

Ich habe auch FOS gemacht, deswegen wundert mich deine
Richtung etwas. Bei mir war es auf einer weiterführenden Schule. Im ersten Jahr hat man alle zwei Wochen Praktikum und alle zwei Wochen Schule (auf anderen Schulen ist es wieder anders). Und im zweiten Jahr hat man dann den ganzen Prüfungsrelevanten Stoff und dann hat man sein Fachabitur. Das kann natürlich auch am Bundesland liegen... Ich verstehe diese Richtung an sich nicht, dass
man nach nur zwei Jahren Fachabi UND eine Ausbildung hat mit gerade mal zwei Wochen Praktikum. Müsste es nicht mehr Praktikum sein mit einer Zeit von drei Jahren?

Da hast du ja Glück mit deiner Familie :) Zu wissen, dass jemand da ist, ist Gold wert.Blöd das es so lange Wartetermine sind. Soweit ich weiß wird die Wartezeit kürzer wenn du schlimme Gedanken hast und deine Situation schlimmer ist als andere. Ja das ist schon Langzeittherapie, ich meine aber etwas anderes. Ich weiß nicht mehr wie es heißt. Es geht aber länger als eine normale Therapie und man analysiert woher die Ängste kommen bzw fängt vom Kindesalter an zu schauen, was passiert ist, weswegen man heute so ist.


Ich denke die Eingewöhnungszeit wird schwer. Aber wenn es dir spaßt macht, ist es doch viel Wert. Du bist ja von Menschen umgeben, denen es auch gefällt.






Kommentar von superkeks888 ,

Nur so als Zusatzinformation: Mir geht es jetzt stabil. Klar
habe ich auch meine schlechten Phasen, aber hauptsächlich weil ich mit meinem Leben hier unzufrieden bin (noch nie einen Freund gehabt, an sich wenig/keine Freunde, keine Sachen die man mit 19 macht.. all das, wenn du verstehst).  Ich wollte aber nach meinem Fachabi schon immer ins Ausland. Ich gehe in drei Wochen nach Neuseeland. Ich hoffe das ich in der Zeit mich weiterentwickle und all das nachhole, was ich hier verpasst habe.

Kommentar von BlackSad15 ,

Also das sind 3 Jahre Schule und im zweiten Jahr hat man 8 Wochen Praktikum.

Ja das tut echt gut wenn die Familie einen so unterstützt, da bin ich auch wirklich dankbar. Also die Pschologin sagte dass jmd der schwer geferdet ist sich etwas anzutun auch sofort in eine Klinik kommt, aber ich denke so krass ist das bei mir nicht ganz, klar ich habe den ganzen Tag über Selbstmordgedanken und stelle mir oft vor wenn ich ein Messer in der Hand habe dass ich mir die Pulzadern aufschneide aber ich weiss nicht ob ich das jemals machen würde.

Ich hab bei meiner Psychologin leider nur noch eine Stunde dann sind alle vorbei und wir können keine neuen beantragen, dann müssen wir das entweder selbst zahlen oder ich muss zu nem Erwachsenen Psychiater, weil ich ja noch minderjährig war seit ich zu meiner jetzigen gegangen bin. Also das muss echt was sein dass tiefer sitzt, als Kind hab ich schon immer geheult weil ich nicht zum Kindergarten wollte, dann bei Grundschule das selbe (teilweise sogar geschwänzt) dann in der Realschule wurde ich gemobbt und dass hat das alles noch mal ziemlich verschlimmert und verfestigt.

Ja das wird wirklich schwer, vielleicht sogar das schwerste was ich in meinem Leben bis jetzt überwinden musste (ich weiss hört sich vllt etwas komisch an). Bin mir aber trotzdem echt unsicher ob ich das schaffe, aber ich habe mir gesagt dass ich wenigstens erstmal hin gehe und dann gucke.

