Die Tochter meiner Freundin ist 6 1/2 Jahre alt und in der ersten Klasse. Lt. Aussagen von Kinder-Psychologin, Lehrerin und ERgo-Therapeutin haben die jeweiligen Therpien bereits leichte Besserung gebracht. Jedoch ist man mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden da sie konzentrationsprobleme hat und ebenso im punkt Sozialverhalten (möchte gerne ihren Kopf durchsetzen usw.) Jetzt hat man ihr geraten Ritalin zu geben wobei wir dem aber sehr skeptisch gegenüberstehen.

Ritalin ist ein Medikament, dass bei einer kleinen, eng eingegrenzten Zahl von ADHS-Störungen hilft. Aber auch nur da. In den letzten Jahren ist es leider zur Mode-Medizin geworden, weil es angeblich schnell bei Aufmerksamkeitsstörungen hilft.
Ergotherapie kann Besserungen bringen. Wirklich helfen tut aber fast immer nur eine motopädische Behandlung. www.motopaedie-verband.de
Informiert Euch doch bitte, ob es in Eurem Wohnort motopädische Therapieangebote gibt und sprecht das mit Eurem Hausarzt ab,
Die Behandlung von Ritalin ist sehr umstritten. ADHS-Störungen beruhen nach neuesten Erkenntnissen auf Wahrnehmungsstörungen. Die sind mit Mototherapie und ergänzend Ergotherapie deutlich beser als mit Ritalin behandelbar, weil es hier um Bewegungs- und Impulskontrolle geht.
Ich habe die Behandlung unserer Tochter mit Ritalin abgelehnt.

Ritalin hat Vor- und nachteile. Wenn eine wirkliche Erkrankung vorliegt, kann es den Betroffenen helfen, sich mehr auf die dinge zu konzentrieren. Allerdings dämft Ritalin, so dass viele Kinder sich nicht richtig entwickeln können. Sie sind meist müde und schlapp und nur schwer zu motivieren. ritalin sollte daher nur in absoluten Notfällen gegeben werden. Viele Ärzte verschreiben es viel zu häufig unnötig.
Kinder müssen richtig ausgelastet und angeleitet werden. Da kann z.B. eine Erziehungsberatung sehr gut weiterhelfen.

Die Skepsis ist berechtigt. Aber übers Netz kann man schlecht Ratschläge bzgl. Deiner Tochter geben.
Bitte weiterhin skeptisch bleiben. Ritalin wäre für mich der allerallerletzte Schritt. Einmal Ritalin, immer Ritalin!!! Habe schon von Eltern gehört, die wirkliche(!) ADHS auch ohne Ritalin in den Griff bekommen haben. Für die Eltern jede Menge Arbeit und nicht nur einfach ruhigstellen der Kinder. Denn dies geschieht mit Ritalin!!

Ich an eurer Stelle würde es noch eine Zeitlang ohne probieren, der Fall deiner Tochter hört sich nicht so schwerwiegend an. Eine Mutter aus meinem Bekanntenkreis hat sehr gute Erfahrungen mit Ritalin gemacht. Der junge hat stark ausgprägtes ADHS , er eckte mit seinen Wutausbrüchen und Gewaltneigungen schon im Kindergarten an, auch in der Grundschule und im Hort hatte er es schwer. Als endlich ADHS festgestellt worden ist, war die Mutter erleichtert zu wissen warum der Junge so ist .Behandelt wurde er mit Ritalin sehr erfolgreich. Endlich hatte er durch das Medikament die Chance am normalen Alltag teilzunehmen. Zusätzlich bekam er auch Therapien. Im Basiskern ist AD-H-D eine organisch bedingte Störung der Neurotransmitter, die teils genetisch und teils durch schwierige Geburtsvorgänge ausgelöst oder durch Teil- Leistungs- Schwächen verstärkt oder kompliziert werden können. Die organische Bedingtheit ist der Hauptgrund für die vielfach notwendige Medikation mit z.B. Ritalin, die erst die Wirksamkeit anderer Therapien ermöglicht oder verbessert. Das Amphetamin Ritalin® wirkt bei Kindern eher beruhigend, klärend und organisierend. So haben auch ADHS KInder eine Chance auf ein relativ normales Leben. Das heißt nicht, daß die Kinder dann gar keine Sympthome mehr zeigen, aber es wird sehr viel besser.
Meine Söhne haben auch ADS und sie haben verschiedene Therapien gemacht unter anderem auch Ergotherapie. Diese haben ihnen wirklich am besten geholfen und das Selbstbewußtsein gestärkt.Sehr geholfen hat ihnen auch Musikunterricht zbsp. Keyboard, das läßt diese Kinder zur Ruhe kommen und fördert die Konzentration. Sicherlich sind diese Kinder anstrengend und ich habe sogar Kurse belegt, wie man mit diesen Kindern im Alltag umgehen muß. Wichtig ist auch, dass die Lehrer sich mit ADS auskennen und dass man mit ihnen im ständigen Kontakt bleibt.Ich kenne einige,die Ritalin oder ähnliches nehmen,und ich sehe auch diese Persönlichkeitsveränderungen und die abendliche Entzugserscheinung, einfach erschreckend.... Fakt ist, dass Ritalin in Amerika längst verboten ist, weil es nämlich "die Einstiegsdroge" ist und welche liebende Mutter gibt ihrem Kind Drogen?! Leider ist es ein gesellschaftliches Problem und wenn man sich einmal genau in seiner Familie oder bei alten Leuten umhört, gab es diesen "Zappelphilipp" schon immer, nur heißt er heute "ADS".Heute müssen die Kinder ja gesellschaftsfähig werden und bloß nicht auffallen. Nun gut, es geht auch anders... Alternativ gibt es in der Apotheke die homöopathischen Globulis mit dem Namen "Zappelphilipp".Nur damit Geduld haben, es wirkt erst nach ca.2-4 Wochen. Viel Glück!