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Gibt es Platz für eine neue Weltreligion?

gefragt von PollyDollPollyDoll am 22.09.2007 um 12:07 Uhr

Die jüdische Religion geht in ihren Anfängen bis auf ca 1300 vor der christlichen Zeitrechnung zurück, Buddhismus und Hinduismus auf 500 v. [Anm.: letzterer nur in seiner "klassischen Form"; einige Ursprünge sind um Jahrtausende älter] - und der Islam als jüngste der Weltreligionen ist immerhin auch schon 1.300 Jahre alt.

Warum hat sich in der (langen!) Zeit seitdem keine weitere Weltreligion etablieren können? Sind die Beharrungskräfte der bestehenden zu groß, gibt es keinen Bedarf mehr oder keine neuen Botschaften mit Massenwirkung? Oder war vielleicht unter all den "Propheten", die nach Buddha, Christus und Mohammed auftraten, einfach kein "richtiger" mehr dabei?


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Kabark
beantwortet von Kabark am 22. September 2007 12:11
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Da taucht plötzlich ein neuer Lude auf, der auch ein Stückchen des Kiez-Kuchens abhaben will. Welche Chance hat der wohl?


neurodoc
beantwortet von neurodoc am 22. September 2007 12:09
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Jede Religion hat sein übriges dazu beigetragen, daß keine andere aufkommen.


wandpilz
beantwortet von wandpilz am 22. September 2007 12:35
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Atheismus ist doch seit ein paar Jahrhunderte stark im Kommen oder nicht?

Kommentar von 2a7d4b75a3898de641b4c9da3e21a569smallPollyDoll am 22. September 2007 12:37

ja du hast recht, und auch der Mammonismus ist schon stark vertreten - vielleicht ist das eh die neue Weltreligion?

Kommentar von 9405f944767584a30d108d50a0131a4asmallKaffeesatz am 22. September 2007 13:10

Naja die Atheistenbewegung ist momentan durch Leute wie Dawkins populär, aber auch die klassichen Religionen feiern ihr Revival. Leider.


WolfRichter
beantwortet von WolfRichter am 22. September 2007 13:50
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Es ist alles eine Frage der Definition.

Christentum und Islam sind genau genommen, wenn man den Begriff eng betrachtet, Abwandlungen des Judentums. Insofern sind sie demgegenüber keine neuen Religionen. Faßt man den Begriff jedoch weiter, wäre auch der Protestantismus eine neue Weltreligion.

Faßt man den Begriff sehr weit, wäre auch der Kommunismus eine Religion, wenngleich eine diesseitige, nicht transzendierende.

Ob es noch einen Platz für eine neue Weltreligion gibt, weiß ich nicht. Ich hoffe nicht. Es wäre schön, wenn die alten verschwinden würden. - Aber ich glaube nicht daran.


Kathy89
beantwortet von Kathy89 am 22. September 2007 12:12
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Also ich denke ja. Denn schließlich gibt es doch für alles so was wie ne Religion oder zumindest einen "Führer", der sagt, was gut ist oder auch nicht. Vielleicht würde eine neue Religion unsere Auffassungen über das, was wir im Moment mit der Welt machen, nämlich zum größten Teil zerstören, umkippen. Doch auf der anderen Seiote denke ich auch, dass das sehr,sehr schwer werden würde, denn so ziemlich jeder ist doch schon an einer Religion gebunden (katholisch,evangelisch,etc.). Man könnte es vielleicht bei unbeeinflussten Kindern versuchen, die noch nicht einer Religion angehören?!!!! Liebe Grüße


Marah
beantwortet von Marah am 22. September 2007 12:37
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Die Ängste der Menschheit wurden schon genügend ausgeschlachtet! Wenn der Buddhismus einen höheren Stellenwert bekäme, wären wir allgemein schon besser dran!


andreas48
beantwortet von andreas48 am 22. September 2007 12:13
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der Ansatz ist ja gut, nur stelle ich mir die Frage..brauchen wir noch eine große Weltrelegion...reicht es nicht schon jetzt, dass man immer häufiger auf die Einzig Wahre pocht, reicht es nicht schon, dass viele Untergruppierungen innerhalb der einzelnen Religionen, sich das Recht auf die Einzig Wahre herausnehmen..? Wenn Religion heutzutage kaum noch Toleranz entgegenbringt und aufbringt..nicht mal katholische und evangelische Anschauungen im Rahmen des Christentums, was wäre dann mit einer weiteren Weltrelegion?