Freunde hab und hatte ich auch nicht und alles was man als Jugendlicher normalerweise macht habe ich auch nicht gemacht aber in meinem Umfeld hier fühle ich mich wenigstens wohl, wegen meiner Familie halt. Na das hört sich doch echt toll an, nach Neuseeland würd ich auch wohl gerne mal. Da erlebst du bestimmt einiges und kannst auch vieles nachholen wenn nicht sogar noch mehr. Ich wünsche dir dann dort auf jeden Fall auch viel Glück und Spaß!

Kommentar von superkeks888 ,

Okay na das ist doch super wenn du Ausbildung und Fachabi gleichzeitig machen kannst.
Das mit deinem Psychologen ist zwar doof, vor allem wenn du gut mit ihr auskamst, aber ich würde an deiner Stelle sofort eine neue Therapie beantragen.
Du müsstest ja theoretisch ein Aufnahmegespräch haben und da würde ich alles sagen was dir zu schaffen macht und nichts verschönern. Im Gegenteil.
Du hast viel durchgemacht und ich würde und könnte dich nie verurteilen. Ich hatte schon richtig schlimme Ängste wegen Sachen, die eigentlich quatsch sind bzw waren. Damals haben sie mich absolut Verzweifelt.
Schön, dass du aber selber sagst, dass du es versuchen möchtest. Das ist schon mal viel Wert.
Gut zu wissen, dass es auch jemanden gibt der so viel durchmachen musste.
Vielen Dank! Ich hoffe du wirst es auch nachholen können und mehr!

Kommentar von BlackSad15 ,

Schon aber ich weiß wie gesagt nicht ob ich es schaffe, fühle mich so als würde ich noch keinen Schulalltag packen. Dann habe ich auch riesige Angst weil ich mir denke wenn ich sie jetzt nicht durchziehe muss ich es irgendwann anders machen. Meine Mutter sagte zwar irgendwann fällt es mir dann aber bestimmt leichter als jetzt wenn ich weiter an mir gearbeitet habe aber mache mir trotzdem viele Gedanken. Ich kann auch einfach nicht glücklich sein, das letzte mal wirklich glücklich war ich vllt vor 5-10 Jahren und das macht einem auch schon echt zu schaffen. Dazu kommt noch dass ich auch eine leichte aber relativ hartnäckige Zwangsstörung habe.

Ja das ist echt schade, werde aber nach der letzten Stunde bei ihr sofort eine neue Therapie beginnen.

Also was Psychologen usw angeht bin ich sowieso imme eigentlich ziemlicher ehrlich und erzähle alles was so los ist. Vor allem bei der Klinik würd ich das machen, nur so können die mir dort ja helfen.

Allerdings es war nicht leicht. Das kenne ich aber für einen selber sind die Ängste nun mal so da und außen stehende wissen nicht wie das ist und verstehen einen einfach nicht. Meine Ängste lassen mich auch noch verzweifeln, dann vergleiche ich mich noch oft mit anderen Leuten und ärgere mich dass ich das alles nicht so schaffe. 

Am liebsten würde ich garnicht zu der Schule gehen aber habe gesagt dass ich dieses Mal wenigstens eine Woche versuche, auch wenn es das schwerste was ich bis jetzt in meinem Leben tun musste wird. Das stimmt, tut echt gut zu wissen dass man nicht der einzige ist. Danke das hoffe ich auch, aber darauf arbeite ich hin und irgendwann klappt das auch. Und danke noch mal für die Hilfe.

Kommentar von superkeks888 ,

Aber eine Woche zu setzten ist doch schon mal ein Ziel. Ich habe mir in der Schulzeit auch immer kleine Ziele (und Belohnungen) gesetzt um durch die Schuljahre zu kommen. Wenn ich an mein 8. Klasse-Ich denke, kann ich es kaum fassen, dass es endlich vorbei ist. Und wer weiß. Vielleicht kannst du ja mit jemanden dort eine Freundschaft aufbauen. Und denk dran: Wenn es andere schaffen, kannst du es auch! Das versuche ich mir gelegentlich zu sagen.
Und glücklich ist so ein großes Wort. Allein weil ich generell unzufrieden bin, werde ich es nie werden, aber zufriedener mit dem was ich habe! ;) Lass es langsam angehen.

