Frage von leckerlein, 81

Gibt es irgendwelche irreversiblen Schäden, wenn ein Erwachsener fast verhungert?

Oder erholt man sich da im allgemeinen wieder komplett?

Antwort
von Linuxaffiner, 23

Extreme, längere Hungerzustände können einen Abbau an der Herzmuskulatur hervorrufen, mit der Folge, das derjenige eine massive Herzinsuffizienz bekommt. Das ist nicht mehr reversibel...

LA

Antwort
von mia929292, 4

Hallo

Aus persönlicher Erfahrung kann man sagen das ein normal Gesunder Mensch , extremes Hungern über eine gewisse Zeit gut verkraftet. Wird es frühzeitig behandelt,  stehen die Chancen gut sich ganz zu erholen, ohne mit grossen Folgeschäden rechnen zu müssen.

Ich selber leide unter Kachexie und werde stationär im Krankenhaus behandelt .
Mit Aminosäuren über einen ZVK und mit Sondenernährung. Ein harter steiniger Weg und die Sterberate liegt bei ca 40% .

Falls du mehr Infos zu dem Thema brauchst kannst du mich gern Anfragen. Oder was noch besser ist deinen Arzt des Vertrauens.

LG

Antwort
von Rendric, 27

Irgendwann verzehrt sich der Körper selber und nach den Fettdepots sind die körpereigenen Nährstoffe dran.

Magersucht auf sehr lange Zeit kann zu irreversiblen Nieren- und Leberschäden führen.

Antwort
von Grillmax, 34

Hungerkrankheiten hängt von der Dauer des Hungerstoffwechsels ab - ob bereits über die Phase des Depotfettabbaus hinaus - der Proteinabbau begonnen hat.

Google mal "Kachexie" oder "Marasmus" .... aber ein veränderter Stoffwechsel oder Organabbau ist erst nach recht langer Hungerphase zu befüchten ... der Körper greift dann zur Erhaltung des kleinen Kreislaufs (Herz-Lunge-Gehirn) auf körpereigenes Protein zurück.

Kurzzeitige Hungerphasen steckt der menschliche Körper ohne Schaden weg....es wird sogar zum entschlacken bewusst eingesetzt ....(siehe Heilfasten) 

...aber am besten unter ärtzlicher Aufsicht

Leider hast du mit nur 2Sätzen sehr wenig Hintergrundinfo geliefert ... und über den Zeitraum garnix ...

... mehr Input= besserer Output .....

...und keine geratene Laienhafte Ferndiagnose.

Am besten den Hausarzt fragen.

Kommentar von leckerlein ,

guck dir halt die verhungernden in afrika oder derzeit im jemen an. ob die sich wieder komplett erholen, wenn sie anschließend mit nahrung (inkl. proteinen) versorgt werden.

der zeitraum ist dafür doch nebensächlich. kann sich ja jeder denken, dass bei "fast verhungern" nicht grade von heilfasten unter ärztlicher aufsicht die rede ist.

und wenn schon, müsste es prognose heißen.

Kommentar von Grillmax ,

wenn du alles besser weisst ...du hattest die Umstände des Hungers (den du gemeint hattest) bisher nicht umschrieben ...

Wenn du meinen Kommentar richtig durchgelesen hättest, wäre dir mein Hinweis auf den Fall des Abbaus von körpereigenen Proteins nicht entgangen - was viele anderen Hungerkrankheiten nach sich ziehen kann ... aber eben auch eine Frage des Hungerdauers ist, sowie der körperlichen Verfassung. Eine schwangere Frau erleidet sicher grössere Schäden, als andere.

Natürlich ist es eine menschliche Tragödie, wenn unschuldige Menschen von den Lebensumständen zum hungern über einen langen Zeitraum gezwungen sind. Klar tragen sie gesundheitliche Schäden davon ...NGO's können ein trauriges Lied davon singen.

