Gibt es psychische Erkrankungen die durch unser vorhandenes böses Wirtschaftssystem zustande kommen?

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3 Antworten

Es ist durch viele Studien belegt, dass erhöhter Arbeitsstress und (Langzeit-)Arbeitslosigkeit zu erhöhten Krankheitsraten führen. Was eine Änderung des Wirtschaftssystems angeht, so wird darum schon seit Jahrzehnten (und in gewisser Weise schon seit Jahrhunderten) darum gerungen und gekämpft.
Du kannst dich politisch engagieren oder versuchen, deine Energie (und ein Teil deines Geldes) in Projekte zu geben, hinter denen du stehen kannst.

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Wenn man einen Hammer erfindet, erfindet man natürlich auch die Möglichkeit, dass man sich damit auf die Finger haut. Kein Mensch würde dann auf die Idee kommen, den Hammer "böse" zu nennen, wie Du es von vornherein mit dem Wirtschaftssystem tust. Ob man sich mit dem Hammer auf die Finger haut, hängt halt immer noch vom Umgang des Menschen mit dem selbstgeschaffenen Instrument ab. Du kannst es drehen und wenden wie Du willst, das Wirtschaften der Menschen miteinander und auch noch in diesen Massen (in Deutschland allein 81 Millionen) kann immer irgendwie als "System" herausgefiltert werden. Dieses "System" ist immer geprägt vom Wechselspiel der technischen und finanziellen Möglichkeiten in Abgleich mit den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen. So verlangt kein Smartphone von Menschen, dass sie es ständig vor die Nase halten und sich selbst beim Überqueren der Straße gefährden. Es sind die Menschen, die sich einer neu-möglichen Gier hingeben. Und wenn ihnen das Leben langweilig vorkommt, wenn nicht ohne Ende ihr Phone aktiv ist, nebenbei noch der TV läuft mit überlauten Werbespots, kurz geschnitten und sie gleichzeitig noch eine mathematische Aufgabe zu lösen suchen, dann ist Burnout halt programmiert. Das ist aber dann das Problem von Menschen, die sich ihren eigenen Werkzeugen ausliefern und die Kontrolle darüber aufgegeben haben. Dann ist der Hammer moralisch verwerflich, weil er den Menschen dazu drängt, sich auf die Finger zu hauen statt auf den Nagel.

Lösung? Mit Blick in die Historie sehe ich, dass sich die Menschen immer als ziemlich unfähig erwiesen haben, gleichermaßen mit den aktuellen Instrumenten ihres Zusammenlebens umzugehen. Es gibt immer wieder Menschen, die so in sich ruhen, dass sie immer Instrumente aus eigener Selbstbestimmung heraus handhaben. Es gibt aber sehr viele, die große Probleme haben, sich selbst als Person durchzusetzen.

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Kommentar von berkersheim
19.10.2016, 20:26

Ich habe mein Handy früher immer nur angemacht, wenn ich es nutzen wollte oder verabredet war (z.B. auf Geschäftsreisen), dass ich erreichbar war. Abends nach Feierabend wurde das Ding ausgeschaltet. Mir ist dabei immer eine witzige Begegnung im Gedächtnis: Als ich in Hamburg nach Erledigung der Geschäfte und nach dem Essen (für das es damals noch Spesen gab) ums Hotel herum einen Spaziergang machte kam ich an eine Hausecke und hörte eine laute Frauenstimme: Freddie, jetzt entscheide dich. Gehen wir jetzt links oder rechts herum. Um die Ecke kam eine Frau mit Hund und der war Freddie. Wenn ich heute die Leute sehe, Ohrstöpsel, Smartphone vor der Nase oder gar Tablet (damit es alle besser sehen - die neue Form, mit Minderwertigkeit umzugehen) und sie im Zweifel den Kinderwagen vor sich herschieben sich nicht dem Kind sondern dem Samartphone zuwenden, dann denke ich immer: Ah ja, die Leute und ihre Freddies. Kein System oder Gerät kann was dafür, wenn die Menschen ihm freiwillig die Herrschaft überlassen. Minderwertigkeitsprobleme gab es schon immer, aber nicht, sich eine künstliche Selbstsicherheit über Smartphone oder Tablet zu holen. Darum sind die Smartphones noch lange nicht Grund der Minderwertigkeit, sie sind nur ein neuer Ausdruck, damit umzugehen.

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Kommentar von DBKai
20.10.2016, 06:01

Das stimmt schon, dass es auch immer darauf ankommt, wie der Mensch mit einer neuen Erfindung umgeht.

Im Falle vom Kapitalismus sehe ich das Böse darin, dass sich eine Minderheit auf unfaire Wiese auf Kosten von einer Mehrheit selbst bereichert und das ist nicht ok.

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das wirtschaftssystem alleine verursacht vieleicht keine erkrankungen. aber es begünstigt sicher so einige... burn-out und co.

und was vielen helfen würde wäre so etwas wie ein bedingungsloses grundeinkommen. aber nur wenn es dadurch nicht automatisch zu einer inflation käme... ist eben schwer zu realisieren. aber wäre ein guter ansatz.

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Kommentar von DBKai
20.10.2016, 05:56

Wie das mit dem bedingungslosen Grundeinkommen funktionieren können soll, ist mir eh noch nicht klar... da bräuchte ich eine Erklärung, die mir einleuchtet....

Leider muss das Essen usw. ja auch von irgendwo her kommen.... das einzige was mir einfällt ist, dass man es besser managen kann - so das die Menschen nicht mit der Arbeit überfordert oder unterfordert sind... sondern so, dass es eben gut passt... und fair ist.

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