Nur die bei mir das Aufnahmegespräch geführt hat, war so eine Hexe. Sie hat zu meinen Problemen gesagt, das es doch nicht so schlimm sei und wird doch wieder. Zu meinem extremen Untergewicht meinte sie nur das alles noch im grünen Bereich sei und viele sich Wünschen so dünn zu sein. Ich habe bei dem Gespräch so geweint (wie viele andere auch) und war echt fertig. Hat aber doch nur drei Wochen gedauert, bis ich eingeliefert wurden bin. Kann ja bei dir anders sein, nur damit du wenigstens darauf vorbeireitet bist.

Bei mir kommt dazu das ich so krass unzufrieden mit meinem äußeren bin. Ich denke mir dann, das ich nicht so viel soaß haben darf, wie andere. Und habe kein Selbstbewusstsein...

Ja lass alles Schritt für Schritt kommen. Gerne kein Problem! Wie gesagt, es ist schön sich auszutauschen :)
Wenn du weiter an dir arbeitest und es willst, kann es wirklich werden. Das mit dem wollen meine ich so, dass ich irgendwann auch nicht großartig nachgedacht habe (eine Eigenschaft die ich leider verlernt habe) und einfach gemacht habe. Ich dachte mir z.B "Ich will diesen Abschluss" also habe ich einfach die Schule besucht, auch wenn es schlimm war. Denn sobald man aus der Schule raus ist (und das erkennt man leider erst dann) sind die anderen einem soo egal.

Kommentar von BlackSad15 ,

Ja genau wenn ich das schaffe wäre schon ein extremer Fortschritt. Ich kann gar nicht daran denken dass ich die Schule durchziehen muss und es keinen anderen Weg gibt weil sonst kommen halt wie gesagt diese Gedanken und alles. Das hab ich übrigens nicht nur bei der Schule (da ist es aber am schlimmsten). Habe das eigentlich bei allem was ich so im Alltag mache. Wenn ich zum Beispiel ins Kino oä gehe ( falls wer fragt ob ich Lust hätte) habe ich vorher auch so Ängsten nur halt nicht so extrem. Das versuche ich aber andere haben halt auch nicht solche Probleme und psychische Störungen. Wäre froh wenn ich wenigstens zufrieden wäre. Will aber noch dazu sagen dass wenn ich die Schule nicht mache, gehe ich arbeiten (Nebenjob oder sowas) damit ich was mache und unter Leuten bin und trotzdem an meinen Problemen arbeite. Aber Nebenjob wäre nicht wie Schule sofort von 0 auf 100. Und meine Oma braucht mich eigentlich noch, sie muss viel herum gefahren werden, zum Arzt usw. Vielleicht muss ich dann erst einmal weiter für Sie da sein.

Das ist ja echt blöd, dann hoffe ich dass falls ich auch in eine Klinik gehe, dass es bei mir anders läuft.

Ist bei mir nicht anders. Ich trainiere zwar viel und bin sportlich aber bin trotzdem mit meinem Aussehen unzufrieden. Selbstbewusstsein habe ich aber auch eigentlich nicht.

Genau. Auf jedenfall, gibt ja genug Leute die einen nicht verstehen. Ja so ne Eigenschaft habe ich auch nicht. Das stimmt aber vielleicht ist das garnicht schlecht, man soll ja nicht drauf hören was die anderen sagen. Familie, Freunde und man selbst sind am wichtigsten.

