Frage von Laykan, 31

Gibt es Multikulturalisum?

Hallo! Ich schreibe demnächst eine Englisch LK Klausur und das ist unser Thema. Leider hat mein Kurs das Problem, dass der Lehrer sehr kompliziert denkt und hat uns einige "Anregungen" gegeben, also verschiedene Fragen, die ich gleich unten auflisten werde...ich möchte euch alle gerne mal nach euren Meinungen fragen, vielleicht habt ihr ja interessante (begründete):
Existiert der Multikulturalismus?
Wenn Ja wo? Überall? Nur in bestimmten Regionen? Warum?
Hängt er von den ethischen Hintergründen ab? Was IST das überhaupt?
Wenn nein, warum nicht? Ist es nur eine Ideologie? Ist es politisch erstrebenswert so etwas in einem Staat zu haben?
Gibt es Kultur? Gibt es Urkulturen? Gibt es eine führende Kultur?
Ja einfach generell dazu, bin wirklich ratlos :/
LG Laykan!

Antwort
von Tasha, 15

Kultur ist nach meinem Verständnis alles, was einen Menschen prägt, bestimmte Verhaltensweisen, Rituale etc. durchzuführen und eine Haltung einzunehmen, durch die er sich mit einer bestimmten Gruppe identifiziert. Z.B. als Deutscher feiert er Weihnachten und Ostern mit bestimmten Ritualen - Weihnachten am 24. abends und Ostern mit Eiersuche - und identifiziert sich mit der deutschen Fußballmannschaft (dafür gibt es auch viele Rituale).

Wäre er in Saudiarabien geboren worden, hätte er andere Traditionen und andere Werte, mit denen er sich identifizieren würde. Kultur ist mMn nicht ererbt, sondern wird bestimmt über die Gruppe, in der man aufwächst und deren Verhalten/ Traditonen/ Normen. Wenn die Eltern Japaner sind, das Kind aber mit deutschen Werten und Traditionen in Deutschland aufwächst, ohne dass die Eltern ihm japanische Werte und Traditionen vermitteln, wird es sich eher als Deutscher ansehen/ definieren. Jedenfalls kulturell.

Multikulturalismus: Stichworte: Parallelgesellschaft - jeder macht sein Ding, keiner kennt oder achtet die Traditionen und Werte der anderen Kulturen, es entstehen Vorurteile, Ängste, ggf. Feindseeligkeit/ Misstrauen, weil sich keiner mit der Kultur der anderen auseinander setzt.

Assimilation: Man übernimmt die Werte eines Landes, in das man einwandert und ist stolz darauf. Meines Wissens war das jedenfalls früher oft in den USA der Fall.

Friedliches Miteinander leben: Etwas Assimilation, aber jeder behält seine kulturelle Identität, keiner erachtet die Kultur des anderen für schlechter als seine, jeder respektiert die anderen mit ihren abweichenden Werten und Traditionen. Funktioniert das irgendwo wirklich gut aus Sicht aller? Darüber kann man geteilter Meinung sein. An eingien Orten z.B. in Deutschland klappt es, an anderen nicht. Über die Gründe kann man spekulieren.

Ethische Hintergründe: Kultur, mit der ich aufgewachsen bin? Wie definiere ich mich und andere? Ist meine Kultur offen für andere oder sieht sie sich als Krone der Schöpfung und andere als minderwertig, die es evtl. zu bekehren oder zu bekämpfen gilt, weil sie "falsch liegen"? Bin ich tolerant erzogen worden oder in dem Glauben, dass es nur eine richtige Lösung für alle gibt? Wie sieht sich meine Kultur? Als gleichwertig, minderwertig oder anderen überlegen? Ist der Vergleich mit anderen ein Teil meiner Kultur? Verehre ich fremde Kulturen, verachte ich sie oder nehme ich eine neutrale - evtl. offene, neugierige - Position ein?

Führende Kultur: Wie ist es in den USA? In Deutschland? In Saudiarabien? In einigen Ländern können Fremde ihre Kultur frei ausleben, solange sie nicht die relativ freizügigen Gesetzte verletzen - und z.B. überspitzt gesagt Menschen opfern oder aus anderen Gründen töten - in anderen Ländern gibt es strengere Regeln, man darf z.B. seine Religion nicht frei ausleben, weil der Staat eine Religion oder auch damit verbundene Kleidung vorschreibt (m.W. Saudiarabien und einige andere islamische Länder. Aber auch Frankreich, wo das Tragen religiöser Kleidung in der Schule etc. verboten ist).

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