Kommentar von 2a7d4b75a3898de641b4c9da3e21a569smallPollyDoll am 22. September 2007 12:20

Ich wünsche mir ein einheitliches Weltbild, kein vereinfachendes, ein offenes, wachsendes, lebendiges, die Zukunft bejahendes. Die Religionen waren zumindest in der Regel zur Zeit der Gründung auf der Höhe ihrer Zeit oder ihr vielleicht sogar voraus.

Jahrhunderte später haben sie eine ganz andere Wirkung gehabt (das gilt speziell für die drei abrahamitischen Buchreligionen). Ganze Heerscharen von Denker-inn-en, vor allem Denkerinnen, wurden bemüht, um zu verteidigen, was nicht zu verteidigen ist. Akles was das System (die Bürokratie des Glaubens) gefährden hätte können, wurde diffamiert und zerstört. Es gibt allerdings Unterschiede.

Ich wünsche mir eine gewaltfreie Religion!

Kommentar von F4a3034a2625b30d6857a5e93c1c8892smallandreas48 am 22. September 2007 13:03

Hallo Polly, wer von Normaldenkenden wünscht sich das nicht..jeder soll mit seinem Glauben und seinen Anschauungen selig werden und sie nicht andren als Unfehlbarkeit aufdoktrinieren..ob es Religionen oder materialistische Weltanschauungen sind..

Kommentar von Tika55 am 22. September 2007 14:42

Brauchst du denn wirklich "eine" Religion (personenbezogen)? Du kannst doch überall das für dich passende annehmen und danach leben. Versuch mal für dich zwischen Glaube und Religion zu unterscheiden. Vielleicht hilft es dir in deinem Denken etwas weiter. Viel Glück. LG


Patron
beantwortet von Patron am 22. September 2007 12:42
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hallo pollydoll,

deine frage klingt zunächst so nach beliebigkeit, "mal was neues" oder so. so kann man an das thema nicht rangehen. wir leben im sogenannten abendland, auch seit 2000 jahren christliches abendland genannt. wie haben wir es mit christus und dem christentum? in der schule gab es religionsunterricht, aber das und der konfirmandenunterricht brachten mir nicht so viel. erst später hatte ich das erlebnis, dass es mir wie schuppen von den augen fiel, und zwar beim lesen eines taschenbuches über das thema. hier ist gleich der link zu amazon:

http://www.amazon.de/Christentum-mystische-Tatsache-Mysterien-Altertums/dp/37274...

da habe ich gemerkt, dass das christentum eigentlich erst noch zur kenntnis genommen werden muß bei uns!

Kommentar von 2a7d4b75a3898de641b4c9da3e21a569smallPollyDoll am 22. September 2007 12:58

@Patron:

klingt so nach beliebigkeit.. nein, ganz sicher nicht!

Auch ich habe mich Jahrzehnte meines Lebens mit dieser Thematik immer wieder auseinandergesetzt. Ich wurde sehr streng im katholischen Sinne erzogen, war im Internat einer Klosterschule untergebracht und meine Mutter hätte es wohl am liebsten gesehen, wäre ich einem Orden beigetreten...

Hast du schonmal den Jesuiten-Schwur gelesen?