Kommentar von superkeks888 ,

Wenn du die Klinik gemeistert hast, bin ich sehr optimistisch, dass du z.B. ins Kino gehen kannst ohne Angs zu haben. Ängste werden so therapiert, dass man sie überwinden muss. Immer und immer wieder. Natürlich hat man auf einmal viel Angst, aber wenn man das geschafft hat, keine mehr.
Aber du solltest es nicht abbrechen und dir einreden "meine Oma braucht mich". Es gibt sicher einige Omas die das selbe Problem haben, aber da müssen die Enkel auch nicht extra ihre Ausbildung abbrechen um sie mal zum Arzt zu fahren. Das ist zu viel verlangt, immerhin musst du auch an deine Zukunft denken und es gibt da andere Möglichkeiten.

Ja, vielleicht erstmal ein Nebenjob und dann in die Klinik kommen.. Das klingt nach einem Weg. Das Problem ist, dass du Ausbildung und Klinik wohl nie zur selben Zeit haben wirst. Vielleicht eher zum Ende deiner Klinikzeit (und damit am anfang deiner Ausbildungszeit). Und da wirst du immer noch Ängste haben. Wie groß die dann sein werden kann ich nicht einmal vermuten (geringer als jetzt oder doch genauso groß). Ich hoffe geringer, da du ja auf ganz neue Menschen triffst.

Ja die Frau habe ich zum Glück nie wieder gesehen.

Genau! Man sollte sich auf die Menschen konzentrieren die man mag und einen verstehen.

Kommentar von BlackSad15 ,

Ok gut. Ja ich sage ja nicht dass ich das wegen meiner Oma abbrechen würde. Meine Oma würde ja auch wollen das ich an meine Zukunft denke.

Ja das wäre dann so mein Plan. Das stimmt schon, Tagesklinik ist glaub ich von 8-17 Uhr. Aber ich kann mir auch wohl vorstellen dass es danach wenigstens etwas besser ist, da wird einem ja geholfen von Leuten die sich damit auskennen.

So siehts aus!

Kommentar von superkeks888 ,

Da hättest du ja kaum Therapie bzw gar keine bzw würden die Therapeuten verlangen das du dich zwischen Ausbildung und Klinikaufenthalt entscheidest.
Ja es braucht nur Zeit und viel Überwindung.

Na dann :)

Antwort
von EinNarr, 28

Das du bist hier hin so viel Willen zeigst, kannst du dir selbst hoch anrechnen.

Eine Klinik zu besuchen und nebenbei eine Ausbildung machen wird vom Zeitmanagement her nicht möglich sein. Selbst bei einem teil-stationären Konzept, wie der Tagesklinik, ist es nicht möglich nebenher eine Ausbildung zu absolvieren. Wenn du eine Klinik besuchst, dann wirst du in diesem Zeitraum zeitlich so eingebunden sein, dass eine Ausbildung aussetzen muss respektive, du diese nicht aufnehmen kannst.

Möglich wäre es jedoch eine ambulante Therapie zu machen. Dort hättest du dann deine regelmäßigen Termine, die sich zeitlich an deine Arbeitszeiten anpassen lassen - beispielsweise finden diese dann am Nachmittag statt. Bei einer ambulanten Therapie hat man für gewöhnlich einen, maximal zwei Termine die Woche. Unabhängig davon, wie nun deine zukünftigen Pläne aussehen, glaube ich das ein Therapeut, im Zuge einer ambulanten Therapie, ein guter Weg wäre. So hättest du über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit, das Gespräch zu suchen und hast regelmäßig jemanden an der Seite, für den Fall, dass du ein Tief durchlebst.

Eine sehr hilfreiche Suchmaschine für Therapeuten verlinke ich dir an der Stelle einmal:

https://www.therapie.de/psyche/info/

Über diese Seite findest du recht komfortabel Therapeuten in deinem Umfeld und kannst dich bei diesen melden. Bei Fragen zu der Therapiesuche, welche Mittel und Wege es abseits dessen gibt, kannst du dich gerne bei mir melden - entweder über eine Freundschaftsanfrage oder über einen Kommentar.

