können? Folgende Lage: ich bin erwerbslos und würde gerne ein Antiquariat mit Schwerpunkt gebr. Tonträger und SF-Literatur eröffnen. Mir ist natürlich klar, daß dies eine Idee ist, die vom Umsatz her net der Brüller ist und daß ich auch keine marktübliche Miete werde zahlen können. Aber wenn es gelänge, entweder einen sehr billigen Laden oder einen Sponsor, der die Miete für ein solches (eher soziales und Umwelt-)Projekt übernimmt, zu finden, dann wäre ich von "der Straße" weg. Gibt es Internetseiten, die solche Menschen zusammenbringen können? Hat gar schon jemand Erfahrungen, über die er/sie hier berichten kann?
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Meinst du so etwas? http://www.microlending-news.de/artikel/enterprise.htm

Wenn es Dir schon vorher klar ist, dass Du keinen Brüller-Umsatz haben wirst, ist es vielleicht sinnvoller, die Ware bei amazon anzubieten?
Amazon is umständlich und kompliziert. Da kommt sicher genauso wenig raus wie bei booklooker = 0. Nee. es geht echt darum jemand zu finden, der einige € übrig hat und bereit ist, aus "Liebe" zu einem Projekt etwas beizusteuern; etwa weil er/sie die Idee mag und etwas außerhalb der normalen kapitalistischen Marktzwänge ermöglichen will, das sonst nicht möglich ist UND auch noch nen Erwerbslosen von der Straße weg holt.
sender am 21. Dezember 2007 23:51 Dann würde ich Dir empfehlen, die Sachen auf Flohmärkten zu verkaufen. Dort, wo die Läden so günstig sind, wie Du sie benötigst, wirst Du kaum Kundschaft bekommen.
Ich hab 22 Jahre FM hinter mir und mach es nicht mehr, weil es oftmals nicht mal die Standmiete einbrachte. Ich habe auch nicht mehr die Kraft, zig Bananenkisten Bücher/Hefte durch die Gegend zu schleppen und nach 6 oder 8 Stunden nicht mal 1 % der Ware verkauft zu haben. Danke!
sender am 22. Dezember 2007 23:27 Das verstehe ich gut. Jedoch: wenn die Ware so schlecht umzusetzen ist, macht denn dann ein Laden überhaupt Sinn?
Deswegen kann ich keine marktüblichen Mieten zahlen, wäre aber erstaunt und erfreut, wenn es nach 2 oder 3 Jahren doch möglich wäre. Lies bitte auch, was ich weiter unten bei kai schrieb ...

Eigentlich suchst Du jemand, der Dir Deinen Lebensunterhalt sichert, während Du Deinem Hobby nachgehst. Ein Sponsor ist aber kein hirnloses Wesen, welches danach sucht, sein Geld zu verbrennen. Ein Sponsor investiert in eine Idee oder Projekt und erwartet für sich einen adäquaten "Gewinn". Das muss nicht immer Geld sein, sondern kann sich auch in einem Imagegewinn o.ä. auszahlen. Deine Idee ist für Sponsoren absolut uninteressant. An Deinen anderen Kommentaren sehe ich aber, dass Du eigentlich keine Lust hast, Dein Geld direkt und mit einer gewissen Anstrengung zu verdienen. Du schlägst Möglichkeiten aus (siehe Dein Kommentar bezgl. Amazon), weil sie sich angeblich nicht rechnen, obwohl andere davon leben müssen oder können. Um auf Deine eigentliche Frage zu kommen: Nein, es gibt meines Wissens keine Vermittlungsportale für Bettler.
Du kennst mich nicht und unterstellst mir, daß ich mich nicht anstrengen wolle. Einen Laden 5 oder 6 Tage die Woche offen zu halten und vor allem das sinnvolle Einräumen nach Sparten der noch immer einige 1000 Medien, die mir nach 22 Jahren FM übrig geblieben sind ist scheinbar keine Arbeit für dich. Ich kenne von Anderen die Arbeitsweise von Amazon und Booklooker hab ich selbst probiert. Da hab ich in kijiji viel eher was verkauft; ohne das aufwändige Getue bei amazon. Das was ich vorhabe, heißt doch auch, daß ich viel Zeit/Kraft investieren will. Deinen letzten Satz halte ich geradezu für diskriminierend. Ich bettele nicht; Betteln heißt etwas ohne Gegenleistung zu erhalten. Genau das suche ich nicht. Also brauche ich auch keine derart unter die Gürtellinie gehenden Antworten. Das Einzige worin ich dir Recht gebe: Für sicher 99 % der Sponsoren ist mein Vorhaben uninteressant, weil sie evt. auf nen Image-Gewinn aus sind, wenn schon nicht direkt auf bare Münze. Also suche ich weiter, auch per Internet.