Ich ... erkläre und schwöre jetzt, in der Gegenwart des Allmächtigen Gottes, der gebenedeiten Jungfrau Maria, des gesegneten Erzengel Michael, des seligen Johannes des Täufers, derr heiligen Apostel Petrus und Paulus und all der Heiligen und heiligen, himmlischen Heerscharen und in der Gegenwart, mein geistlicher Vater, Ordensgeneral der Gesellschaft Jesu, gegründet durch den Heiligen Ignazius Loyola, während des Pontifikats von Paul III. und fortgeführt bis zum jetzigen, beim Schoss der Jungfrau, der Gottesgebährerin, und beim Hirtenstab Jesu Christi, dass seine Heiligkeit, der Papst, Christi Stellverteter ist; und dass er das wahre und einzige Haupt der Katholischen und Universalen Kirche auf der ganzen Erde ist und dass aufgrund der Schlüssel zum Binden und Lösen, die seiner Heiligkeit durch meinen Erlöser Jesus Christus, gegeben sind, er die Macht hat, ketzerische Könige, Fürsten, Staaten, Staatsgemeinschaften und Regierungen abzusetzen bzw. aufzulösen, die alle illegal sind ohne seine heilige Bestätigung und dass sie bedenkenlos vernichtet werden können. Ich erkläre weiters, dass ich mein äusserstes tun will, um die ketzerischen, protestantischen oder freidenkerischen Lehren auszurotten, und ihre vorgebliche Macht zu zerstören. Ich verspreche und erkläre weiters, dass ich keine eigene Meinung oder keinen eigenen Willen haben werde.., sondern ohne Zögern jedem einzelnen Befehl gehorche, den ich von meinem Vorgesetzten und Jesu Christi empfangen mag... Ausserdem verspreche und erkläre ich, dass, wenn sich die Gelegenheit bietet, ich einen unbarmherzigen Krieg führe, geheim oder offen, gegen alle Ketzer, Protestanten und Liberale, wie es mir zu tun befohlen ist, um sie von der Erdoberfläche auszurotten und zu vertilgen; und ich werde weder vor Alter, Geschlecht noch gesellschaftlicher Stellung haltmachen und diese abscheulichen Ketzer hängen, verwüsten, sieden lassen, häuten, erwürgen und lebendig begraben, die Bäuche der Frauen aufschlitzen und die Köpfe der Kinder gegen die Wand schmettern, um ihre verfluchte Art für immer auszulöschen. Und wenn ich dies nicht öffentlich tun kann, so werde ich das mit Giftkelch, Strang, Dolch,Kugel heimlich tun ungeachtet der Ehre, des Ranges, der Würde oder der Autorität der Personen, ohne Rücksicht auf ihre Stellung im öffentlichen oder privaten Leben ..., wie und wann immer es mir von irgendeinem Agenten des Papstes oder von einem Vorgesetzten der Bruderschaft des heiligen Glaubens der Gesellschaft Jesu befohlen wird.

Und damit sind Aufgaben und Denkungsart der Jesuiten klar umrissen. Und spätestens jetzt muß doch jedem das große K... kommen!

Kommentar von F4da1143171c541e4421dc3718f10bdesmallPatron am 22. September 2007 13:50

das ist doch nur ein gewisser zweig auf dem großen verästelten baum der christlichen kirchen, und das sind doch - historisch gesehen - die besonders militanten streiter für die macht-interessen des papsttums. die wurden von rom als nötig erachtet zur stärkung der inquisition. von solchen fraktionsbildungen in der hierarchie der kirchenmacht kann man doch nicht sein verhältnis zu christus abhängig machen!

Kommentar von F4da1143171c541e4421dc3718f10bdesmallPatron am 22. September 2007 14:01

in der einschätzung der jesuiten kann man nach dem lesen des schwurs noch ein wenig weitergehen und sagen, dass hier der teufel eine schmale eingangsspalte gefunden hat zum eindringen in die organisierte kirchenmacht, im sinne von „Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.“ Johann Wolfgang von Goethe (Werk: Faust I, Auerbachs Keller)

lies mal in meinem empfohlenen buch, das handelt positiv von der kraft, die wir christus nennen


holodeck
beantwortet von holodeck am 22. September 2007 13:36
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Holla, der Jesuitenschwur ist ja wirklich heftig! Und gerade war ich dabei, die bornierten Vertreter des Islam als Hauptgefahr für den Weltfrieden zu deklarieren.
Dennoch denke ich: das neue Testament oder der Buddhismus enthalten per se bereits alles, was eine friedfertige Weltengemeinschaft braucht. Schlimm ist, wenn diese Worte auf die Fahnen machthungriger Weltenherrscher geschrieben sind. Insofern ist eine neue Religion nicht notwendig, eher ein Loslassen von Vorherrschaftsansprüchen.


agnostiker
beantwortet von agnostiker am 22. September 2007 14:51
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Polemisch und kurz: jede Religion, die nicht "erfunden" wird, ist gut für die Menschheit!


anonym
beantwortet von rud77 am 20. Januar 2009 13:30
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Die Menschen sind heutzutage über vieles gut informiert, dadurch, dass sie die Möglichkeit haben sich auszubilden aber auch zum größten Teil durch die Medien. Wenn ein Mensch behaupten würde, alles zu wissen, würde man ihn mit einer Zwangsjacke einsperren und wie eine Gans mit Tabletten füttern. Es wäre heutzutage eine echte Herausforderung Prophet zu sein. Außerdem wird man immer mehr Materialist. Göttliche Offenbarungen erlebt man nur, wenn man daran glaubt.


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