Natürlich bleibt zu hoffen, dass du die Ausbildung durchstehst und sich die anfänglichen Ängste mit der Gewöhnung an das Umfeld wieder legen. Bevor wir aber nochmal einen Blick auf Mögliche Hilfsmittel werfen, gibt es neue eine Alternative für den Fall, dass du die Ausbildung nicht absolvieren kannst.

Über die Agentur für Arbeit kann man eine "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben" beantragen - nötige Informationen kann man sich direkt vor Ort einholen. Das ist eine Rehabilitation und ist, je nach Leistung, zugeschnitten auf Jugendliche mit psychischen Erkrankungen/Einschränkungen. Über einen Bildungsträger macht man dann eine Maßnahme, es ist eine Art Erprobung, um dich an den Arbeitsalltag zu gewöhnen und weiter zu stabilisieren. Das alles verläuft im Kontext von psychologischer Unterstützung, einer Sozialberatung und geschultem Personal. Auch werden dort die Vorbereitungen getroffen, für einen Einstieg in eine Ausbildung. 

Du kannst dich da bei der Agentur für Arbeit informieren und dich beraten lassen. Es ist zu Beginn mit ein wenig Bürokratie verbunden aber ist der Antrag erst einmal gestellt, bist du auf der sicheren Seite.

Im Anschluss hast du, je nach der Einschätzung deiner Rehaberatung (die Person, die die Zuständigkeit für "deinen Fall" hat), die Möglichkeit auch eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk (BBW) zu absolvieren. Das sind Ausbildungseinrichtungen, die Ausbildungen anbieten mit zusätzlichen Leistungen. Es gibt zum Beispiels BBWs die explizit nur Menschen mit psychischen Erkrankungen/Einschränkungen ausbilden. Der Unterschied zu einer "normalen Ausbildung" besteht im Hilferahmen - beispielsweise das auch dort ein Psychologe direkt vor Ort ist. An und für sich, inhaltlich wie auch vom Abschluss her, unterscheidet sich die Ausbildung sonst in keinster Weise, von der "normalen".

Ich denke du hast, allein aufgrund deines bisherigen Werdegangs, eine gute Chance diese Leistungen in Anspruch zu nehmen. 

Wichtig ist - Du brauchst dich für all das weder schämen noch dich schlecht fühlen. Schwere psychische Erkrankungen sind belastend und stark einschränkend. Dafür kannst du aber rein gar nichts. Das macht dich weder zu einem Menschen zweiter Klasse oder etwas ähnliches. Ich habe Menschen kennengelernt, die beispielsweise in solch einem BBW ihre Ausbildung gemacht haben und das sind unfassbar kluge Köpfe, sympathische Menschen, denen das Leben nur übel mitgespielt hat. 

Vergesse das an der Stelle nicht.

Bis dahin, ist aber auch noch Zeit und vielleicht wirst du all das auch nie brauchen weil es doch klappt und daran solltest du dich vorerst halten. Die Berufsschule, du schreibst es bereits, beginnt erst in ein paar Wochen. Versuche die Zeit bis dahin zu nutzen um dich zu beruhigen und dir ein Gefühl zu geben.

Das kann bei neuer Kleidung beginnen, die dir ein besseres Gefühl verschafft weil du dich in ihr wohl fühlst. Das können ruhige Serienabende sein, die dich auf andere Gedanken bringen oder auch Vorbereitung.

Ordner, Blöcke, eine brauchbare Tasche - für die Berufsschule wirst du das brauchen und vielleicht beruhigt es dich schon ein wenig zu wissen, dass du für deinen ersten Tag gewappnet bist. Selbiges gilt für den Fahrtweg et cetera. Die soziale Komponente lässt sich schwer vorhersehen oder verändern aber du kannst nahezu alles andere vorbereiten und dir damit ein Gefühl der Sicherheit verschaffen.