Kommentar von leckerlein ,

ja, das protein abgebaut wird, ist ja klar. die frage lautet, ob letztlich durch das "fast verhungern" irreversible schäden auftreten. welche denn?

Kommentar von Grillmax ,

Mann kennt die Bilder von Menschen aus Afrika, deren Kniegelenke dicker als der Oberschenkel sind - dort hat der eigene Körper bereits Raubbau am grössten Muskel begangen.

Ich bin kein Mediziner, aber ich kann mir vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt bereits das Verdauungssystem Angegriffen wurde. D.h. der Körper kann "normale" ausgewogene Ernährung noch garnicht verdauen - und reagiert mit Durchfall. Muss man langsam wieder aufbauen.

Es wird sicher dazu kompetentere Berichte im Netz geben, z.B. von Medizinischen Helfern von NGO's wie "Ärzte ohne Grenzen".

Kommentar von leckerlein ,

also genau genommen hast du gar keine ahnung.? aber hauptsache vorher erstmal unzureichende infos monieren. ^^

Kommentar von Grillmax ,

Ernährungsausbildung - aber kein Mediziner.... warum gleich so giftig?

Ich finde hier (leider) häufig Fragen mit wenig Info und man muss jeden einzelnen Wurm aus der Nase ziehen....(a-la: mir tut der Hinterkopf weh - wie geht das wieder weg)

Manche haben wohl Langeweile oder sind einfach zu faul zu googeln  ... schade eigentlich.

Kommentar von leckerlein ,

weil du halt erst mangelnde informationen monierst und die frage dann überhaupt nicht beantworten kannst.

Antwort
von Ree83, 36

Irgendwann wird es auf das Nervensystem über gehen müssen, die Schäden sind wenig bis gar nicht zu beheben, kommt aber drauf an ob du ärztliche Hilfe hast oder gar nichts.

Antwort
von JBEZorg, 8

1.Es ist individuell und von der persönlichen Form abhängig. Wenn jmd. schon einen schwachen Magen hatte z.B. ist für hr natürlich die Wahrscheinlichkeit höher irreversiblen Schaden davonzutragen.

2.Es gibt bleibende Schäden nicht nur auf physischer Ebene sondern auch auf psychischer. Ich habe noch viel aus der Kriegsgeneration erlebt und weiss was sie für "Marotten" manchmal hatten obwohl sie natürlich mittlerweile im Überfluss lebten. Das sind Sachen, die kiegte man nicht mehr aus dem Kopf wenn man gehungert hat.

3.Hungern ist ein kompliziertes Thema. Tatsächlich ist es manchmal besser körperlich komplett zu hungern für eine Weile aber das tun Menschen nicht in Extremsituationen. Dauerhafte Unterernährung, sprich vllt. täglicher Konsum aber eben in nicht asreichenden Mengen hat schlimmere Folgen für den Körper. 

Kommentar von leckerlein ,

was soll denn ein "schwacher magen" damit zu tun haben?

Kommentar von JBEZorg ,

Na jemand, der schon eine Gastritis hat wird bei einer Zwangshungerkur mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Magengeschwür entwickleln.

Kommentar von leckerlein ,

und wieso sollte hungern eine gastritis oder ein magengeschwür zur folge haben?

Kommentar von JBEZorg ,

Weil Gastritis bzw. Magengeschwür durch Bakterien entsteht die Magenwände angreifen. Eine Überkonzentration von Magensäure in einem hungernden Magen würde das begünstigen.

Kommentar von leckerlein ,

ok. also die bakterien hätte man ja so oder so im magen oder auch nicht. und warum sollte bei hunger mehr magensäure ausgeschüttet werden? die wird doch gerade durch nahrung (insbesondere protein- und fettreiche), durch magenfüllung, durch alkohol, durch koffein, durch nikotin ausgeschüttet. und das sind ja jetzt nicht unbedingt faktoren, die mit (ver)hungern einhergehen.

