Unser Sohn gehört diesen Frühling zu den Kindern, die an der Sprachstandserhebung teilnehmen sollen. Ich habe erhebliche Einwände gegen den Test, die Durchführung und die Verschwendung von Geld, die damit einhergeht - nicht am Grundgedanken der Sprachförderung - und in seinem Kindergarten wird ohnehin das Bielefelder Screening durchgeführt. Gegen den Test würde ich gerne protestieren, indem ich die Teilnahme meines Sohnes verweigere. Obwohl ich mich bis zum Oberschulamt deswegen durchtelefoniert habe, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, welche tatsächlichen Konsequenzen das hat. Gibt es einen Präzedenzfall?
Meines Wissens kann man den Test nicht verweigern, weil er einfach im normalen Kindergartenalltag im Rahmen eines lustigen Gruppenspiels durchgeführt wird. Wenn man es doch irgendwie schafft, den Test zu verweigern, dürfte es aber eine Konsequenzen geben. Ich bin kein Experte im nordrhein-westfälischen Landesrecht. Dass gesetzliche Sanktionen gegen Eltern vorgeschrieben sind, die ihre Kinder nicht an dem Delfin-Test teilnehmen lassen, kann ich mir aber nicht vorstellen.
Noch eins: Sprachtests im Kindergartenalter sind gerade für Kinder aus - wie die Politik so schön euphemisch formuliert - bildungsfernen Familien und solchen mit Migrationshintergrund wichtig, um frühzeitig einen Förderungsbedarf festzustellen. Auch wenn in diesem Einzelfall der Vater bzw. die Mutter die deutsche Sprache offenbar hervorragend beherrscht und sicher auch an den Sohn weitergegeben hat, ist es das wirklich wert, den Test zu verweigern?

Ich finde, das ist ausnahmsweise eine Sache, die man NICHT verweigern muss - es geht um Dein/Euer Kind (siehe auch Antwort von M. Münch.)

Der Test ist sinnvoll, was hast du dagegen?
boriswulff am 9. Januar 2008 23:40 DH! Ich würde es eigentlich unverantwortlich finden, wenn Eltern Ihren Kindern verbieten daran teilzunehmen.

Als Verschwendung von Geld würde ich das bei dem hohen Anteil von zukünftigen Grundschülern aus anderen Ländern nicht bezeichnen.

Sich allein dagegen wehren zu wollen wird schwierig sein. Man wird Dir unterstellen, dass Du bei Deinem Sohn etwas verheimlichen willst.
Danke für Euer Interesse! Ich habe mich ausführlich mit dem Test und der politischen Debatte dazu auseinandergesetzt und möchte den Test nicht verweigern, weil ich meinem Sohn etwas verbauen möchte (er ist in einem guten Kindergarten, wo wie gesagt ohnehin Sprachtests in regelmäßigen Abständen gemacht werden), sondern weil ich darauf aufmerksam machen möchte, dass hier wirklich im Bereich Kinderbetreuung dringend benötigtes Geld vergeudet wird. Wer sich dazu schlau machen will, dem empfehle ich www.kinder-sind-die-zukunft.de Ich habe übrigens noch mit keiner Erzieherin oder Grundschullehrerin gesprochen, die den Test wirklich befürwortet!
Solltest du den Test verweigern, droht dir eine Strafe. Ich habe die genaue Höhe nicht im Kopf, aber ich kann es gerne für dich raussuchen, wenn es für dich noch von Interesse ist.
Viele Grüße Dennis