Würde man dies zusammen nehmen, würdest du in Kleidung, in der du dich wohl fühlst, von Grund auf vorbereitet und abgesichert in deinen ersten Tag starten. Ein gute Kombination aus Vorbereitung und Entspannung in den kommenden Wochen wäre ein guter Schritt.

Weiterhin kannst du diese Zeit auch nutzen, um einen Therapeuten zu finden beziehungsweise die ersten Wege zu gehen. Selbst wenn sich bis zum Beginn noch nichts festes ergeben hast, hast du so aber schon die ersten Schritte gemacht und kannst dir ruhigen Gewissens sagen - "Es geht voran."

Voran wird es auch ganz sicher gehen, egal was nun passiert oder eben nicht passiert. Es gibt viele Mittel und Wege, um in das Berufsleben einzusteigen. Nutze, sofern es passt, deine Optionen und schöpfe die Möglichkeiten aus, die dir zustehen. 

Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft und hoffe sehr, dass du deinen Weg machen wirst.

Liebe Grüße.

Kommentar von BlackSad15 ,

Also erst mal vielen dank für die hilfreiche Antwort.

Das dachte ich mir schon dass es zeitlich bestimmt schwer bzw nicht möglich ist beides zu machen. Das mit der Ambulanten Therapie hört sich ganz gut an finde ich, das gucke ich mir dann mal den Link genauer an.

Ich hoffe auch dass es klappt, bei der Schule war ich schon zwei mal angemeldet aber musste immer wieder absspringen weil ich noch nicht so weit war, aber die waren immer sehr verständnisvoll. Das Gefühl ist etwas besser geworden aber ich bin mir noch sehr unsicher ob ich das packe, klar ich habe 4 Jahre lang keinen normalen Alltag geführt aber dieses Gefühl ist mehr und auch nicht nur ein bisschen Nervosität vor einer neuen Schule. Ich habe total Angst falls ich das wieder nicht packe dass ich mir meine ganze Zukunft versaue. Habe ne Aufnahmeprüfung usw gemacht und es ist ein kreativer Bereich was auch eigl meine Richtung ist. Aber der Gedanke was wenn das nicht klappt ist trotzdem da.

Ich versuche im Moment einfach nicht an die Schule zu denken, weil es mir sonst total schlecht geht und ich fange an zu weinen. Ich kann mir auch gut vorstellen dass es leichter wäre wenn ich langsam anfangen würde, also vielleicht erst wenige stunden irgendwo etwas mache und dass dann immer weiter steiger bis ich richtig drin bin.

Vielen dank noch mal für die hilfe und ich hoffe dass es bald alles irgendwie klappt.

Liebe Grüße zurück.

Kommentar von EinNarr ,

Falls sich für eine ambulante Therapie noch Fragen ergeben, auch im späteren Verlauf, kannst du mich gerne kontaktieren. Es gibt auch noch die Möglichkeit über die Krankenkasse sich vermitteln zu lassen und über einen "Umweg" auch über die Krankenkasse an einen Therapeuten besuchen zu können, der eigentlich nur Privatversicherte nimmt et cetera. Im Profil findest du für den Falle eine Mail Adresse und die Funktion eine Freundschaftanfrage zu senden - fühle dich frei, dies in Anspruch zu nehmen, sofern sich da Schwierigkeiten oder Fragen ergeben sollten.

"Ich habe total Angst falls ich das wieder nicht packe dass ich mir meine ganze Zukunft versaue."

Die Angst kann ich dir nicht nehmen, nur versichern, dass du dir nicht deine gesamte Zukunft verbauen wirst. Man kann über die konfuse Bürokratie und manche Handhabungen in Deutschland sich umfassend beklagen und wird dabei im Recht sein, gerade aber das Angebot und die Unterstützungen bei psychischen Erkrankungen sind exzellent - man muss nur wissen, dass es sie gibt und sie im Zweifel auch beanspruchen. 