dock69 am 22. Dezember 2007 21:53 Dich zu diskriminieren, war nicht meine Absicht. Vielleicht haben wir einfach verschiedene Definitionen in den Begrifflichkeiten. Du möchtest eine Tätigkeit ausüben, die Dir Spaß macht und in einem Umfang (bezgl. der Kosten), die jedoch Deine Kosten nicht decken wird. Das sei Dir gegönnt, d.h. aber auch, Du erbittest von einem Geldgeber den Differenzbetrag bis zu Deiner Kostendeckung - das Ganze im Prinzip zu Deinem alleinigen Vorteil. Du erwirtschaftest z.B. 50% und willst die andere Hälfte "geschenkt". Ich weiß nicht, wie ich das dann sonst bezeichnen würde.
Du musst Dich aber nicht "beschweren", wenn Deine u.U. zeitintensive Tätigkeit nicht kostendeckend ist. Es zwingt Dich nun auch niemand einer Tätigkeit nachzugehen bzw. Produkte zu verkaufen, von deren Erlös Du nicht leben kannst. Ich kenne jemanden, der hat sich aus dem Stand selbständig gemacht. Er hat (von zuhause aus) Auspuffanlagen über Ebay verkauft. Mit dem per Vorkasse eingenommenen Geld, hat er eine Auspuffanlage und ein verchromtes Endrohr gekauft, beides in wenigen Minuten zusammengeschweißt und an den Käufer verschickt. Er hat bereits im ersten Monat seine 3-köpfige Familie ernährt.
Natürlich soll jetzt nicht jeder Auspuffanlagen verkaufen - aber es gibt eben Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt eigenständig zu verdienen. Ich bin mir sicher, dass Du für Deine "Idee" keinen Geldgeber finden wirst. Wenn doch - gib mir seine Telefonnummer. ;)
Jetzt hört es sich schon viel versöhnlicher an; und SO "kenn" ich dich hier in GF mit guten Antworten und Komments. Ich beschwere mich doch nicht. Siehst Du nicht, daß es in unsrem Wirtsschaftssystem vieles (auf der kulturellen + sozialen Seite) gibt, das wenn NUR kalt-kapitalistisch kalkuliert wird, keine Chance hat? Was dein Bekannter gemacht hat, ehrt ihn. Aber Sachen aus der Kultur (und dazu zählen nun mal auch Tonträger und Lesbares) haben es viel schwerer. Also auch die Menschen, die sich um diese Dinge bemühen um die schlimme Alternative WEGWERFEN zu vermeiden. Deswegen sag ich auch, daß mein Vorhaben (auch wenn es abgedreht klingt) ebenso ein Umwelt- wie ein soziales Projekt ist. Der selbe Gedanke, der früher hinter meinen FM-Besuchen (die nicht mehr lohnen, weil die Strandmieten astronomisch wurden) stand. Von alleinigem Vorteil könntest Du reden, wenn ich mit so nem Laden 1200 oder 1500 € im Monat erwirtschaften und ALLEINE einsacken wollte ohne dem "Gratis-Vermieter" also dem Sponsor/Mäzen) etwas abzugeben. Davon kann keine Rede sein: es geht um ne Anschubfinanzierung, wie das auch in andren Branchen als Subvention vorhanden ist. Logo ist möglich, daß so n Laden auch nach 3 Jahren noch ROT schreibt ... wir wissen es net. Übrigens hatte ich schon mal nen Vermieter an der Hand, der so etwas mag, wie ich es schilderte. Der Mann is mehrfacher Millionär und hat uns von März - Sept. 2005 schon mal nen 50qm-Laden gratis gegeben (Zitat von ihm: solange kein neuer Mieter dafür vorhanden ist). Hintergrund war, daß auch er Flohmarktsachen verkauft haben wollte, die bei ihm anfielen. Eine Bekannte und ich stellten sich dafür insgesamt knapp 20 Stunden/Woche in den Laden, den er im Gegenzug stellte inkl. unsrer Sachen. Leider ist die kaltherzige Restfamilie dieses sympathischen älteren Herrn GEGEN eine erneute und zeitlich unbefristete Aktion wie in 2005. Denn der gleiche Laden steht momentan wieder leer.
Hab ich mir angesehn. Nee, gar nicht. Is auch nur für ne junge Zielgruppe; ich bin 52. Einfach: soziales Sponsoring durch ne Privatpersion, die mein Projekt gut findet und trotzdem akzeptiert, daß auf längere Zeit Subventionen dafür nötig sind. In diesem Wirtschaftssystem gibt s so viele Subventionen. Oft für völlig abgedrehte Dinge, warum sollte ich nicht den Versuch machen, für etwas vielleicht altmodish klingendes welche zu erhalten? Ich hoffe auf weitere Antworten und dank eersma Euch.