Kommentar von JBEZorg ,

Na dann ess mal nicht einen Tag oder zwei. Du wirst merken, dass das bekannte Magenknurren kommt, weil du der "pawlowsche Hund" bist und der Magen immer noch erwartet gefüttert zu werden und Magensäure "produziert" obwohl kein Essen da ist. Magensäure wird immer produziert solange du nicht komplett für über eine Woche hungrérst. Das habe ich in meiner Antwort schon indirekt erwähnt. Für einen gesunden Magen mag das kein Problem sein. Wenn du schon Probleme hattest werden sie durch die Säure evtl. zu grossen Problemen. Ein Magengeschwür mit Magenwanddurchbruch ist keine angenehme Sache.

Kommentar von leckerlein ,

das magenknurren kommt doch daher, dass der magen sich weiterhin bewegt aber luftgefüllt ist. das hat doch nichts mit magensäure zu tun. und der pawlowsche hund produziert doch eben den speichel, wenn er die nahrungsaufnahme erwartet. keine nahrung, kein pawlowscher reflex.

Kommentar von JBEZorg ,

Magenknurren ist ein Indiz dafür, dass das Verdauungssystem nicht stillgelegt ist und man kann es nicht stückchenweise stillegen.

Und der pawlowsche Hund erwartet die Nahrungsaufnahme warum? Richtig, weil er so konditioniert wurde. Genauso ist der Mensch konditioniert Magensäure zu produzieren. Und solange die Konditionierung nicht nachlässt wird die Magensäure auch ohne Essen da sein und den Magen schädigen.

Kommentar von leckerlein ,

Und der pawlowsche Hund erwartet die Nahrungsaufnahme warum? Richtig,
weil er so konditioniert wurde. Genauso ist der Mensch konditioniert
Magensäure zu produzieren. Und solange die Konditionierung nicht
nachlässt wird die Magensäure auch ohne Essen da sein und den Magen
schädigen.

zum einen fehlt, wenn man hungert, ja eben gerade der reiz, der zur vermehrten magensäuresekretion führt. zum anderen ist im magen halt in der tat immer magensäure, was aber den magen in den meisten fällen nicht schädigt. warum sollte das beim (ver)hungern jetzt gerade so sein? also, irgendwie beschleicht mich das gefühl, dass du dir das mit dem magengeschwür einfach ausgedacht hast. würde mich wundern, wenn das zu den gängigen gesundheitsschäden beim (ver)hungern führt.

Kommentar von JBEZorg ,

Du begehst den klassischen Fehler das Experiment falsch einzuschätzen. Man bastelt das Experiment zurecht um einen natürlichen Ablauf besser zu verstehen. aber das Experiment ist künstlich. Pawlow hat einen Reiz künstlich ins Experiment engebaut aber nur um den naütlichen Zusatnd zu untersuchen. Im natürlichen Zustand gibt es den Reiz auch, der muss aber nicht so künstlch und deutlich identifizierbar sein wie im Experiment. Der Punkt ist ja, dass man rausgefunden hat, dass sich Magensäure bildet und Speichel und eben der Verdauungsmechanismus aktiviert wird OHNE dass man eigtl. Futter vor der Nase hat. enn ein Mensch immer um 12 Mittag isst, dann wird er um 12 automatisch Hunger verspüren schon. Das ist genau der Mechanismus. Die Tageszeit, die Lichverhätnisse, die Umgebung evtl. werden dem Körper signalisieren "jetzt ist Essenszeit".

Und wie ich schon geschrieben habe. Ein gesunder Magen hat auch kein Problem mit der Säure. Hunger hin, Hunger her. Und wenn man aber nichts zu essen kriegt, dann hängt die Säure eben im Magen. Würde man essen, würde man sie "verdünnen" mit Essen.

Und nein, das heb ich mir nicht augedacht. Ich habe noch einige Leute gekannt, die gehungert haben.

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