Lasse die Schule erst einmal auf dich zukommen. Vorerst lässt sich an dem Umstand relativ wenig ändern und abgesehen von einer gewissen Vorbereitung und Ablenkung ist der Handlungsspielraum begrenzt. Unabhängig vom Ausgang musst du allerdings, das versichere ich dir, keine Angst haben vor einem irreparable geschädigten Scherbenhaufen zu stehen - das wird nicht passieren. Insbesondere im Hinblick auf dein Alter, auch wenn man das selten gerne hört, hast du noch viele Optionen offen und bist bei weitem noch nicht an einem Punkt, wo "Hinschmeißen" schon in die engere Auswahl geraten müsste. 

Das hat nebenbei nichts damit zu tun, dass ich damit deine Probleme oder deine Gefühle relativieren will, nur das dein Alter es dir erlaubt, noch nicht in Panik geraten zu müssen. Angenommen du hättest Abitur gemacht, hättest ein oder zwei Ehrenrunden in deiner schulischen Laufbahn gedreht, dann wärst du jetzt ebenfalls erst vor Kurzem aus der Schule raus. Aus der Perspektive gesehen ist also noch nicht aller Tage Abend. 

"Ich kann mir auch gut vorstellen dass es leichter wäre wenn ich langsam anfangen würde, also vielleicht erst wenige stunden irgendwo etwas mache und dass dann immer weiter steiger bis ich richtig drin bin."

Das wäre ungefähr das Konzept einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB), die man über die "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben" machen kann. Dies ist eben eine Ausweichmöglichkeit, für den Fall, das dir die reguläre Ausbildung aktuell über den Kopf steigen sollte. Dort lassen sich die Stundenzahlen nach unten korrigieren und langsam steigern, um eine Gewöhnung und Stabilisierung herbeizuführen. 

Für den Fall der Fälle steht dir diese Option also offen.

Ich denke deine aktuellen Voraussetzungen und gerade dein Wille etwas zu Verändern sind eine wirklich gute Grundlage, um auf die Beine zu kommen. Auch das du weißt, dass dir insbesondere der kreative Aspekt liegt, ist eine gute Voraussetzung - du weißt also wohin du möchtest und die Aufnahmeprüfung zeigt: Du kannst es und sicher noch viel mehr als das.

Liebe Grüße.

Nachtrag: Ich sehe gerade das ein Teil des ersten Absatz sich erledigt hat, ich belasse es jetzt aber bei diesem - ein Umschreiben würde sich nicht lohnen.

Kommentar von BlackSad15 ,

Also eine Psychologin hab ich schon seit einigen Jahren und die könnte da bestimmt was machen wenn ich in eine Klinik möchte, sie hat es mir auch damals öfter angeboten aber ich wollte es immer alleine schaffen, das war wohl ein Fehler.

Ja das stimmt da wurde mir auch oft gesagt das die Unterstützungen bei psychischen Erkrankungen hier echt gut sind.

Ja also werde erstmal hin gehen und wenn ich dann wirklich merke dass ich das nicht schaffe rede ich noch mal mit meiner Psychologin. Aber habe auch Angst das falls ich dann doch noch irgendwann noch mal zu der Schule will dass die sagen die wollen mich da nicht mehr.

Ok gut so kann man das auch sehen.

Ach genau das hab ich auch schon mal gehört. Das wäre dann also auch eine Möglichkeit.

In welche Richtung ich will weiß ich, nur bei der Umsetzung gibt's halt Probleme. Ach ich weiß einfach nicht weiter und mir ist wie gesagt egal ob ich sterbe oder lebe weil sich so ne Angst und Druck aufbaut.

Naja vielen Dank noch mal für die Hilfe und liebe Grüße zurück 

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