Frage von Bellaa1210, 35

..Gibt es heute Armut in Deutschland?

  • Muss man in Deutschland "arm" sein?!

Die Fragen stehen oben. :)

Danke für hilfreiche Antworten!

Antwort
von superlolly, 34

Diese Art der  Armut ist auf jedenfall nicht mit der Armut,und deren Ausweite von anderen Ländern,wie z.B Indien,oder in Afrika..zu vergleichen.  

Antwort
von EstherNele, 14

Von Armut bedroht ist in Deutschland in Anlehnung an die Definition der Europäischen Union, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. In Deutschland sind das inklusive staatlicher Sozialleistungen bei Singles 980 Euro im Monat und bei Familien mit einem Elternpaar und zwei Kindern 2058 Euro im Monat.    

13 Millionen Menschen sind 2011 von Armut gefährdet gewesen. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil an der Gesamtbevölkerung von 15,8 auf 16,1 Prozent.

13 Millionen Menschen sind 2011 von Armut gefährdet gewesen. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil an der Gesamtbevölkerung von 15,8 auf 16,1 Prozent.Aktuelle Zahlen

In Deutschland liegt der Anteil der Kinder unter 15 Jahren, die von Armut betroffen sind, bei 15,7 Prozent.
In der Altersgruppe der 17- bis 64-jährigen sind knapp 18 Prozent der Frauen armutsgefährdet, aber nur 16 Prozent der Männer.
Bei Alleinerziehenden liegt die Armutsgefährdungsquote bei 35,2 % . Bei Arbeitslosen sind 69,2 Prozent von Armut bedroht, während diese Quote bei Erwerbstätigen nur bei 8,6 Prozent liegt.

Natürlich ist unsere Armut in Deutschland relativ gesehen eine andere als in Indien oder den Dritte-Welt-Ländern, allerdings sind dort auch die Lebenskosten anders. Natürlich haben wir wirklich ein soziales Netz - man muss nicht auf der Straße leben und auch nicht ohne Krankenversicherung.

Dass aber in manchen Städten die soziale Sicherung nur so weit geht, dir eine Bruchbude in einem sozial heruntergekommenen Viertel am Stadtrand oder in der Vorstadt  zu ermöglichen, ist auch kein Geheimnis.

Diese - statistische -  Armut hat nicht immer etwas mit Bildung zu tun hat oder mit mangelndem Bemühen um eine entsprechende Erwerbstätigkeit. 

Das wird uns allerdings nur zu gern von unseren Politikern erzählt. So nach dem Motto "Vom Tellerwäscher zum Millionär" für Jedermann.

Dass man in finanziell unattraktiven Arbeits- und Einkommensbedingungen "hängenbleibt", die vor allem einer schlechten Infrastruktur und einem sehr kinder- und familienunfreundlichen Arbeitsmarkt geschuldet sind, spricht nicht gerade für Deutschland als einen modernen Industriestaat.

Ich habe in der Zeit, in der ich meine beiden Söhne allein großgezogen habe, trotz Vollzeitjob als technische Mitarbeiterin oder direkt als Ingenieur nie genug verdient, um von dieser Grenze zum "Armutseinkommen" wirklich wegzukommen wenn man mal 200 € (für drei Personen) oberhalb dieser Grenze vernachlässigt. Und das trotz Wohnortvorteil Berlin.

Antwort
von Gestiefelte, 35

Hast du schon mal einen Obdachlosen irgendwo laufen/liegen sehen? Denkst du, der hat ein paar Tausender in der Tasche und lebt nur auf der Straße, weil das so schön ist?

Kommentar von Bellaa1210 ,

Man kann auch sachlich bleiben, ok? Natürlich sehe ich das. Und denk nicht, dass mir so etwas mit leid tut, jedoch kann man auch etwas dagegen unternehmen, denn auch ein Obdachloser hätte Anspruch auf ALG II.

Kommentar von Bellaa1210 ,

* ..., dass mir so etwas nicht leid tut, ...

Kommentar von Gestiefelte ,

ok... Aber dann frag das doch vernünftig. Natürlich muss niemand in Deutschland arm sein. Aber es gibt sicher immer Härtefälle. Es gibt sicher genug Leute, die sich auf Hartz IV ausruhen, aber sicher auch Leute, die gerne arbeiten würden, es aber nicht können, weil sie einfach nixxx finden. Die jeden Euro umdrehen müssen.

Kommentar von EstherNele ,

@ Gestiefelte

Natürlich muss niemand in Deutschland arm sein. Aber es gibt sicher immer Härtefälle. 

Das sagt sicher jemand, der jung, gerade fertig ausgebildet, ungebunden und örtlich und zeitlich flexibel ist - damit magst du ein Stück weit Recht haben.

Aber diese Ausgangssituation ist nicht für jeden eine Option.

Meine Erwartungen an den Arbeitsmarkt - dass es dort Möglichkeiten gäbe, die man auch alleinerziehend, mit gewünschter Vollzeitstelle und mit 2 Kindern, eines davon behindert (Autist) wahrnehmen könne - sind von Jahr zu Jahr gesunken.

Ich hatte zwar einen Vollzeitjob in meinem Ingenieurberuf oder angelehnt daran, trotzdem waren meine Kids und ich  die meiste Zeit in dem Einkommensbereich "Arm".

Da haben mir mein Hochschulabschluss, zahlreiche Zusatzqualifikationen und auch prima Referenzen früherer Arbeitgeber nicht viel geholfen. 

Eher war die Reaktion so, dass da die unausgesprochene Frage im Raum schwebte, warum man in meiner Situation überhaupt arbeiten will - immerhin gäbe es ja das vielzitierte soziale Netz.

Und ich bin kein Einzelfall, beileibe nicht.

Wenn sie sich für Familie entschieden haben, sind eine Menge Mütter mit ihren Kindern vom Lebensstandard her auf der Strecke geblieben.

Da mutet es als regelrecht "moralisch unanständig" an, wenn all diejenigen, die zur "Woking poor" (Arbeitende Armut) gehören, in der Zeitung lesen können, dass die Diäten der Abgeordneten gerade prozentual im gleichen Maße steigen wie die ALG II-Sätze.

Kommentar von Bellaa1210 ,

Da hast Du auch Recht, was auch sehr schade für die Leute ist!

Antwort
von aribaole, 23

Ja!
Morgen auch noch!

Antwort
von Gestiefelte, 26

Warum fragst du das überhaupt, klingt ein wenig nach Hausaufgabe.

Kommentar von Bellaa1210 ,

Um ehrlich zu sein hat es auch etwas damit zu tun, jedoch wollte ich für mich selbst diese Frage schon mal im Hinterkopf beantwortet haben, da mich dieses Thema auch etwas beschäftigt.

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