Frage von GTH2014, 517

Gibt es häufig vergebene Vornamen in bestimmten Bildungsschichten oder Gruppierungen in Russland?

In Deutschland kann man nicht immer aber oft von bestimmten Vornamen auf eine Bildungsschicht oder Gruppierung schließen. Kevin kommt oft in Bildungsfernen Schichten vor und Namen wie Friedrich, Anton, Heinrich relativ selten. Gibt es soetwas auch in Russland, bzw. gab es das in der Sowjetunion ? Bitte Beispiele.

Antwort
von JBEZorg, 227

Nein, so etwas gibt es nicht. Es gibt durchaus Modeerscheinungen und grosse geschichtliche Verschiebungen, hauptsächlich durch die Revolution von 1917 bedingt(damals und in den frühen 20ern gab es ürigens so etwas wie "bildungsschichtedingte" Namensvergabe wirklich aber es ist lange vorbei. Zur näheren Information gut bei Bulgakow im "Hundeherz" aufs Korn genommen. Sozialschichtbedingte Namensvergabe gab es auch vor 1917. Nicht unbedingt bildungbedingt. Aber auf dem Land wurden Namen eher strickt nach dem orthodoxen Kanon vergeben, also mest griechische und judische-biblische Namen, während die Städter eher schlichtere Namen gewählt haben auch enn aus dem gleichen Bereich.)

Im modernen Rssland gibt es auch Modewellen aber sie betreffen eher alle Gesellschaftsschichten gleichermassen. Altertümlich Namen kommen wieder aer nur bestimmte und auch nicht so massiv.

Es gibt natürlich auch Kuriositäten wie den ekannen Fall mit Satanisten, die ihren Sohn Luzifer genannt haben. Im "unfreien", "von der orthodoxen Kirche dominierten", "authoritären" Russland dürfen sie das auch. Das Gesetz garantiert ihnen diese Freiheit nunmal, da wo deutsche DIN und ISO Bürokratie zig Verbote und Einschränkungen auferlegt. Aber das gilt auch für Namensänderung. Das Kind darf seinen Namen danach eliebig ändern ohne jedwede Baschränkung wie in Deutschland. also ch bezweifle, dass der Junge bei Luzifer bleibt.

Es gibt natürlch allerhand Leute. Es gibt Leute, die nach wohlklingenden Namen suchen, es gibt Hunderte von Natinalitäten in Russland(sie haben a.ihre eigenen Namen; b.neigen sie manchmal mehr als Russen dazu ausländische Namen zu wählen. So wirst Du unter Tataren oft einen Eduard oder Robert antreffen), es gibt Leute die gerne auf slawische Namen zurückgreifen. Aber alles wiederum durch alle Bildungsschichten durch.

Auf richtig altertümliche russische Namen wird man wohl nich mehr zrückgreifen. So etwas wie Hecht, Wolf oder Hase als Vorname würde wohl heutzutage nich mehr ankommen.

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Geschichte, 264

Um es vorwegzunehmen, ich kann diese Frage nicht beantworten, weil ich mich diesbezüglich in der russischen Gesellschaft nicht genügend auskenne.

Ich denke aber, dass es dort ganz ähnliche Erscheinungen geben könnte wie bei uns. Das liegt vor allem daran, dass die Vergabe bestimmter Vornamen auch Moden unterliegen, die von Popkultur beeinflusst sind, die auch vor Russland keinen Bogen macht. Die Teile der Bevölkerung, die über eine höhere Bildung verfügen, sind tendenziell weniger davon beeinflusst, als weniger gebildete Schichten, wobei ich Bildung meine und nicht Ausbildung.

Aber egal, ob es solche Erscheinungen auch in Russland gibt oder nicht, so möchte ich doch vor dem Umkehrschluss warnen, dass Träger eines solchen vermeintlichen "Unterschichtennamens" auch tatsächlich bildungsferne Prolls sind. Ich selbst kenne einige Träger solcher verfemten Namen, die mit ihrem Beispiel genau das Gegenteil beweisen würden.

Antwort
von Blaugraut, 307

Mir ist mal aufgefallen, dass ich keinen Schriftsteller, Wissenschaftler, Politiker oder andere russische Berühmtheit mit dem Vornamen Platon kenne, (also neulich habe ich einen einzigen Politiker gelesen). Andererseits soll Platon angeblich in Russland ziemlich häufiger Vorname sein. Zu jedem anderen Namen würde mir sofort zwei berühmter Menschen einfallen (auch zu Dmitrij). Deshalb habe ich mich auch schon gefragt, ob (und ich meine hier ob!!!) Platon so ein Beipiel für einen bildungsfernen Vornamen in Russland ist. Jeder Platon, der das liest, kann sich gerne melden.

Kommentar von GTH2014 ,

Also ich kenne keinen Platon aus Russland, habe aber gehört, dass dieser Name in den aktuellen russischen Namenscharts ist.

Kommentar von JBEZorg ,

Da liegst Du falsch. Platon ist lediglich ein altertümlicher Name, der seit a917 eher selten geworden ist.Das ist alles. Aber da manche Leute sich heute gerne wieder auf diese altertümiche Namen besinnen gibt es auch Platons in Russland, nur een nicht viele. Und ich denke nicht, dass der Name populärer wird, jetzt wo ein Zahlungsystem so genannt wurde.

Kommentar von DanielNord ,

@JBEZorg

besten Dank für den Hinweis ( Zahlungssystem Platon).

Kommentar von JBEZorg ,

.....


Kommentar von GTH2014 ,

Platon ist in Russland im Jahr 2015 auf Platz 41. der meistvergebenen männlichen Vornamen. Das ist z.B. noch vor Anton oder Igor.
Hat mich gewundert. Zu welcher Schicht oder Gruppe Leute gehören die ihr Kind Platon nennen, weiß ich nicht.

Antwort
von Wunderglaube1, 126

Die vergebenen Vornamen in  Russland deuten nicht auf eine bestimmte Bildungsschicht.  Heute sind bestimmte Vornamen in allen Kreisen der Gesellschaft (gebildeten und nicht gebildeten) sehr verbreitet (Tatjana, Irina , Natalja, Elena, Aleksej, Alexander usw.) Die Kinder bekommen oft einen Namen zu Ehren ihrer Groß-, Urgroßeltern oder näherer Verwandschaft. Viele gläubige Leute geben einen christlichen Namen  und feiern einen "Namenstag“ . In der sozialistischen Zeit waren ganz interessante Namen vergeben, wie z.B.  der Name  «Октябрина»  (stammt von der Oktoberrevolution 1917),  «Воля» (Wille), «Искра» (Funken) usw. Heute sind auch alte einfache russische Namen (und auch in hochintellektuellen Familien) verbreitet ( Ксения, Евдокия…)....

Antwort
von Lolly6343, 61

Alsoo ich kenn mich da jetzt nich soo aus aber ich häufige namen sind natalja, natascha, marina, sveta.. und ich weiss nich ob das wichtig is aber in russland sind sascha und Alexander der selbe name, also wenn du sascha heisst, heisst du automatisch auch alexander..nur mal so (;

Antwort
von cherskiy, 191

Nein, in Russland liefert der Name keine Rückschlüsse auf soziale Herkunft und Bildungsniveau des Namensträgers.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community