Frage von Thomson990, 45

Gibt es in der ägyptischen Mythologie irgendwas über die Vorfahren vom Sonnengott Ra?

Wenn ja, wie heißen die?

Antwort
von Albrecht, 13

Der Sonnengott Re bzw. Ra wird in Religion und Mythologie des Alten Ägypten einerseits als ein selbstentstandener Urgott verstanden (eine Auffassung, nach der er keine Vorfahren haben kann). Nach einer Vorstellung vollbrachte er de Urschöopfung beim Weltbeginn. Re/Ra galt Schöpfer des Himmels und der Erde, der Götter bzw. die Großen schuf. Daher wurde er auch Vater der Götter genannt.

Verwickelter wird die Sache, weil Re/Ra mit anderen Göttern gleichgesetzt bzw. verschmolzen worden ist, z. B. mit Horus als Re-Harachte (Re ist Horus im Horizont), mit Atum, mit Chepre, mit Chnum, mit Amun (der seinerseits mit dem Schöpfergott Min verbunden ist).

Re/Ra ist andererseits nach einer Vorstellung Geschöpf und Erbe der Achtheit (von Chemenu = Hermopolis Magna/Hermupolis), schon ganz früh, in einem kosmischen Zustand vor Entstehung der Welt lebenden Gottheiten (die Götter werden der Gestalt nach froschartig, die Göttinen schlangenartig dargestellt). In einem in mehreren Fassungen aufgeschriebenen Werk „Die Heimkehr der Göttin“/“Mythos vom Sonnenauge (,das in der Ferne weilt)“ werden die Gottheiten dieser Achtheit als Väter des Gottes Re/Ra beschrieben.

Insbesondere gilt nach einer Vorstellung Nun, Urgewässer/Urozean in einer Urzeit (vor Entstehung der Welt) ist und auch in Personifikation als Gottheit verstanden, als Vater des Gottes Re/Ra.

In einzelnen Vorstellungen gelten die Göttinnen Neith, Nut oder Hathor als Mutter des Gottes Re/Ra.

Wolfgang Barta, Re. In: Lexikon der Ägyptologie. Begründet von Wolfgang Helck und Eberhard Otto. Herausgegeben von Wolfgang Helck und Wolfhart Westendorf. Band 4: Pyramidenbau - Steingefäße. Redaktion: Christine Meyer. Redaktionsassistenz: Robert Schlichting. Wiesbaden : Harrassowitz, 1984, Spalte 156 – 180

Spalte 158: „Als androgyner Urgott trägt R. das Beiwort „Selbstentstandener“ (ḫpr ḏs. f), und man betont, daß der Sonnengott bereits vor Erschaffung der Welt existierte, als Himmel, Erde und Leben noch nicht entstanden waren. R. wird daher als der Älteste im Himmel und auf Erden […] bezeichnet. In Hermupolis erscheint R. zu Beginn der Schöpfung auf der „*Flammeninsel“, dem Ort, wo R. als Erbe der *Achtheit beim Urbeginn entstanden sein soll. Oder aber er taucht im Teich von Hermupolis inmitten einer Lotusblüte auf und besiegt anschließend seine Feinde. Und wenn *Nefertem als Lotusblüte an der Nase des R. bezeichnet wird, so will man auch damit auf die Urgott-Eigenschaften des Sonnengottes hinweisen. Da R. jedoch seinem Wesen nach Sohn einer Muttergotthiet ist, wird ihm die Eigenschaft eines Urgottes erst sekundär zugewachsen sein, und zwar über seine Angleichung an *Atum.“

Joachim Quack. Re. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 10: Pol - Sal. Stuttgart ; Weimar, Metzler, 2001, Spalte 801 - 802

Spalte 801: „Re ist teilweise der von selbst entstandene Gott, teilweise gilt der Urozean Nun als sein Vater.“

http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeig... 1. Erscheinung in Ägypten 1.3. Genealogische Einbindungen

„Als Mutter des Re gilt nach der Neith-Kosmogonie von Esna die Göttin Neith. Aus der von ihr ins Wasser geworfenen Nabelschnur soll die Apopis-Schlange entstanden sein (griech. → Apophis), die entsprechend auch bei Plutarch, De Iside Kap. 36 (365 D) als Bruder des Re erwähnt wird. Entsprechend wird Apopis auch in einem u.a. auf der Metternichstele überlieferten Zauberspruch als Nabelschnur des Re bezeichnet.

In den Sonnenhymnen wird üblicherweise die Himmelsgöttin Nut als Mutter des Re bezeichnet, die ihn täglich morgens gebiert und abends wieder verschluckt. Daneben gibt es eine lokale Spezialtradition, die Hathor von Herakleopolis zur Mutter des Re macht. Hathorformen anderer Orte gelten als Tochter des Re, ebenso die → Maat. In der Gestalt des Atum sind seine Kinder das Zwillingspaar Schu und Tefnut. Im Neuen Reich werden die asiatischen Göttinnen → Anat und → Astarte als Töchter des Re in die ägyptische Götterwelt eingebettet."

https://de.wikipedia.org/wiki/Re\_(%C3%A4gyptische_Mythologie) :

„Im demotischen Papyrus „Heimkehr der Göttin“ werden die acht Gottheiten aus Hermopolis als „Väter des Re“ bezeichnet, der bei dem Aufenthalt der Tefnut in Punt wiederum in seiner Erscheinungsform als Miu („der Kater“) mit dem Gesicht einer Katze auftrat.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Achtheit\_von\_Hermopolis :

„Der Sonnengott Re wurde gemäß der Lehre aus Hermopolis durch die Achtheit geboren, die entsprechend im demotischen Papyrus „Die Heimkehr der Göttin“ als „seine Väter“ beschrieben werden.“

Antwort
von HerrDegen, 25

Ist schwierig, weil es unterschiedliche Überlieferungen zum Ursprung der Götter in den antiken Texten gibt. Entweder wird Ra/Re mit der Urgottheit Atum gleichgesetzt, die aus dem Urgewässer Nun entstanden ist (ohne richtige "Eltern") oder ist aus Atum entstanden.

Noch komplizierter wird es, weil Ra/Re im Verlauf der altägyptischen Religiongeschichte auch mit den Göttern Amun und Min gleichgesetzt wurde bzw. später auch mit Harachte, einer Verkörperung von Horus.

Kommentar von Thomson990 ,

Danke

Antwort
von MaxGuevara, 15

Darüber ist nichts bekannt. Es wird behauptet, dass Ra der Ursprungsgott war. Er wird mit dem Gott Atum gleichgesetzt. Und Atum hat sich aus sich selber erschaffen. Es gibt also keine Eltern

Antwort
von Fragentaker, 11

Er entstand aus Maat, der Ordnung die wiederum aus dem Chaos entstand oder er entstand aus dem Chaos

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