Frage von Kajawizu, 17

Gibt es nur noch Massenabfertigung, Primitivität und Profitgier?

Heutzutage werden die meisten Dinge nur noch aus niederen Beweggründen gemacht, oftmals spielt Gewissen und Wissen gar keine Rolle mehr. Dabei besitzt jeder im tieferen Bewusstsein ein Empfinden und blendet dies bewusst oder auch unbewussst aus.

Antwort
von rolfmengert, 5

Zur "Massenabfertigung" wäre zu sagen, dass Du hier vermutlich die Tatsache meinst, dass individuelle Handlungen und Verrichtungen eher selten geworden sind, weil es immer mehr Menschen gibt, die sich neben der Pflege der Elementarbedürfnisse des Lebens auch sog. "Extras" leisten können. Wenn die nun solche Extras handgemacht und individuell hergestellt begehren, wie z.B. Schuhe, dann müssen sie auch eine Preisklasse von 500,- Euro einkalkulieren. Möchte man dagegen "bezahlbare" Schuhe, bleibt nur ein Massenartikel übrig. Sich da zu beklagen, ist nicht recht nachvollziehbar.

Die sog. "niederen Beweggründe" sind vermutlich nach Deiner Sicht solche, die elementare Bedürfnisse befriedigen, also Hunger, Durst, Sexualität, Geltung, Anerkennung, Wertschätzung oder auch Reichtum. Es ist naheliegend, dass Menschen zur Befriedigung dieser Bedürfnisse viel Einsatz bringen, wobei man sich aber durchaus die Frage stellen kann, ob solche Motive von vornherein fragwürdig sind, oder gar abzulehnen seien.

Die sog. "hohen" Motive, wie ein tugendhaftes Leben, Religiosität, selbstloses Handeln oder Barmherzigkeit gegenüber den Bedürftigen sind fast immer erst dann erstrebenswert, wenn die sog. "niederen" bereits erfüllt sind. Auch der Geistliche will angenehm wohnen und gut essen, und tugendhaftes Leben zeigt sich meist erst dann, wenn die Leute selber in relativer Sicherheit und sozialer Einbettung leben können. 

Ich denke, dass man die Motive der Menschen nicht so hart in hohe und niedere Werteklassen einteilen sollte. Wenn das Gehalt kaum zum Leben reicht, muss man halt um jeden Euro kämpfen, und da wäre es nach meinem Gefühl eher fragwürdig sich in einer gewissen Überheblichkeit darüber zu entrüsten, dass der Betreffende aus niederen Beweggründen sein Handeln leitet. 

Zudem möchte ich noch ein Argument aus der Psychotherapie aufzeigen. Hier kann man in ungezählten Fällen durch die "Beichten" der Protagonisten feststellen, dass auch ihre "hohen" Motive meist auf sehr "primitiven" Beweggründen aufsitzen. Der "edle Spender" möchte im Grunde seinem Widersacher nur beweisen, dass er sich eine opulente Spende leisten kann. Und der "tugendhafte" Gutmensch möchte seiner Arroganz Ausdruck geben, dass er sich gegenüber den "primitiven Egoisten" moralisch bei weitem überlegen fühlt. 

Bilanz: Die Sache mit den hohen und den niederen Motiven ist überaus problematisch, und es ist besser sich einzugestehen, dass man selbst meist auch aus recht schlicht gestrickten Beweggründen seine täglichen Aktivitäten in Szene setzt. 

Kommentar von Kajawizu ,

niederen Beweggründen: Dinge für Profit; Geldgier zu machen, also nicht des selbst-  sondern des primär geldes willens; not, bei massenabfertigung reicht eine oberflächliche sicht nicht aus, die frage ist woraus resultiert diese; das kann und wird zumeinst die gewinnmaximierung sein, sofern ein sozialer mechanismus nicht einsteuert, bspw. könnte man mit massenabfertigung auch krankenhäuser meinen, die nicht das interesse haben, das der patient gesund wird sondern nur seine symptome behandelt werden, dies hängt dann wieder mit lebensmitteln, arznei, kleidung und anderen bereichen zusammen, MAN BEKOMMT NICHTS GESCHENKT; außer das leben in das man fällt. vielleicht mögen billige schuhe bezahlbar sein, deswegen sind sie noch lange nicht gut .....

Kommentar von Kajawizu ,

ein grund für die steigende quantiät ist auch, das sehr viele berufe keinen wahren wert schöpfen, somit ensteht ein angebotsdefizit, dieser muss dann durch qualitätseinbußen oder preissteigerung ausgegelichen werden

Antwort
von tryanswer, 8

Du bekommst das, wofür du bezahlst - war schon immer so.

Antwort
von Ursusmaritimus, 9

Heutzutage? .......das war auch früher so!

Kommentar von Kajawizu ,

Interessant, allg. ab wann würdest du sagen?; evt. geschichtlich gesehen

Kommentar von berkersheim ,

Z.B. das alte Rom: Brot und Spiele. Gladiatorenkämpfe und auch da wurde schon gewettet, gekauft und verkauft. Leider ist es dem Menschen noch nicht gelungen, sich selbst neu zu erfinden und er ist und bleibt der Alte.

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